F1 2004 Vorschau: Die Strecken

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag geht es mit den ersten freien Trainings los, mit der Formel1-Saison 2004.

Die größten Veränderungen werden dieses Jahr, neben der neuen Ein-Motor-Regel, die beiden neuen in den Rennkalender aufgenommenen Strecken sein. Damit möchte der F1-Zirkus neue Märkte erobern, Märkte in sie auch ihre Hauptsponsoren aus der Tabakindustrie ungehemmt präsentieren können.

Die Zukunft wird zeigen, ob es der F1 gelingt ein Interesse in Ländern ohne Rennsport-Tradition aufkeimen zu lassen, oder ob auch die neuen Strecken in Bahrain und China genauso steril nach Sakrotan riechen, wie Malaysia. Insbesondere was Bahrain anget, habe ich meine Zweifel.

Wie gewohnt startet die Saison in Fernost, in Australien und Malaysia. Die letzte Station vor Europa ist am ersten April-Wochenende nicht mehr Brasilien, sondern die neue Strecke in Manama, der Grand Prix von Bahrain.

Über den Kurs von Bahrain ist, insbesondere im Vergleich zu Shanghai, auffällig wenig geredet worden. Insgesamt 5,5km lang, sieht es als Strecke auf dem Papier recht uninteressant aus. Sie ist zwar auch, unverkennbar, von “Haarnadel”-Tilke entworfen worden, aber mehr im Gestus von Magny-Vours und Sepang als von Shanghai. Allerdings soll es Streckenteile geben, die ein Gefälle und eine Steigung von 5% aufweisen.

Die Start/Ziel ist gleichzeitig die längste Gerade der Strecke und knapp 1km lang.

Ein nicht uninteressanter Faktor könnten die äußeren Bedingungen werden, sprich: Hitze und Sand/Staub.

Ab Mitte April bleibt man für einige Monate in Europa. San Marino, Spanien, Monaco und Nürburgring. Österreich ist weggefallen und der Grand Prix von Kanada wurde mit Indianapolis “zusammengebundlet”. Dadurch kollidiert nicht mehr Monaco, sondern der Nürburgring mit den Indy 500

Der Juni steht im Zeichen der beiden nordamerikanischen Rennen. Zuerst Kanada und eine Woche später, drei Wochen nach den Indy500, fährt die F1 auf dem Brickyard.

Nach vielem Hin und Her ist der Grand Prix von Frankreich doch im Rennkalender geblieben und läutet mit Silverstone und Hockenheim ein europäisches Dreierpack ein, welches komplett im Juli durchgezogen wird (3 Rennen in 21 Tagen).

Danach stehen drei Wochen Sommerpause an.

Am zweiten August-Wochenende geht es mit Ungarn wieder los, zwei Wochen später wird die Rückkehr von Spa-Franchorchamps gefeiert. Wie im letzten Jahr, ist der Grand Prix von Monza am zweiten September-Wochenende, der letzte europäische Termin.

Es folgt ein Abstecher in den Osten. Der Grand Prix von China feiert Ende September auf dem Shanghai Circuit sein Debüt.

Shanghai Circuit

Auch die Rennstrecke von Shanghai gehört zu den aus dem Nichts gestampften Parcours, designt von Hermann “Haarnadel” Tielke u.a. mit Beratung von Marc Surer. Die f1welt.com hat einen sehr detaillierten Bericht über die Strecke.

Die Strecke hat das Zeug dazu Tilkes Meisterstück zu werden. Alles dabei: schnelle Kurven, langsame Kurven und lange Gerade. An ihrem schnellsten Punkt, am Ende der1,1km langen Geraden vor der Haarnadelkurve T14, wird mit Höchstgeschwindigkeiten von 330kmh gerechnet. Am Ende vor Start/Ziel sind es immerhin auch noch über 300kmh.

Sehr viel Arbeit wurde in die Kurven gelegt, die diesmal nicht wie in Magny-Cours oder Sepang schlichte Haarnadelkurven sind, sondern clevere, sich veräderne Kurven-Radien haben.

So bürgt das immer enger werdenden Kurvengeschlängel nach der Start/Ziel (T1-T4) für hübsches Gerangel nach dem Start und etliche Ausritte.

Die Haarnadel T6 wird gefolgt von einer schnellen Kurvenkombination die mit 265kmh gefahren werden kann, so dass T6 sich zum Beschleunigungsduell eignet.

Vor der langen Geraden gibt es dann nochmal eine dieser “Kurvenschnecken”-Kombis (T11-T13, langsamster Punkt: T11, 90kmh), diesmal mit einem immer weiter werdenden Radius, ideal zum Herausbeschleunigen auf die langen Gerade, die von einer brachialen Haarnadel beendet wird (T14, 90kmh).

Theoretisch muß man sagen: alles richtig gemacht, Herr Tielke. Nun müssen sich noch die Fahrer dranhalten und nicht auf suspekte Ideen kommen, wie unter Gelb starten um die ersten Kurven zu bewältigen o.ä.

Danach steht Suzuka an. Der Grand Prix von Japan hat seinen Status als Finale verloren. Den hat der Grand Prix von Brasilien bekommen. Sehr viel mehr Gründe als ein etwaiger Weltmeister Montoya, gibt es nicht um diesem immer schlecht organisierten Grand Prix derart zu würdigen.

Reaktionen

  1. Wo kann man Kommentare eingeben?

    Nach elf Jahren habe ich die Kommentare im Blog mangels Zeit für Kommentarverwaltung geschlossen. Es kann noch kommentiert werden. Es ist aber etwas umständlicher geworden.

    1. Das Kommentarblog http://allesausseraas.de/, aufgezogen von den Lesern @sternburgexport und @jimmi2times
    2. Sogenannte „Webmentions“ mit einem eigenen Blog. Siehe IndieWebCamp