Mahlzeit!

Rassismus für 60.000 EUR

Die FIFA hat ihre Ankündigkung wahr gemacht und den spanischen Fußballverband für rassistische Ausfälle während eines Freundschaftsspiels zwischen Spanien und England an die Kandare genommen. Spanien muss nun knapp 60.000 EUR Strafe zahlen.

Die Vorfälle fanden letzten Monat statt, Stichwort Zuschauerrufe und Sprechchöre. Die FIFA erklärt ausdrücklich, dass sie zwar nur die Vorkommnisse des Freundschaftsspiels abgestraft hat, aber auch die Vorkommnisse des U21-Spiels vom Vortage berücksichtigt hat, in denen sich ähnliches abgespielt hat.

Die FIFA droht Spanien bei Wiederholung ähnlicher Vorfälle mit Ausschluß der Zuschauer oder Ausschluß.

In England herrscht ob des Strafmaßes erhöhter Blutdruck. Allgemein wird das Strafmaß als zu mild bezeichnet. Im Hinterkopf hat man noch die rassistischen Ausfälle des spanischen Nationaltrainers, der zum Ansporn seiner Spieler Arsenals Thierry Henry im internen Kreis beleidigte.

Die Aufregung Englands sieht aber so ein bißchen selbstgerecht aus. Ich kann aus der Ferne nicht beurteilen inwiefern Rassismus in englischen Stadien noch ein Problem ist, aber verbal sind englische Zuschauer nicht wirklich Kinder von Traurigkeit.

Galaktischer Sacchi

Arrigo Sacchi wird Sportdirektor bei Real Madrid. Sacchi will angeblich zum Sommer AC Milans Ancelotti als Trainer holen. Sacchi war früher Trainer bei Milan und betreute auch die italienische Nationalmannschaft.

Unterdessen bestreitet Roberto Carlos den Verein verlassen zu wollen, während es Morientes nach Liverpool zieht und auch Newcastle ein Angebot eingereicht haben soll.

Bestätigter Abgang

Toni Polster wird “General Manager” von Austria Wien und verläßt damit die Geschäftsstelle von Borussia Mönchengladbach.

Der Computer bringt nix als Ärger

Wie nun schon zum xten Jahr in Serie, gibt es Ärger im College Football.

College Football in den USA ist so etwas wie “Zweite Liga Fußball”, die Vorstufe zur NFL. Überaus populär, spielen über 100 Universitätsmannschaften auf höchter Ebene mit und besitzen teilweise größere Stadien als die NFL (Michigan mit über 100.000 Fassungsvermögen). Die Teams sind aber mehr oder weniger wild in verschiedenen Ligen und Divisionen verteilt, so das ein landesweiter Leistungsvergleich nur auf Basis von Medien-Ranglisten geschieht. In einer Mixtur aus Ranglisten und Platzierungen und Renomée der Divisionen werden ab Mitte Dezember knapp über zwanzig Endspiele, sogenannte “Bowls” bestückt.

Aber College Football besitzt ein Problem: wer ist denn nun der Meister? Lange Jahre wurde das Team das ganz oben in verschiedenen Ranglisten abschnitt, als Meister gefeiert. Das Problem liegt auf der Hand: die Ranglisten waren sich nicht immer einig, ergo gab es mitunter mehrere Teams die sich als Meister fühlen durften.

Das widerstrebt dem Amerikaner an und für sich. Und da man aus verschiedenen Gründen keine richtigen Playoffs einführen möchte, holt man sich Genosse Computer zu Hilfe. 1998 glaubte man das Ei des Kolumbus gefunden zu haben: die BCS Standings (Bowl Championship Series), eine nach einer diffizilen Formel berechnete Rangliste, die u.a. auch die unterschiedlichen anderen Ranglisten berücksichtigt. Zudem schlossen sich einige der größeren Bowls zusammen und arbeiteten als BCS zusammen um ein Endspiel der Nummer 1 vs. Nummer 2 u.ä. zu ermöglichen (die Gewinner-Uni bekommt dieses Jahr 14,4 Mio US$).

Dieser Tage eskaliert nun der Konflikt rund um die BCS. Der College Football ist durchzogen von einem nicht durchschaubaren Beziehungsgeflecht, dass dazu führt das selbst anerkannt gute Mannschaften nicht gebührend in den Bowls berücksichtigt werden und damit keine gute Schlußplazierung in der BCS erreichen kann. Immer mehr zeigte sich, dass die BCS keine neutrale Rangliste ist. In den bisherigen sieben Jahren ihrer Existenz wurde sechsmal an der Gewichtung der Wertungselemente gefeilt.

Letztes Jahr war USC das Top-Team in den beiden einflußreichsten Rankings, konnte sich aber nicht via BCS-Ranking für das Top-Spiel qualifizieren. Dieses Jahr gibt es gar drei Teams die als ebenbürtig angesehen werden.

Die Nachrichtenagentur AP ist neben ESPN/USA Today die einflußreichste Rangliste die in die BCS eingearbeitet wird. AP hat heute der BCS die weitere Verwendung der AP-Rangliste untersagt und damit der BCS wohl den Todesstoß versetzt.

AP wird nächste Saison weiter seine Rangliste veröffentlichen. Ob es dann noch eine BCS gibt?

Fischfutter

Im US-Sport gibt es derzeit den Trend, das die Profi-Vereine große Schwierigkeiten haben Städte und Bundesstaaten von der Notwendigkeit zu überzeugen, neue Stadien oder Hallen zu bauen. Zumal die Profiklubs es für eine Selbstverständlichkeit erachten, dass die Gebäude aus öffentlicher Hand subventioniert werden.

Nach wochenlangen Debatten wurde in Washington gestern im Stadtrat Einigung über den Bauplan für das neue Baseballteam, die Washington Nationals erzielt. Dabei musste die Baseballliga einige Zugeständnisse machen, aber für den Stadionbau und die Bürgschaften wird es nichts destotrotz einige Steuererhöhungen geben (Washington Post).

Dafür wird nun über einen Umzug der Florida Marlins spekuliert. Das Team möchte in ein neues Stadion, ein geplanter 420 Mio US$-Neubau mit beweglichem Dach. Um Druck auf die Politiker auszuüben, liebäugelt man offen mit einem Umzug ach Las Vegas. Nochmal wurde der Druck dadurch erhöht, dass die Marlins nur noch bis 2010 in ihrem jetzigen Stadion spielen dürfen, dem “Pro Player Stadium” das Wayne Huizenga gehört, Besitzer des NFL-Klubs Miami Dolphins und Gründer der Marlins.

Zu dem Subventionspaket dass die Marlins gerne haben wollen, gehört u.a. erlassene Umsatzsteuer in Höhe von 30 Mio US$.

Reaktionen

  1. Wo kann man Kommentare eingeben?

    Nach elf Jahren habe ich die Kommentare im Blog mangels Zeit für Kommentarverwaltung geschlossen. Es kann noch kommentiert werden. Es ist aber etwas umständlicher geworden.

    1. Das Kommentarblog http://allesausseraas.de/, aufgezogen von den Lesern @sternburgexport und @jimmi2times
    2. Sogenannte „Webmentions“ mit einem eigenen Blog. Siehe IndieWebCamp