Parade der Einmal-Tanker

Dies war ein überraschend munteres Formel-1-Rennen in Monaco, ohne dass es nun zu Dutzenden von Kollisionen gekommen wäre. Vorne gewann Räikkönen/McLaren der in der zweiten Rennhälfte mit dem kleinen Finger lässig den Parcours absolvierte.

Bis zum ersten Boxenstopp herrschte Ödnis, dann ging es aber kunterbunt durcheinander. Angefangen von einem Dreher von Albers ausgangs der Mirabeau, wo er prompt einen Auffahrunfall und einen einen Stau von 4-5 Fahrzeugen auslöste, die ein Dutzend Sekunden nicht vorbeikamen. Damit wurde vorallem Michael Schumachers Tankstrategie zerstört. Schumacher rauschte in den bremsenden Coulthard rein und mußte sich während der Safety-Car-Phase die Frontschnauze erneuern. Bei der Gelegenheit wurde aufgetankt, viel zu früh für Schumacher, der mit nur einmal Nachtanken auskommen wollte. Schumacher musste sich mit einer Runde Rückstand hinterm Safety-Car einordnen.

Der zweite entscheidende Rennmoment war die horrende Reifenabnutzung der Renaults. Beide mussten das letzte Renndrittel mit völlig abgefahrenen Reifen ihre Positionen verteidigen. Fisichellas Reifen machte es nicht mit und Alonso verlor 6 Runden vor Schluß seinen zweiten Platz an Heidfeld und Webber und nur auf der letzten Rille konnte er zwei Runden seinen vierten Platz gegen Montoya, Ralle und Michael Schumacher und Barrichello verteidigen.

Phasenweise war das ein richtig spannendes Rennen, denn auch bei noch so geringen Überhoolmöglichkeiten, waren da einige mit Messer zwischen den Zähnen unterwegs. Das spektakulärste Überholmanöver vollbrachte Nick Heidfeld, der Alonso an der Nouvelle Chicane fabulös ausbremste. Wie schwer das Manöver war, konnte man später an Mark Webber sehen, der zum gleichen Manöver gegen Alonso ansetzte und erst im zweiten Anlauf (oder dritten?) unter diskutablen Umständen vorbeikam. Mal sehen ob da die Damen und Herren Kommissäre da noch ihre Hand heben…

Ich habe Bedenken gehabt, ob BMW-Williams eine Nummer zu groß für Heidfeld ist. Außerhalb der Strecke ist “Quick Nick” immer so spannend wie ein BMW-Verbandskasten. Aber auf der Strecke hate er nicht zum ersten Mal eine nie gekannte Angriffigkeit gezeigt.

Bemerkenswert wieviele Fahrzeuge mit dickem Tank unterwegs waren. Alonsos Renault hat zwei Drittel der Strecke mit einer Tankfüllung bestritten. Die Renaults, die McLaren-Mercedes, die Toyotas und die Jordans (und auch die Ferraris) haben gezeigt, dass die Rennen auch mit nur einem Tankstopp fahren können. Mal sehen ob dieser Trumpf auch abseits von Monaco nochmal ausgespielt wird.

Reaktionen

  1. Wo kann man Kommentare eingeben?

    Nach elf Jahren habe ich die Kommentare im Blog mangels Zeit für Kommentarverwaltung geschlossen. Es kann noch kommentiert werden. Es ist aber etwas umständlicher geworden.

    1. Das Kommentarblog http://allesausseraas.de/, aufgezogen von den Lesern @sternburgexport und @jimmi2times
    2. Sogenannte „Webmentions“ mit einem eigenen Blog. Siehe IndieWebCamp