Rugby-WM 2007: England – Südafrika

[22h45] 0:36, 79te Montgomery Straftritt. Und Endstand.

Suizidstimmung in der englischen Kommentatorenkabine. Man hat Angst um England hinsichtlich des Spieles gegen Samoa.

Die Engländer haben sich in der zweiten Halbzeit hängen lassen. Da stimmte nix. keine Körpersprache, keine Ideen auf dem Feld. Unendliche viele Ballverluste. Südafrikas Abwehr stand auf den letzten Metern wie Beton.

[22h27] 0:33 Pietersen, 64te England bekommt richtig aufs Maul. Dritter Versuch Südafrikas. Südafrika gewinnt ein Scrum, dann gibt man den Ball nach rechts raus und läuft in einem weiten Bogen in das Malfeld rein.

[22h20] Rührende Szene als es eben Standing Ovations für Jason Robinson gab. Fullback #15 Robinson war einer der wenigen Engländer die heute sich über die volle zeit zerissen haben, nie aufgaben und immer wieder neu versuchten. Auch wenn es im Falle von Robinson mit vielen Fehlern behaftet war. Sein blutverschmiertes Gesicht und Trikots zeugt von seiner Einstellung.

Bei einem schnellen Gegenangriff trägt der den Ball nach vorne und muss sich plötzlich mit schmerzverzerrtem Gesicht fallenlassen. Faserriss im Oberschenkel. Damit endet nach sechs Jahren Robinsons Rugby-Karriere (er wird wohl noch ein Abschiedsspiel bekommen). Mit einer Niederlage. Klaffenden Wunden im Gesicht. Und einem gezerrtem oder gerissenen Muskel im Oberschenkel. Noch Minuten später sieht Robinson an der Seitenlinie wie ein geprügelter Hund aus.

[22h14] 0:26, 55te, Montgomery Straftritt.

An der Chemie des Spiels hat sich nicht viel verändert. Englands Spiel ist eine Ansammlung aus Fehlern, Verzweiflung und Machtlosigkeit. Gefährlichkeit gleich Null.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Engländer heute gegen eine sehr gute Mannschaft die Vollgas gegeben hätte, massakriert worden wäre. Ich weiß nicht ob Südafrika nicht anders kann (darauf deuteten einige überflüssige Drop Kicks hin) oder nicht anders will (zahlreiche frühe Auswechslungen, wenig Initiative zeigend).

[22h05] 0:23, 47te Montgomery Straftritt.

[22h03] Erstes erwähnenswertes Event der zweiten Halbzeit nach 5 Minuten: Englands #1 Sheridan zeigt in einer Nahaufnahmen des Hinterkopfs schweren Befall von Schuppenflechte.

[21h46] 0:20, 40te Pieterson England im Ballbesitz knapp jenseits der Mittellinie. Ballverlust, Südafrika sichert den Ball, ein verunglückter langer Rückpass läßt die Engländer weit aufrücken, doch im letzten Moment kommt noch ein Springbok ran und leitet über 2-3 Stationen einen schnellen Gegenangriff ein. Pietersen legt den Versuch.

Halbzeit.

[21h43] 0:13, 36te Montgomery Straftritt.

[21h41] Wieder ein überhasteter Drop Kick von Montgomery, von weit hinten, als England eigentlich gut hinten reingedrückt wurde. Montgomerys zweiter Fehlschuß.

[21h39] Das Spiel derzeit monoton: die Südafrikaner setzen England mit hohen Kicks unter Druck, nageln sie in deren Hälfte fest und England versteht sich nur mit langen Kicks ins Aus zu befreien. Seit 5 Minuten hat sich das Geschehen wieder fast komplett in die englische Hälfte verlagert.

[21h35] Die Südafrikaner sind opportunistisch und versuchen jeden Punkt mitzunehmen. Doch zwei Drop Kicks gehen binnen einer Minute daneben (Montgomery und Steyn). Weiterhin 10:0 für Südafrika.

[21h31] Das Spiel ist bzgl. der Feldpositionen und Ballbesitzt zwar ausgeglichener,, aber die Engländer bleiben harmlos, während den Südafrikaner ein weiterer schneller Angriff einen Meter vor dem Malfeld wg. Strafe abgepfiffen wird.

Die Südafrikaner lassen die Engländer am langen Arm verhungern.

[21h22] Das Geschehen bleibt jetzt immerhin in Südafrikas Hälfte, wenn auch die Engländer, wenn mich nicht alles täuscht, noch nicht in Südafrikas 22m vorgestossen sind.

[21h18] England nun im Ballbesitz und in Südafrikas Hälfte, aber sie üben keine Gefahr aus. Der Ball wird nur langsam bewegt und immer nur nahe dem Maul gesetzt, keine Raumverlagerung, keine Überraschung.

Catt versucht sich an einen weiten Drop Kick und verzieht links.

[21h16] Das Spiel findet bis dato zu 70 Prozent in Englands Hälfte statt. ITV spricht bereits davon, dass England den Finger auf dem “Panic Button” hätte.

[21h14] 0:8 10te, Steyn Straftritt.

[21h13] England in der Defensive. Viele Tacklings sitzen nicht. Jeder Tempoangriff der Südafrikaner strahlt Gefahr aus. Erst wenn die Engländer den Angriff verlangsamt haben, zum Maul übergehen, können sie den ball erobern oder die Südafrikaner zumindest unter Kontrolle halten.

[21h09] 0:5 Juan Smith, 7te Nach einem Einwurf beschleunigen die Südafrikaner plötzlich das Spiel, laufen über die kurze Seite und können vier englische Tackles brechen, übergeben dabei den Ball per Staffette an 3-4 unterschiedliche Spieler.

[21h05] Keine drei Minuten gespielt und die Fans stimmen bereits den klassischen Rugby-Song “Swing low, Sweet Chariot” an.

Wenig Raumänderung im Spiel. Viele Mauls, viel Gewühle.

[21h03] Kickoff vor frenetisch feiernden Publikum im Stade de France. Eine Stimmung wie bei einem Spitzenspiel der Premier League.

[20h58] Der Südafrikaner #11 Bryan Habana ist ein Tier. In dem hautengen grünen Trikots der Springboks, sieht der mutmaßlich schnellste Spieler der Welt wie eine Superheldenfigur aus. Ein Oberkörper und Bizeps, dass es schon nicht mehr feierlich ist. Wie dem Zeichenbrett des Marvel-Studios entsprungen.

[20h56] Die Spieler laufen nun in durch die langen Gänge zum Ausgang. Die Engländer sind schon da, die Südafrikaner kommen hinzu. Beide laufen im Spalier an der WM-Trophäe vorbei.

[20h41] ITV-Cokommentator schöpft Hoffnung. Das Training der Engländer sei unter der Woche sehr viel intensiver gewesen als vor den USA, als man im Vorfeld noch sehr lasch war.

[20h35] 25 Minuten bis zum Rugby-Schlager England – Südafrika. ITV hat seinen Moderator sogar nach Paris ins Stade de France verfrachtet.

Nicht dass ich Rugby per se Dortmund – Werder vorziehen würde, aber das Spiel wird im Gegensatz zur Rugby-Partie auf PREMIERE “zeitnah” (naja) wiederholt.

Reaktionen

  1. Wo kann man Kommentare eingeben?

    Nach elf Jahren habe ich die Kommentare im Blog mangels Zeit für Kommentarverwaltung geschlossen. Es kann noch kommentiert werden. Es ist aber etwas umständlicher geworden.

    1. Das Kommentarblog http://allesausseraas.de/, aufgezogen von den Lesern @sternburgexport und @jimmi2times
    2. Sogenannte „Webmentions“ mit einem eigenen Blog. Siehe IndieWebCamp
  2. Frage: Können wir trotzdem zu Dortmund was sagen oder nur mit Störer?

  3. Drüben, im “Screensport”-Eintrag könnt’s was zum Spiel sagen. Ich werde versuchen die Mails mit den Kommentaren zu dem Eintrag zu ignorieren.

  4. Okay meine erste Chance Bremen im Exil zu sehen, aber ich ziehe dann doch Rugby vor. Wann hat man sonst schon mal die Chance eine südafrikanische Mannschaft zu sehen – außer natürlich beim Cricket.

    Die Engländer haben ihre Hymne ja eher mitgeschrien und das war es dann vermutlich auch heute schon für sie.

  5. Südafrika mag nicht überragend spielen, muss es aber auch nicht. Die Drop Kicks waren nicht wirklich gut, aber ich hefte das mal unter “probieren” ab. Eigentlich war ja schon vor dem Spiel klar, so weit man nicht überpatriotischer Engländer ist, dass es Südafrika gewinnen würde.Auch war ja ziemlich schnell klar, dass die Partie nicht so kräfteraubend und physisch wie die gegen die Samoaer (schreibt man das so?) sein würde. Zumindest hat Südafrika imo immer weiter runter gefahren mit der Zeit und Einsicht, dass England (vor allem moralisch) geschlagen ist. England wird sich sowieso strecken müssen in den restlichen Matches, um nicht nach der Vorrunde nach Hause fahren zu müssen..

  6. Habe es auf StarSports im Web gesehen. Mich wundert schon etwas, warum die (englischen) Kommentatoren so niedergeschlagen sind. Ich als Nicht-Experte sehe Süd-Afrika gleich nach Neuseeland als zweiten großen WM-Favoriten, die Engländer müssen froh sein, wenn sie gegen Samoa gewinne, aber so einfallslos, und mit sovielen Verletzten wird das sehr schwer. Die Südafrikaner hingegen haben auf sehr effiziente Weise (Montgomery trifft wohl aus jeder Entfernung beim Strakick) bewiesen, wie man im Schongang einen vermeintlichen Rivalen entsorgt.

  7. Na ja, England fühlt sich als Mutterland des Rugbys, besitzt eine starke Profiliga und kommt als amtierender Weltmeister. Und dann wirst du Zu Null von einer auf Standgas spielenden südafrikanischen Mannschaft 0:36 abgefiedelt und musst fürchten nicht ins Viertelfinale zu kommen.

    Das fühlt sich wie Ribbeck hoch zwei an.

  8. Schon klar. Vielleicht waren sie auch noch besoffen vom Fussballsieg gegen Rußland, sind ja auch Mutterland des Fußballs.
    Lese gerade auf BBC Sport, dass sie im Falle eines Weiterkommens auf den Sieger Australien-Wales treffen, was IMHO stark nach den Aussies aussieht, also ist spätestens dann wohl Feierabend (oder ist Wilkinson bis dahin wieder fit, aber der ist wohl auch nur noch eine Erinnerung an gute alte Zeiten).