Manchmal ist auch das nicht gesagte oder das nur leise gesagte das Kuriosium.

Wenn plötzlich die Stimmen abebben und das Tuscheln anfängt.

Maria Mutola. Kelly Holmes.

Wenn den Kommentatoren sonst kein rhetorischer Weg zur knackigen Formulierung zu weit ist, wenn die Rede auf Mutola und Holmes kommt, wird es einsilbig. Die bewusst gesuchten Doppeldeutigkeiten läßt jenen Spalt Interpretation zu, der “lesbisch” meint, aber nicht sagt.

Am weitesten wagt sich Thomas Kistner/SZ vor: “Lebensgefährtinnen“.

Der GUARDIAN schreibt einen langen und detaillierten Artikel über die Beziehung von Kelly Holmes und Maria Mutola, ist aber am entscheidenden Punkt merkwüdig ambivalent: “Friends are disunited as Mutola accuses training partner of exploiting her injury“, das “trainings partner” gerade zu plakativ in der Headline vor sich her tragend, um von der Landsmännin nicht verklagt zu werden.

Hier geht es mir nicht um den empörten Aufschrei “LESBEN-ALARM!!“. Sondern dass sich die Medien in all ihrer Verklemmtheit eine höllisch gute Story haben entgehen lassen. Nicht die (vermeidliche) Lesbenliebe, sondern dass aus zwei Liebenden(?) zu Olympia erbitterte Konkurrenten werden, die sich nach dem Finale nicht eines Blickes würdigen. Wenn es um Mann und Frau gegangen wäre, die Story wäre drei Tage lang durch alle Gazetten dieser Welt gegangen.

Aber bei Lesben(?) ?

1 Kommentar

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  1. Eine dramatische Story von der ich leider bisher nichts mitbekommen habe. Danke für den Bericht.

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