Worte zum Tage (I): Paul Scharner

Der neue österreichische Innenverteidiger des HSVs Paul Scharner am Dienstag im Interview mit der österreichische News:

Frage: Thema ÖFB-Team. Wie schätzen Sie die Chancen in der WM-Quali ein? Man hat immer das Gefühl, dass sich alle freuen, wenn Sie auf die Mannschaft wieder einprügeln dürfen. Aber so schlecht wie oft behauptet ist das Team doch nicht, oder?

Scharner: Das ist generell eine Charaktereigenschaft von Österreich, dass man sich gegenseitig nicht das Beste, sondern das Schlechteste wünscht. Wenn Österreich in einer Qualifikation bestehen und sich qualifizieren will, dann muss jeder dahinterstehen. Die Öffentlichkeit, die Medien, die Spieler. Das Team um Marcel Koller ist gut aufgestellt, die Mannschaft hat großes Potenzial. Sie ist fast ausschließlich mit Legionären bestückt, die bei ihren Vereinen ziemlich fix spielen. Deshalb traue ich uns schon einiges zu.

Die österreichische Kleine Zeitung am Mittwoch zu Paul Scharner, der wenige Stunden zuvor die österr. Nationalmannschaft verlassen hat:

Koller sei mittlerweile “weichgeklopft wie ein Schnitzel”, erklärte Scharner. “Jetzt müssen sie ihn nur noch panieren, dann passt’s. Dann ist er ein richtiger Österreicher. Er ist am Anfang super schweizerisch aufgetreten, super Linie gefahren, professionell. Aber scheinbar ist irgendwas im Sommer passiert.” […]

“Ich soll ein spielender Backup-Coach sein. Da mache ich nicht mit! […] Das ist jetzt vorbei. Ich würde sagen, das ist jetzt der Paul Scharner 2.0. Der Paul Scharner lässt sich nicht verarschen und nicht verbiegen”, wurde der 40-fache Internationale in “News” zitiert […]

[Scharner] bezeichnete Österreichs Chancen auf eine WM-Teilnahme mit “null”. “Mit Koller fahren wir nie zur WM 2014.” Mit ihm, Scharner, wären die Chancen hingegen größer gewesen.

  1. Ist es in Österreich eigentlich üblich, über sich in der dritten Person zu reden? Oder ist nur der so?

  2. da kann man jeden HSV-Fan nur gratulieren (und besonders Thorsten Fink), dass sie so einen redegewandten Leistungsträger erhalten hat, der sicher nie die Ersatzbank drücken muss (denn vorher verlässt er lieber den Verein).

    Kurze Hintergrunderklärung für alle, die mit Messi beschäftigt waren: Scharner wurde nicht für die erste Elf im Test (!) gegen Türkei berücksichtigt, da Koller eine andere IV (Prödl/Bremen, Pogatetz/Wolfsburg) testen wollte. Daraufhin verließ Scharner ob der persönlichen Beleidigung einer Nichtberücksichtigung in der Startelf das Teamquartier und trat dann verbal noch etwas nach. Vor Monaten übrigens erklärte Scharner in einem Interview, er wolle nur noch auf der 6 spielen, da er als IV bereits perfekt sei und nichts mehr lernen konnte. Ich würd sagen der passt zum HSV (Rajkovic, etc).

  3. Atterl enttarnt?

  4. liegt sicher auch an seinem Mentalcoach Valentin Hobel:

    Hobel: “Er geht eben seinen Weg, und ich bin ein Coach, der ihm sagt, dass er seinen Weg gehen muss.”

    http://www.kleinezeitung.at/sport/fussball/oefb/3092744/ein-schwieriger-sagt-goodbye.story

  5. Die Rolle von Hobel darf man bei Scharner nicht unterschätzen. Für mich bringen dessen Auftritte und das ganz Gehabe immer ein Sinnbild in den Kopf: “Scientology”.

    Scharner wirkt wie ein Mini-Tom-Cruise der ferngesteuert und abgekapselt von seinen beiden Gehirnhälften von einer Pfütze in die nächste springt, weil ihm der Godfather sagt, dass er diesen Weg gehen muss.

  6. Ein österreichischer Fußballer, der sich auf seiner Position (IV) für perfekt hält (oder war´s ein typischer Schmääääh?), das find ich schon mal cool; paßt perfekt (!!!) zum HSV

  7. Herr Wieland, zur Antwort der Frage nach der dritten Person fiel mir spontan das ein.

  8. Ihr lest alle zu, oder?
    Es ging nicht nur darum, daß er im Testspiel gegen die Türkei nicht spielen sollte, sondern als quasi PlayerCoach agieren sollte.

    So lese ich das zumindest.

    Desweiteren macht man keine 200 Premier League Spiele, wenn man es sich mit jedem Trainer verscherzt.

    Ich bin HSV Fan, ja.

  9. Jetzt ist auch auf der News.at-Website das Scharner-Interview erschienen, auf das sich die Kleine Zeitung bezieht. Kostprobe:

    [Scharner:] Ich war nur baff. Wenn man mit mir über die Innenverteidigerposition philosophieren möchte, dann schaltet’s bei mir aus, ehrlich gesagt. Auf der Position braucht mir keiner was vormachen […]

    NEWS: Welche Konsequenzen ziehen Sie?

    Paul Scharner: Es gibt eine Nachricht an Koller. Und ich habe die Entscheidung getroffen, dieses Interview zu geben […]

    NEWS: Halten Sie die Erklärung für eine Ausrede, glauben Sie, dass etwas anderes dahintersteckt?

    Paul Scharner: Ich traue ihm zu, dass das alles geplant ist. Das hat alles damit zu tun, dass er in Österreich bleiben will. Und um in Österreich bleiben zu können, muss man Schnitzel sein, um für die Österreicher verträglich zu sein.

  10. eigentlich will Scharner ja gar nicht unbedingt IV sondern im Mittelfeld spielen, siehe damaliger Bericht beim Wechsel von Wigan zu WestBrom

    http://derstandard.at/1282978413096/West-Bromwich-Di-Matteo-von-Scharner-begeistert

    @nedfuller
    stimmt, in der PL hat Scharner wirklich konstant gute Leistungen(speziell bei Wigan) gebracht, nur für Österreich schafft(e) er es überhaupt nie sein Können auch wirklich zu zeigen
    das mit dem “Players Coach” kommt eher von Scharners Angebot an den ÖFB vor ca, einem Jahr, er wollte allen Ernstes Spielertrainer werden

    http://sport.orf.at/stories/2077944/2077971/

  11. Die große Frankfurter Eintracht hat Scharner im Trainingslager diesen Sommer übrigens getestet und für zu leicht befunden:

    “Gastspieler Paul Scharner wird übrigens keinen Vertrag erhalten, er ist am Samstag abgereist. Der Österreicher konnte im Training keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Eine Verpflichtung ist laut Hübner sowieso „nie ein Thema“ gewesen.”
    Quelle: http://www.fr-online.de/eintracht-frankfurt/eintracht-frankfurt-malochen-fuer-mehr-dominanz,1473446,16810026.html

    mehr dazu:
    http://www.fr-online.de/eintracht-frankfurt/eintracht-frankfurt-scharner-als-aushilfskraft,1473446,16775408.html

  12. @Austhromas: Mensch Du musst ja live dabei gewesen sein wenn Du das so genau weißt. Oder ist das doch nur die Mitteilung von Bild.de?

  13. Scharner ist ein Vollpfosten, hat er seit Jahren immer wieder aufs Neue bewiesen.

    Nein, das stand nicht auf bild.de

  14. @ Herr Wieland: Politiker machen das bei uns sehr gerne. Und nun anscheinend auch Scharner.

  15. NEWS: Was ist der nächste Schritt?
    Paul Scharner: Ich werde Koller einen Brief schreiben mit klaren Fakten und Ansagen von mir.

    Als neutralstsmöglicher Beobachter freueich mir von Herzen über diese Verpflichtung des HSV. Klar hätte er auch zum EffZeh gepasst aber im Norden wird ihm hoffentlch die nötige Ernsthaftigkeit entgegenbegracht.

    @dogfood: womöglich wäre “Worte zum Tage: Paul Scharner (I)” besser, denn ich vermute die folgenen Episoden sehen sonst merkwürdig aus.

  16. Ich freu mich immer mehr auf die neue Saison. Scheint recht unterhaltsam zu werden.

  17. Ja, was die Aktion mit der Eintracht gewesen sein soll, darüber rätselt man in Frankfurt noch heute. Die Verantwortlichen haben sich mit ihm unterhalten, Scharner, Veh und Hübner sollen herzhaft gelacht haben (weil sie auch wissen wollten was an den Vorurteilen dran ist und haben ihn einfach direkt damit konfrontiert), anschließend in deren Trainingslager bissie fit gehalten, aber eine Verpflichtung soll nie Thema gewesen sein?? Und kaum hatte er sich dort verabschiedet klopfte Fink bei ihm an.
    Jedenfalls grinst man sich in Frankfurt heute eins, dass so ein Querulant erfolgreich bei der Konkurrenz angeheutert hat.

  18. Hach, da hat der HSV sich doch mal wieder einen everybody’s darling geholt :D
    Und das, wo es gerüchtet, dass er im Pokalspiel wohl nicht von Anfang an spielen wird.

    Was seine Position angeht, schreibt der HSV-Blog es aber umgekehrt, dass er auf keinen Fall auf der 6 spielen will – jedenfalls beim HSV:
    “Fast 50 Prozent meiner Spiele in der Premier League habe ich als Sechser gespielt.“ Und das wolle er in Hamburg nicht mehr. Mehr noch, er ließ es sich von Trainer Thorsten Fink im persönlichen Gespräch zusichern. „Meine Position ist in der Innenverteidigung. Es ist meine beste Position. Dafür habe ich mich entscheiden und das auch so mit dem Trainer abgesprochen.“”

  19. Dass sich beim HSV niemand für Fragen wie Charakter, Mentalität, Persönlichkeit, usw. interessiert, sondern im Gegenteil die totale Beliebigkeit bei Spielerverpflichtungen herrscht, sollte mittlerweile klar sein.

    Warum sie Scharner geholt haben? Weil er ablösefrei zu haben war und eine gewisse Erfahrung hat.

    Es herrscht beim HSV eine totale Plan- und Konzeptlosigkeit und ich bin sicher, dass wenn es wirklich eine ernsthafte und finanziell lukrative Offerte für Arnesen GÄBE, dass sie ihn sofort und ohne große Bedenken ziehen lassen würden. Dieses ganze Experiment mit einem ausländischen Sportdirektor ohne Landeskenntnisse ist komplett in die Hose gegangen, aber das traut sich natürlich keiner zu sagen, aus Geld- und Alternativenmangel.

    Einzig die Calhanoglou (sp?) Verpflichtung ist genauso überraschend wie sie positiv zu vermerken ist. (Dafür schießt er sie aus dem Pokal…)

  20. Lass bitte das Sommerloch schnell enden, damit wir endlich nicht mehr über solch einen Quatsch reden müssen. Ich freue mich schon auf die Kommentare, wenn der Scharner die HSV-Defensive dicht macht und Gomez & Co. keine Tore gegen den HSV schiessen.

  21. Ich bin Fan vom HSV und der Paul Sch. passt doch super zu uns! Mit solchen Charakteren haben wir doch richtig “gute” Erfahrung mitgemacht. Beim Thema Andresen und Angebot aus PL und Russland kann ich auch nur grinsen. Ich denke, die Leute beim HSV meinen wirklich, der ist en ganz en guter. Aber wenigstens sind wir mit diesem Sportdirektor letzte Saison nicht abgestiegen. Kann aber diese Saison durchaus passieren.

  22. Heute bei Sport und Talk aus dem Hangar-7

    Fußball: Die Causa Scharner – Ex-Teamspieler Paul Scharner nach seinem Abgang aus dem Nationalteam und seiner geplanten Klage gegen den ÖFB im Exklusiv-Interview

Das war es mit elf Jahren Kommentaren auf allesaussersport. Ich habe im zunehmenden Maße keinen Sinn mehr gesehen, meine begrenzten Ressoucen auf eine wie auch immer geartete Verwaltung der Kommentare zu verwenden. Es ist an der Zeit einen Schlussstrich zu setzen. Die Kommentare sind und bleiben geschlossen.

Wer aber weiterhin Kommentare schreiben und/oder lesen möchte, für den hat Lesern Sternburg eine Alternative aufgesetzt: http://allesausseraas.wordpress.com. Macht dort keinen Unsinn.