Freispruch mit geballter Faust

Gestern tagte die FA, der englische Fußballverband wegen ihres “Sex-Skandals” (Kurzfassung: Nationaltrainer Eriksson und Verbandspräsident Palios schliefen mit einer Verbandssekretärin, was der Verband anfangs dementierte und später versuchte teilweise zu verdecken, indem Medien Details über das Techtelmechtel mit Eriksson angeboten wurden, wenn Palios rausgehalten werden würde).

Konsequenz: so gut wie keine. Eriksson bekommt einen lauwarmen Freispruch. Ihm ist in der Sache nichts vorzuwerfen. Das Verhältnis ist nicht relevant und er veranlaßte keine Dementis, bzw. führte den Verband nicht hinters Licht.

Dennoch bleibt ein Nachgeschmack, da anscheinend die Mehrheit der FA-Aufsichtsratsmitglieder gehofft hatten den sportlich umstrittenen Eriksson mit dieser Geschichte kostengünstig loszuwerden. Wohl nur die Warnung der Rechtsabteilung, dass Eriksson mit 20Mio EUR Abfindung rechnen könnte, verhinderte die Entlassung.

Stattdessen flogen einige Herren aus der Exekutive, z.B. die Leute die die Palios-Affäre vertuschen wollten und es gab bzw. gibt Struktur- und Kompetenzveränderungen. Die Rubrizierung der Affäre des Guardians in “FA Meltdown” macht die Dimension des Ärgers deutlich.

Für Ärger dürfte weiterhin gesorgt sein. Die Sex-Geschichten dürften noch einige Zeit weiterköcheln, da Frau Alam, die Sekretärin, einen bekannten Agenten genommen hat und die Story bereits meistbietend an adäquate Blut- und Sperma-Medien verhökert hat.

Sven Göran Eriksson dürfte sich aber inzwischen noch öfters umschauen, ob da nicht jemand ihm in den Rücken dölchen will. Da gab es eine Verbandsspitze die willens war, Eriksson zu opfern um seinen Präsidenten zu halten und da gibt es einen Aufsichtsrat der Eriksson nur aus monetären Gründen nicht absägt. Frohes Arbeiten…

(Guardian: Eriksson safe amid FA bloodletting, Guardian: Eriksson stays on top of leaderless FA )

Reaktionen

  1. Wo kann man Kommentare eingeben?

    Nach elf Jahren habe ich die Kommentare im Blog mangels Zeit für Kommentarverwaltung geschlossen. Es kann noch kommentiert werden. Es ist aber etwas umständlicher geworden.

    1. Das Kommentarblog http://allesausseraas.de/, aufgezogen von den Lesern @sternburgexport und @jimmi2times
    2. Sogenannte „Webmentions“ mit einem eigenen Blog. Siehe IndieWebCamp