Dass die Griechen mal gegen Portugal gewinnen können, kann passieren, alle mal bei einem Eröffnungsspiel.

Die Spanier waren eh nicht so gut.

Im Viertelfinale müssten sie ausscheiden, gegen die Franzosen. Henry, Zidane und Konsorten werden eine Leistungsexplosion an den Tag legen. Die vom Championsleague-Alltag geprägten Routiniers wissen wann man loslegen muss. Gut… Die Franzosen außer Form. Waren für die Griechen ein dankbarer Gegner…

Aber nein, die Tschechen, die haben zu viele Waffen. Baros? Nedved? Ich meine, wer Holland 3:2 weggefegt hat… Und so wie die Griechen konditionell gegen Frankreich eingebrochen sind… Jaaaa, gut, im Nachhinein waren auch die favorisierten Tschechen ein dankbarer Geg…

Aber die Portugiesen… Da kann es nix werden. Die wissen nach der Eröffnungsspielniederlage wie man die Griechen zu packen haben, haben 200.000 Zuschauer im Stadion hinter sich, Figo persönlich bläst zum letzten Hallali, ist auf Mission.

Ähem. Räusper.

Gut. Kann mal passieren.

Der Sieg Griechenlands ist putzig, eine nette Randepisode der Fußballgeschichte, die möglicherweise den kleinen Ländern Auftrieb geben wird. Es ist nicht der Untergang der abendländischen Fußballkultur, wie von FM4s Martin Blumenau herbeigeschrieben.

Griechenland ist verdient Europameister geworden. Man schaue nur auf die Liste der durch die Griechen betriebenen Favoritenstürze. Das mag wie eine Kampfansage gegen den Offensiv-Fußball aussehen, aber “der Offensiv-Fußball” muss sich die Frage gefallen lassen, wieso er kein Mittel gegen die Griechen gefunden hat. Wenn der “Offensiv-Fußball” diese Frage beantworten kann, wird er gestärkt aus der EM hervorgehen.

Griechenland hat die EM bereits nach dem Frankreich-Spiel gewonnen. Griechenland hat die EM zu dem Zeitpunkt gewonnen, als sie ihre Gefährlichkeit zeigten und die Tschechen und Portugiesen aufhörten zu versuchen ihre Autorität durchzusetzen und stattdessen ihre Spielweise den Griechen anpassten.

Die Portugiesen waren gegen die Griechen ein Schatten ihrer selbst. Nicht ein einziger Schlüsselspieler hat gezündet. Nicht nur wegen der Deckung der Griechen, sondern wegen ihrer übergroßen Vorsicht. Rehhagel hat es geschafft, die Griechen Tage vor dem Spiel in die Köpfe der Gegner zu bringen und ihre Spielweise zu verändern. Der Moment an dem sich Brückner und Scolari von Rehhagel von ihrem Weg abbringen ließen, war der Moment der das Spiel entschied.

Und diese “Off-Field-Dominanz” hat kein anderes Team in der EM gehabt.

1 Kommentar

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  1. Perfekt formuliert. Gratuliere, doggy. “Rehhagel hat es geschafft, die Griechen Tage vor dem Spiel in die Köpfe der Gegner zu bringen”.

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Ich behalte mir vor Kommentare zu löschen. Wer meint er könne hier per Dünnbrettbohrer-Kommentare einen Link wg. Googles PageRank auf seine Website legen, sollte bedenken dass ich seinen Kommentar mit einem Klick gelöscht habe, während er sich hier abmühen muss, die Felder auszufüllen. Schlechter Deal.

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