Buli-Spieltag 3: Toppmöllers letztes Hurra?

Es wird am Wochenende vermutlich eines der ganz großen Themen sein: wie lange wird Toppmöller noch Trainer beim HSV bleiben? Die Schlinge um Toppmöllers Hals ist, glaubt man der Lokalpresse, wesentlich enger als ich es zu diesem Zeitpunkt erwartet habe.

Die Hamburger Dreieinigkeit BILD – Abendblatt – Mopo bläst zum letzten Halali auf Toppmöller und kolportiert Unzufriedenheit mit dem Trainer nicht nur auf Seiten des Trainers, sondern auch beim Management, Aufsichtsrat und Vorstand. Der Klavierkrawattenmann soll schlichtweg keine Freunde im Verein mehr haben und könnte bereits in den nächsten Tagen gefeuert werden.

An der Darstellung des Abendblatts stören mich zwei Dinge: unwidersprochen wird über die Unzufriedenheit von Sportchef Beiersdorfer mit der offensiven Ausrichtung des HSVs berichtet. Seit wann, frage ich mich, gehört die taktische Ausrichtung eines Teams in den Kompetenzbereich eines Sportchefs?…

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ZSKA Moskau ungleich ZSKA Chelsea

Die Gruppe H der Championsleague-Auslosung kann als “Inzest”-Gruppe bezeichnet werden. Nicht nur das Portos Ex-Trainer Mourinho inzwischen beim FC Chelsea das Konzept des lähmenden Ergebnisfußballes einführt.

So wird gemunkelt, dass der russische Ölmilliardär Abramovich nicht nur Besitzer von Chelsea ist, sondern auch über Mehrheitsanteile bei ZSKA Moskau verfügt, auch in der Gruppe H anwesend.

Wäre dem so, müsste eines der beiden Teams sich aus der Championsleague zurückziehen. Die UEFA wird eine Untersuchung einleiten, die Licht hinter den Besitzverhältnissen von ZSKA bringen soll. Chelseas Sprecher dementiert bereits, dass Abramovich irgendwelche direkte Kontrolle bei ZSKA hat. Er wäre nur ein Teilhaber bei Sibneft, einer Firma die ZSKA einen Kredit und Trikotsponsoring gegeben hat.…

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Kassenwart-unfreundlicher UEFAcup

In der Championsleague haben die deutschen Mannschaft in der Mehrzahl zumindest namhafte Gegner vorgesetzt bekommen, im UEFAcup Fehlanzeige:

Schalke 04 – Liepajas Metalurg/LET
Standard Lüttich/BEL – VfL Bochum
Hafnarfjordur/ISL – Alemannia Aachen

Die ganz großen Knallerspiele sind ausgeblieben. Am ehesten Tranzonspor gegen Athletico Bilbao.

Die BBC listet alle Spiele auf.…

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Der Ruch von Sünde

Manchmal ist auch das nicht gesagte oder das nur leise gesagte das Kuriosium.

Wenn plötzlich die Stimmen abebben und das Tuscheln anfängt.

Maria Mutola. Kelly Holmes.

Wenn den Kommentatoren sonst kein rhetorischer Weg zur knackigen Formulierung zu weit ist, wenn die Rede auf Mutola und Holmes kommt, wird es einsilbig. Die bewusst gesuchten Doppeldeutigkeiten läßt jenen Spalt Interpretation zu, der “lesbisch” meint, aber nicht sagt.

Am weitesten wagt sich Thomas Kistner/SZ vor: “Lebensgefährtinnen“.

Der GUARDIAN schreibt einen langen und detaillierten Artikel über die Beziehung von Kelly Holmes und Maria Mutola, ist aber am entscheidenden Punkt merkwüdig ambivalent: “Friends are disunited as Mutola accuses training partner of exploiting her injury“, das “trainings partner” gerade zu plakativ in der Headline vor sich her tragend, um von der Landsmännin nicht verklagt zu werden.…

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Wir sind das Volk!

Eine völlig neue Art der Basisdemokratie erlebt man bei Olympia 2004 in Athen. Im Guten und im Schlechten.

Als beim Finale am Reck ein russische Turner in Grund und Boden benotet wurde, begehrte das Hallenpublikum auf und gab solange keine Ruhe bis der Russe um einen achtel Punkt (wenn ich mich richtig erinnere) raufgestuft wurde. Angesichts der Abstinenz von griechischen Athleten beim Turnen, darf vermutet werden, dass die Halle sehr gemischt-national besetzt war.

Den moralischen Bankrott haben die olympischen Spiele aber durch die Reaktionen des Publikums beim Start des 200m/M-Rennens erlitten. Das griechische Publikum versuchte den Start durch “Hellas – Hellas”-Rufe, Klatschen und Pfeifen zu sabotieren, offensichtlich in Angedenken an “ihren” Star Kenteris, dem gedopten Olympiasieger und Weltmeister über 200m.…

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