Ungefähr ein bis zweimal im Jahr taucht hier in allesaussersport der Name Egil Olsen auf. Eine Reminiszenz an seinen Auftritt als norwegischer Nationaltrainer u.a. bei der WM 1998.

Bis 1998 hatte ich noch nie bei einer Mannschaft so sehr das Gefühl, dass sie ein one trick pony ist, wie bei der norwegischen Nationalmannschaft. Der Ball wurde aus der eigenen Abwehr möglichst schnell nach vorne gebolzt und vorne wiederum möglichst schnell der Torabschluß gesucht. Es sah so simpel aus wie es sich anhört und war für Zuschauer entweder furchtbar ermüdend und vorhersehbar oder faszinierend ob ihrer Klarheit.

Egil Olsen war kein Idiot und hatte durchaus stichhaltige statistische Gründe um so zu spielen wie er spielen ließ. Dann nannte er Zahlen dass soundsoviele Tore binnen der ersten Sekunden nach Balleroberung fallen würden, also müsse man schnell spielen. Oder soundsoviele Tore fallen vor oder im Strafraum, weswegen Mittelfeldgeplänkel überflüssig wäre.

Paul Doyle schreibt im Sportblog des Guardians eine kleine Eloge an den seltsamen Norweger, der in England seit seinem Versagen beim FC Wimbledon als mad professor eher gehasst wird.

Paul Doyle zieht übrigens eine direkte Linie von Egil Olsen zu Charles Reep, einem Luftwaffenoffizier in den 50er und Statistikfanatiker, der gemäß Wikipedia die “Long Ball Theory” entwickelt hat. Aus der Wikipedia:

It is from Reep and subsequent research by mathematicians that the concept of ‘gulleys’ (the optimum position between the corner flag and six yard box from which to make the final pass into the penalty box), the ’3-pass optimisation rule’ (pass 1 – long ball, pass 2 – control/knock down & pass 3 – shot from inside the box), the ’9 shots per goal’ maxim (on average, only one goal is scored for every nine shots) and the ‘twelve point three yard’ position (the mean distance from the goal that all goals are scored is 12.3 yards).

Der vollständigkeitshalber hier auch der Wikipedia-Eintrag zu Egil Olsen.

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