Screensport am Dienstag

Nanu? Hat zumindest die Internetredaktion von ARENA ihre Arbeit schon eingestellt? Beinahe hätte ich mich auf das dort abgedruckte Tagesprogramm verlassen. Weder für heute noch für morgen sind die genauen Ansetzungen der beiden Halbfinals der Copa America angeben. Zudem sind falsche Sendezeiten zu lesen.

Urs Siegenthaler zeigte sich in einem Interview mit dem DFB recht begeistert über die Copa America (Hat Tip Abendblatt).

Die Ausrichtung ist tatsächlich überwiegend offensiv, anders als bei der Weltmeisterschaft in Deutschland. Fast alle Teams spielen mit zwei echten Sturmspitzen, zudem mit zwei bis drei Mittelfeldspielern, welche auch die Offensive bevorzugen. Der Spielaufbau, schon vom Torhüter und Innenverteidiger, ist stets offensiv. Die Bereitschaft, weite Wege zu gehen, ist enorm […]

Es ist bemerkenswert, dass hier fast alle Teams mit Ausnahme Brasiliens mit einem 4-4-2-System spielen […] Sehr stark sind Mexiko, das ein lupenreines 4-4-2 praktiziert, und Argentinien, das das 4-4-2 in der Raute perfektioniert.

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Zeilensport: Vom Genie und vom #@!§

Mein persönlicher Fußballgott Urs Siegenthaler hat wieder ein Interview gegeben. Diesmal der Berliner Zeitung. Ich halte es deswegen für eines der besten Interviews von ihm, weil sein Gesprächspartner Boris Hermann – als Journalist mir davor noch nie aufgefallen – bemerkenswert gute Fragen gestellt hat. Hermann scheint freier Journalist zu sein. Wer googlet findet von ihm Artikel in der FAZ oder ein Interview mit Sebastian Deisler bei den 11 Freunden. Zurück zum Interview mit Siegenthaler.

Hermann: Dominiert der englische Tempofußball vielleicht auch deshalb, weil der Rest in Europa noch immer im Zeitalter der Verteidiger lebt?

Siegenthaler: Das ist eine Gegebenheit, die wir versuchen müssen zu akzeptieren. In etwa ab dem Moment, als Frankreich 1984 Europameister wurde, begannen wir alle, die aktiv im Trainerumkreis tätig sind, mit dem 4-4-2.

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Zeilensport: Egil Olsen

Ungefähr ein bis zweimal im Jahr taucht hier in allesaussersport der Name Egil Olsen auf. Eine Reminiszenz an seinen Auftritt als norwegischer Nationaltrainer u.a. bei der WM 1998.

Bis 1998 hatte ich noch nie bei einer Mannschaft so sehr das Gefühl, dass sie ein one trick pony ist, wie bei der norwegischen Nationalmannschaft. Der Ball wurde aus der eigenen Abwehr möglichst schnell nach vorne gebolzt und vorne wiederum möglichst schnell der Torabschluß gesucht. Es sah so simpel aus wie es sich anhört und war für Zuschauer entweder furchtbar ermüdend und vorhersehbar oder faszinierend ob ihrer Klarheit.

Egil Olsen war kein Idiot und hatte durchaus stichhaltige statistische Gründe um so zu spielen wie er spielen ließ. Dann nannte er Zahlen dass soundsoviele Tore binnen der ersten Sekunden nach Balleroberung fallen würden, also müsse man schnell spielen.…

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Fuß, Foot und Kopf

Fuß vs. Foot

Surfguard hat eine Äußerung von Felix Magath in einem Interview über Schach zum Anlaß für einen kleinen Blogeintrag genommen.

Magath: “Die Taktik ist im Fußball kaum wissenschaftlich erforscht.”
Stimmt erstaunlicherweise. Im Football ist das beispielsweise ganz anders. Fußball wird aber immer noch nicht als strategisches Spiel begriffen

Es gibt schon gewisse Abhandlungen über Fußballstrategien. Ich verwies im Januar 2005 auf den ernstgemeinten Aufsatz einer US-Militärzeitschrift, die amerikanische Kriegsführung anhand des Vergleiches zwischen Fußball und Football erklärt (damals in den USA von Jürgen Kalwa in der FAZ aufgegriffen)

Die interessante Frage hinter Magaths und Surfguards Bemerkung ist aber: wieviel lässt sich an Fußballstrategien und Taktiken erforschen? Ich behaupte, dass bei fließenden Sportarten wie Basketball oder Fußball zuviele Variablen existieren um die Sportart im klassischen Sinne zu untersuchen.…

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Wort zum Montag, heute: Jürgen Schmieder

Am Wochenende beschloß der DFB, namentlich Sportdirektor Matthias Sammer und Bundestrainer Joachim Löw, eine einheitliche taktische Grundausrichtung für die Nationalmannschaften von der U-18 an aufwärts, erstmal gültig bis Sommer 2008. Wer sich die Auswahl an Artikel dazu auf Google News anzeigen lässt, sieht häufig den Inhalt verkürzt auf “Sammer verbietet Dreierkette“. Leider sehe ich keine offizielle Pressemitteilung und finde auch nicht den Wortlaut des BamS-Interview auf das sich viele Meldungen berufen.

Dennoch lassen sich ohne Probleme relativierende Statements finden, wie z.B. in der WELT:

„Wir wollen keine positionsbezogene Blindheit der Spieler. Aber jeder Spieler beim DFB soll wissen, was von seiner Position verlangt wird“, sagte Sammer der „Bild am Sonntag“. Lediglich von der U15 bis zur U17 darf zwischen 4-4-2 und 4-3-3 variiert werden.

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