ProSieben Fight Night – die Simulation von Boxen

Nicht das wir uns falsch verstehen: die drei Boxkämpfe des gestrigen Abends waren “ehrliche” und in Maßen ansehnliche Boxkämpfe. Aber das drumherum wirkte eher wie die Ausgeburt von Pubertierenden die gebeten werden, einen Aufsatz “Ich bastele mir eine Boxsendung” zu schreiben.

Wenn ProSieben eine Boxsendung zur Freitags-Primetime bringt, dann war es klar, das ProSieben an allen Strippen ziehen würde, um daraus eine Show zu machen. Ich hatte allerdings mehr mit einer “Gym-Atmosphäre” gerechnet, nach dem Motto: “Und hier meine Damen, sehen Sie echten Männerschweiß, und hier meine Herren, sehen Sie getrocknetes Blut aus einem fabulösen Kampf von 1979” – Wir tauchen in die Welt des Boxens ein.

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ProSieben daraus letztendlich nur eine weitere Variante des “Schlag den Raab” machen würde, die “Schlag den Zbik”/”Schlag den Kober”/”Schlag die Kentikian”-Show.

Das Ambiente war von Anfang an, das eines in ein Fernsehstudio verpflanzten Boxrings. Als Stefan Raab am Anfang der Show in der Ringmitte einige einleitende Worte sprach, da lachte und klatschte das Publikum wie auf Befehl, als ob irgendwo Lämpchen angebracht waren.

Stefan Raab und Regina Halmich moderierten den Rest der Sendung von einer Art Empore an einer Seite des Studios. Stefan Raab mit seinem typischen “Anti-Moderator-Stil”, bringt kaum einen Satz gerade raus und trug kaum etwas inhaltlich essentielles bei, außer dass er permanent an einen Knopf seiner Jacke fingerte – es könnte auch der Hosenstall gewesen sein. Auch Regina Halmich wirkte eher unsicher und trug im Sinne einer sportlichen Analyse nichts bei.

Beide boten das was ich “Bullet Point-Moderation” nenne. Es wurde Punkt für Punkt auf den Moderatorenkärtchen abgearbeitet. Es wurde frappierend deutlich als die Daten der Boxer (Körpergröße, Alter, Kampfrekord) eingeblendet wurde und Regina Halmich es als ihre Aufgabe verstand, diese Zahlen vorzulesen, statt wirklich sinniges über die Schwächen und Stärken des Boxers zu sagen. Irgendwann fiel bei Halmich auch das Wort “Rechtsauslage”. Immerhin.

Jan Stecker sorgte für die “sportlichen” Interviews aus den Kabinen oder im Ring. Hatten sich die Interviews anfangs noch interessant angehört, waren spätestens seine Interviews im Ring völlig überflüssig, da jedesmal die zwei gleichen Fragen gestellt wurden: “Gehst du gleich feiern?” und “Hast du einen Wunschgegner”.

Ein Grund weswegen mir die Übertragungen des US-Boxens besser als die deutschen Übertragungen gefallen, ist ihre Neutralität. Ich kann es mir selber aussuchen mit wem ich sympathisiere und bekomme nicht stundenlang eine inszenierte Good Guy/Bad Guy-Rollenverteilung aufgedrückt. Neu war mir aber, dass jemand die Gegner so links liegen lässt, wie es ProSieben getan hat. Keine Gespräche vor oder nach den Kämpfen, keine Vorstellung, nothing.

Vom angekündigten Oliver Pocher war keine Spur zu sehen, stattdessen bot Elton einen Witz von Ringsprecher dar. Eine Möchtegern-Intonation mit permanent sich überschlagender Stimme und kindischen Schlußformulierungen wie “Und jetzt kann es endlich losgehen”. Spätestens mit Elton hatte die Veranstaltung endgültig das Niveau von “Kindergeburtstag mit Raab und Freunden” erreicht.

Kommentator war Matthias Preuss, der sich der Mottoshow angepasst hatte und nicht in seinem Las Vegas-Outfit gekommen ist, sondern entfernte Ähnlichkeiten mit einem Zuhälter zeigte. Seine Kommentierung war wie aus alten PREMIERE-Tagen gewohnt. Für diese Sendung war es ein Highlight, aber gemessen an Kämpen wie Drews oder Kastor fragt man sich desöfteren was für einen Kampf er da gerade sieht.

Zu den gezeigten Boxtalenten. Man hat es hier mit drei deutschen Boxern zu tun, die sich einwandfrei artikulieren können, das ist man sooo nicht unbedingt gewohnt. Es sagt viel über die schwachen Moderatoren aus, wenn die Boxer in ihren Antworten ungefragt analytischer gewesen sind, als die ProSieben-Dreieinigkeit Raab, Halmich, Stecker.

Sebastian Zbik – Fawaz Nasir – Es war ein technisch sauberer Kampf, aber halt so ein “Intellektuellen-Boxen”, der für die Mehrzahl der Zuschauer vermutlich nicht sehr unterhaltsam gewesen ist. Beide beobachteten ihre Gegner und versuchten sich anbietende Lücken auszunutzen, ansonsten verharrten sie hinter ihrer Deckung. Es dauerte bis drei Runden vor Schluß, als die nachlassende Kondition dazu führte, dass beide sich öffneten und der Kampf sehr belebt wurde. Es waren durchweg enge Runden, weswegen man so wie die Punktrichter urteilen konnte: 115:113, 115:114 und 116:112.

Sebastian Köber – Zoltan Beres – Bereits als Beres in den Ring kam, mit der Hose bis unter seine Brustnippel über sein strammes Bäuchlein gezogen, ahnte man, dass der Kampf zwischen den beiden Brei-Nasen, eher was mit Karneval zu tun hatte.

Es dauerte dann eine Minute, ehe sich Beres beim Schiri über irgendwas im Auge beschwerte. Es dauerte eine weitere Minute bis Beres das erste Mal in den Clinch ging. Köber beendete die Farce nach einer Minute in der zweiten Runde. Ein Kampf der niemanden etwas einbrachte. Kleines Fragezeichen möchte ich hinter der Deckung von Köber stellen.

Susi Kentikian – Carolina Alvarez – Ein von Beginn an putziger Kampf. Bei der Ringvorstellung ging Kentikian zu Alvarez rüber und herzte sie recht herzlich, Alvarez revanchierte sich, ging rüber und schenkte Kentikian eine der venezuelanischen Flagge die sich für “ihren” Hugo Chavez hoch hielt.

Alvarez versaute mit ihrem Boxstil die Marschroute von Kentikian. Alvarez wirbelte mit ihren Armen wie eine Windmühle, während Kentikian zusehen musste, dass sie nicht von einen dieser Schwinger zufällig getroffen wurde. Zu Beginn schien Kentikian sehr “männlich” zu boxen, technisch sehr sauber, aber mit der dritten Runde gab sie das auf und der Kampf entwickelte sich zur jener primitiven Bolzerei, für die ich das Frauenboxen derzeit noch ablehne.

Kentikian dominierte den Kampf, kam immer wieder mit schweren Treffern durch, doch Alvarez zeigte Nehmerfähigkeiten, auch als Kentikian ihre Nase zu Brei schlug und die Nasenkugel in den folgenden Runden bei jeder Bewegung deutlich nachwackelte. Aufgrund der Nase stand der Kampf kurz vor dem Abbruch, der Ringarzt gab das Signal “Nur noch eine Runde!” und Alavarez schlug noch einmal wie entfesselt auf Kentikian ein, die längst ihre Deckung Deckung hat sein lassen.

Dann kam die 9te Runde, man tauschte 1-2 Schläge aus, als der Ringrichter sich plötzlich entschloß abzubrechen. Weswegen er speziell zu diesem Zeitpunkt abbrechen ließ, war für keinen Außenstehenden ersichtlich. Das was es zum Abbrechen gab, gab es bereits Minuten vorher…

Wenn ich es richtig mitbekommen habe, sind vorerst drei dieser “Fight Nights” zwischen Spotlight und ProSieben geplant. Ohne Konzeptänderung glaube ich nicht, dass es mehr werden. Boxerisch bieten die Kämpfe zuwenig Substanz damit sich der gemeine Boxinteressierte sich so etwas antut, vorallem wenn parallel noch Bundesliga läuft. Und so fabulös war das Entertainment für den Laien nicht, dass er sich das noch ein drittes, viertes oder siebtes Mal geben muss.

Reaktionen

  1. Wo kann man Kommentare eingeben?

    Nach elf Jahren habe ich die Kommentare im Blog mangels Zeit für Kommentarverwaltung geschlossen. Es kann noch kommentiert werden. Es ist aber etwas umständlicher geworden.

    1. Das Kommentarblog http://allesausseraas.de/, aufgezogen von den Lesern @sternburgexport und @jimmi2times
    2. Sogenannte „Webmentions“ mit einem eigenen Blog. Siehe IndieWebCamp
  2. Ich hab nur ab dem Damenkampf zugeschaut, da ich Laie bin, fiel mir eigenartiger Kampfstil zu der Venezuelanerin ein.
    Die Präsentation war eine einzige Katastrophe, diletantische Interviewführung, absolut Null-Information bezüglich Stärken oder Schwächen einer der beiden Boxerinnen.
    Ein weiteres Mal werde ich mir das in der Konstellation nicht ansehen.

  3. Man kann davon ausgehen, dass ein Schild hochgehalten wurde bzw angeklatscht worden ist.

  4. Ich fands unterhaltsam, ich hatte schlimmeres erwartet. Ok, Raab und Klum ohne Ahnung, Halmich keine gelernte Moderatorin (welche Argumente kann ich finden, dass ich nicht gegen Susi boxen möchte?), Elton wird halt mitgeschleppt, Preuss noch mit Ringrost, Stecker etwas einseitig … aber naja, ich hatte schlimmeres erwartet.
    Das ganze war übrigens afaik im Schlag-Den-Raab-Studio.
    Das ein Applaus-Schild hochgehalten wurde kann man schon vermuten … schließlich wurde immer geklatsch, wenn ne Werbepause zuende ging, selbst wenn grad kein Kampf war.

    Zbik-Nazir:
    Zbik vermochte nicht zu überzeugen. Nicht druckvoll genug konnte er den Kampf gestalten. Hatte er die Distanz mal überbrückt so kam nicht allzu oft ne ordentliche Kombination. Nazirs linke Seite bot später arge Deckungslücken, Zbik schlug dann auch mal ne Rechte ins Ziel, nutzte das aber nicht konsequent. Hatte Zbik das Bruno-Banani-Fotomodell mal gestellt, so ging er wieder 1-2 Schritte zurück anstatt ein paar Schläge abzufeuern.
    Zbik wirkte irgendwie unsicher oder so … ich weiß nicht recht.
    Naja, ich hatte es 115:113 … nicht gerade löblich war, dass Zbik am Ende weniger Luft hatte als sein Kontrahent, der nur nebenberuflich Boxer ist, noch keinen Kampf länger als 6 Runden boxte und 2006 nur einmal boxte.

    Sehr positiv aber die ehrlichen Antworten von Zbik im Interview und die gute Selbsteinschätzung

    Köber-Beres:
    Ein typischer Aufbaukampf für jemanden, der erst 6 Profikämpfe hat. Da bei Köber am Ende die Amateurkarriere etwas ins Stocken gerieht, will man bei Spotlight erstmal sehen, was er denn so auf dem Kasten hat und ihn behutsam aufbauen. Schließlich ist er als deutscher Schwergewichtler, der auch als Amateur erfolgreicher war als z.B. Koc oder Hoffmann, schon ein Juwel für Spotlight.
    Fürs Fernsehen taugen solche Kämpfe natürlich nicht, aber sie gehören nunmal zum Boxen dazu.

    Kentikian-Alvarez:
    Nunja, Alvarez hatte die boxerische Klasse einer Sardinenbüchse zu bieten. Das erinnerte mich eher an Modelboxing als als Profiboxen … nur nicht vom Aussehen her. Sah schon lustig aus, was Alvarez da so machte…
    Immerhin der kleine Wirbelwind hat seine Sache ordentlich gemacht, auch wenn Susi Kentikian ein paar Windmühlenpatscher genommen hat, die sie hätte meiden können. Die WBA bietet zwar schon länger ihre WM-Titel an, aber erst seit ihrer letzten Convention hat man sich entschlossen das Ganze nun etwas zu forcieren und die Gürtel besser zu bewerben oder so…
    Soll heißen, Kentikian ist afaik die fünfte WBA-Titelträgerin überhaupt … der Titel ist also bislang nicht allzu viel Wert (vgl WBU, WBF, IBA bei den Männern).
    Sie meinte, sie würde gerne den WIBA-Titel erobern, Titelträgerin dort ist Elena Reid … hierzulande keine unbekannte.

    Tajbert-Meco:
    Tajbert zeigen hätte sich eher gelohnt als Köber zeigen, da jener Tajbert schon etwas weiter ist. Aber er ist nunmal kein Schwergewicht.
    Dennoch, schön gemacht von Tajbert … auch wenn di Meco kein klasse Mann ist, schaut man sich dessen Rekord mal genauer an.

  5. Man kann sich wohl, bei einem Blick auf die Quoten, fragen, ob es überhaupt eine zweite Fightnight gibt.
    1,3Mio Zuschauer sorgten für einen Marktanteil von 4,4% (normal ca. 7% bei Pro7) und in der Zielgruppe lief es fast noch schlechter 780000 Zuschauer bedeuten 7% Marktanteil (normal ca. 12%, wenn ich mich nicht irre). Jetzt ist für mich nur die Frage, ob Pro 7 verpflichtet ist noch zwei weitere Boxnächte zu zeigen oder ob sie irgendwie anders aus dem Ding rauskommen.
    Einzige Chance wäre wohl, wenn sich Köber zu einem richtigen Champion entwickelt, aber das dauert wohl noch ein wenig und bis dahin hällt Pro7 niemals durch.

  6. Wenn ProSieben wirklich so schnell den Stecker zieht, gibt es einen noch größeren Verlierer als ProSieben: Spotlight, die für den proSieben-Vertrag extra den EUROSPORT-Vertrag verkleinert haben (weniger Kampfabende 2007).

  7. Ich denke, bei aller berechtigten Kritik sollte man auch die gute Sache nicht vergessen, die dahinter steht. Hier bekommen junge Boxer die Chance, sich vor einem Millionenpublikum zu präsentieren. Und wenn nicht gerade das Faschingswochenende ist, holt Pro7 sicher auch wieder ein größeres Stück vom Quoten-Kuchen. Ich muss zugeben, dass ich nur Ausschnitte und die letzte Stunde gesehen habe, weil mich das Freitagsspiel in der BL bis Mitte der 2. Halbzeit mehr interessierte. Aber was ich gesehen habe, fand ich nicht zuu schlecht. Dass Raab keine Moderator-Offenbarung ist, wussten wir ja schon länger – und Halmich hatte an seiner Seite einfach keine Chance, inhaltlich zu werden. Man merkte aber auch schon, dass sie vielleicht (noch) nicht zur eloquenten Expertin taugt.

  8. Re: “Die gute Sache”

    Zwei Anmerkungen:
    – Hatte man im Laufe der Sendung wirklich irgendwann das Gefühl, dass es darum ging junge Boxer zu präsentieren?

    – Geht es Klaus-Peter Kohl mit seinem Ableger Spotlight nicht auch a bissle darum, den Konkurrenten Arena (den Boxstall, nicht den Sender) mit dem ProSieben auch in Verhandlungen war, vom Markt zu drücken?

    BTW: Karneval ist nicht das Problem der Sendung gewesen. “Wer wird Millionär” und “Ein fall für zwei” haben gute Quoten geholt und “Mainz bleibt Mainz” mit mit 7% Quote beim jungen Publikum eher was für Gerontologen.

  9. Also ich muss sagen, dass dies eine der mit Abstand schlimmsten Boxveranstaltungen wr die ich je gesehen habe.

    Alleine Elton schon als Ringsprecher war eine echter Verarschung genauso wie der Möchtegern Moderator Stefan Raab.

    Die Kämpfte die ja eigentlich einen schönen Vorführwert hatten wurden durch die Show komplett kaputt gemacht.

    Also Pro7 verschont uns bitte als Boxfans damit und nennt das nicht Boxveranstaltung sondern Kinderboxen.

  10. was erwarten die leute beim deutschen boxen? alles vollgekloppte zuhälter und lauterbachs mit blauen sonnenbrillen und plastiktitten.

  11. der schlimmste von allen war und ist und wird immer sein ist dieser grauenreiche henry “gentleman” maske, der legitime nachfolger von axelaxelaxel dieter, der sich immer von rene lasartesse im zelt auf dem schützenplatz von hannover den arsch versohlen ließ. gentleman, man faßt es nicht, sowas debiles. aber da passen diese munteren leute vom fernseh super gut dazu, schwachsinn reich mir die hand.

  12. @dogfood kann es sein das Du Raab absolut nicht leiden kannst? ;)

    Ich mag ihn und die Art wie er seine Shows aufzieht. Man darf nicht vergessen das Raab die Ausweichlösung war und sicher alles nicht so angedacht war, aber das für mich positive bei der Sache ist das sicher Leute die Sendung gesehen haben die es sich sonst unter keinen Umständen angesehen hätten. Raab und Pro7 locken ein ganz anderes Publikum als Eurosport und dementsprechen muss auch die Präsentation anders sein da dieses Publikum nunmal nicht die typischen Eurosport seher sind.

    Als Werbung für den Sport ist es sicher positiv, da die die es sowieso mögen halt höchstens jetzt über Pro7 meckern aber mehrheitlich wohl auch weiter Boxen schauen werden, aber bei denen die sonst nichts damit anfangen können kann man so vielleicht noch ein paar Fans gewinnen.

  13. Raab hat im Prinzip lichte Momente, sein Ukulele-Duett mit Will Smith gehört zum Besten was es in der Deutschen Fernsehgeschichte gab, aber seit er TV Total täglich macht, bin ich kein großer Freund seines Oeuvre mehr.

    Man darf nicht vergessen das Raab die Ausweichlösung war und sicher alles nicht so angedacht war

    Das war eine Falschmeldung. Es war von Anfang an eine Moderation von Raab angedacht, allerdings konnten die Vertragsdetails erst vor 10 Tagen geklärt werden, daher schien der Posten so lange vakant zu sein. Das ist zumindest das was derzeit den Medienseiten zu entnehmen ist.

    aber das für mich positive bei der Sache ist das sicher Leute die Sendung gesehen haben die es sich sonst unter keinen Umständen angesehen hätten

    Den Einschaltquoten nach zu urteilen, muss man diese Aussage verneinen. Die “Fight Night” hatte 1,3 Mio Zuschauer. Zum Vergleich: die Spotlightkämpfe auf EUROSPORT hatten unter der Woche jeweils 600.000 – 700.000 Zuschauer. Und zwar ohne die Möglichkeiten zum Hypen die ProSieben hatte.

    Nein, Karneval ist keine Entschuldigung, da die Karnevalssendungen eher älteres Publikum ansprechen und der Marktanteil der Fight Night bei den jungen Zuschauern noch schlechter war.

    Dafür hat Spotlight die Zahl der Übertragungen auf EUROSPORT von (wenn ich es richtig erinnere) 10-11 Stück auf vier Stück reduziert. Wenn ProSieben das Handtuch wirft, hat Spotlight ein Problem und unterm Strich gibt es weniger Boxen im TV.

    Noch was: weil einige behaupten, es würden neue Boxer “vorgestellt” werden. In irgendeiner Zeitung konnte ich heute entnehmen, dass das Rahmenprogramm der Fight Night mehr als 50% der Sendezeit einnahmen.

  14. Nochwas was die hehren Ziele von ProSieben zur Förderung des Boxsports unterstreicht: der nächste Raab – Halmich-Kampf wird ebenfalls unter dem Label “Fight Night” stattfinden und wenn dann einige Spotlight-Kämpfe als Vorprogramm abgenudelt werden, lache ich mich endgültig schlapp…
    (Details zu Raab vs. Halmich morgen mittag auf einer PK)

  15. Ich hab gehört, die Sache soll zu rel. günstigen Ticketpreisen (verglichen mit manch anderen Boxveranstaltungen) in der Köln-Arena steigen.

    Die Spotlight-Boxer im Vorprogramm hätten dann auf jeden Fall ein größeres Publikum als vor 750 Leuten im TV-Studio und ner knappen Million vorm Bildschirm sonst.

  16. Laut eines Nebensatzes in der aktuellen “Sport Bild” ist der TV-Vertrag des Boxstalls Arena mit PREMIERE “unter Dach und Fach”.

  17. Ganz anderer Aspekt aus Sicht von Pro7: Ich könnte mir vorstellen, dass ein solcher Abend sehr preisgünstig ist (?).
    Diese ganzen Renovierungsshows sind ja auch nicht wegen der hohen Qualität im Programm…

  18. […] Und die Eigenproduktionen laufen derzeit auch nicht sonderlich toll… um das mal nett zu sagen: Gott sei dank… dass Sie da sind war so unlustig wie unpopulär. Das aufgewärmte VOX-Format Liebe isst wurde nicht gesehen. Lotta in Love wurde primär dadurch bekannt, dass dafür nur noch eine Simpsons-Folge am Tag lief. Verrückt nach Clara ging vom 22 Uhr Sendeplatz direkt ins Nachtprogramm. Und die ProSieben Fight Night haben wohl nur die Fernsehkritiker gesehen… die nicht zufrieden waren. Trotz Raab. (Der hier als Ersatz in letzter Sekunde zum Moderator berufen wurde. Was für die Übersättigungsgefahr spricht.) Wäre alles nicht so schlimm, wenn dieser Inverted Midas Touch nicht einen ganzen Haufen “High Profile Konzepte” und Prime-Time-Sendungen in zwei bis drei Monaten hätte floppen lassen. […]

  19. @dogfood: Den Raab-Halmich kampf haben ja bis zu 10 Millionen gesehen. Und für Susis Titelverteidigung und Köbers Kampf blieben da noch über 4 Millionen übrig. ich würde dann doch sagen, dass Pro7 damit unbekannte Boxer einem großen Publikum vorgestellt hat!

  20. Liebe(r) Pifoo, angesichts deiner IP-Adresse die aus dem Hause Pro7/Sat.1 kommt, könnte dein Kommentar auch von gewissen Eigeninteressen geleitet sein.

    Der von dir geschilderte Sachverhalt läßt sich natürlich auch andersherum servieren: nach katastrophalen Einschaltquoten am ersten Kampfabend, versuchte Pro7 zu retten was zu retten ist und verbriet den zweiten von drei Kampfabenden als Vorspeise zum Raab/Halmich-Rummelplatzboxen. Das sagt m.E. einiges über das Ansehen der eingekauften Boxevents aus. Wollen wir doch mal sehen, wieviele von den 4-10 Millionen in der nächsten Fight-Night hängen bleiben. Oder besser: was sich Pro7 als Aufhänger für den dritten Kampfabend überlegt.

  21. Die dritte Fight-Night von ProSieben wird nun auf Fr 22h verlegt. Damit nimmt man zwar den Kampf aus der PrimeTime raus, aber gerade Freitags zweiundzwanzig Uhr ist immer noch eine höchstrespektable Sendezeit. Mal sehen wie die Ansetzungen und das Rahmenprogramm werden. Die Sendezeit ist erst einmal ein eher positives Signal.

  22. ProSieben und Spotlight haben sich darauf geeinigt ihren Vertrag bis 2009 zu verlängern. Dieses Jahr soll es noch 3 Übertragungen geben, in den nächsten beiden Jahren sollen 7 oder 8 Kampfabende auf ProSieben gezeigt werden.