March Madness 2006: Round #2-Samstag

Zweite Runde der March Madness. 32 “Überlebende” spielen um den Einzug in die “Sweet 16” Mitte der Woche.

Acht Teams sind noch über, die in den Regionals an #10 oder schlechter gesetzt waren. Insbesondere gestern gab es eine hohe Zahl von niedrig gesetzten Mannschaften, die bis in die letzten Minuten noch in Schlagweite waren.

DIE Spiele der ersten Runde, waren die Matches, die erst durch Drei-Punkte-Würfe in den letzten Sekunden entschieden worden waren. Allen voran der Sieg der #14 Northwestern State Demons gegen #3 Iowa Hawkeyes (Atlanta-Bracket) 64:63. Die Demons waren Sekunden vor Schluß im Ballbesitz und lagen zwei Punkte hinten, ein Wurf misslingt, nach einigem Chaos unterm Korb kommt der Ball raus und es wird ein wilder Dreier gemacht, der 0,5s vor der Schlußsirene einschlägt. Die Hawkeyes nehmen den Ball schnell wieder auf, stürmen an den jubelnden Demons vorbei und können noch einen Dreier anbringen, der aber nur an den Ring schlägt.

Es gab einige Zweifel ob die Tennessee Vols wirklich den #2-Seed in der Washington DC-Region verdient haben. Gegen die Winthrop Eagles (#15, Big South) brauchte es einen Dreier von Chris Lofton bei 0,4s um mit 63:61 zu gewinnen. Die Vols standen anfangs hinten schlecht und hatten vorne eine schlechte Wurfquote.

Apropos blaues Auge: die BC Eagles (#4 in Minneapolis) benötigten zwei Overtimes um sich gegen die Pacific Tigers (#13, Big West) durchzusetzen. Den Tigers brachen erst zwei Turnovers und ein Dunk von Marshall Mitte der zweiten OT das Genick: 88:76 2OT.

Eine Mannschaft von der man sich mehr versprochen hatte, war der Champion der Big East, die Syracuse Orange (#5). Eigentlich hatte man erwartet, dass den Underdog nach seinem Durchmarsch durch die Big-East-Playoffs nichts mehr schocken könnte. Doch das Genick von Syracuse, war die Leiste von McNamara. Erst brach das eine, dann das andere: Syracuse war von den Dreiern von McNamara abhängig, doch der traf aufgrund seiner Leistenprobleme nicht einen einzigen und musste in der zweiten Halbzeit draussen bleiben und zusehen wie die Orange gegen Texas A&M (#12) verloren: 58:66

Im Atlanta-Bracket lieferten sich gestern #7 California Golden Bears gegen die #10 NC State Wolfpack (mit dem Deutschtürken Atsur) eine ausgeglichene Partie. NC State spielte atypisch, nahm recht wenig Dreier, spielte dafür viel inside, wo der Center Simmons überraschend offensiv zu Gange war. Mit entscheidend für den Sieg von NC State (58:52) war das Ausschalten von Cals Go-To-Guy Powe mit Doppeldeckung.

Round #2

Am Wochenende geht die zweite Runde los, mit jeweils 8 Spielen am Samstag und am Sonntag, wobei der Tip-Off nicht mehr fein säuberlich sortiert ist, wie in Runde 1. Daher kann ich noch nichts zu den geplanten Übertragungen des Sonntags sagen.

Am Samstag konzentrieren sich NASN/CBS auf Übertragungen aus Greensboro und Salt Lake City. Alle vier Spiele haben heute ein gewisses “Upset-Potential”.

Die Ratings des ersten Tages sind für CBS soweit okay gewesen, 2% besser als im Vorjahr. Bis zu 268.000 Streams wurden im Internet übertragen.

Duke Blue Devils (1) – George Washington Colonials (8)

Atlanta-Bracket/Greensboro, Tip-Off Sa, 19h10

Die Duke Blue Devils sind relativ smooth durch die erste Runde gesegelt. 70:54 gg. Southern. Anders die George Washington Colonials, die ein 19-0-Comeback brauchten, um dann in Overtime #9 UNC-Wilmington zu schlagen. Die Colonials gehören zu den Teams, das sich bei der Setzliste mit #8 unfair behandelt fühlt. Das alles könnte dazu führen, dass sich die Colonials als hartnäckiger Gegner erweisen.

Star-Spieler bei den Colonials ist Pops Mensah-Bonsu, der vier Spiele lang am Knie verletzt war, ehe er gegen UNC-W zurückkehrte und 10 Punkte machte. Die Colonials waren gegen UNC-W sehr anfällig für 3-Punkt-Würfe und Duke kann recht gepflegt aus der Distanz werfen.

Umgekehrt hat Duke sich gegen Southern sehr viele Turnovers geleistet und die Colonials sind ein Team, dass versucht Turnovers zu provozieren um dann die einfachen Körbe zu ernten. Duke zeigte zudem Probleme am eigenen Brett, gab zu viele Rebounds ab.

Tennessee Vols (2) – Wichita State Shockers (7)

Washington DC-Bracket/Greensboro, Tip-Off Sa, 21h40

Die Zweifel an dem Seeding der Vols scheinen nach dem knappen last-Second-Sieg gegen Winthrop berechtigt zu sein. Die Vols haben schlampig gespielt und die Defense ließ sich zu leicht ausspielen.

Die Wichita State Shockers sind aber keine Dribbler, sondern Distanzschützen. Das könnte den Vols entgegenkommen, auf der anderen Seite können sie ihr Tempo und Physis dann nicht so einsetzen. Vols Coach Bruce Pearl könnte heute wieder einige Jacken durchschwitzen. Viele glauben, dass ein Ausscheiden der Vols nur eine Frage der Zeit ist.

BC Eagles (4) – Montana Grizzlies (12)

Minneapolis-Bracket/Salt Lake City, Tip-Off: Sa, 23h40

Viele halten die Boston College Eagles für überschätzt und das knappe 88:76 gegen Pacific in zweifacher Overtime scheint die Skeptiker zu bestätigen. Die routinierte Mannschaft gab einen 13-Punkte-Vorsprung aus den Händen. Sie liessen viel zu viele und zu gute Würfe von Pacific zu.

Nun stehen die Montana Grizzlies an, die am Donnerstag die #5 Nevada überraschend klar raushauten.

Gonzaga Bulldogs (3) – Indiana Hoosiers (6)

Oakland-Bracket/Salt Lake City, Tip-Off: Sa/So, 2h10

Gonzaga gehört zu den skurillsten, aber auch populärsten Mannschaften im College Basketball. Darüberhinaus sind sie momentan mit einem der ganz großen Stars ausgestattet: Adam Morrison, ein Junge mit Wuschelkopf und Vorliebe für Moustache-Schnurrbärte. Er oder Dukes Redick gelten als die derzeit besten Spieler.

So knapp Gonzagas Sieg gegen Xavier war (79:75), Morrison zeigte Leaderqualitäten, als er für die Bulldogs quasi im Alleingang einen 9-Punkte-Rückstand aufholte. Morrison mit 35 Punkten. Gonzaga geriet früh in Foultrouble (Batista und Raivio) und gab zuviele gute Würfe für Xavier her.

So gut Gonzaga nach vorne und mit Morrison ist, jeder wartet darauf, dass Zags schlechte Defense ihnen den Rausschmiß aus der Postseason beschert.

Die Hoosiers hatten in einem niveauarmen Spiel lange, lange Zeit große Schwierigkeiten mit den San Diego State Aztecs (83:87), die eigentlich die bessere Mannschaft waren. Die Hoosiers ließen die Atzecs 56% ihrer Würfe treffen (56% auch bei den Dreier). Letztendlich rettete sie ein Turnover in den Schlußsekunden, mit dem sie 6 Sekunden vor Schluß mit einem Dreier in Führung gingen.

Für Hoosier-Coach Mike Davis ist es vielleicht das letzte Spiel. Er hat vor vier Wochen seinen Rücktritt angekündigt, zermürbt von den permanenten Gerüchten demnächst entlassen zu werden.

Reaktionen

  1. Wo kann man Kommentare eingeben?

    Nach elf Jahren habe ich die Kommentare im Blog mangels Zeit für Kommentarverwaltung geschlossen. Es kann noch kommentiert werden. Es ist aber etwas umständlicher geworden.

    1. Das Kommentarblog http://allesausseraas.de/, aufgezogen von den Lesern @sternburgexport und @jimmi2times
    2. Sogenannte „Webmentions“ mit einem eigenen Blog. Siehe IndieWebCamp