Fieses London

Thomas Kistner, der Mann der SZ für alles was mit Sportpolitik zu tun hat, hat in einem Kommentar einen ziemlichen Verriß über die Wahl Londons geschrieben: “Schmusekurs und Aggression

Londons Sieg setzt nicht nur neue Servilitäts-Standards gegenüber IOC-Mitgliedern. Parallel zum Schmusekurs haben die Bewerber eine aggressive Gangart gegenüber den Rivalen gepflegt – die für künftige Städteküren wenig Gutes verheißt: Alles geht, wenn man im heißen Endspurt nur richtig aufs Tempo und das IOC dabei ein Auge (zu-)drückt.
[…]
Londons Sieg ist auch Ergebnis von Machtverschiebungen innerhalb des IOC. Paris war die Präferenz von IOC-Präsident Jacques Rogge, Madrid die des Amtsvorgängers Juan Antonio Samaranch.

Der greise Ehrenpräsident, der das IOC 21 Jahre lang nach Art eines Filmpaten regiert hat, ist mit dem offenen Führungsstil des Nachfolgers unzufrieden. In Singapur unternahm er alles, um die alten Seilschaften zugunsten von Madrid zu aktivieren. Dass sie zahnlos geworden sind, zählt zu den guten Botschaften des Kongresses.

Dafür das Samaranch zahnlos sein soll, ist Madrid verdammt, verdammt knapp gescheitert. Wären 2 Stimmen von Paris nach Madrid gekippt, wäre Madrid im Finale gewesen und die Pariser Stimmen mit hoher Wahrscheinlichkeit im finalen Wahlgang nach Süden gegangen.

Ein Treppenwitz der Geschichte ist übrigens, das Frankreich mit seinen eigenen Mitteln geschlagen wurde. Bei sehr vielen Industrieprojekten im Ausland pflegt es normalerweise Paris zu sein, das mit staatlichen Ellbogen ihre Unternehmen unterstützt und die Konkurrenten aus dem Weg schlägt, wie z.B. Siemens bitter erfahren musste, als sie in Südkorea bei der Ausschreibung einer Hochgeschwindigkeits-Eisenbahn gegen das TGV-Konsortium verloren.

In Deutschland hat Hamburg schon einmal “Hier” geschrieben für eine Bewerbung 2016. Eigentlich hieß es immer, dass bei einer Wahl einer europäischen Stadt man sich nicht 2016 bewerben würde wollen, da die Ausrichtung dann mit Sicherheit außerhalb Europas wandert. Aber inzwischen scheint man eine solche Kandidatur als Testlauf für die richtig “ernste” Kandidatur 2020 anzustreben. Geld ist ja da, oder? Öhhh….

Das war es mit elf Jahren Kommentaren auf allesaussersport. Ich habe im zunehmenden Maße keinen Sinn mehr gesehen, meine begrenzten Ressoucen auf eine wie auch immer geartete Verwaltung der Kommentare zu verwenden. Es ist an der Zeit einen Schlussstrich zu setzen. Die Kommentare sind und bleiben geschlossen.

Wer aber weiterhin Kommentare schreiben und/oder lesen möchte, für den hat Lesern Sternburg eine Alternative aufgesetzt: http://allesausseraas.de/. Macht dort keinen Unsinn.