Rummenigge ist ein Demagoge

In der Sonntagsausgabe des Tagesspiegel ist ein Interview mit Karl-Heinz Rummenigge abgedruckt.

Wo Uli Hoeneß verständlicherweise verbale Kraftakte durchführt, um Dinge im Sinne seines Arbeitgebers FC Bayern zu lenken, begnügt sich ein “Kalle” Rummenige nicht mehr mit Argumente, sondern verzerrt mitunter die Wirklichkeit. Rummenigge und die TV-Gelder:

Tagesspiegel: Sie sind in der Bundesliga vorn, sind sie auch international wettbewerbsfähig?

Rummenigge: Finanziell nicht. Deshalb brauchen wir mehr Geld aus den Fernseheinnahmen.

Warum sollte Bayern bestrebt sein finanziell wettbewerbsfähig zu sein, wenn es offensichtlich keine direkte Korrelation zwischen Etat und Erfolg gibt? Gerade das von Rummenigge angesprochene Beispiel Real Madrid führt diese Abkoppelung zwischen finanziellem und sportlichen Erfolg vor.

Warum sollte Bayern maximalen finanziellen Erfolg brauchen, wo Bayern keine AG ist und Gewinne auch nicht irgendwelchen Besitzern oder Teilhabern zufliesst, es daher keine wirtschaftlich zwingende Notwendigkeit gibt, die Zitrone bis zum letzten Tropfen auszuwringen?…

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Zeilensport mit Nutzwert: wie komme ich an WM-Tickets ran

Der Tagesspiegel bringt in seiner Samstagsausgabe ein Interview mit einem Ticketverkäufer über die WM 2006 und wie man als Otto Normalverbraucher an Eintrittkarten rankommt.

Kurze Antwort: per Anmeldung im Internet und im Losverfahren. Man rechnet das jeder Zehnte Karten bekommt.

Schwarzmarkt wird es theoretisch nicht geben, dafür sorgen Chips auf/in den Eintrittkarten, in denen personenbezogene Daten gespeichert sind (bin immer wieder erstaunt was in dem Land das 1980 noch die Volkszählung ablehnte, inzwischen so alles möglich ist).

K.P. Schulenberg: Den [Schwarzmarkt] werden wir verhindern. In die Tickets ist ein Chip eingebaut. Darauf sind die persönlichen Daten des Käufers gespeichert. Nur wer die angibt, kommt durch die Drehkreuze. Wer kontrolliert wird und nicht zum Ticket gehört, wird nicht hineingelassen. Wir werden besser handeln als in Portugal oder Asien.

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Screensport: das Wochenende

Wenn jemand weiß was für Lehren man aus den diversen Freundschaftsspielen ziehen kann, die derzeit auf diversen Kanälen übertragen werden, der kann mir Bescheid sagen. Solange ziehe ich es aber vor, diese Übertragungen zu ignorieren.

Das gilt auch für die Rally Dakar-Übertragungen auf Eurosport, deren einziger Zweck anscheinend die täglichen Todesmeldungen sind. Aktueller Stand nach dem gestrigen Tod eines kleinen Mädchens: fünf Stück. Na, wieviele Tote braucht es, bevor Organisatoren ihr Tun überdenken?

Bleiben wir dieses Wochenende konservativ beim ausländischen Fußball-Kick und amerikanischen Ballsportarten. In England steht mit Liverpool – Manchester United einer der Knaller aus dem obersten Regal an. Ansonsten wird der 23te Spieltag der Premier League wieder komplett von PREMIERE übertragen, inkl. Konferenz am Samstag nachmittag.

Und natürlich stehen auch vier NFL-Playoffspiele an, zu denen ich aber im Laufe des Wochenendes mehr schreiben werde.…

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RTL hats gefunden

Man hat sein längerem gemunkelt das RTL noch mal auf dem Sportsektor zuschlagen möchte, ein weiters Standbein sucht. Die Situation bei der Motorad-WM scheint aufgrund eher schwächerer deutscher Fahrer hoffnungslos zu sein.

Marc Conrad, dem neuen RTL-Boss, wird eine Affinität zum Fußball nachgesagt. Doch weit gefehlt, es ist …

Beach-Volleyball.

RTL wird 2005 mehrere nationale und internationale Turniere aus den Sandkästen Deutschlands übertragen, inkl. der WM im Sommer in Berlin.

Das PR-Geseiere läßt schlimmstes befürchten. RTL halt:

Beachvolleyball, das ist Sport, Spaß und unbeschwerte Stimmung. Die Turniere sind für RTL daher nicht nur Wettkampfübertragungen – obwohl wir uns natürlich vorgenommen haben, den Zuschauern den sportlichen Aspekt noch spannender und packender zu präsentieren. Aber Beachvolleyball als Event lebt auch vom fröhlichen Lebensgefühl in den Stadien.

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Zeilensport: Fußball für den Krieg

Insbesondere zu Welt- und Europameisterschaften oder aber nun auch als Sogwirkung in Folge des Klinsmann-Brimbaborium wird viel über die Wechselwirkung zwischen Sport und Politik bzw. Sport und Gesellschaft geschrieben. Bishin zu den von Menotti kolportierten These dass nur Linke einen guten, kreativen Kick spielen können.

Auf wenige Schlagwörter verkürzt, lassen sich all diese Thesen schnell ins Lächerliche ziehen und damit in den Papierkorb werfen. Aber gerade das “Experiment Klinsmann” bietet faszinierenden Stoff für ein Deutschland das gleichzeitig reformhungrig aber auch enorme Beharrungskräfte besitzt.

In “Football oder Fußball – Lernen für den Krieg” geht Jürgen Kalwa von FAZ der Frage nach, was Militärs von Sportarten lernen können.

In Wirklichkeit zeigt [Football], daß in den Vereinigten Staaten eine erstaunliche Begeisterung für ein Menschenbild existiert, in dem der einzelne gar nichts, sein Trainer jedoch alles ist.

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