Championsleague-Countdown 25.11.

Das Ereignis mit historischer Dimension fand bereits vor dem Spieltag statt: Bayern verlor die TV-Abstimmung gegen den VfB Stuttgart. Ergo wird nicht heutige “do or die”-Spiel der Bayern, sondern das morgige VfB-Spiel auf SAT.1 gezeigt. M.E. eine Riesenklatsche die neben aller Leistungsprobleme vorallen eines zeigt: die Bayern haben derzeit keine populäre Mannschaft. Die Ballacks, Ze Robertos, Makaays sind nur blasse Surrogate für die, to say the least, polarisierenden Effenberg, Elber, Matthäus.

Der heutige Spieltag ist ein recht telegener: ein Spiel, das “Sowjet-Derby” Lok Moskau gegen Kiev, findet um 18h30 statt, und eine weitere Partie, Galatasaray – Juve, ist auf Anfang Dezember verschoben worden. Womit nur sechs der üblichen acht Spiele um 20h45 abgepfiffen werden.

Meine Top-Liste der Spiele:
1/ Celtic – Bayern München Gehen wir mal davon aus dass bei Celtic die Hütte nicht minder brennt wie bei den Rangers, so stehen die Bayern mit dem Rücken an die Wand. Wenn Bayern verliert und Lyon in Anderlecht gewinnt, darf man sich am letzten Spieltag ganz auf die UEFAcup-Qualifikation konzentrieren.

Sämtliche Statements der Bayern, inkl. dass man durch den lauen Sieg gegen 1860 wieder an Fahrt gewonnen hätte, klingen wie das Pfeifen im Walde. Tatsächlich bot sich am Wochenende das gleiche Bild wie während der ganzen Saison: pomadige Spielweise ohne Feuer, nicht zuletzt weil man das Gefühl hat, das die Bayern aus lauter Eigenbrötler bestehen, Salihamidzic und Jeremies ausgenommen.

Das einzige was Feuer bei den Bayern entfachen könnte, wäre es mal endlich in einem atmosphärisch dichten Stadion zu spielen.

2/ Inter – Arsenal Mit der sinistren 0:3-Heimschlappe gegen Inter begann mal wieder der championsleague-gewohnte Absturz der Gunners, die dieses Jahr auf fremden Platz in Moskau torlos unentschieden und in Kiev 1:2 verloren haben. Ich bin gespannt ob ein nochmaliges Ausscheiden in der CL-Vorrunde auch Konsequenzen für die Autorität von Coach Arsene Wenger hat. Für Inter ein Sieg, und die Italiener wären durch.

3/ Lok Moskau – Dynamo Kiev Erstere haben 5 Punkte, letztere 6 Punkte und liegen als “Belag” eingepackt im Sandwich von Inter und Arsenal. Kiew zieht zuhause ein sehr druckvolle Show ab, macht recht viel Spass. Lok Moskau ist dagegen eine Mannschaft, so launisch wie eine Frau während ihrer Tage.

4/ Monaco – PSV Eindhoven Ein Unentschieden gegen PSV (6 Punkte) und Monaco (9 Punkte) wäre durch. Wenn der PSV aber gewinnt, dann haben wir am letzten Spieltag mit Dep. La Coruna, die gegen AEK wohl drei Punkte einfahren werden, einen schönen Dreier-Zieleinlauf mit Photofinish. Und irgendwie sind wir ja auch alle gespannt wieviele Tore die Monegassen diesmal schiessen…

5/ Anderlecht – Lyon Eine Partie die ihren Reiz durch die Begegnung in Glasgow erzielt. Ein Sieg für Lyon, und man wäre weiter und Celtic und Bayern balgen sich allenfalls um den zweiten Platz. Wenn aber Anderlecht und Bayern gewinnen, haben wir am letzten Spieltag vier Mannschaft mit 8, 7 bzw. 6 Punkten. Dumm gelaufen, Bayern, da machen sich die zwei Unentschieden für die direkten Vergleiche nicht wirklich gut.

6/ Olympiakos – Real Sociedad Der rote Laterne in dieser Liste entkommt diese Begegnung nur dadurch, weil Olympiakos tatsächlich noch den Hauch von Chance hat, durch sechs Punkte aus den letzten beiden Begegnungen, an die dann ohne Sieg bleiben müssenden Spanier vorbeizuziehen.

7/ Dep. La Coruna – AEK Athen Machen wir uns nichts vor: die Athener sind am Tabellenende mit einem einzige Punkt, haben in ihrer geschichte noch nicht einen einzigen Championsleague-Sieg eingefangen. Warum sollte die in Spanien gewinnen? Okay, ein Funke Hoffnung: verunsicherte Spanier
wurden am letzten Spieltag mit 3:8 aus Monte Carlo geprügelt und haben nun in der Liga gegen eine graue Mittelfeldmaus ein laues 0:0 erspielt.

Schwarze Beamte

Scary. Ich sehe gerade auf PREMIERE das Interview mit Schiedsrichter Fandel der gestern im Bayern-1860-Derby mit der roten Karte gegen Salihamidzic arg daneben lag.

Bedrückend war das Verhalten von Fendel im Interview. Mit eingeführtem Besen spricht er ins Mikro als würde er gerade aus Formular B96, Anlage N, Blatt II vorlesen. Kein Abweichen von der schriftlich festgesetzten Vorgehensweise, bitte reichen Sie Ihren Gnadenersuch am Nachbarschalter ein, ich habe gerade Mittagspause. Bedauern lassen die Schablonensätze nur als Ankreuzoption auf Blatt IIIb zu, und das nur auch auf Antrag mit Paragraph-7-Schein.

Und wenn man sich die sonstigen Schiedrichter ansieht wie z.B. Föhnfrisur Wack, Franz-Xaver, so dünkt einem, dass das Beamtentum im Schiedsrichterwesen regiert und Markus Merk schon als Ausnahme eine Paradestellung nimmt.

Ich kann mich nur wiederholen: wenn man den Umgang der verkabelten Rugby-Schiedsrichter mit den Schiedsrichtern ansieht, da liegen Welten zwischen.

Freiluft-Sport

Gestern abend gab es ein durchaus skurilles Spiel: Edmonton Oilers – Montreal Canadiens als “Edmonton Heritage Classics”. Das Besondere: es wurde nicht in der Halle gespielt, sondern im “Edmonton Commonwealth Stadium”, dem Stadion wo u.a. die Leichtathletik-WM vor einigen Jahren stattdanden.

Ja, ein Eishockey-Spiel in einem Leichtathletik-Stadion.

Ergo Zuschauerrekord mit über 57.000 Zuschauer.

Das Ambiente war sehr skurril. Das Eishockey-Feld war mitten im schneebedeckten Stadioninneren. Im Inneren hätten knapp neun Eishockey-Felder draufgepasst. Die Zuschauer saßen in den Geraden auf den Tribünen, knapp 30-40m vom Feld entfernt, während hinter den Toren spezielle Tribünen nahe am Eis gebaut wurden. Aus Sicht der normalen Kameras sah man also hinter den Glasscheiben nur beschneite Einöde.

Neben den normalen Kameras, noch skuriller, gab es auch Hubschrauberkameras und Kameras die auf kleinen Schlitten an der Bande entlangfuhren.

Ein großes Problem war, man glaubt es beim Eishockey nicht, die Kälte von knapp minus 20Grad. So wurden die Spielerbänke beheizt, die Spieler hatten alle unter den Helmen Gesichtschutz an und manch einer trug zusätzlich noch eine Pudelmütze.

Nach einer Zeit gewöhnte man sich an die tieferen Kameraperspektive und der Puck wurde nach Einbruch der Dunkelheit auch sichtbarer. Vom Publikum war nur wenig mitzubekommen, weil es einfach zu weit weg von den Mikros saß.

NFL Week12/03

Die von der NFL für die weltweite Übertragung ausgesuchten Spiele sind keine Reißer die einem bereits Wochen im Voraus das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen, aber angesichts der am 12ten Spieltag anstehenden Auseinandersetzungen ist in der Tat kaum was besseres dabei.

Ich weise darauf hin, dass am Donnerstag dieser Woche Thanksgiving ist, und PREMIERE (leider nur) eines (der beiden) Thanksgiving-Spiele zeigt: Dallas – Miami, um 22h05.
(more…)

Schlechte und gute Nachrichten aus Frankreich

Zuerst die gute (okay, Ansichtssache): AFP meldet gerade, dass die Absage des GP von Frankreich in Magny-Cours nur eine einmalige ist, hingegen ein Vertrag über die Veranstaltung von 2005 – 2009 mit Bernie Ecclestone bereits unterschrieben ist.

Die schlechte Nachricht: letzte Woche ist in Frankreich tatsächlich ein Michel Vaillant-Film angelaufen. Der einzig bekannte Name ist der des Produzenten: Luc Besson. Eine offizielle Website gibt es auch schon.

TV-Sport am Wochenende 22/23ter November 03

Fußball

Sa., 13h25 ManU – Blackburn Rovers, PREMIERE live
Blackburn überraschend schwach in die Saison gestartet, hat durch einen Sieg gegen Everton eine fünf Spiele währende Niederlagen-Serie beendet und sich gerade aus der Abstiegszone befreit. ManU kann mit einem Sieg an die Tabellenspitze gehen und Arsenal und Chelsea unter Druck setzen. Insbesondere Arsenal hat bei den überraschend starken Mannen aus Birmingham kein leichtes Spiel.

Sa., 15h30 Bundesliga
Ein Spieltag dem die ganz große Partie im Vorfelde abgeht. Ich für meinen teil, werde ein Auge werfen auf Dortmund – Leverkusen. Zuhause ist für die lädierten Dortmunder alles drin und Leverkusen habe ich dieses Jahr noch nicht zu häufig gesehen.

Werder – Bochum. Die graue Maus ist als Gegner ebenso unangenehm wie Neururer als Mensch. Mögen die Jungs mit den fiesen Trikotfarben gewinnen. Von wegen Norddeutsche Solidarität.

Köln – HSV Zwei neue Trainer und Duell um die Abstiegsplätze. Verspricht nicht schön zu werden, aber vielleicht wird wenigstens abgegrätscht was das Zeug hält. Hoffe dass es da unten regnet, würde zum Spiel passen.

Bayern – 1860 Immer wieder wenn ich auf die Löwen als Beinsteller hoffen, versagen sie schmählich und die großkotzig royalblau-güldenen Trikots sowie das Kuscheln von Wildmoser an der Bayern-Brust (Stichwort Meeting Mitte der Woche) schmälern meine Sympathien
nicht unbeträchtlich.

Schalke – Rostock. Mein heißer Kandidat für den nächsten der der Winter-Depression zum Opfer fällt, ist Juri Schlünz. Der Name ist Programm, selten ein Trainer der mit fliehendem Kinn und traurigen Augen bereits bei Arbeitsantritt aussah wie der personifizierte Abstieg. Wolfsburg – Gladbach Wenn es einen Aspekt gibt, der mich an der Partie reizt, dann ist es die Performance des Argentinien-reisenden D’Alessandro, der mich vor einer Woche in der Partie gegen Bolivien beeindruckt hat. VfB – Hannover Ach ja, gibt es auch noch. Gott, ja. Als Vorbereitung für die Championsleague. Wenn es sein muss…
(more…)

Wallabies und Wannabies

Wenigstens das Finale war ein außergwöhnliches Spiel, in einer ansonsten sehr dahinplätschernden Rugby-WM. Die WM litt sehr stark an einem zu sehr aufgeblähtem Feld, bei dem es nahezu in der gesamten Vorrunde nur darum ging mit wieviel Punkten der Favorit gewinnen würde. Überraschungen quasi null.

Und selbst in den Playoffs war es überraschend zu sehen, wie deutlich sich die zumindest im Vorfelde leicht favorisierten Mannschaften durchsetzten. Selten das ein Spiel auch nach sechzig Spielminuten noch als offen zu bezeichnen war.

Das WM-Finale Australien – England hat da einiges wieder gut gemacht. Hohes Niveau, offensiv geführt, nicht allzuviele Kicks und an Spannung nicht mehr zu toppen, mit Verlängerung und dem entscheidenden Drop-Kick von, who else, Wilkinson bei auslaufender Spielzeit der zweiten Verlängerung.

Den Ton haben die Australier vorgegeben, als sie ihren ersten Penalty nicht zum Punkte-sammeln via Strafftritt verwerteten, sondern den Ball im Spiel liessen um zu versuchen einen Versuch zu legen.

Die französischen Kommentatoren beschwerten sich übrigens häufig über den südafrikanischen Schiedsrichter, der eine Auffassung vom Gedränge besaß, die sehr von der Südhalbkugel geprägt wäre. Wo in Europa das Gedränge als taktisches Mittel genutzt wird, um den Gegner mit purer Kraft zu schwächen, wird in der südlichen Hemisphäre das Scrimmage nur benutzt um den Ball wieder ins Spiel zu bringen. Weswegen die Engländer in diesem Finale sehr, sehr viele Fouls im Gedränge kassierten.

Aber es würdiges Finales, das hat Laune und Lust auf mehr gemacht.

Fürsorge

Sebastian Deisler leidet an Depressionen und befindet sich in Behandlung.

Die Sorge um Sebastian Deisler geht und und folgerichtig wird das Thema in den Medien breitgetreten. Der Tagesspiegel in seine Samstagsausgabe: Die Last im Kopf, Der andere Mensch, Ein Karriererisiko existiert nicht. Drei Artikel über den Vorfall, über das was seine Ehemalige in Berlin denken und ein Interview mit einem Depressions-Experten.

Privatsphäre? Medizinische Geheimnisse? Nein, am besten alles breittreten, ans Licht der Öffentlichkeit zerren. Wird mit Sicherheit jedem Depri gefallen. Der freut sich sicherlich auch bereits auf die Heerscharen von reportierenden Dummschwätzer die ihn vor, nach und während des Spieles darauf anquatschen werden. Auf die Talkshow mit Jupp Baptiste Kerner, der Mann der einst bei der suizidgefährdeten Ingrid Steeger soviel Fingerspitzengefühl bewies und sie zum Einstieg in ein launiges Gespräch nach den Gründen für ihren Selbstmordversuch fragte.

Und wir freuen uns auch schon auf die Überleitung von Delling. “Der Christian Wörns hatte also einen schlechten Tag und servierte den Freiburgern die Tore aufs Silbertablett. Apropos ‘schlechter Tag’ und ‘Tablett’. An solch ein schlechten Tag musste Sebastian Deisler kürzlich gleich mehrere Tabletten nehmen, aber nun ist er wieder da, hoffentlich gut gelaunt und wenn nicht, dann haben wir schon unseren Waldemar Hartmann, der nun in München neben Sebastian Deisler steht und…

Achtzehn, achtzehn, achtzehn, siebzehn, siebzehn…

Man sollte meinen die Formel 1 würde ein Grundstück an Solidtät darstellen. Mercedes, BMW, Renault, alles Namen auf die man sich verlassen kann. Ältere, seriöse Herren wie Max Mosley.

Weit gefehlt. Regelwerke werden genauso spontan auf dem Markt geworfen wie sie wieder in der Schublade verschwinden. Und seit heute abend heißt es: ätsch, doch keine 18 Saisonrennen, nur noch 17 Rennen.

Was weniger am Grand Prix von Montreal liegt, der erst draussen war, und dann wieder drin, sondern am Grand Prix von Frankreich von dem es nun heißt dass er Schulden gemacht hätte , dass Bernie seine Rate von 2003 nicht bekommen hätte und man nicht in der Lage wäre eine Garantiesumme für 2004 abzugeben. Und das im Mutterland von Renault.

In Konsequenz des Ausfalles von Frankreich könnte Silverstone eine Woche später stattfinden und so dem Wimbledon-Finale aus dem Weg ehen.

Damit der Unruhe in der Formel 1 noch nicht genug. Ich würde kein Ei dadrauf wetten wollen, dass das Jordan-Team 2004 noch mitfährt. Jeder Spruch den Eddie Jordan derzeit abgibt, ist von der nackten Finanznot geprägt. Frentzen könne bei Jordan fahren, wenn er wolle. Heidfeld könne bei Jordan fahren. Deutsche die evtl. Geld und Sponsoren mitbringen können. Chinesen sollen angeblich bei Jordan einsteigen wollen etc…