Fofftein: Money, Money, Money

Die ARD überlegt die Lottozahlen nach hinten zu verschieben, zurück auf 21h45, um die Bundesliga-Sportschau am Samstag einige Minuten verlängern zu können. Ich kenne die Werbepreise nicht und kann daher nicht spekulieren ob man die Werbeblöcke um kurz vor acht teurer verkaufen kann, wenn man Sportschau statt Lottozahlen bringt.

Und sie wiederholen die Fehler der Software- und Musik-Industrie: die Premier League hat sich bei der BBC ausgeweint, dass illegale TV-Streams im Internet die Gehälter von Fußballprofis gefährden.

Ein Manager des AC Milans – Umberto Gandini – hält im GUARDIAN eine “Europaliga” für unausweichlich. Gandini betont aber, dass die Klubs für eine Europaliga nie ihr Präsenz in den nationalen Ligen aufgeben würden.

Der Digger meldet im Guardian auch eine mögliche Insolvenz des von Fans geführten Klubs Ebbsfleet United.

Ein halbes Jahr nach Olympia herrscht in Peking an den Stätten des Spektakels völlige Leere.

By Rodman’s calculations, 500 million square feet of commercial real estate has been developed in Beijing since 2006, more than all the office space in Manhattan. And that doesn’t include huge projects developed by the government. He says 100 million square feet of office space is vacant — a 14-year supply if it filled up at the same rate as in the best years, 2004 through ’06, when about 7 million square feet a year was leased [...]

The National Stadium, known as the Bird’s Nest, has only one event scheduled for this year: a performance of the opera “Turandot” on Aug. 8, the one-year anniversary of the Olympic opening ceremony. China’s leading soccer club backed out of a deal to play there, saying it would be an embarrassment to use a 91,000-seat stadium for games that ordinarily attract only 10,000 spectators.

The venue, which costs $9 million a year to maintain, is expected to be turned into a shopping mall in several years, its owners announced last month.

(via Sports Economist)

Die Folgen des Skandals rund um den US-Milliadär Sir Allen Stanford sind für den Sport nicht absehbar. Es war zwar schnell herauszufinden, welche Sportarten und -events sich von Stanford sponsorn ließen. Was nun aber langsam ans Licht kommt, sind die Sportler die Opfer der Finanzmanipulationen Stanfords geworden sind, weil Agenturen wie IMG und Octagon ihren Klienten empfohlen haben sollen, ihr Geld von der Stanford Financial Group anlegen zu lassen.

According to three sources with knowledge of the situation, IMG and Stanford have a quid-pro-quo agreement under which Stanford Financial paid IMG a low to mid-seven-figure consulting fee in exchange for IMG advising its clients – which include golfers Tiger Woods, Arnold Palmer, Anthony Kim, Camillo Villegas, Vijay Singh, Sergio Garcia and others – to have their money managed by Stanford. The backroom bargaining has exposed IMG to charges of double-dealing, and is raising questions about where the firm’s allegiances lay: with Stanford Financial or its athlete clients.

Die Konten einiger Sportler sind eingefroren worden, z.B. die der MLB-Spieler Johnny Damon, Xavier Nady und Mike Pelfrey

Was auch nur per Salami-Taktik ans Tageslicht kommt, ist die Situation rund um die NHL-Franchise Phoenix Coyotes. Ein Lokalblatt meldet, dass die Coyotes seit mindestens sieben Monaten keine Hallenmiete an die Stadt Glendale (bei Phoenix) überwiesen habe. Der Bürgermeister will sich nicht zu den Hintergründen äußern, sagt nur, dass die Situation bekannt sei und alles gut gehen wird. Die Hallenmiete der Coyotes beträgt jährlich zirka 4 Mio US$. Die Stadt Glendale muss für die neue Arena jährlich zirka 9 Mio US$ zahlen.

In der NHL gibt es weitere wirtschaftliche Problemfälle. So gibt es einige Franchises, die Eintrittkarten subventionieren oder aufkaufen, um gegenüber der NHL einen bestimmten Zuschauerschnitt vorweisen zu können und dadurch Bonus-Zahlungen aus einem großen Topf zu bekommen. Namentlich Florida und Atlanta werden als solche Franchises genannt. Wie das bei den Atlanta Thrashers aussieht, zeigt James Mirtle in seinem Blog.

So werden über ein “Jetzt die Dauerkarte für die nächste Saison buchen“-Programm 78US$ teure Tickets für 15 US$ vertickt. Außerdem werden offizielle Zuschauerzahlen genannt, die nichts mit den real anwesenden Zuschauern zu tun haben. “The Falconer” beobachtet wie ein 8.000-Zuschauer-Spiel von den Thrashers als 15.200-Zuschauer-Spiel verkauft wird. Doch selbst der offiziell verkündete Zuschauerschnitt (14.387) ist der zweitniedrigsten der NHL.

Wie schlecht es den Thrashers geht, kann man auch dank eines Prozesses sehen. Die Besitzergruppe der Thrashers und der Atlanta Hawks (NBA), die Atlanta Spirit Group, sind inzwischen massiv untereinander zerstritten und beharken sich vor Gericht. Einer der Teilhaber, Steve “Evil” Belkin will sich auszahlen lassen und 142 Mio US$ bekommen. Die Dokumente au diesem Verfahren weisen für beide Franchises zusammen seit 2002 Verluste von insgesamt ca. 174 Mio US$ aus.

Die Oakland A’s wollten ein neues Stadion in Fremont bauen. Nicht nur ein Stadion, sondern auch ein Erlebnispark mit angeschlossenen Appartements udn Einkaufszentrum. Der 1,8 Milliarden US$ schwere Plan wurde am Montag versenkt. Letztendlich hat man sich finanziell verhoben. Kredite sind aktuell zu teuer. Investoren fahren auf Nummer sicher. Die Kommunen sind nicht willens solche Pläne zu subventionieren. Über Appartements lassen sich solche Pläne dank zusammengebrochenen housing market nicht finanzieren.

Bereits 2006 gab es bei Vorstellung der Pläne massive Kritik, da das neue Stadion, knapp 30km südlich von Oakland, unterm Gesichtspunkt der Verkehrplanung eine Katastrophe war. Für die Oakland A’s könnte es jetzt die Option geben, weitere 30km südlich nach San Jose zu ziehen. San Jose ist von der MLB als geschützte Zone der SF Giants vorgesehen, aber es gilt als wahrscheinlich, dass die MLB bei einer Anfrage der Athletics einknicken könnten.

Der Digger des GUARDIANs meldet, das im Streit zwischen Athleten und WADA um das neue Doping-Kontroll-Regelwerk bezüglich Einbruch in die Privatsphäre, sich möglicherweise ein Kompromiß abzeichnet. Eine Athletenvereinigung hat gegenüber der EU-Kommission vorgeschlagen, den Athleten jährlich vier Wochen “Urlaub” zu geben, in der sie explizit nicht von der WADA getestet werden. Die EU-Kommission erwägt als Möglichkeit, dass die WADA für die Athleten einen vierwöchigen Zeitraum festlegt, bei dem – je nach Sportart – Trainingskontrollen nicht so wichtig sind.

  1. Die armen armen Fußballer.

    Also ist es mal wieder soweit das ein Spitzenverein die Europaliga ins Gespräch bringt. Meinetwegen gerne. Aber wer diese Spielerei möchte soll sich dann bitte aus den nationalen Ligen zurückziehen.

  2. Viel interessanter finde ich den kurzen Hinweis zum Schluss. Es gibt Urlaub von Dopingproben.

    Die Analogie zum normalen Arbeitnehmer finde ich hier doch sehr lustig, die den pseudolibertären Argumenten ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen könnte: Genau wie jeder Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber zur Verfügung stehen muss, aber Urlaub von dieser Verpflichtung hat, so gibt es jetzt auch Urlaub für Sportler als freie Dienstleister, die dem Zuschauer qua Kontollinstanz der WADA folglich rechenschaftspflichtig sind, auch davon aber Urlaub nehmen können.

  3. Ich glaube ja persönlich nicht, dass man in vier Wochen dopen kann. ^^

  4. Realsatire bei “Bundesliga Aktuell”.

    Moderator Jörg Dahlmann zur Dopingaffäre: “Jetzt sind wir alle wachgerüttelt und dabei sollte man es auch bewenden lassen.” (zitiert nach Gedächtnis)

    Da will man den Imageschaden des eigenen Premium-Produktes wohl doch unter den Teppich kehren. Wobei gerechterweise auch gesagt werden muss, dass es in der gleichen Sendung wenige Minuten zuvor ein interessantes Interview mit Prof. Franke gab, der nochmal deutlich machte, wie unsinnig der Hinweis ist, die “Hoffe”-Proben seien doch negativ gewesen.

  5. Moin,
    mir ist grade eben (und gestern) mal aufgefallen, dass irgendwie immer ein Spiel in der CL-Konferenz bei PREMIERE ein ziemlich schlechtes Bildsignal hat.
    Gestern wars das Athletico-Spiel, heute isses Villareal. Einer ne Ahnung, woran das liegt? Sind die Kameras da nich so qualitativ hochwertig? Oder gibts nur eine vernünftige Leitung nach Spanien? ^^
    Oder bin ich da einfach nur sehr pingelig? ;)

    Freu mich, falls jemand was dazu sagen kann…wenn nich, is aber auch nich schlimm ;)

  6. Okay, wenn Bayern in Zukunft in jedem 5. Spiel fünf Tore schießt und sonst drei von vier Partien verliert, kann ich damit bestens leben. ;) Muss es allerdings noch ausrechnen.

    Ergebnis ist natürlich heftig: 1. Schuss Tor, zweites Tor abseits, und danach hat Sporting aufgehört zu spielen. Bringt natürlich trotzdem Selbstvertrauen nach dem ganzen Theater. Und gegen Bremen ist noch einiges gutzumachen nach dem Hinspiel.

    Insgesamt fand ich die AF-Hinspiele reichlich dröge. England langsam das bessere Italien (dreimal 1:0, einmal 0:0), aber der Trend zeichnet sich ja schon in der PL ab, wo United geschätzte zehn der letzten 15 Spiele mit 1:0 gewonnen hat.

  7. 13 von 16 Teams mit 0 oder 1 Tor, das ist schon bitter. Und England könnte mal wieder durchmarschieren, das ist für die kommenden Runden auch nicht gerade zuschauerträchtig.

  8. also ich kann nichts negatives zu den cl-spielen finden: 10 min die kiste angemacht und herrlich eingeschlafen.

    cl-spieltage sind seit gefühlten jahrzehnten für mich die beste medizin zum lange ausschlafen. das schaffen nicht alle sportarten . . .

  9. da kann ich Thomas nur zustimmen. Trotz Konferenz und einer Liste von Teams, wo man eigentlich sonst nur mit der Zunge schnalzen kann, überfällt auch mich regelmäßig die bleiernste Müdigkeit ever, wenn CL läuft.

    Spätestens zur Halbzeit bin ich weg. Was gestern doof war, da hab ich die Tore von Bayern verpasst. ^^

Das war es mit elf Jahren Kommentaren auf allesaussersport. Ich habe im zunehmenden Maße keinen Sinn mehr gesehen, meine begrenzten Ressoucen auf eine wie auch immer geartete Verwaltung der Kommentare zu verwenden. Es ist an der Zeit einen Schlussstrich zu setzen. Die Kommentare sind und bleiben geschlossen.

Wer aber weiterhin Kommentare schreiben und/oder lesen möchte, für den hat Lesern Sternburg eine Alternative aufgesetzt: http://allesausseraas.de/. Macht dort keinen Unsinn.