Paternoster Bundesliga

Als PREMIERE-Seher ist man ja leidgeprüft, weil der Bundesliga-Fußball eher suboptimal “versendet” wird. Wo sind die Goldenen Zeit hin, als auf “KICK” um 18h30 ein Bundesliga-Spiel nach dem anderen wiederholt wurde, und man sich so die Schlagsahne-Spiele bis in die tiefe Nacht eins nach dem anderen ansehen konnte. Heute werden die Spiele erst im Laufe des Montags und Dienstags wiederholt, bar jeder Spannung da die Ergebnisse schon längst auslutschend durchdiskutiert wurden.

Stattdessen versucht man sich heute um 15h30 seine eigene Konferenz zu basteln, indem man selber zwischen seinen vier Premium-Spielen hin- und herswitcht.

So gesehen, war das Material des 23ten Spieltages allererste Güte.

Leverkusen – Bayern sah vierzig Minuten lang wie ein rassiges, intensives Fußball-Spiel aus. Ich ahnte aber dass Makaays Treffer in der 39ten Minute, den Pillen-Sensibelchen das Genick brechen würde. So kam es dann auch, Bayer fiel in der zweiten Hälfte auseinander und ich konnte mich intensiver den anderen Spielen widmen.

Bitter für Bayern: Willy Sagnol fällt wg. Bruch der Elle länger aus. So richtig mit Alternativen fpr die rechte Seite ist Bayern nicht gesegnet. Ich denke Lizarazu kann am Mittwoch auch noch nicht spielen. Den Bayern gehen die Flügelspieler aus. Halbwegs gute Kunde aus Madrid: Roberto Carlos ist für Mittwoch gesperrt und Ronaldo fällt wg. Muskelzerrung (oder war es Faserriß?) aus.

Insgesamt aber eine ordentliche und engagierte Leistung der Bayern und Ballack liess sich durch Ramelow nicht kaputttreten.

Dortmund – Stuttgart Ich denke dass das vom BVB gezeigte, den derzeit richtige Leistungsstand wiederspiegelt, und der ist schwächer als es die Nähe zur Championsleague-Quali suggerierte. Das war zwar fleissig, aber der spielerische Öffenbarungseid, wie auch die schnell pfeiffenden BVB-Fans wohl bemerkten.

Stellt sich dann natürlich weiterhin die Frage nach Trainer Matthias Sammer. Wie lange mag die Mär vom dauerverletzten Kader ihn noch schützen?

Stuttgart erspielte sich einen nie gefährdeten 2:0-Sieg. Und es war die seit Wochen spielerisch beste Leistung des VfB. Ich bin mir aber nicht sicher inwieweit das dem Umstand der schnellen Führung (Hleb, 6te) zu verdanken ist.

Da derzeit Unruhe in der Chelsea-Mannschaft aufgekommen ist (Spieler wie Petit, Bates und Duff wollen den Club verlassen), fährt der VfB nicht chancenlos nach London.

Gladbach – Hannover 96 Ich habe nicht allzuviel vom Spiel gesehen und erst gegen Ende der Partie öfters hingezappt. Ich hatte den Eindruck einer recht verhaltenen Vorstellung von H96, die erst in der Schlußphase gefährlich vor dem Gladbacher Tor aufgekommen sind, allerdings mit recht stupiden und leicht berechenbaren Angriffen.

Natürlich drehen sich nun die Fragen um die Zukunft von Ralf Rangnick. An dieser Stelle darf dann auch Mal der Drang von Rangnick nach Clubs mit schwierigem Umfeld hinterfragt werden: VfB, H96 und demnächst in ihrem Theater Hertha BSC. Sowohl beim VfB als auch bei H96 ist er nicht zuletzt am Umfeld gescheitert. Richtige Erfolge erzielte er eigentlich nur in der Heimeligkeit von Ulm.

Mir ist es deshalb ein Rätsel wie Hertha, nach dem gescheiterten Experiment “spröder” Stevens, nun einen nicht minder “un-medialen” Trainer nehmen kann. Und was den fachlich kompetenten Rangnick zu Hertha und einer Großstadt mit allen ihren medialen Problemen hinzieht. Ist es der Wunsch nach Designerbrillen?

Lautern – Frankfurt Das war das beste Spiel vom Samstag. Um Floskel-Speak einzusetzen, ein “Sechs-Punkte-Spiel” bei dem “Gras gefressen” wurde.

Die Frankfurter waren für mich in der Hinrunde die Anti-Fußballer überhaupt. In der Winterpause allerdings hat Coach Willi Reimann da einiges hingezaubert. Aus einer Beton-Abwehr heraus, wird nun ein sehr ansehnliches Kurzpaß-Spiel serviert. Schon sehr nett anzusehen, wie in den letzten Wochen Frankfurt und Rostock die spielerische Latte für potentielle Abstiegsmannschaften höher gelegt haben., also nicht nur das klassische Konzept “Über den Kampf ins Spiel kommen”.

Am anderen Ende der Skala steht dann eine Mannschaft wie Kaiserslautern, die spielerisch sehr limitiert ist. Unter Kurtthe human Betonmisch-machine” Jara ist man bestrebt erst mal die Reihen hinten zu schliessen. Da wird dann in der Schlußphase, beim Spielstand von 0:0 auf eigenem Platz auch mal gerne ein Angreifer gegen einen Abwehrspieler ausgewechselt.

Lauterns einziges Mittel, ist die “brute force”-Methode. Irgendwie die Bälle nach vorne dreschen, hinterhersetzen, die gegnerische Abwehr unter Druck setzen und im Dom von Speyer für einen Fehler beten und auf ein Tor hoffen.

Genau so ist das Dusel-Tor von Malz in der Nachspielzeit erzielt worden. Drescher “drischt” (Harhar) den Ball nach vorne, der zwei Stationen weiter wie auch immer hoch in den Strafraum reinsegelt und auf dem Schlappen von Malz landet.

Noch ein Wort zu Tim Wiese. Der Lauterer Torhüter ist ein Kotzbrocken ersten Ranges, aber was der Mann seit Wochen für 100%ige aus dem Gehäuse holt, ist unglaublich. Momentan (leider Gottes) der wohl beste deutsche Torhüter.

Reaktionen

  1. Wo kann man Kommentare eingeben?

    Nach elf Jahren habe ich die Kommentare im Blog mangels Zeit für Kommentarverwaltung geschlossen. Es kann noch kommentiert werden. Es ist aber etwas umständlicher geworden.

    1. Das Kommentarblog http://allesausseraas.de/, aufgezogen von den Lesern @sternburgexport und @jimmi2times
    2. Sogenannte „Webmentions“ mit einem eigenen Blog. Siehe IndieWebCamp