Nach Informationen des St. Louis Post-Despatch haben dieser Tage die Mehrheitseigner (60%) des NFL-Teams St. Louis Rams, die Erben der verstorbenen Georgia Frontiere, Chip Rosenbloom und Lucia Rodriguez, Goldman Sachs beauftragt, einen Käufer für die Franchise zu finden.

Dass die St. Louis Rams wackeln würden, wurde nach dem Tod von Georgia Frontiere vor 16 Monaten immer wieder spekuliert. Nun scheint es ernst zu werden.

Die beiden Erben brauchen jetzt Frischgeld um die Erbschaftsteuer/Grundstückssteuer zu zahlen (eine Geschichte die beim Tod von Buffalo Bills-Eigner Ralph Wilson nochmal aktuell werden wird) und wollen keine nervenaufreibenden Verhandlungen um eine Verlängerung des Vertrages mit den Betreibern des Edward Jones Dome führen, die spätestens 2012 anstehen werden.

Die beiden Erben reagieren mit dem Anheuern von Goldman Sachs auch auf die mangelnde Resonanz der Geschäftswelt in St. Louis, die Franchise übernehmen zu wollen. Keine der Profimannschaften in St. Louis ist in der Hand lokaler Geschäftsleute.

Das große Loch in der NFL-Landkarte ist Los Angeles, wo es seit Wegzug der … Los Angeles Rams, unter Georgia Frontiere 1995, keine NFL-Franchise mehr gibt. Es gibt immer wieder Franchises, die mit einem Wegzug liebäugeln. Mal mehr oder weniger laut. Die New Orleans Saints haben den Wegzug erfolgreich als Waffe eingesetzt, um vor einigen Tagen eine 85 Mio US$ schwere Modernisierung des Superdomes, finanziert durch den Bundesstaat, durchzudrücken (und das für eine arme Halbmillionen-Stadt!).

Die Saints sind damit aus dem Rennen für die Wiederbelebung der NFL in Los Angeles. Aktuell sind noch im Pott: San Diego Chargers, die um ein neues Stadion kämpfen. Minnesota Vikings, wo es eine latente Unzufriedenheit mit dem Herbert H. Humphrey Metrodome gibt. Jacksonville Jaguars, wo sich die Zuschauersituation langsam kritisch entwickelt.

Und eben die St. Louis Rams, die vielleicht am perfektesten nach Los Angeles passen: sie waren bis Mitte der Neunziger 48 Jahre in Los Angeles beheimatet. Sie sind zu kaufen und ihr Wert ist derzeit eher mäßig (gemäß Forbes mit einer Schätzung von 929 Mio US$ nur Platz 23 in der NFL). Und der Mietvertrag mit Stadt und Halle hat eine Ausstiegsklausel, mit dem die Rams problemlos Anfang 2015 nach Los Angeles ziehen könnten – vorausgesetzt die Stadionpläne werden dort endlich mal konsequent durchgezogen.

Als NFC West wäre die Division auch richtig schön straight: Seattle, San Francisco, Arizona und dann Los Angeles.

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