Einige kennen vielleicht “AmA” – “Ask me Anything” von Reddit. Zum Zehnjährigen bleibe ich heute abend bis roundabout 23 Uhr in Tastaturnähe und stelle mich euren Fragen.
Wer eine Frage hat, kann sie in den Kommentaren stellen. Ich werde die Fragen nach Lust und Laune aussuchen und hier oben beantworten. Die Reihenfolge wird, anders als beim Liveblogging, von oben nach unten sein (neuste Antworten unten). Die Fragen in den Kommentaren, die ich beantwortet habe, werde ich kennzeichnen (auch wenn ich noch nicht weiß wie…). Ich weiß selber nicht was heute abend dabei rauskommt.
Ab und zu werde ich für einige Minuten verschwinden um Abendessen zu machen und zu staubsaugen.
Ansonsten an dieser Stelle vielen Dank für die Glückwünsche und Grüße. Sie sind angekommen und ich habe mich gefreut.
Und damit kann es los gehen.
[19h20] 19h19 von McP
Gratulation dogfood, wie fühlst Du Dich?
Die Field-Reporter-Gedenkfrage? Momentan größtenteils auf Autopilot, da sich unter der Woche der Tagesablauf von selbst ergibt.
Ich arbeite seit drei Wochen (und noch eine Woche lang) bei einem Kunden vor Ort, von 9 bis 18 Uhr. Davor schreibe ich zuhause ca. zwei Stunden allesaussersport. Mit Einkaufen, Abendessen, Haushaltmachen, stellt sich vor 20h/21h gar nicht erst die Frage “Und was machen wir jetzt?“, sondern, was der nächste Punkt in der To Do-Liste im Kopp ist, der gemacht werden muss oder sollte…
[19h26] 19h20 von Conojero
Welches sportliche event/ welche Entscheidung oder sportl. Skandal kommt dir als erstes in den Sinn, wenn du an die letzten 10 Jahre denkst? Und warum?
Dazu bin ich im Sport zu breit aufgestellt. Das ist eher so ein Assoziationsblaster.
Das Tor von Klose Neuville (Thx Salopp) auf Vorlage von Odonkor bei der WM 2006 gegen Polen in Dortmund.
Gonzaga gegen UCLA in der March Madness mit Gus Johnson, Boise State mit seinen Trickspielzügen gegen Oklahoma(?) bei seiner ersten großen Bowl (Fiesta Bowl?).
Das Rugby-WM-Finale Neuseeland – Frankreich mit der Reaktion der Franzosen auf den neuseeländischen Haka.
Die Bundesliga-Saison von St. Pauli mit dem Derby-Sieg (plus der Story von Pliquett), aber auch der historischen Klatsche im letzten Saisonheimspiel gegen Bayern. Ich habe nach dem Spiel Probek vom Stadion abgeholt. Wir sind zu Fuß vom Millerntor zu uns, nach Eimsbüttel gegangen und es war im ganzen Viertel zwischen Millerntor und Schanze bei hochsommerlichen Wetter eine unfassbare relaxte Stimmung auf der Straße, trotz der Niederlage.
Fällt das noch im Zeitraum ab 2003? Ich glaube ja: St. Paulis DFB-Pokal-Sieg gegen Werder Bremen im winterlichen Millerntor. Da habe ich vor dem Fernseher vor Freude minutenlang geweint.
Das Freundschaftsspiel Deutschland – Niederlande vor der EM 2012 in Hamburg. Ich habe live schlichtweg noch nie besseren Fußball gesehen, als das was die deutsche Nationalmannschaft an dem Tag zeigte.
Das sind so die Dinge die mir jetzt gerade spontan einfallen.
[19h39] 19h26 von ferenc_i
Wie viele Fernseher hast Du wirklich?
Zuhause eigentlich nur einen, aber zwei Satelliten-Receiver und da der Fernseher Split-Screen kann, kann ich zwei Bilder gleichzeitig sehen. Nach Bedarf kann ich hocheskalieren mit iPad und Laptop. Am Fernseher ist noch ein alter Laptop angeschlossen um ggf. Streams auf den Fernseher zu bringen. Und da die Freundin derzeit in München weilt, habe ich ihren Fernseher auch gleich in mein Zimmer gerollt.
Das ich aber wirklich mehrere Übertragungen gleichzeitig laufen habe, kommt seltener vor. Ich habe ein relativ waches Auge auf Ticker und Twitter und kann ggf. umschalten.
Im Büro habe ich keinen Fernseher, aber neben Laptop auch einen Bürorechner (mit zwei Monitoren).
[19h44] 19h25 von fan
Wird sich deiner Meinung nach Sky in den nächsten Jahren die Champions League wie in Frankreich exklusiv holen können oder fängt man klein an mit der Europa League?
Ich glaube das hat SKY bei der Champions League gar nicht so in der Hand. In Frankreich ist Pay-only-Champions League (vom Finale abgesehen) die Konsequenz daraus, dass es kein gutes Free-TV-Angebot für die UEFA gab, mit Angeboten von unter 30 Mio Euro. Zum Vergleich: das ZDF soll etwas mehr als 50 Mio Euro pro Saison zahlen.
TF1 hat ein Quotenproblem, auf das sie nicht mit Investment, sondern neuen Führungsstrukturen und Kostensparmaßnahmen reagieren. M6 unter Bertelsmann/RTL-Haube war im Kontext mit der CL auch nicht wirklich laut auf dem Radar. Umgekehrt hast du im Pay-TV-Bereich mit Canal+ und BeIn Sport zwei konkurrierende Pay-TV-Systeme gehabt, die sich gegenseitig ausstechen wollten und strategische Preise auf den Tisch gelegt haben.
Diese Gemengenlage gibt es in Deutschland nicht und mit drei (zwei) von vier (drei) deutschen Vereinen exklusiv im TV dürfte SKY gut leben. Ich denke in Sachen SKY wird die größte Action in dem Formel 1-Bereich stattfinden, wo man nach englischen/italienischen Modell eine Exklusivität für die Hälfte der Rennen anstreben wird, wenn nach Auslaufen des RTL-Vertrages 2015 was machbar ist. Da RTL derzeit 70 Mio Euro pro Saison zahlen soll, kann man sich ausdenken, was SKY da 2016 draufsatteln müsste…
[19h58] 19h24 von nazuile
Wie ist die Idee zu aas.de entstanden?
Ich habe relativ früh mit dem Bloggen angefangen. Ich bin der festen Überzeugung dass ich 1998 mit dem Bloggen angefangen habe, kann aber, glaube ich, nur Dateien von nach 2000 oder so nachweisen (und inzwischen passiert auf der Schiene aus Zeitmangel eh kaum was). Es war ein Blog über mein Leben. Privat, Beruf, Freizeit. Und ich bemerkte im Laufe der Zeit, dass der Sportanteil wuchs.
Kleiner Schwenk noch weiter zurück: im Laufe meiner Schulzeit hatte ich es mir angewöhnt, während der Unterrichtstunden und später beim Lernen, Dinge aufzuschreiben um es mir selber zu erklären.
Das ist einer der Mechanismen die mich beim Bloggen antreibt: damals wie heute. Schreiben als Prozess für sich selbst um sich zu informieren, recherchieren, was zu erklären, Theorien zu entwickeln, den Mund wässrig zu machen oder Überblick zu verschaffen. Insofern hat das Bloggen für mich, trotz der Öffentlichkeit, auch sehr viel mit Introvertiertheit zu tun. Und solange dieses Fitzelchen “ich mache es auch für mich“-Egoismus dabei ist, gibt es auch gewisse Chancen, dass die Motivation erhalten bleibt.
Ähh… ach so, zurück zur Entstehung von allesaussersport.de. Konsequenz aus dem zunehmenden Sportanteil im “privaten” Blog, war dann das Auslagern in einem eigenen Blog.
Zu der damaligen Zeit, roundabout 2003, war Markenschutz für Domains ein großes Thema und da ich kein Bock hatte, eine eigene Marke anzumelden, suchte ich ein Domainname, der so komplett beknackt war, dass er mit Sicherheit nicht als Marke für ein Sportblog in Anspruch genommen werden würde. Voila.
Dass dabei auch noch Vorteile absprangen, wie ganz weit oben im Alphabet zu stehen und ein brauchbare Abkürzung mit “aas” zu haben (hey, gleich zwei ‘A’s!), war nicht beabsichtigt und ist mir auch erst später bewusst geworden.
[20h12] 19h23 von Carom
Wie oft schaltest Du trotz laufender Übertragungen die Glotzen (TV und Monitor) aus und gehst an die frische Luft?
Die Frage passt nicht ganz zu meinem Tagesablauf. TV und Monitor sind quasi mein Anfangs- und Endpunkt des Tages. Frische Luft gibts eher dazwischen. Ich habe ein eigenes Büro in der Innenstadt und verlasse dadurch auch minimum fünfmal die Woche die Wohnung. Ich gehe sehr gerne zu Fuß. Meine Wertschätzung für das Spazierengehen ist mit der Zahl der Podcast-Abos sogar eher noch gestiegen. Im Schnitt bin ich lt. App jede Woche zwischen 30 und 40km zu Fuß unterwegs.
Ich glaube das mein TV- und Blog-Pensum überschätzt wird (bzw. ein nicht mehr aktuelles Bild von früheren Tagen noch vorherrscht). Aber ja, ich hänge viel vor Monitoren. Auch beruflich bedingt, weil im Bereich des ganzen Webkrempels technisch in den letzten 2-3 Jahren das Tempo an neuen Entwicklungen noch einmal heftigst zugenommen hat.
[20h26] 20h26 von Markus
Hat schon mal jemand versucht Dich dazu zu bringen sehr positiv über eine Geschichte zu schreiben ? Reagieren Sender/Sportler etc. auf Kritik bei AAS ?
Grundsätzlich ist jeder von interessierter Seite bemüht, sein Ding positiv zu platzieren oder kommunizieren. Es wurde aber nie plump “Schreiben Sie positiv” gesagt. Es läuft eher über die Empathie-Schiene. Je größer die Nähe, je mehr man die Leute auch kennt, desto mehr scheut man sich, die Keule rauszuholen. Nicht nur wegen der Nähe, sondern auch, weil man mehr über die Hintergründe weiß, warum bestimmte Entscheidungen fallen.
Aber zurück zur Nähe: Es gab beim Wechsel von PREMIERE zu SKY bei der damaligen Präsentation des Bundesliga-Programmkonzeptes ne Geschichte, über die ich mir noch heute einen Kopf mache. Wer das Blog aufmerksam liest, weiß dass ich durchaus große Sympathien für einen Field Reporter von SKY hege. Das Programm wurde damals in einem Vereinsheim vorgestellt, Field Reporter mir gegenüber, gegen den Türrahmen gelehnt und am iPhone spielend. Nach der Vorstellung ging es zu den Häppchen und Gesprächen raus aus dem Vereinsheim. Ich stehe am Spielfeldrand, spreche evtl. gerade mit einem Journalisten, als der Field Reporter auf mich zukommt und mich mit Namen begrüsst, sagt wie gerne er das Blog liest usw, usf. Wir haben knapp fünf Minuten lang miteinander gesprochen.
Bis heute stelle ich mir die Frage nach der Authentizität des Small Talks. Ist der Field Reporter zu mir geschickt worden? “Mach mal gute Laune, der steht auf dich.“. Ich bin hin- und hergerissen zwischen kleiner Perfidie der Öffentlichkeitsarbeit oder dem möglicherweise zu großen Argwohn und Mißtrauen meinerseits.
Reaktion auf Kritik? Ja und nein. Manchmal, und IMHO immer noch zu selten genutzt, meldet sich ja jemand vom Sender/vom Dienstleister in den Kommentaren und erklärt warum etwas so ausgefallen ist, wie es ausfiel. Manchmal erfolgt es als eMail um mich mit Hintergrundwissen zu versorgen, dass ich dann bei nächster Gelegenheit mal mehr, mal weniger subtil einfließen lassen kann.
Die vermutlich größte Reaktion auf Kritik hat sich nicht im Blog ereignet, sondern eines Sonntagmittags, als ich unvermittelt einen Anruf bekam und sich jemand über seines Erachtens unfaire und unsachliche Kritik beschwerte. Daraus entwickelte sich ein knapp einstündiges Gespräch, bei dem wir auf keinen grünen Zeig kam. Die Person macht immer noch einen für meinen Geschmack schlechten Job, bekommt aber Karmapunkte für das Suchen der direkten Auseinandersetzung.
Ansonsten hat sich mal der inzwischen leider verstorbene Stéphane Franke gemeldet (offen gesagt: ich weiß nicht mehr ob in den Kommentaren oder nur per eMail). Dabei ging es um einen Blogeintrag der u.a. auf den Dopingverdacht bzgl. des von ihm trainierten Damian Kallabis einging. Das war lt. meiner eMail-Suche im Mai 2007. Er hat nicht gedroht, sondern einfach nur seine Version erzählt – völlig legtim und von meiner Seite aus auch gerne angenommen.
[20h55] 20h18 von fan
Hat sich deine Sehstärke durch das viele Schauen auf unterschiedlichste Bildschirme und Monitore verschlechtert?
Ich bin kein Arzt. Ich werde nur älter :-) Ich habe tatsächlich erst seit ungefähr anderthalb Jahren eine neue Brille und davor meine Zivildienstbrille von 1987 gehabt. Damals als Zivildienstleistender von der Krankenkasse für lau bekommen, habe ich sie ein Vierteljahrhundert behalten. Kurzsichtig, -0,5 und -1,5. Ein Vierteljahrhundert später hat die neue Brille -2 Dioptrien. Also noch keine Glasbausteine.
[21h10] 20h20 von Peter Pan
Wie alt bist Du?
Jahrgang 1967, 45 Jahre alt.
[21h11] 20h24 von Condor
Hast du noch andere Hobbys?
Nicht vieles was wirklich stets und umfangreich praktiziert wird, aber: Comics (Schlagrichtung seit ca. 20 Jahren deutlich von europäischen Comics weg, Richtung US-Comics), Computer-/Videospiele (Schlagrichtung seit Minecraft deutlich Richtung Independent-Spiele), Medien, News-Junkie, Musik von bestimmten Sendern oder DJs (FM4, BBC 6Music, Coldcut, elektronisches Zeug wie James Blake, Sbtrkt).
Mein eigentlicher Job ist Webdesign, rspkt “Frontend Development”, und mir macht das Zeug immer noch soviel Spaß, dass es auch was hobby-eskes hat, im Sinne von: sich mehr als über die reine Kundenarbeit hinaus, damit beschäftigen.
[21h17] 20h06 von Ste
Gab es jemals Angebote von Zeitungen, Magazinen oder Sportportalen, die sich gerne deine Dienste gesichert hätten? Und wäre das eine Sache, die dich – eine angemessene Vergütung vorausgesetzt – tatsächlich auch reizen würde?
Das ist tatsächlich eine der mir am meisten gestellten Fragen, wenn ich mit Medienmenschen zusammen bin. Das läudt dann in Gesprächen so ab: diese Frage wird mir gestellt, man lauscht der Antwort, gibt seinen Erstaunen kund und geht zur nächsten Frage über. Und so kommt es, dass meine Antwort unverändert lautet: Nein. Es hat keine Angebote gegeben.
Das Angebot das am dichtesten dran war, als “Angebot” bezeichnet zu werden, war vor ca. 5 Jahren eine Anfrage eines Geschäftsführers einer größeren Sportgeschäftekette. Damals ging es um Tennis und Tennisinhalte. Er wäre demnächst in Hamburg und ob man sich treffen könne. Vielleicht würde man was finden. Ich war ob der Anfrage etwas erstaunt, weil Tennis nicht wahnsinnig im Fokus meines Blogs stand (aber trotzdem hätte ich mich jetzt nicht auch verbiegen müssen, um Interesse an Tennis zu finden). Keine Ahnung wohin das geführt hätte und ob es eine interessante Richtung gewesen wäre. Zum Gespräch kam es nie. Der Termin wurde wegen “Erkältung” abgesagt – anscheinend hatte der Mann dann auch mal das Blog durchgelesen.
Als Selbständiger denke ich auf zwei Zeitebenen. Mit der Zeit lernst du eine gewisse Gelassenheit. Was kommt, das kommt. Und es kommt häufig genug aus einer komplett anderen Ecke mit der du nicht rechnest. Warum also vorher alle Möglichkeiten durchkalkulieren…
Auf der anderen Seite bist du häufig in einem Zustand der Selbst-Hinterfragung: macht mir das Spaß? Ist es das wo ich hin will? Was muss ich machen damit es mir mehr Spaß macht – und daraus entwickelt sich eine grobe Ahnung deiner angestrebten Ausrichtung und ein Hauch von Strategie.
Im Falle dieser Frage bedeutet es: kommt ein Angebot, kann ich dir sagen ob es mich reizt. Vorher mache ich mir keinen Kopf, was so ein Angebot sein könnte.
Daran hängt auch das Thema einer möglichen “Monetarisierung” (gibt es einen sympathischeren Begriff?) der Website. Es fallen mir mehr Dinge ein, die nicht zu machen sind (weil doof, weil schädlich, weil es nicht das ist, wofür ich stehe), als Dinge die wirklich zu einem Punkt hinführen, der mir einen Großteil des Lebensunterhalt einbringen könnte. Das ist der Punkt. Niemand ist geholfen, wenn ich für’n Fuffi nen Banner auf die Seite klebe. Dem Leser nicht und für mich ist das keine relevante Summe im Vergleich zum Einsatz für die Website.
Da bin ich im Grunde genommen mit dem Gedanken nicht weiter gekommen als “es kann nur über ein zusätzliches Angebot laufen” und “es kann kein Abo sein, da ich als Einzelgänger wg Urlaub und Krankheit nicht für Regelmäßigkeit garantieren kann“. Ansätze und Ideen gehen in die Richtung irgendwas mit der TV-Liste zu machen und daher arbeite ich an einer Datenbank für die TV-Liste – die aber nun auch schon wieder zwei Monate wg Jobs ruhen musste. So ist Leben.
[21h43] 19h42 von Alaaf und 19h26 von Thorben
Wie viele Unique User hat AAS bzw. auf wie viele PIs kommt die Seite im Monat?
Ein paar Zahlen, ungefährer Durchschnitt der letzten 12 Monate
- Pro Monat 80 bis 90.000 Visits, davon drei Monate mit mehr als 100.000 Visits.
- Pro Monat ca. 20.000 Unique Visitors
- Pro Monat ca. 250.000 Pageviews
- Seit Beginn des Blogs 6.287 Blogeinträge und über 191.000 Kommentare (ohne Spam-Kommentare)
- Tägliches Spam-Kommentar-Aufkommen in den letzten 30 Tagen zwischen 1.100 und 2.000 pro Tag.
[21h51] 21h37 von Sebastian
Liest Du Hawkeye?
Wenn nein: what’s wrong with you? ;-)
Da haben wir eigentlich wieder das Zeitproblem. Mein Comic-Kaufverhalten ist aktuell so, dass ich Comics nur im Urlaub (also in 95% der Fälle: Paris) kaufe. Dann laufe ich die Rue Dante einmal rauf und runter, bin um 500 bis 800 Euro ärmer und 15 kg Comics schwerer. Ich kriege aber den Stapel kaum durchgelesen.
Aktuell liegen auf meinem Nachttisch zwei Stapel Comics von je 40cm Höhe, die durchgelesen werden wollen.
Ich bin absolut in Daredevil verschossen, die jahrelang zum absoluten Höhepunkt bei Superhelden-Comics zählten, über mehrere Zyklen hinweg. Daraus haben sich einige Namen ergeben, von denen ich auch außerhalb des Daredevils alles blind kaufen würde: Ed Brubaker, Alex Maleev, Joe Quesada, Kevin Smith, David Mack, Michael Lark, mit Abstrichen Brian Michael Bendis (siehe auch seinen sehr geilen Tumblr-Blog). Daredevil in den Tradepaperbacks zwischen 2001 und 2009 ist unfassbar gutes Zeug.
[22h05] 19h29 von Don
Macht es immer noch so viel Spaß wie zu Beginn, oder vllt sogar mehr?
Der Aufwand die TV-Liste bzw. Screensport herzustellen, hat zugenommen – sei es aus Ehrgeiz möglichst viel abzubilden, sei es weil es auch mehr Möglichkeiten gibt. Man vergleiche was in den ersten 2-3 Jahren hier im Blog an TV-Programm stand… Und dieses Erstellen der Liste ist jetzt nicht immer ein Quell der Freude. Aktuell, wenn ich aufgrund eines Kundenauftrages einen Tagesablauf aufgedrückt bekomme, habe ich wenig Freiheit die Vorbereitungen für die Liste über einen Tag zu strecken. Auf der anderen Seite gibt es dann auch ein natürliches Limit, dass Screensport um 8h30 raus muss, sonst komme ich zu spät zum Kunden. Aber dann habe ich mit Screensport auch die nächsten 12 Stunden nix mehr am Hut.
Es ist nicht besser oder schlechter, sondern anders. Damit kommen wir auch wieder zur permanenten Selbst-Hinterfragung: macht mir das noch Spaß? Was kann ich machen, damit es mir mehr Spaß macht etc…
Aus einigen Geschichten z.B. in den Kommentaren, halte ich mich auch raus, weil im Laufe der 10 Jahre sich dann manches wiederholt und ich es nicht mehr lesen kann…
[22h18] 19h28 von moep
Welche ist für dich / dein persönliches Verhalten die größte Änderung, die der TV/Screensport-Konsum 2003-2013 erfahren hat.
Von persönlicher Relevanz würde ich sagen: US-Sport und Online/On-Demand.
Die US-Sport-Versorgung vor 2003 kam vorallem durch PREMIERE, die damals noch NBA, MLB, NFL und NHL im Programm hatten (wenn mein Gedächtnis mir nicht einen Streich spielt). MLB, NBA und NHL kamen ca. zweimal die Woche. Im College Basketball übertrug PREMIERE maximal die Final Four.
Der Auftritt von NASN 2005 war für mich daher eine Explosion, ein Ausbruch von etwas, wofür ich offensichtlich schon immer ein latentes Interesse hatte. Ohne NASN hätte sich bei mir nie dieses Interesse am College Sport entwickelt. Dazu kam, das NASN und später ESPN America sehr dicht “an der Quelle” waren und man besser als je zuvor mitbekam, wie Sport in den USA aufbereitet wird. Sei es großer Sport in den großen Networks, sei es kleiner Sport im Alltagsgeschäft eines RSN. Ohne dass ich jede Entwicklung dort gut heiße, aber es hat meinen Horizont über Sportberichterstattung immens erweitert.
Die Entwicklung Sportinhalte On-Demand abzurufen (und in größerer Auswahl als im TV zu sehen) ist vorallem für US-Sport-Fans interessant. Mit zunehmenden Alter hat man auch kein Bock mehr, sich jedes 1 Uhr-Spiel live anzuschauen. Sport, Online, Streams, sind eines der spannendsten Themen für die nächsten 5-10 Jahre, wobei ich glaube, dass der Sport dann doch anders tickt, als andere TV-Inhalte wie Serien oder Filme – und das wird Konsequenzen für Verbreitung, Kosten und Plattformen haben.
[22h31] 19h27 von xeniC
Wie viele Feeds abonnierst du und wie schaffst du es, diese abzuarbeiten bzw. durch zu gucken?
Im Feed-Reader sind 360 Feeds abonniert (das kommt mir fast wenig vor – habe ich beim Serverumzug einige Feeds verloren?). Ich schaue da derzeit ein-, zweimal die Woche rein und es laufen dann zwischen 1.000 und 2.000 neue Items rein. Es handelt sich da um Sport-, Medien- und Webzeug.
Darüberhinaus habe ich schätzungsweise 2-3 Dutzend Feeds abonniert, falls ich im “Breaking News”-Modus bin, also wenn ich etwas mehr Zeit habe, bzw. am Wochenende. Dann bin ich auch wieder aktiver auf dem @aasport-Twitter-Account.
Es ist eine Mischung aus Selektionsprozess und der Erkenntnis, dass etwas, was man nach zwei Wochen eh nicht gelesen hat, dann auch ruhig weggeschmissen werden kann, falls es Tagesaktualitäten betrifft.
Für Screensport werden mehrmals die Woche über 65 Websites (TV, Podcasts) besucht. 28 dieser Website sind in der “Heavy Rotation” und werden fast jeden Tag besucht.
[22h44] 22h36 von Ulrich
Wie viel würdest du für Sport (Entertainment) Übertragungen im Monat ausgeben bzw. gab es mal Überlegungen ausländisches Pay-TV (beispielsweise über französische Verwandte) zu beziehen?
Überlegungen für französisches Fernsehen hatte ich immer wieder. Noch nicht einmal so sehr Canal+ oder BeIn Sport, sondern mehr TNT Sat, also das grundverschlüsselte, über Satellit ausgestrahlte “Free-TV”. Da wollte ich mich mal schlau machen und von Twitter weiß ich, dass auch Nicolas Martin sich schlau machen wollte, aber es ist noch nicht dazu gekommen.
Preisgrenze für Sport: keine Ahnung. Die Grenze ist dort wo ich anfange mich schlecht zu fühlen. Das kann heute bei 100 Euro pro Monat sein. Das kann nächstes Jahr 50 Euro pro Monat sein. Manchmal bin ich auch nur ein Vatertagsangebot entfernt, zuzuschlagen.
Siehe oben: so ist Leben. Wenn es kommt, kommt es.
[22h50] 19h28 von McP
Für mich wirkt es so, als ob Du ziemlich viel Toleranz gegenüber Deinen Kommentatoren hast. Ist dem wirklich so oder musst Du Dich öfters beherrschen da nicht dazwischen zu gehen als es nach außen hin wirkt? Kratzen Kommentare häufig an Deiner Motivation und welche Wünsche hättest Du allgemein an uns, die wir uns hier rumtummeln?
Es ist meine größte Schwäche mich sehr schnell persönlich angegriffen zu fühlen und in Rechthaberei zu verfallen. Wie sehr die Ausprägung durchschlägt, ist eine Frage der persönlichen Laune (man frage mal bei Sebastian nach). Ich bin mir dessen meistens auf intellektueller Ebene bewusst, habe aber nicht immer die Tagesform, damit sich der Intellekt auch immer durchsetzt. Dann zieht es sich im Magen zusammen und alles drängt zur Tastatur um zu antworten und Kontra zu geben.
Relativ häufig gewinnt das Hirn. Dann setzen sich Strategien durch wie “mach erst einmal was anderes“, “schreib nix“, “wenn du die Idee nicht mit Argumenten angreifen kannst, dann bist du nur auf Krawall aus und das willst du nicht“.
Klappt in der Theorie super, ist aber immer noch ein sehr bemühter Prozess meinerseits. Ich würde mir mehr Gelassenheit meinserseits wünschen. Was auf Twitter noch weniger klappt, wo ich mitunter zu harsch rüberkomme. Und ich schnalle noch nicht einmal immer, dass ich so rüber komme.
Die Kommentare die am übelsten für meine Motivation sind, sind die Geschichten, wo ich grad eh wenig Zeit habe/Stress habe, auf der letzten Rille noch ein Screensport heraus gewürgt bekomme, und dann Kommentare der Güteklasse “Hashtag Korinthenkacker” kommen. Das sind so die Vormittag, wo ich mir denke: von zwei Stunden mehr Schlaf hätte ich mehr gehabt.
[23h05] 19h56 von Trainer Baade
Was fehlt oder stört an WordPress speziell für die hiesigen Zwecke?
Und: je Schreibhemmung verspürt?
Das ärgste Problem mit WordPress habe ich dadurch gelöst, dass ich alle Blogeinträge mit einem externen Client statt im Browser reinschreibe (MarsEdit für OS X). Seit dem nicht einen einzigen Textverlust gehabt, weil WordPress mich grad wieder ausgeloggt hat.
Es gibt in WordPress inzwischen eine Liveblogging-Funktionalität per AJAX (zumindest ein Plug-In aus dem Hause Automattic), das ich aber nicht zum Laufen bringen konnte.
Der Aktualisierungsprozess nervt, weil Config-Dateien, Plug-Ins und Theme in Verzeichnissen liegen, die eigentlich ausgetauscht werden müssen.
Schreibhemmungen? “Hemmungen” wäre ein falsches Wort. Eher Ideenlosigkeit. Ich bin ja insofern etwas anders als die meisten Blogger gestrickt, weil ich mit Screensport einen täglichen roten Faden habe, sowohl zeitlich (das Ding sollte am Vormittag rausgehen) als auch inhaltlich. Wenn das Hirn leer ist, kann ich mich immer noch an der TV-Liste von Screensport halten (“Heute spielt der FC Bayern und er ist Favorit im Spitzenspiel des 23ten Spieltages gegen Schalke 04” … Zzzzzzzzzzzzzz) oder dann auch mal nur drei Absätze schreiben und sagen, das heute nix geht.
Aber durch Screensport habe ich selten wirklich das Gefühl vor einem weißen Blatt Papier zu sitzen und nicht zu wissen, was ich schreibe.
[23h17] 22h10 von dröhn
Warum schafft der US Sport in kürze (5 bis 10 Jahre) den Durchbruch in Europa und unterstützt du den Franchise Gedanken ala Red Bull???
Ich sehe nicht dass der US-Sport den Durchbruch (sprich: Präsenz von Teams in Europa) schafft. Am ehesten traue ich es dem Basketball zu. Der Basketball bietet in Europa Big Player bei den Mannschaften (Bayern, Barça, Real, der PSG hat Interesse) und ist sportlich halbwegs auf Augenhöhe.
Bei der NHL: hmm… passt nicht so gut wie die NBA. Sportlich halbwegs auf Augenhöhe, auch mit Talenten aus der Region/aus dem Kontinent. An zwei Punkten fällt man gegenüber dem Basketball ab: wieviele europäische Teams gibt es, die europaweit wirklich bekannt sind? Wie wirtschaftlich potent sind die attraktivsten Eishockeyländer? Dazu kommen dann noch die Heckenschützen aus der KHL…
Bei der NFL sehe ich nur “Söldnerteams” mit wenig Identifikation, hohen Kosten und problematischen Spielplänen.
Als wahrscheinlichste Szenario schätze ich eine langsame Bewegung des europäischen Basketballs von Euroleague zu einer Art Conference oder Division die irgendwie an die NBA angedockt wird. Fünf Jahre scheint mir dabei aufgrund der Hallenproblematik zu kurz zu sein.
Ein Faktor der grundsätzlich gegen die Etablierung des US-Sports in Europa spricht: ich bin nicht von den Managementkompetenzen der US-Ligen überzeugt. Wo immer im Bereich des Sports US-Management in Europa agiert, ist der WTF-Moment nicht weit. Das geht von hanebüchene Vorstellungen über die Popularität der eigenen Sportart in Europa und wie bitte schön die TV-Sender auf den für die Massen ach so attraktiven Sport anspringen sollen, bis hin zu ESPN America. Zwei Jahre hat man von der Übernahme von NASN bis hin zum Relaunch gebraucht. Sechs Jahre Aufbauarbeit in die Marke ESPN in Europa hat man gestern weggeschmissen, als man einen profitablen Sender schloss. Ohne dass auch im Management starke Partner in Europa gefunden werden, wird das nichts.
Red Bull. Finde ich aus unterschiedlichen Gründen nicht schlecht.
Was den Fußball in Leipzig und Salzburg angeht, so stellt sich Red Bull als alternativlos dar. Austria Salzburg war vor der Übernahme tot und Leipzig in sich zerstritten. Was nicht ein kompletter Freispruch für Red Bull im Fußball sein soll. Ich hatte erst letztes Wochenende das Spitzenspiel Salzburg – Austria gesehen und die Veranstaltung im Stadion fühlte sich am Fernseher immer noch als extrem artifizielles Produkt an. Es wirkt immer noch wie “Produkt sucht Publikum” statt umgekehrt. Dazu kommt die Liefering-Geschichte in Österreich, die nicht wirklich galant ausschaut.
Red Bull in der Formel 1: das passt. Sie haben ihr eigenes Profil in einer eh inzwischen recht artifiziellen Sportart gefunden.
Red Bull im Eishockey. Zu den Österreichern und Münchnern habe ich mir keine Meinung gebildet. Aber auch hier: München wäre nach Lage der Dinge ohne Red Bull weg vom Fenster. Insofern dort die grundsätzliche Tendenz bei mir: mich störts nicht.
Franchising grundsätzlich: ist für mich in geschlossenen Ligen sinnvoll.
[23h40] 19h27 von Salopp
Fühlst du dich manchmal nicht ausgepowert mit Privatleben, Beruf und uns Süchtigen?
Jein. Ich mach es mal kurz, weil das ein Punkt wird, über den ich alleine eine Stunde schreibe könnte. Ich hatte in der Tat bzgl. des Blogs vor einigen Jahren einen Punkt, wo ich das Blog für mehrere Wochen liegen ließ (ich kann mich noch nicht einmal erinnern wie lange), weil ich der Auffassung war, das es für mich besser sei.
Aber die größten Probleme wurden durch den Beruf getriggert und ich glaube die hat man im Blog kaum bemerkt. Durch Überarbeitung hatte ich zwischen Sommer 2011 und Jahresende 2011 zweimal einen Burnout. Nicht nur als lax daher gesagtes Schlagwort. In den Folgemonaten haben bei mir recht massive Prozesse eingesetzt um nochmalige Burnouts zu verhindern, Stichwort: eigene Büroräume suchen, Ablehnung von Aufträgen, sich beruflich neuen Themen widmen, Einstellung zum Beruf und zu Aufträgen ändern. Das hat gedauert und eigentlich hatte ich erst im Frühjahr dieses Jahr das Gefühl gehabt: “Jo, jetzt kannste deine Reise beginnen“.
Will sagen: ich weiß seit 2011 was “ausgepowert” wirklich heißt und das was das Blog an Stress produziert, ist im Vergleich was aus dem Job kommen kann, Pipifax. Bei Blog traue ich mir zu, den Stecker noch selber aus der Wand zu ziehen.
[23h58] 22h12 von Jens
Gibt es irgendeine Sportart, die im Blog nicht vorkommt, weil Du sie scheiße findest bzw. nicht ernst nimmst?
Ja. Die Sportarten über die ich nicht schreibe :-)
Ich glaub von sämtlichen Sportarten die mit irgendeiner Form von “ästhetischen” Noten arbeiten (Haltungsnoten etc…) mag ich eigentlich nur die Geschichten aus dem Extreme Sport-Bereich, Stichwort X-Games. Ansonsten: kein Kunstturnen, kein Eiskunstlaufen, kein Tanzsport, kein Turmspringen, kein Synchronschwimmen.
Um zur nächsten Frage von Sternburg sanft hinüber zu gleiten: es gibt eine Reihe von Sportarten, für die ich wesentlich weniger Empathie aufbringen kann, als es noch vor 10-15 Jahren der Fall war, weil ich ich bei jedem Athleten den grundsätzlichen Verdacht habe, er/sie verarscht mich und pfeift sich sonstwas was für Mittelchen rein: Leichtathletik, Radsport und Schwimmen. Natürlich gibt es noch andere dopingverseuchte Sportarten, aber das ungute Bauchgefühl schlägt so richtig bei diesen drei Sportarten zu.
Bei der Leichtathletik kommt auch hinzu, dass sich die Sportart mit ihren Saisonplan selbst kaputt gemacht hat. Was habe ich früher bei EUROSPORT gehangen, um die Grand Prix und die ca. fünf Golden League-Meetings zu sehen. Heute hast du stattdessen siebentausend Diamond League-Events mit wenig TV-Präsenz, EM und deutsche Meisterschaften sind tot und bei der WM hast du einmal lauter Figuren, die dir nichts sagen, weil du die siebentausend Diamond League-Events nicht gesehen hast.
[00h08] 22h17 von Sternburg
Um mal die Frage von Jens modifiziert aufzugreifen: Wieso ignorierst Du die Tour de France wegen der Dopingbetrüger, die mal ganz sicher mindestens ebenso verseuchten US-Sportarten aber nicht?
Ich frage aus purem Eigennutz, weil es mir ebenso geht und ich das ganz genau gar nicht schlüssig erklären kann.
Yep. Das ist maximalste Doppelmoral, passiert bei mir aber auch aus dem Bauchgefühl und kann ich auch nicht ganz so erklären.
Ich glaube eine der Unterschiede ist, dass ich mich schon seit Jahren damit abgefunden habe, dass der gemeine Athlet im Basketball oder Football vom Charakter her, keiner ist, auf den ich Bock hätte ihn näher kennenzulernen (mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen). Stattdessen fixiert sich vieles auf das Team, die Franchise, die Stadt, die Uni.
Gerade im College Sport triggern Städte, Bundesstaaten, Nicknames oder auch Coaches sehr schnell irgendwelche Emotionen oder Schlagwörter. Im Profisport nicht anders: die Steelers bleiben die Steelers, egal was für ein hormonelles Problem ein Ben Roethlisberger hat und was für Rezepte der Mannschaftsdoc verschreibt.
Im Radsport, in der Leichtathletik oder im Schwimmen hast du als Zuschauer nichts anderes als den Einzelathleten, zu dem du hältst oder den du nicht magst. Der Radsport hat zwar auch ein gewisses Mannschaftskonstrukt, aber ich habe mich nie für die Teams erwärmen können, sondern maximal für den Leader im Team. Die Steelers sind größer als ein Harrison. US Postal ist aber nie größer als Armstrong gewesen und Jamaika nie größer als Usain Bolt.
[00h19] 20h45 von Matthias
Als Illustrator kannst du sicher gut zeichnen. Wurde schon mal was von dir ausgestellt?
Ja. Mehrere Male (abgesehen von den Semesterabschlussaustellungen an der Fachhochschule für Gestaltung, heute HAW).
Ich habe 1991 oder 1992 bei der Katholischen Akademie Hamburg den zweiten Preis bei einem internationalen Illustrationswettbewerb geholt (immerhin mit einer vierstelligen DM-Summe dotiert, wenn ich mich richtig erinnere) – und mich damals schwer in die Drittplatzierte Französin verknallt. Ich war ziemlich genau ein Wort davon entfernt, meine Sachen in Hamburg hinzuschmeißen, alles aufzugeben und zu ihr nach Straßburg zu ziehen. Dann hätte es auch kein Blog hier gegeben…
Der Illustrationsprofessor in Hamburg war sehr umtriebig, hatte zahlreiche Kontakte und so kamen für den gesamten Illustrationskurs auch Ausstellungen bei einem Kinderbuchsalon in Paris/Montreuil und auf der bekanntesten Kinderbuchmesse in Bologna zustande (wo wir vorhin von Comics sprachen: in einem Comic-Laden in Bologna gelang es mir knapp die Hälfte der Ausgaben der zwölfteiligen Serie Metropol vom wunderbaren Ted McKeever zu kaufen, einer jener Funde auf die ich noch heute stolz wie Hulle bin – die zweite Hälfte konnte ich mir in Amsterdam zusammenkaufen).
Abseits der Fachhochschule hatte ich mit Comics auch noch Ausstellungen in Erlangen (zweimal im Rahmen des dortigen Comic-Seminars, parallel zum Comic-Salon) und in Hamburg (im Rahmen von “Ehrlich, billig” im Chile-Haus).
Und ohne Ausstellung: im Rahmen eines Austauschprogrammes war ich eine Woche in der Comic-Schule von Angouleme – während des dortigen Comic-Salons und als Tutor: der ganz, ganz große Will Eisner, Gott hab ihn selig.
Aber zeichnerisch ist davon nach all den Jahren bei mir nicht mehr viel übrig geblieben. Da müsste ich wieder ein Wochenende oder eine Woche nen Crash-Kurs machen, um wieder in Schwung zu kommen.
[00h35] 23h47 von @tonymontana
Sind die Deutschen deiner Meinung nach zu wenig sportbegeistert (abseits vom Fussball)?
und Anschlussfrage: schlägst du manchmal die Hände über dem Kopf zusammen wenn hier im Blog mehr über das freie Training des FCB diskutiert wird als z.B. über parallel stattfindendes Cricket o.ä.?
letzte Frage: was hältst du von Österreichern?
“zu wenig sportbegeistert” ist eine heikle Fragestellung. Wenn man meint, das Politik oder Kultur wichtiger ist, kein Problem. Soll man machen. Es geht weniger um “Sportbegeisterung” an und für sich, sondern diese Konzentration auf den Fußball, die dazu führt, dass nicht eine einzige andere Sportart in der Lage ist, unter der Woche ein regelmäßiges Grundrauschen zu erzeugen. Wenn nicht am gleichen Tag ein Biathlon-Wettbewerb stattfindet, ist Biathlon bzgl. Aufmerksamkeit, tot. Wenn am Wochenende nicht Formel 1 gefahren wird, erzeugt es unter der Woche kein Grundrauschen.
Dabei wäre es zu simpel, dies nur einer deutschen Mentalität zuzuschreiben. Es ist auch Konsequenz dieser Medienlandschaft. Halte ich Großbritannien, Frankreich oder die USA dagegen, gibt es nirgendwo so wenig Wortsender in TV und Radio, die sich an eine größere Zuschauer- oder Hörerschicht wenden, Stichwort: BBC 5live, France Inter, RMC, i-Tele, SKY News, BFM-TV. Hier in Deutschland herrscht strenges Formatradio statt Konversation. Ohne Bilder findet kein Nicht-Fußball-Sport statt.
Entweder gehst du in Richtung Intellekt und damit Deutschlandradio, Phoenix und FAZ oder du gehst in Richtung U und machst NDR2, RTL und Express. An diesem Punkt finden in Deutschland kaum Grenzüberschreitungen statt und eine Konsequenz für den Sport ist dann eben die Nichtbeachtung/Geringschätzung durch den seriösen Bereich, während der U-Bereich der Masse nachrennt und sich auf Fußball und Bayern stürzt.
Ist natürlich eine vereinfachte Analyse, die z.B. den Sportteil von SZ und FAZ u.ä., unterschlägt – aber haben diese Sportteile noch eine Multiplikatorenfunktion?
Re: in den Kommentaren mehr über das Training des FCBs als Cricket
Ja, manchmal.
[01h01] 22h07 von Wildstern
Welche fünf TV-Sender sind eigentlich bei Deinem Fernseher ganz vorne abgespeichert?
Ich hasse die neueren Receiver (u.a. von SKY) bei denen nur die ersten 100 Plätze der Programmliste frei belegbar sind und habe daher andere Receiver mit komplett freier Programmliste. Meine Sender sind thematisch geordnet und daher liegen auf den ersten fünf Plätzen ARD, NDR, WDR, BR, MDR. ZDF plus Beiboote ab 20, Sport (ohne SKY) ab 30, Nachrichtensender ab 40, Privatsender (Free-TV) ab irgendwo 60, Privatsender (Pay-TV) ab kurz vor 90, SKY ab 100 (mit Sport beginnend). Deutsche Spartensender ab 140, Engländer ab 200, Franzosen ab 250, gefolgt von alles was ausländisch ist. Ab ca. 300 Musiksender, ab ca. 350 Religionssender und dahinter Shoppingkanäle.
Meist genutzten Sender? In den letzten Monaten SKY News, Al-Jazeera, i-Tele, Eurosport/Eurosport2 und dahinter offenes Rennen. Viel inzwischen auch über Apps (MLB, NBA, NHL) via XBox360 , PS3 und Apple TV.
[01h08] 22h08 von Sternburg
Du nennst öfter die Anzahl der “Kommentare (ohne Spam-Kommentare)” Sind das die Kommentare, welche vom Filter durchgelassen wurden, oder sind da auch die schon heraussortiert, welche von Dir noch händisch gelöscht werden?
Das sind die richtigen Kommentare, also ohne die rausgefilterten Spam-Kommentare und ohne die händisch entfernten Spam-Kommentare (ca. 5-20 pro Tag)
Täuscht der Eindruck, dass Du schon eine ganze Weile (trotz E-Mail-Weiterleitung) nicht mehr dazu kommst, wirklich jeden einzelnen Kommentar zu lesen?
Das ist situationsabhängig. Grundsätzlich bekomme ich jeden Kommentar als eMail zugeschickt, aber ich habe die eMail-Abfragefrequenz auf 15 Minuten erhöht. Konsequenz kann u.a. sein: jemand schreibt um 12h01 einen Kommentar, ich bekomme um 12h15 den Kommentar zugeschickt, lese ihn und reagiere darauf “sofort” per Kommentar und bemerke gar nicht, dass längst fünf weitere Menschen darauf reagiert haben, weil ich direkt ins Kommentarfeld schreibe, ohne die Seite neu zu laden. Deswegen entsteht manchmal der Eindruck, ich antworte, ohne alles gelesen zu haben.
Ich lese eigentlich jeden Kommentar durch, aber wenn wenig Zeit ist oder ich war einen Abend weg und es schlagen dann 50 Kommentare auf einen Schlag im eMail-Programm auf, dann überfliege ich es auch nur.
Die Kommentare bzgl. LKW-Streams und Proxys, na ja, ist Graubereich. Auch für mich. Daher reagiere ich mal so, mal so.
An der Stelle mache ich das AmA für heute zu.
Es sind eigentlich zuviele gute Fragen übrig geblieben. Ich muss mir mal überlegen in welcher Form ich diese noch einmal aufgreifen werden.
An dieser Stelle vielen Dank an Leser & Fragesteller und um es mit medienhistorischen Worten zu sagen: “Good Night, and Good Luck“