Bundesliga-Unschau: 2011/12: 1. FC Köln. Probleme mit der Binde.

Es war im Sommer 2009, als sich Louis van Gaal mit unnahbaren Auftritten in der Öffentlichkeit und arrogantem Gestus als Kotzbrocken wahrgenommen wurde. Dazu kam seine Hybris dem FC Bayern München mit roher Gewalt ein System, nein, sein System überstülpen zu wollen. Ohne dass er vorher ein ausgewiesener Connaisseur des Bundesliga-Fußballs gewesen ist.

Der Saisonstart war mühsam (2 Punkte aus den ersten drei Spielen) und nach einem schwachen Oktober und November stand van Gaal zirka ein Champions League-Spiel entfernt vom Abschuss.

Glaubt man Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, nahm man van Gaal beiseite und riet ihm dazu, nicht mehr andauernd mit dem Kopf durch die Wand zu wollen und sich ein bisschen kompromißbereiter zu zeigen. Was danach kam, ist bekannt. Statt Tod gab es Gladiolen, Feierbiest, Champions League Finale, DFB-Pokal und Deutsche Meisterschaft.


Zwei Jahre später sprechen Thomas Wark und Moritz Müller-Wirth nach dem zweiten(!) Spieltag im Doppelpass ungestraft davon, dass Solbakken eigentlich ein Idiot ist, weil er versucht in einer ihm unbekannten Liga einfach so, ohne die Gegner zu kennen, ein System durchsetzen zu wollen. Solbakken wird angefeindet, weil er Podolski die Kapitänsbinde wegnahm, mit einem neuen Spielsystem einen anderen Weg gehen will und weil er Podolski die Kapitänsbinde wegnahm. Als wäre das noch nicht schlimm genug, nahm er auch noch Podolski die Kapitänsbinde weg.

Wurde schon erwähnt, dass er Podolski die Kapitänsbinde wegnahm?


Volker Finke will etwas langfristiges Aufbauen und hat sich daher den Systemtrainer Stale Solbakken ausgeguckt. Und Solbakken scheint schon sehr speziell zu sein. Im Training hat er komplett auf Arbeit mit dem Ball umgestellt (siehe auch die entsprechenden Bemerkungen von Tom Bayer bei Sportradio360) und explizite Konditionsarbeit scheint es bei ihm nicht mehr zu geben. Mit seinem Spielsystem geht er weg vom in der Bundesliga weit verbreiteten Mittelfeld-Pressing und konzentriert sich auf das Schließen von Räumen (siehe Erklärungen im KICKER). Statt 4-2-3-1 und 4-1-4-1 oszilliert sein System zwischen einem flachen 4-4-2 und 4-2-4. Es ist allem Anschein nach, ein sehr harter Bruch den Solbakken da vollzieht und es ist nachvollziehbar, dass der 1. FC Köln die Hinrunde brauchen wird, bevor die Umstellungen sitzen. Aber am härtesten war antürlich die Sache mit der Kapitänsbinde.

Die B-Story

Was bei Leverkusen die alles überschattende “B wie Ballack-Frage” ist, wird in Köln mit “P” wie Podolski buchstabiert. Die öffentliche Aufmerksamkeit die Podolski widerfährt, ist diametral seiner Außendarstellung entgegengesetzt.

Es ist ja nicht so, das Podolski wie z.B. ein Ochocinco in der NFL, bewusst den Scheinwerfer-Spot auf sich zieht. Diese Aufmerksamkeit wird hier komplett durch die Medien produziert und instrumentalisiert.

Das erste Spiel, das Heimspiel gegen Wolfsburg, war geprägt von der Verunsicherung der Kölner Mannschaft und einem frühen Gegentreffer. Danach ging nix mehr.

Die erste Halbzeit des zweiten Spiels, auf Schalke, deutete an, dass das System zu greifen beginnt. Bei gegnerischen Ballbesitz spielt man mit einem 4-4-2, wobei beide Viererketten auf einer Linie stehen und der zentrale Mittelfeldmann Jajalo nach vorne, als zusätzliche Anspielstation rückt. Beide Ketten sind sehr dicht gestaffelt, aber in der Horizontalen breiter als man es von anderen kompakten Mannschaften kennt. Die Mannschaft spielt eigentlich kein Pressing, sondern wartet darauf, dass der Gegner in den Ketten hängen bleibt um dann per langen Pass Podolski oder Jajalo anzuspielen. Das System klappt dann zu einem 4-2-4 auseinander, mit den beiden äußeren Mittelfeldspielern (gg Schalke Peszko und Chihi) schnellstmöglich Jajalo und Podolski unterstützen sollen.

Im Endergebnis führt dies dazu, dass der Gegner sehr weit vom Tor weggehalten wird. Aber eigene Torchancen sind aufgrund der langen Bälle eher Zufall. Für den Erfolg braucht es entweder einen gegnerischen Fehler bei einen dieser langen Schläge oder das Zwei-Mann-Pressing der beiden vorderen Spieler, Podolski und Jajalo, zeitigt ausnahmsweise Erfolg. Es braucht dazu viel Geduld, denn von zehn lang nach vorne geschlagenen Bällen, landen neun direkt beim Gegner und ein Zwei-Mann-Pressing ist nicht wirklich erfolgsversprechend, weil derzeit die beiden Viererketten dazu noch zu tief stehen und der Gegner zuviel Aktionsraum zwischen Podolski/Jajalo und den Viererketten hat.

So weit, so nicht schlecht. Das größte Problem ist die derzeitige Zerbrechlichkeit der Mannschaft. Ein ungerechtfertigter Elfmeter vor der Halbzeit und ein Doppelschlag kurz nach Halbzeit haben zu einem Genickbruch geführt, von dem sich der FC nicht mehr erholt hat. Im heimspiel reichte ein 0:1 nach 17 Minuten zum Kollaps aus. Die ganze Körpersprache war wie ausgewechselt. Allen voran Podolski, der jegliche Lust verlor, weiter ins Spiel zu investieren. Ohne Podolski, null Pressing.

Ein deutliches Zeichen für die Fragilität des 1. FC Kölns boten in der ersten Halbzeit die beiden Innenverteidiger Geromel und McKenna, die alle zehn Sekunden mit den Armen und mit Zurufen ihre Leute dirigierten. Dieses Maß an expliziter Kommunikation zeigt wie wenig dieses System von den Spielern bereits als Automatismus übernommen wurde und wieviel Führung noch nötig ist.

Aber dieses Solbakken-System war ein vom 1. FC Köln bewusst gewählter Schritt und Volker Finke dürfte gewusst haben, dass es diese Umstellungsschwierigkeiten gibt. Das Problem ist daher nicht Solbakkens System, wie es derzeit in den Medien diskutiert wird. Sondern wie wenig die sportliche Führung des 1. FC Kölns getan hat, um dem zu erwartenden Boohay entgegenzusteuern.

Finke und Solbakken müssen sich fragen, ob die Wegnahme der Kapitänsbinde von Podolski es wirklich wert waren? Wieviel Futter hat man den Medien geliefert, wieviel Energie wurde dadurch verbrannt, dass man dieses Fass aufmachte, dass sportlich eigentlich kein Thema war? Da rennt man van Gaal-like mit dem Kopf durch die Wand, ungeachtet der Kollateralschäden. Mal sehen, ob man in den nächsten Wochen umschaltet und merkt, dass man viele Widerstände vermeidet, in dem man nicht auf den einzig richtigen Weg besteht.

Den Kölner Entscheidern, Sportdirektor Volker Finke und Geschäftsführer Claus Horstmann, traue ich zu, die Personalie Solbakken durchzuhalten. Ein so starkes Duo hat Köln schon lange nicht mehr gehabt. Aber dazu sollten sie ihre Energien in den richtigen Gebieten investieren.


Kaderänderungen

Eine Auswahl an Zu- und Abgängen.

Bei Köln fällt die hohe Zahl an jungen Spielern auf, die im Sommer vom Verein verliehen worden sind.

  • Abgänge: LV Fabrice Ehret (Evian), ST Ishiaku
  • Neuzugänge: DM Riether (WOB), OM Roshi
  • Verliehen: TW Kessler, LV Salger, LV Giannoulis, OM Yalcin, OM Yabo, ST Terodde

Köln verzichtete auf große Neueinkäufe. Dafür wurden eine Reihe von jungen Spielern per Ausleihe weggeschickt um anderswo zu reifen. Der “Königstransfer” war #5 Sascha Riether aus Wolfsburg, der vorzugsweise auf der Sechs spielen soll, aber auch den Rechtsverteidiger geben kann. Mit #13 Martin Lanig oder #8 Petit (der vermutlich erst in der Rückrunde wieder fit ist) hat man ein sehr solides Zentrum und einige personelle Alternativen.

Der FC hat zahlreiche “polyvalente” Mittelfeldspieler, die bei Personalmangel auch etwas offensiver oder defensiver spielen können. Jajalo wird genauso als hängender Stürmer wie auch als Sechser eingesetzt. Riether spielt nur nur Sechs, sondern auch Rechtsverteidiger.

Der Sturm sieht momentan nicht ideal für Solbakkens Zweck aus. Für sein Zwei-Mann-Pressing braucht er einen fleißigen Giftzwerg, ähnlich wie Olic. Es wird interessant sein, ob es Solbakken gelingt Podolski noch eine zusätzliche Dimension zu geben – es gibt ja nicht wenige, die den Spieler Podolski für bereits ausgereizt halten.

Der Kader sieht für eine Mannschaft die gegen den Abstieg kämpft, gut und aufgrund der flexibel einsatzfähigen Spieler hinreichend tief aus. Die große Frage bleibt für mich, wie tief das Loch sein wird, in dem der 1. FC Köln erst einmal fallen wird und wie die offensiven Lösungen von Solbakken aussehen werden. Denn nur die langen Bälle nach vorne schlagen, kann es nicht sein und von Chihi und Peszko kam über 90 bzw 180 Minuten zu wenig. Köln wird lange unten bleiben.

Depth-Chart 1. FC Köln

  • Torwart:
    Rensing/Varsovic
  • Abwehr:
    Brecko/Riether – Geromel/Mohammad/Pezzoni/McKenna – Eichner/Andrezinho/Brecko
  • Sechser:
    Lanig/Riether/Pezzoni/Chihi/Pezsko/Petit/Jajalo/Matuschyk
  • Offensives Mittelfeld:
    Chihi/Peszko/Lanig/Roshi/Freis/Clemens – Jajalo/Podolski/Lanig – Jajalo/Peszko/Clemens
  • Sturm:
    Podolski/Novakovic/Freis/Jajalo

Reaktionen

  1. Wo kann man Kommentare eingeben?

    Nach elf Jahren habe ich die Kommentare im Blog mangels Zeit für Kommentarverwaltung geschlossen. Es kann noch kommentiert werden. Es ist aber etwas umständlicher geworden.

    1. Das Kommentarblog http://allesausseraas.de/, aufgezogen von den Lesern @sternburgexport und @jimmi2times
    2. Sogenannte „Webmentions“ mit einem eigenen Blog. Siehe IndieWebCamp
  2. @dogfood starke Analyse. Habe beide Buli-Spiele des FC im Stadion gesehen und stimme in fast allen Punkten zu. Wichtigster Punkt imo: weil die Spieler noch kein Vertrauen in das System haben, trauen sie sich nicht, kompakt hoch zu stehen. Dann geht natürlich alles schnell zu Bruch. Gegen WOB waren Nova/Poldi und die 4er-Kette teilweise 70, 80 m auseinander. Das war in der 1. HZ auf Schalke schon wesentlich besser.

    In einem Punkt widerspreche ich dir: Lanig ist für mich nicht solide, sondern das Abbild eines Schönwetterfußballers. Und wenn er einmal richtig in 2kämpfe geht, dann so ungeschickt wie auf Schalke, als er gut mit Gelb-Rot noch vor der Pause vom Platz hätte fliegen können.

  3. ohne bisher ein spiel von köln diese saison gesehen zu haben, ist das aber genau das, was man braucht, um sich den karnevalsverein anschauen zu können :D

    das solbakken-system ist bei mir auf wiedervorlage. hochinteressant. danke!

  4. Perfekt, wie stets analysiert bis auf zwei Punkte, die ich anders sehe:
    a) gebe ich artus Recht, dass Lanig nicht wirklich solide ist. Er ist IMHO zu langsam sowohl mit Ball als auch im Spielverständnis. Zudem hat er etwas “pomadiges” an sich. Ähnlich wie Podolski ist er nur zu gebrauchen, wenn er Lust hat und es in der Mannschaft eh läuft.
    b) die langen Bälle. Ich habe jetzt die beiden Bundesliga-Spiele und den Pokalsieg gesehen und meine genau hier zu sehen, dass eben die langen Bälle nicht mehr als Alheilmittel herhalten müssen, sondern dass versucht wird mit zwei, drei kurzen Pässen über Riether-Lanig-Jajalo (Peszko/Chihi) versucht 20, 25 Meter Raum gut zu machen und dann über die freien Außen Richtung Tor zu gehen.
    Vielleicht ist das aber auch nur ein gutes Stück Hoffnung…

  5. Ich sehe im Kader so viele Schwachstellen, dass ich überhaupt nicht einschätzen kann, wie lange es dauert, bis Köln wieder erfolgreichen Fussball spielen wird, bzw. bis man Solbakkens Arbeit beurteilen kann.

    Ehrlich gesagt bin ich überrascht, dass sich Leute wie Lanig, Mohammad, Pezzoni, auch Brecko und Andrezinho überhaupt in der Liga halten, bzw. sich teils gar Stammspieler nennen können. Lanigs angesprochene Schwächen kann ich nur bestätigen, Mohammad und Pezzoni halte ich auch für überbewertet, schwach speziell im Positionsspiel, was aber so wichtig zu sein scheint im neuen System. Brecko ist der vielleicht schwächste Aussenverteidiger der Liga im Angriffsdrittel, Andrezinho der vielleicht schwächste im Abwehrdrittel. Eichner kann schon was, aber ist auch nicht so gut, wie man im Zuge der Rückrunden-Euphorie vielerorts gehört hat. Dazu ist Riether vor allem dann stark, wenn er Platz vor sich hat, (mit dem Ball) laufen kann. Als positionstreuer 6er in diesem System dürfte er eher durchschnittlich sein. Jajalo hat Potenzial, aber abgesehen von vielleicht Augsburg und Freiburg hat jedes Team einen Flügel von mindestens diesem Format. Chihi und Peszko können gute Momente liefern, aber haben kaum die Konstanz und Sicherheit, um (in diesem System) über längere Frist positiv aufzufallen.

    Tönt vielleicht etwas hart so, alle diese Spieler haben auch ihre Stärken, aber insgesamt sehe ich einfach zu viele Dinge, die man auch mit dem besten System der Welt nur schwer gerade biegen kann… Wird also wohl doppelt hart für den FC diese Saison.

  6. Letzte Saison gab es doch einen ähnlichen Fehlstart mit einem ähnlich umstrittenen Trainer und einer umstritten Personalpolitik. Von daher nix Neues: Am Ende der Hinrunde kommt jemand, der den “Verein kennt”, weil das ja anscheinend immer das Wichtigste ist und dann wird mit Ach und Krach und einem “befreiten” Podolski der Klassenverbleib gesichert.
    Das ist das einzige System, das ich in Köln erkennen kann.

  7. Fiel mir beim Lesen von Solbakkens taktischer Ausrichtung erst auf, wie sehr die nach Son Of Drillo, dem legendaren norwegischen Nationaltrainer, klingt – extreme Raumdeckung, lange Bälle auf raketenartig nach vorn sprintende Offensivkräfte. Ein streng genommen häßlicher und am Business-Ende des internationalen Fußballs (in WM- und EM-Endrunden zum Beispiel) eben wegen seiner offensiven Zufallsbasiertheit auch limitierter Stil, aber defensiv äußerst stabil, heimstark (zumindest in der norwegischen Kälte) und durch seine Andersartigkeit irgendwie (manchmal) auch faszinierend.

    Köln mußte ja den designierten Olsen-Nachfolger Solbakken sogar beim norwegischen Verband auslösen, was man auch in jedem Artikel über ihn findet – leider aber nirgends was zu einer denkbaren Olsen-Solbakken-Verbindung, obwohl Solbakken in der zweiten Hälfte der 90er (der ersten Drillo-Ära) für Norwegen 58 Länderspiele im zentralen Mittelfeld gemacht hat oder darüber, was Solbakken gegebenfalls anders macht als der Meister.

    Konkret für Köln stellt sich natürlich die Frage, wie weit Norwegen mit zwei undefensiven Stürmern wie Podolski und Novakovic gekommen wäre – da wird eigentlich eher 4-5-1 gespielt. In der evtl. nötigen Umstellung (einer der beiden raus, oder Podolski zurück ins Mittelfeld) läge ja nochmal zusätzliches Konfliktpotenzial.

  8. Bei den Abgängen fehlt leider die Kapitänsbinde (wechselte zu Geromel).

  9. gute Analyse. Sehe das mit Lanig aber auch eher wie die Kommentare hier. Einzig seine Kopfballstärke bei Standards würde dem Team fehlen. Als Alternative könnte er mal Matuschyk spielen lassen. Der hat mir letzte Sasion in einigen Spielen gut gefallen. Er hat auch einen guten Schuss.

    Ich sehe die meisten Probleme aber bei den AV. Mit Eichner hatte ich gehofft, dass die linke Seite endlich mal dicht ist. War sie in der Rückrunde zumindest zu Hause auch. Aber er scheint am wenigsten mit dem neuen System zu recht zu kommen. Wie der gg WOB die erste halbe Stunde gespielt hat…unfassbar. Kein Laufduell und so gut wie keinen Zweikampf gewonnen. Stand nur doof rum und lief hinterher. Brecko auf der anderen Seite spielt schon lange hier. Ich meine zu lange. Er hat aber auch keine Konkurrenz. Schorch hat zu Beginn seiner FC Zeit dort bessere Spiele als brecko. Er sieht sich aber als IV. Das scheint er aber nicht zu sein. Denn weder Soldo, Schäfer, Finke noch Solbakken lassen ihn da ran. Hätte man vielleicht mal probieren sollen. Oder man sollte einen jungen RV holen, der nichts kostet aber vielleicht Potenzial hat. Nur damit der Brecko mal Feuer unterm Hinter bekommt.

    Wir werden nun durch den Start erstmal unten drin hängen. Ich hoffe das wir am Samstag 3 Punkte holen, damit sich alles etwas beruhigt. Und sich vielleicht etwas Selbstvertrauen aufbaut. Mit diesem könnte das System an Laufen gebracht werden.

  10. zu RV noch:
    Riehter wird im Mittelfeld benötigt und Andrezinho scheint ja für beide Seiten die Alternative zu sein. Kann also auch nur bedingt Druck auf Stammkräfte ausüben. Und er ist defensiv sagen wir mal sehr bescheiden

  11. Gute fachliche Analyse! Solbakken will ein neues System einführen und in der Tat waren die Kölner auf Schalke sehr konzentriert und haben fast eine Halbzeit lang nichts zugelassen. Das änderte sich dann in Halbzeit zwei.

    Der Handelfmeter für Schalke war allerdings absolut gerechtfertigt, wenn auch hart!

    Bin gespannt ob man Solbakken die nötige Zeit gibt. Mit der Aktion (richtig oder nicht) Podolski die Kapitänsbinde zu nehmen, hat er sich jedoch unnötig selbst den Ast angesägt…

  12. Ach SO sähe Sportjournalismus aus, wenn es Taktisches und Technisches zu berichten gäbe, statt der Binde vom Poldi, dem Iro vom Neymar, der Frau vom Effe, den Millionen vom Magath, der Superheit vom Götze etc. Horeni! Schmieder! Roeckinghaus! Durstewitz! Lest und staunt!
    Die Analyse verdient hier in Köln jeden Leser, der versucht sich vom Express und dem StadtAnzünder über den FC informieren zu lassen.
    Jetzt noch Vergleichbares zu 96 vor dem Spiel gegen Sevilla und mehr brauch ich nicht ;-).

  13. Was um alles in der Welt hat Sport1 dazu bewogen, den “Ex-Nationalspieler” Marco Rehmer zum Experten zu machen und ihn dann noch zig-mal live dazuzuschalten?

    Schlimmste “ich sag mal” Rhetorik, keinerlei Analyse, nur ein holpriges Gestammel von Ääähs und Öööhs. Von Wortwitz, Esprit, Schlagfertigkeit ganz zu schweigen. Grausam!

  14. Der hat bei der Eintracht gespielt, die wohl desöfteren Montags zu sehen sein wird. Inhaltlich ganz dünn, der von ihm mehrfach prognostizierte Gekas-Wechsel wurde auch nicht vollzogen. Spitzenmann!

  15. Ewald Lienen ist doch z.Zt. arbeitslos, warum wir der nicht mal gefragt? Oder ist der Sport1 doch zu intellektuell? Also lieber noch 300 mal Peter Neururer. Seufz.

  16. Das Depth-Chart… fehlt da ein zentraler Verteidiger, oder kommen aus den vier “Geromel/Mohammad/Pezzoni/McKenna” je zwei als Innenverteidiger in Frage? Würde sich sonst eher als ein 3-1-3-1 lesen, was evtl. mit “Auf’n Platz” (wo die Wahrheit liegt) decken würde.

  17. Sehr gute Analyse!
    Tja und nun ist der Mohamad wohl weg! Mal gespannt, ob sie da noch einen adäquaten Erstatz finden bis Ende August. Ansonsten wird McKenna wohl bis zur Winterpause durchspielen müssen…

  18. Die taktische Analyse hat mir gut gefallen, da habe ich was dazu gelernt.

    Allerdings sehe ich das so ähnlich, wie andere schon vor mir. Der Kader ist an einigen Punkten viel zu schwach. Die Außenverteidiger sind grottig, die Innenverteidiger haben keine bundesligareifen Alternativen (Pezzoni ..) Chichi ist bestenfalls Ersatzspieler. Was ich bisher von Riether gesehen habe, vor allem gegen Arsenal, lässt mich an Finke zweifeln. Und dann noch auf der 6. Sorry, aber ein 6er muss auch mal in der Verteidigung aushelfen, mit geschätzten 1,65 ist das einfach keine Position für ihn.

    Die Kapitänsdebatte ist albern. Intern spielt das kaum eine Rolle, das ist fast ein reines Medienthema.

  19. gute analyse – und eine tolle, frauen-affine überschrift!

  20. @SK

    Denke nicht, dass ein guter 6er unbedingt eine bestimmte Größe haben haben muss.Ich bevorzuge auf der Position eher kleiner laufstarke Spieler. Siehe Hannover mit Pinto und Schmiedebach, die die gleiche Statur wie Riehter mitbringen. In der Vergangenheit zum Beispiel ein Makele. Größe ist absolut nicht von Bedeutung auf dieser Position.

  21. @SK: Interessehalber. Teilst Du uns intime Kenntnisse des internen Themenspektrums mit, oder vermutest Du? Und umfasst “intern” auch das innere und die Gemütsverfassung des Volldeppen?

  22. Im aktuellen Kicker gibts einen guten Artikel über die wichtigsten Elemente von Solbakkens System. (Etwa so darf Sky heute im Vorlauf das gerne in Bild und Ton abhandeln…).

    Finde Solbakken auf jeden Fall interessant und sehr durchaus die Vorteile, die das System bietet, aber bezweifle – wie anscheinend einige Spieler – dass dies mit einem Mittelfeld-Team in einer “Weltklasse” Liga auf Dauer funktionieren kann. Kopenhagen hatte als Spitzenteam in einer mittelmässigen Liga pro Spiel in der eigenen Platzhälfte vielleicht halb so viele und nicht annähernd gleich anspruchsvolle Situationen zu lösen. Glaube für die Kölner ist vieles nicht nur neu, sondern auch wirklich sehr, sehr schwierig umzusetzen gegen die Klasse gewisser Bundesliga-Teams.

    Schon klar, Solbakken führt dann als Einwand immer gerne die Champions-League-Erfolge mit Kopenhagen und speziell die Barcelona-Spiele an. Dort habe es ja auch gegen Spitzenteams funktioniert. Na ja, ein Remis gegen Barcelona ist immer beachtenswert, aber da hat er eindeutig davon profitiert, dass sein natürliches System – die Mitte zuzumachen mit zwei Ketten – auch genau Barcelonas bevorzugte Spielweise zunichte machte. Schon klar, stark umgesetzt, aber Barcelona war so gesehen nicht der unangenehmste Gegner für Kopenhagen und jedenfalls das Spiel für mich kein Hinweis bezüglich Tauglichkeit des Systems im Allgemeinen.

  23. […] Bis dahin empfehle ich die Analyse von dogfood. […]