Olympia Eröffnung

Nachklapp zu der Eröffnung gestern. Mitunter war war mir die Veranstaltung etwas zu getragen, z.B. als IOC-Chef Rogge, die griechische Organisatorin und der Staatspräsident Minuten brauchten um im Stadionrund von Punkt A zu Punkt B zu schreiten, oder die Flagge stundenlang durch die Gegend geschleppt wurde, um dann unter den Gesängen eines Pygmäen-Don-Kosaken-Chores hochgezogen zu werden.

Hingegen fand ich den ersten Part der Eröffnung, den Streifzug durch die griechische Geschichte zu kurz, zu schnell. Wunderbare Kostüme, wunderbar geschminkt. Nur die Kommentatoren hätten besser geschwiegen (nicht nur ZDF, auch EUROSPORT) und uns so manch wackelige Metapher oder die Verwechslung von Nike (US-Sportschuh-Hersteller: “Neikih“) und Nike (griechische Göttin des Sieges: “Nihkä“) erspart.

Der Athleten-Einzug war endlos, aber immer wieder höchst launig, vorallem wenn Völer drankamen die ausnahmweise keine weißen oder schlammfarbenen Anzüge trugen. Bei einigen war die Freude derart ins Gesicht geschrieben, dass einem das Herz aufging.

Notiz an den Klamottenhersteller für die deutsche Olympia-Mannschaft: alles! Nur keine braunen Anzüge für die deutsche Mannschaft! Ich bin vielleicht etwas überempfindlich, wenn ich plötzlich eine Hundertschaft Braunjacken einmarschieren sehe.

Was die Ansprachen angeht: Just zu dem Zeitpunkt als Rogge und Konsorten Fairplay beschworen, als sich die Griechin ausgerechnet beim olympischen Eid verhaspelte, kam die Meldung dass ein iranischer Judo-Weltmeister sich aus dem Wettkampf zurückzog, weil die Auslosung ergab, dass er gegen einen Israeli antreten musste (BBC). Es sollte ein Zeichen der Solidarität mit Palästina sein. Zudem hat der Iran wohl immer noch “Kontakt-Embargo” gegen Israel verhängt. Sollte das IOC nicht konsequenterweise den Iran von den Spielen ausschließen?

Ach ja, und das ZDF hat zum Schwimmen auch wieder das einstige DDR-Doper-As Katrin Otto als Ko-Kommentatorin aufgeboten. Soviel zum Thema Eide und journalistische Unabhängigkeit.

Das war es mit elf Jahren Kommentaren auf allesaussersport. Ich habe im zunehmenden Maße keinen Sinn mehr gesehen, meine begrenzten Ressoucen auf eine wie auch immer geartete Verwaltung der Kommentare zu verwenden. Es ist an der Zeit einen Schlussstrich zu setzen. Die Kommentare sind und bleiben geschlossen.

Wer aber weiterhin Kommentare schreiben und/oder lesen möchte, für den hat Lesern Sternburg eine Alternative aufgesetzt: http://allesausseraas.de/. Macht dort keinen Unsinn.