Die Lehren des 3ten Spieltags: Geduldsspiele

“Geduld” ist das Wort des Samstags gewesen. Nur nicht zu schnell angasen und mit den Kräften haushalten. Wie dann die letzte halbe Stunde gespielt wurde, darin unterschieden sich die Mannschaften.

In einer langweiligen Partie brauchte Bayern eine Zeit bis das dicke Brett Hertha durchbohrt war, wurde aber nicht hektisch und spielte in aller Coolness das Ding runter. Nach dem 1:0 hatte man die sehr defensiven Herthaner im Sack und die beiden anderen Toren zum 3:0-Endstand fielen zum Ende hin. 11 Tore in drei Spielen. Der FC Bayern macht einen auf Chelsea. Nicht überzeugend spielen, aber trotzdem haushoch dem Rest der Liga überlegen erscheinend. Bayern – Hertha 3:0

Der HSV versuchte sich auch an dieser Coolness, fing sich aber früh das Gegentor durch Hannover ein (18te). Nach einer schnellen Gegenreaktion (Mahdevikia, 21te) ging es im gewohnten Halbgas weiter. Weiter versuchte man sich in aller Ruhe durchzusetzen, doch nach der Halbzeit schwanden die Kräfte und die Partie wurde lasch. Kein Druck des HSVs trotz Ballbesitz. Viele Ballverluste durch Konzentrationsfehler, z.B. von Atouba. Nickeliges Spiel ohne Tempo. Der HSV nam seine letzten Kräfte zusammen und blies in der letzten Viertelstunde zur Schlußoffensive. Abgesehen von einem Abseitstreffer von Trochowksi, sprang außer Adrenalin nichts heraus. Bei allem Verständnis für die schwere Partie in Valencia, aber wenn der HSV nach jedem UEFA-Pokal-Spiel derart pumpen muss, kriegen die diese Saison noch Probleme.

Mahdevikia spielte für den verletzten Beinlich. Zwar bot er eine gute Leistung, aber mit einem Mahdevikia spielt die gesamte Mannschaft zentrumlastiger. Niemand kann den “linken” Beinlich ersetzen, zumal Atouba derzeit mit schöner Regelmäßigkeit in der zweiten Halbzeit abbaut. HSV – Hannover 1:1

Bei Werder – Stuttgart war die erste Halbzeit zum Vergessen, um so interessanter war der zweite Abschnitt. Werder ließ die Partie auch langsam beginnen, wurde aber zur zweiten Halbzeit energischer. Stuttgart zeigte sich in der Abwehr wesentlich gefestigter. Der zurückgekehrte Soldo stand deutlich im Mittelpunkt. Bezeichnend dass der erste Stuttgarter Eckball auf Soldo gezogen wurde.

Stuttgart wurde mit den energischer angreifenden Bremern besser und versuchte die Räume zu nutzen. Tomasson zog sich weit zurück, mehr der aus dem Mittelfeld spielende Stürmer. Grönjaer war aber schwach und wurde von Owomoyela in Grund und Boden gespielt. Die Werder-Offensive wurde immer besser, es haperte es aber an letzter Konsequenz. Klasnic und Klose bekamen selten die ganz klaren Einschußpositionen und die anderen schlugen immer ein Häkchen zuviel als direkt abzuziehen. Trainer Schaaf konnte das nicht mit ansehen und brachte für die letzten zehn Minuten drei Stürmer (Valdez, Hunt rein, Klose raus). Aber der Stuttgarter Beton hielt dank Hildebrand und Glück.

Für die Stuttgarter war es ein kleiner Schritt zur Stabilisierung. Interessant aber wie die Einstellung der Mannschaft zu Trapattoni ist. Kaum ist Soldo drin, klappt es mit der Defensive besser. Hildebrand zeigte sich im Interview durchaus noch angefressen. Er negierte jeglichen Fortschritt den die Mannschaft gemacht hat, weil sie noch zu passiv gewesen ist und zum Streit mit Trapattoni meinte er nur, dass man ein Gespräch gehabt habe und der Chef immer recht hat.

Noch eine mögliche Sollbruchstelle: Thomas Hitzlsperger ist nun zum dritten Mal in drei Spieltagen von Trap nach knapp einer Stunde ausgewechselt worden. Werder – Stuttgart 1:1

Die Wiedergeburt des 1. FCK wird immer reeler. Nun war der Sieg in Köln durchaus glücklich dank geschenktem Elfmeter, aber immerhin muss man dort auch erstmal 2:0 führen. Und wieder hätte der FCK einen Sieg fast aus der Hand gegeben. Um Henke zu zitieren: mit dieser Abwehr wird er nicht alt. Köln – Lautern 2:3

Das große Rätsel von Schalke – Gladbach: warum ist Trainer Rangnick so angfressen gewesen und wollte im Interview nichts sagen? Schalke – Gladbach 1:1

Ich sprach letztens vom “Koitus Interruptus”, weil der Bundesliga-Rythmus so früh in der Saison durch den DFB-Pokal unterbrochen wurde. Nun wurde nach dem DFB-Pokal den dritten Spieltag eingeschoben und jetzt ist wieder für zwei Wochen Ruhe wg. Nationalmannschaft, ehe es am 10.9. mit Spieltag 4 weitergeht.
Hirnverbrannt.

Reaktionen

  1. Wo kann man Kommentare eingeben?

    Nach elf Jahren habe ich die Kommentare im Blog mangels Zeit für Kommentarverwaltung geschlossen. Es kann noch kommentiert werden. Es ist aber etwas umständlicher geworden.

    1. Das Kommentarblog http://allesausseraas.de/, aufgezogen von den Lesern @sternburgexport und @jimmi2times
    2. Sogenannte „Webmentions“ mit einem eigenen Blog. Siehe IndieWebCamp
  2. Also wenn sich eine Mannschaft, so wie Hertha heute, 90 Minuten hintenreinstellt, dann hat er jede Mannschaft schwer ein Tor zu machen. Fällt dann mal eins, dann schießt man meistens auch noch ein 2. oder 3., aber je länger es 0-0 steht desto schwieriger wird es doch dann immer für die Heimmannschaft. Siehe Schalke heute. Siehe Barcelona, auch torlos geblieben. Dass die Bayern den Gegner nicht 6-0 nach Hause geschickt haben war ja wohl klar, schließlich ist Hertha ne gute Mannschaft. 3-0 finde ich auch deutlich, der Kahn musste nicht einen Ball halten in 90 Minuten.

  3. […] Das Spiel an sich entsprach auch nicht den Topspiel-Versprechungen. Zitat: Der FC Bayern macht einen auf Chelsea. Nicht überzeugend spielen, aber trotzdem haushoch dem Rest der Liga überlegen erscheinend. Quelle: Allesaussersport.de: Die Lehren des 3ten Spieltags: Geduldsspiele […]