Hopkins vs. Eastman: wo war der Herausforderer?

Es klang ja alles vielversprechend in dem von Oscar De La Hoyas “Golden Boy Promotion” in L.A. veranstalteten Kampfabend: Bernard “Executioner” Hopkins setzt zur seiner 20ten Titelverteidigung an, Rekord fürs Mittelgewicht, und kämpft dabei gegen einen Briten den unabhängige Ranglisten in den Top 5 der Gewichtsklasse sehen: Howard Eastman.

Das war auch das Grundthema der Vorberichterstattung: die Rekordzahl an Titelverteidigungen und das hohe Alter von Bernard Hopkins, der mit 40 Lenzen einige Jährchen über das Normalmaß hinaus ist. Hopkins steht im übrigen auch in einem geschäftlichen Verhältnis mit dem Promoter der Veranstaltung: er ist der Statthalter an der Ostküste für die “Golden Boy Promotion”.

Der Kampf ließ sich auch gut an. Allenthalben wurde auf die Gefährlichkeit des Herausforderers verwiesen. Eastman machte im Vorfelde und beim Betreten des Rings einen hochkonzentrierten Eindruck. Michael Buffer ondulierte seine Stimme noch zwei Umdrehungen hochtouriger als gewohnt.

Dann schlug der Gong, es wurde “Mitternacht”, es machte Puff und der holde Prinz Eastman entpuppte sich als Aschenblödel. Auch wenn der BBC-Bericht (“Valiant Eastman falls to Hopkins“) von einem wackeren Eastman krajohlt, der Kampf und insbesondere Eastman dürfte sämtliche Erwartungen unterboten haben.

Von einem “Herausforderer” war nichts zu sehen. Was in der BBC beschönigend mit “And although Eastman stood up to every punch, he was unable to land enough” beschrieben wurde, hieß in Klartext das Eastman kaum einen Schlag setze und nur herumlief und Alibi-Jabs setzte. Nicht im Ansatz war in irgendeiner Runde zu erkennen, dass Hopkins in Schwierigkeiten geriet oder Eastman überhaupt punkten wollte.

Entsprechend harsch fiel das Urteil nach 12 Runden auf den Zetteln der Punkterichter aus: 119:110, 117:111, 116:112 für Hopkins.

Ich selber habe nur bis zur achten Runde ausgehalten, weil mir vor Langeweile die Augen zufielen. Eastman machte nichts und Hopkins auch nur geringfügig mehr. Wenn Hopkins Schläge setzte, hatten diese etwas mehr Zug. Aber auch Hopkins verhielt sich passiv wie selten und versuchte, teils grimassierend, den Herausforderer zu locken. Nur ansatzweise gab es Situationen die man als “offenen Schlagabtausch” beschreiben könnte. Folgerichtig wurden die Buhrufe die bereits früh in der ersten Runde einsetzten, im Laufe der Zeit immer stärker. So lasch wie der Kampf began, war Eastman bereits von Runde 1 an, mental nicht reif für den Kampf.

Den “alten” Hopkins hat man auch schon überzeugendere Kämpfe abhalten sehen. Man wird sehen müssen inwieweit die verhältnismäßig passive Haltung Respekt vor Eastman oder dem Alter gezollt war.

Next Up

Hopkins hat nichtsdestotrotz alle Optionen für die nächsten Kämpfe offen. Die Rede ist von den Gewinnern Trinidad – Winky Wright oder Glengoffe Johnson – Tarver. Sollten sich diese “Großzahltage” nicht realisieren lassen, gäbe es noch die Option Felix Sturm und Jermain Taylor.

Taylor machte in einem Vorkampf kurzen Prozess mit Daniel Edouard und fällte ihn nach drei Runden in einem überzeugend agilen Kampf.

Zwoundzwanzig

[17h53] Und mit Leverkusen ist auch der dritte deutsche Championsleague-Vertreter heute richtig launig dabei, ebenfalls vier Tore, macht 13 Tore aller drei deutscher Vertreter… Zumindest bei Leverkusen stellt sich aber die Frage wie gut sie hinten das Tor dicht machen können. Von den Top-Teams hat keine Mannschaft außer dem HSV, soviele Tore gefangen wie Bayer. Schaut man sich aber die letzten Spiele an, so stand man hinten recht ordentlich. 6 Tore in den sieben letzen Spielen.

Liverpool hat an diesem “Pokalwochenende” spielfrei, kann sich also in aller Ruhe auf Leverkusen eingrooven, vielleicht versuchen Motivation aus ihrer damals spektakulären Last-Minute-Qualifikation fürs Achtelfinale.

[17h53] Werder zeigte sich also auch mit Ersatzsturm exzellent in Form. Gegner Olympique Lyon hat als Tabellenführer gestern “nur” 1:1 gegen den Tabellendritten Monaco gespielt, dank eines Treffers in letzter Minute (Monaco erzielte seinerseits dne Treffer auch erst in der 85ten). Ansonsten dominierte Monaco die Partie (7:2 Torschüsse) (L’Équipe.fr)

[17h46] Das Grundthema von letzem Wochenende aufgreifend: Hannover 96 hat ein Heim-Problem. Die Heim-Serie jetzt um die letzte Klatsche gegen Bremen ergänzt:
0:0, 0:1, 0:3, 1:3, 1:4, vulgo: 2:11 Tore. Im selben Zeitraum hat H96 auswärts nur ein Tor reinbekommen.

[17h36] Das Bedrückendste für den BVB und für Arsenal, das Angenehmste für Bayern muss der 5:0-Sieg sein, der mit einer, na ja, 1B-Mannschaft erreicht wurde. Ohne Ballack, Frings.

Arsenal hat im FA-Cup nur 1:1 gegen Sheffield Utd. gespielt. Wenger liess Viera und Herny pausieren. Arsenal bekam in der 90ten Minute den Ausgleich via Elfmeter rein und Dennis Bergkamp wurde in der ersten Halbzeit vom Platz veriwesen. Im Tor stand, es war ja ein Cup-Spiel, Almunia (BBC).

[17h31] Es gilt Abschied zu nehmen von Hansa Rostock. Nicht nur verloren sondern auch gleich eingeseift worden. 0:4 in Wolfsburg. Zehn Punkte Rückstand auf Platz 15, 27 Punkte bis zur vermeidlich rettenden 40Punkte-Grenze, bei noch 12 Spieltagen und 36 zu verteilenden Punkten. Never.

[17h22] Zur zweiten Halbzeit spielte der HSV etwas anders, Moreira als zweite Spitze, während Barbarez als Mittelfeldmann hinter den Spitzen abrutschte.

Bei Takahara merkt man inzwischen wie der Mann Selbstvertrauen gewonnen hat, sucht selber den Abschluß.

Mir persönlich gefallen Beinlich und Jarolim als “Kreativzentrum” nicht. Sie sind zu eigensinnig als dass sie klassische Spielmacher sind, zu wenig torgefährlich um immer wieder in den Strafraum reinzuziehen und bleiben zu selten an den Außenseiter als dass sie Flügelläufer in einem 4-4-2-System sein könnten. Es ist irgendwie weder Fisch noch Fleisch.

Darüberhinaus ein weiteres “drängendes” Problem: Björn Schlicke. Wo man Klingbeil noch Potential und Bemühen attestieren kann, auf der linken Seite zumindest etwas Terz zu machen, ist die rechte Seite unter Schlicke völlig verwaist.

[16h28] Gedanken zur Halbzeitpause.
Ich habe noch nicht wirklich die dBox bei meiner Freundin angeschlossen, mich noch nicht wirklich hingesetzt, da hat es bereits siebenmal eingeschlagen und Bayern – BVB und H96 – Werder konnten dank eindeutigem 2:0-Vorsprung vorläufig aus meiner persönlichen heavy rotation gestrichen werden.

Tja, zu Bayern – BVB erübrigt sich jeder Kommentar (4:0)…

Volle Konzentration auf HSV – Lautern. Der HSV mit Anfangsschwierigkeiten gegen die sich in der eigenen Hälfte verschanzenden Lauterer. Die Nordlichter zu behäbig im Spielaufbau, zuwenig über die Flügel kommen. Boularouz mit ungewohnt vielen Schweirigkeiten durch Stellungsprobleme. Moreira spielt so einen halben Spielgestalter, der anscheinend verstärkt über außen (rechts und links) kommen soll, hängt aber noch etwas im leeren Raum. Kaum HSV-Aktionen über außen, Klingbeil wagt sich kaum nach vorne, Schlicke bleibt hinten und Mahdavikia sitzt auf der Bank.

Die Erlösung kommt, wie gegen Stuttgart, durch einen Standard: Freistoß Klingbeil, Kopfball Takahara, der in Sachen Vertragsverlängerung immer bessere Karten hat.

Das Spiel wurde fortan etwas offener, was dem HSV entgegenkam, der nun mehr Räume zum agieren hatte. Jarolim konnte sich etwas besser in Szene setzen, der Ursprung zum 2:0 war aber ein Fernschuß von Van Buyten, der abgefälscht wurde und im hohen Bogen gegen den linken Pfosten ging und zur Mitte rausprallte, wo Moreira stand und einschob.

Das Interessante war die Reaktion nach dem Tor des überraschend in der Startformation stehenden Moreira: Moreira lief zur Bank und es gab massenweise Abklatschen mit zahlreichen Bankspieler, u.a. Benjamin, und dann auch ein Herzen mit Trainer Doll. Also bei all den Gerüchten das man den Leihvertrag mit Moreira nicht verlängern will, er scheint grundsolide im Team verankert zu sein.

1860 das nächste Dortmund?

Vorerst ist es nur ein “Blip” auf meinem Radar, aber die Sensibilität ist schon mal eine Stufe hochgeschaltet. Die Süddeutsche berichtet wohl heute, anscheinend nur im “Bezahl-Bereich”, über finanzielle Schwierigkeiten von 1860 München.

Auf fussball24.de ist eine entsprechende dpa-Meldungen mit einigen zusätzlichen Details und Dementi von 1860-Präsident Karl Auer zu lesen.

Die SZ soll melden dass die Kreditlinie bereits um eine Viertelmillion überzogen sei und man in dieser Saison mit 3 Mio Miese abschliessen könnte. Man suche einen Vermarkter dem man die Werberechte verkaufen könnte.

Natürlich könnte damit auch das Münchner Stadionprojekt in Kalamitäten kommen. Die Bayern scheinen hinter den Kulissen vorzusorgen und die entsprechenden Verträge gegen den “Ausfalls einer der beiden Vertragspartner” absichern zu wollen. Nach dem aktuellen Status müssten die Bayern bei einem Ausfall von 1860, deren gesamten 100 Mio schweren Anteile übernehmen, was auch die Bayern nicht wuppen können.

Die SZ schreibt weiter, dass nur der Transfer von Benjamin Lauth die Zweitliga-Lizenz gesichtert hätte. Und um Frischgeld zu bekommen, habe man den HSV angewiesen bereits jetzt statt im April die Ablösesumme zu überweisen.

Wie gesagt, es gibt zwar ein Dementi von Präsident Auer, aber das liest sich so lauwarm, dass man angesichts der Erfahrung mit BVB-Rhetorik, bereits jetzt zum Floristen gehen sollte um sich einen Kranz zu kaufen.

Die Liquiditätssituation des TSV München von 1860 ist stabil. Die Finanzierung des laufenden Betriebes ist bis Ende der Saison 2005/2006 sichergestellt

Wie? Es herrscht Nebel und die Sichtweite beträgt 16 Monate und dahinter könnte sich die Wand befinden, gegen die man fährt?

[Nachtrag 9.3.2005: 1860 hat inzwischen einen Vermaktungsvertrag mit IMG abgeschlossen, siehe aas]

Moin!

Sie sind alle gekommen

Der Druck via mediale Großoffensive hat geholfen, gestern konnten die verbliebenen Gläubiger, u.a. die Sparkasse Köln-Bonn, weichgeklopft werden. Nun haben alle dem Sanierungskonzept von Borussia Dortmund zugestimmt. Nun braucht es nur noch die Zustimmung der Stadionfonds-Anteilnehmer, damit Borussia hinreichend Frischgeld für die laufende Saison bekommt.

Da geht er hin

Johanns Micoud geistiger Vorgänger ist Youri Djorkaeff. Der Franzose hatte auch einen schlanken Fuß vom anderen Stern, war aber auch von mitunter schwer erträglichem Charakter, wie man in Kaiserslautern leidvoll erfuhr.

Nachdem er bei weiteren Vereinen durchgerauscht ist (nach Lautern in Bolton und bei Blackurn) geht er ab April in das US-amerikanische Exil zu den New York Metro Stars, meldet die “L’Équipe“. “Ich habe Glück gehabt, es ist ein weiterer Traum der sich realisiert. Es war ein Herzenswunsch, nicht nur wg. dem Fußball, sondern auch für meine Familie. Es war etwas woran wir die letzten 2-3 Jahre gearbeitet haben, damit sich diese Zusammenarbeit realisiert.”. Er weird nicht unbedingt auf freundliches Ambiente treffen, denn Lothar Matthäus hat in New York verheerenden Flurschaden hinterlassen.

So leidlich gelitten Djorkaeff in seinen bisherigen acht Vereinen war, so ist er in der französischen Nationalmannschaft immerhin der fünftbeste Schütze in der ewigen Torjäger-Liste, gleichauf mit Thierry Henry.

Einige Promille zuviel

Aus der Traum für den Namibier Razundara Tjikuzu von einem Verein mit Europacup-Ambitionen. Von Werder Bremen wg. disziplinären Problemen abgeschoben, von Hansa Rostock nun mitten in der Saison und in Abstiegsturbulenzen fristlos gefeuert, wg. Alkoholprobleme und wiederholten nächtlichen Discobesuchen.

Einmal” ist ein Ereignis, “zweimal” ist eine Serie. Folgerichtig hat sich der HSV seinen Vorvertrag mit Tjikuzu nun schnellstmöglich aufgelöst.

Frisch und unverbraucht

Werder in kleineren Kalamitäten vor dem potentiell rasanten Nordderby am Sonntag Samstag. Klasnic und nun Klose verletzt. Die Tendenz von Schaaf geht Richtung Valdez und Aaron Hunt.

Verbraucht. Und zwar alles Geld

Wie die Frankfurter Rundschau heute meldet, droht der BBL – Basketballbundesliga ein Insolventfall. Ausgerechnet Nowitzkis ehemaliger Club TSK Würzburg (Vorletzter) meldet eine Deckungslücke von 300.000 EUR, bei einem Gesamtetat von 1,1 Mio EUR! Insgesamt ist die Hälfte des Etats nicht gedeckt gewesen (ich dachte die hätten in der BBL ein Lizenzierungverfahren??!) und man konnte in den letzten Tagen 200.000 EUR zusammenkratzen. Die aber noch fehlenden 300.000 EUR müssen nun bis Montag besorgt werden, sonst soll der Spielbetrieb nicht aufrecht zu halten sein.

Nowitzki soll nicht aushelfen wollen, weil der Verein kein Jugendkonzept anbieten wollte. Da kann was dran sein, denn Nowitzki hat sich in den letzten Monaten auf PREMIERE explizit enttäuscht darüber geäußert, dass sein ehemaliger Verein vom Jugendkonzept abgekehgrt ist und umgekehrt haben die Würzburger Verantwortlichen auf PREMIERE ebenfalls klar gemacht, dass das Jugendkonzept, asu was für Gründen auch immer, nicht machbar ist.

Formel Buzz

Es ist noch ein paar Wochen bis zum ersten Rennen hin, aber in dieser Saison gibt man sich wirklich Mühe die Zeit bis dahin mit vielen spaßigen Meldungen zu vertreiben.

McLarens Ron Dennis, bei dem man sich fragen muss, wieviel er überhaupt innerhalb des Daimler-Chrysler-Konzern zu sagen hat im Vergleich zum Herrn Hubbert, droht mit dem Rückzug von McLaren aus der F1 nach Ende des Concorde Agreement 2008.

In dem nicht enden wollenden Hickhack um Ecclestone vs. “GPWC” gibt es eine neue “Storyline”: die GPWC will die kleinen Teams mit billigen Kundenmotoren locken. Möglicherweise nicht erst ab 2008, wenn das Concorde Agreement ausläuft und sich die Frage nach F1 oder GPWC stellt, sondern bereits vorher. Zumindest hat BMW bestätigt, dass es Anfragen nach Motoren von Red Bull und … Sauber gibt.

Sauber? Sauber galt als recht treuer Gefolgsmann von Ferrari die nun gerade just bei Ecclestone eine Verlängerung des Concorde Agreements unterschrieben haben. Auf der anderen Seite: bereits diese Saison gab es eine erste Abnabelung vom Ferrari-Konzern, als sich Sauber entschieden auf Michelin zu wechseln. Peter Sauber sagt nur soviel: es werden für 2006 alle Optionen, auch Ferrari überprüft. Die “tz” vermeldet gar dass der Vertrag fast unterschriftsreif wäre (F1Total).

Es klingt so ein bißchen wie der Beginn der Pokerei: “Also Konzerne, legt eure Angebote auf den Tisch.” Angesichts der Kämpfe zwischen GPWC und Ecclestone sind die kleinen Teams nun plötzlich was wert. Investoren wie Midland oder DubaiF1 könnten zum richtigen Zeitpunkt eingestiegen sein.

Alle drehen Testfahrten und die Zeiten sind in der Regel mit Vorsicht zu geniessen. Erinnert sei an den letztjährigen “Hammerhai” von BMW, der das heißeste seit “g’schnitten Brot” sein sollte und in der Saison übelst verreckte.

Was sich aber andeutet, ist die Schwäche von Toyota die sowohl als Werksteam als auch als Motorenlieferant von Jordan-Midland. Erstere haben ein Problem mit den Reifen (F1Total) und letztere scheinen als völliges Billigteam die Saison bestreiten zu wollen (F1Total).

Als geneigter Zuschauer fragt man sich sowieso: wozu das Raspeln von Zeitspähne an Motoren und Chassis, wenn die letzten Jahre alleine durch die Reifenfrage entschieden worden sind und dieses Jahr aufgrund des neuen Reifenreglements (drei Reifensätze pro Wochenende, kein Reifenwechsel vom Qualifying bis Rennende erlaubt) diesbezüglich die umwälzensten Änderungen seit Dekaden anstehen.

Überhaupt diese neue Reifenregel. Einerseits nachvollziehbar, dass man damit die elende und meist rennentscheidende Pokerei um die besten Reifen ein Ende machen will, schließlich sollte auch die Qualität des Fahrers eine Rolle spielen.

Wieso man das aber mit einer Reglementsänderung versucht, die die Teams dazu verleitend nun noch schonender und damit für den frei- und samstäglichen Besucher noch langweiliger die Runden zu drehen… Ob das wirklich durch langsamere Kurvengeschwindigkeiten und damit mehr Action im Rennen aufgehoben wird? Ich bin gespannt wie ein Reifenfresser wie Montoya mit den neuen Bedingung zurecht kommt.

Unterdessen hat das Red Bull Racing Team für Melbourne den Landsmann Christian Klien als zweiten Fahrer hinter Coulthard bestätigt. Vitantinio Liuzzi muß also von der Ersatzbank zuschauen.

Screensport: das Wochenende

Okay, aus Zeitmangel (aber das sage ich jedesmal), heute mal eine Kurzfassung. Im Überblick:

  • Bundesliga: Bayern – BVB, VfB – Hertha (So.). Spiele wie gebacken um spektakulär zu sein: HSV – Lautern und Hannover – Werder (Sonntag Samstag)
  • Premier League fällt wg. Cup-Fußball aus, aber verzagt nicht, Sonntag mittag gibt es wieder das Old Firm-Derby.
  • Serie A am Samstag mit einem Duell um Championsleague-Plätze.
  • Die NBA hat All-Star-Weekend. PREMIERE ist an beiden Tagen live dabei (Samstag finden Dunk-Contest, Dreier-Wettwerfen u.ä. statt).
  • Und im Boxen gibt es an diesem Wochenende den ersten hochkarätigen Kampf des Jahres.

Samstag

15h30 Bundesliga
u.a. mit Bayern – Dortmund (mit Tom Bayer/Kai Dittmann), “The return of Jara” HSV – Lautern, Nord-Derby I Wolfsburg – Rostock, Nord-Derby II Hannover – Werder.

18h30 BBL ALBA – Baskets Bonn, PREMIERE live

20h30 Udinese – Inter, PREMIERE live
Tabellenvierter vs. Dritter (Marc Hindelang)

2h30 NBA All-Star-Weekend mit div. Contests, PREMIERE live

3h45 Boxen Bernard Hopkins – Howard Eastman, PREMIERE live
(Tobias Drews)
Der alternde aber erstaunlich gute Hopkins (40) bekommt in seiner 20ten Titelverteidigung einen hochklassigen Gegner, der allenthalben als einer der Top-Herausforderer im Mittelgewicht angesehen wird. Hopkins und Eastman haben ungefähr gleiche Größen, identische Auslagen und auch ungefähr identischen Anteil von KOs an Siegen.

Sonntag

13h30 Celtic – Rangers, PREMIERE live
(Roland Evers)

15h00 Zweite Liga

17h30 Bundesliga
VfB – Hertha (Marcel Reif/Erich Laaser), Gladbach – Schalke

2h15 NBA All-Star-Weekend East vs. West, PREMIERE live

Mahlzeit!

Die heutigen Zeitungen sind voll mit den Nachwehen der gestrigen BVB-Konferenz. Die meisten Artikel sind ungefähr genauso originell wie deren Bebilderung: ein luftleerer BVB-Fußball am Spielfeldrand. Da haben es die Photoredaktionen in den sechs Stunden zwischen Pressekonferenz und Redaktionsschluß aber richtig krachen lassen.

Viel neues gibt es nicht zu lesen, Freddie Röckenhaus schreibt in der SZ ein Stück über Stephen Schechter, das so klingt als wäre es vor der Pressekonferenz entstanden. Das interessante ist, dass nicht nur das NieMeier Schechter hat auflaufen lassen, sondern auch der Rauball-Reinhard beim Abgrätschen mitgemacht hat.

Schechter forderte als Bedingung für Gespräche, dass ihm endlich der wahre Stand der Verbindlichkeiten offen gelegt würde und dass in Dortmund ein externer, anerkannter Finanzexperte für die Übergangszeit der Sanierung etabliert wird. Vor allem den letzten Punkt hatte Klub-Chef Reinhard Rauball abgelehnt.

Nachtragend von gestern gäbe es noch dem Herrn Rölfs sein Auftritt in der ARD: es gäbe eigentlich nicht drei, sondern noch vier “Gläubiger”, die ihr Einverständnis geben müssen, weil bei den auf der PK genannten “Drei” die 5.800 Molsiris-Stadionfond-Teilhaber nicht mitgerechnet wurden. Umgekehrt konnte Dr. Rölfs in der ARD die gute Nachricht vermelden, dass einer der Gläubiger inzwischen grünes Licht gegeben hat, somit sind wir jetzt bei “Zwei plus Molsiris”.

Von der Stadionfonds-Vollversammlung wird übrigens eine 75%-Mehrheit benötigt.

Jammerlappen

BVB, Hoyzer, DFB-Doppelspitze, das ist für die meisten Journalisten zuviel und es wird ob des maroden Zustands des deutschen Fußball gejammert. Und wer hat Schuld? Wolpers?

Wenn es nach Jan Haarmeyer vom Hamburger Abendblatt geht, der DFB.

Lange ist in Dortmund und im Fall Hoyzer vieles vertuscht worden. Das macht die jetzigen Aufräumungsarbeiten um so schwieriger. Der DFB scheint damit überfordert.

Leider verschweigt Herr Haarmann, was Borussia Dortmund mit dem DFB zu tun hat. Das war mal. Seit 2-3 Jahren liegt Borussia Dortmund in der Zuständigkeit der DFL und nicht des DFBs, und damit in der Zuständigkeit von Werner Hackmann,
Präsident der DFL. Aber einem Ex-HSV-Präsident pinkelt man als Hamburger Abendblatt nicht so gerne ans Bein…

Gemessen an dem Boohay dass in Sachen Hoyzer gegenüber dem DFB gemacht wird, fallen die medialen Angriffe gegenüber der DFL sehr piano aus, obwohl die Qualität des gesamten Lizenzierungsverfahren in Frage gestellt wurde.

Unerquickliche Verquickung

Abseits der Frage wie gut die interne Kommunikation und Arbeit des DFBs in dieser Sache war, kann bei Bedarf eine neue Front aufgemacht werden. Falls Gerhard Mayer-Vorfelder ein bißchen Entlastung sucht, nachdem er mal wieder als Schuldiger für jedes und alles gebrandmarkt wird, dann könnte er heute zur “Financial Times Deutschland” greifen. Die Fußball-Presseschau “Indirekter Freistoß” zitiert heute in ihrem eMail-Newsletter einen FTD-Artikel von Erik Eggers.

DFB-Präsident 1B Theo Zwanziger ist in Sachen Sportwetten nicht die unparteiisch über den Dingen schwebende Person. Vielmehr ist Zwanziger früher in Funktion des Verwaltungsratsschef der Lotto Rheinland-Pfalz und des DFB-Schatzmeisters am Aufbau von Oddset beteiligt gewesen. Fußball-Toto siechte Mitte der Neunziger vor sich hin. Zwanziger und sein Freund Schössler, Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz, überlegten, planten und führten schließlich das neue Produkt Oddset in der Pfalz ein.

Oddset wurde ein Erfolg, die gestiegenen Einnahmen der Lottogesellschaft wurden u.a. an den DFB ausgeschüttet und DFB-Schatzmeister Zwanziger konnte blitzeblanke Zahlen vorweisen. Das macht die mitunter bitterbösen Attacken der privaten bzw. halbstaatlichen Wettanbieter gegen Oddset verständlicher.

Zeilensport

Man erinnere sich an das römische Derby von Anfang Januar, als Di Canios zeitweiliger Steifheit im rechten Arm zu einer neuen Diskussionen über faschistische Tendenzen im italienischen Fußball führte.

In der ZEIT veröffentlicht Birgit Schönau ein langes und detailiertes Portrait von den beiden römischen Serie A-Vereinen Lazio und AS Roma.

Rückwärtsgang

Die Kritik an den Geschäftsbedingungen der WM-Tickets nahm zu und erst nach und nach wurde bekannt wie hanebüchen da dei Tickets verhökert wurden. Stichwort: kaum Rückgabe- und Umtauschrechte, Aufgabe von Persönlichkeitsrechten (Bilder).

Nach einem Treffen von Oddset DFB-Chef Zwanziger mit Verbraucherschützer gelobt man nun Besserung, u.a. eine Internet-Tauschbörse etc…

UEFAcup

Aachen hat den erdigen, bodenständigen Fußball geboten, den man als Minimum für Abendunterhaltung erwarten darf und damit mehr gebracht, als der VfB am unsäglichen Vortage. Unterm Strich zwar genauso nur ein 0:0 aber wesentlich angenehmer zu gucken. Drei Karma-Punkte bitte nach Aachen.

Die restlichen Partien fielen in Ergebnis leidlich sensationslos aus. Keine Mannschaft ist nach den Hinspielen rausprügelt worden, jeder darf sich noch Hoffnung machen. Am bittersten sieht es für die Mannschaften aus, die sich in ihren Heimspielen zuviele gegnerische Tore eingefangen haben:
Heerenveen – Newcastle 1:2, Graz – Middlesbrough 2:2, Partizan – Dnjepr 2:2.

Das verschobene (nein, nicht so verschoben!) Spiel Austria – Bilbao wird mit Hin- und Rückspiel binnen drei Tagen durchgeführt (was, BTW, als Modus ja auch mal interessant wäre). Am Tag an dem die anderen die Rückspiele halten (nächsten Donnerstag), findet das Hinspiel in Wien statt, das Rückspiel drei Tage später am Sonntag abend in Bilbao (Anstoßzeit noch nicht fix).

“The Ego” is talking

Jose Mourinho ist putzig. Als Trainer ist er bei weitem nicht so langweilig, wie er aufspielen läßt (okay, Geschmackssache) und seine Scharmützel mit Arsen(e|al) Wenger haben mehr Unterhaltungswert als siebeneinhalb Kilo VfB-UEFAcup-Spiele.

Wenger wurde unter der Woche am Nasenring durch die Medien geführt, weil er im Heimatland des Fußballs zum ersten Mal im dortigen Profifußball einen Kader ohne einen Engländer hat antreten (und 5:1 gewinnen) lassen.

Auftritt Mourinho, im weißen Kleidchen, es spielen Blockflöten auf, der Heiligenschein schwebt ruhig über seinen Kopf (BBC):

Especially as a foreign manager, I feel a bit responsible for the English national team and English players […]
So I would never forget my responsibility in relation to the future of kids and the youth football of the club.

Ist das eben Wenger gewesen, der zum Klo gerannt ist?

BVB vor dem Kollaps?

17h33

Marcel Reif

Marcel Reif war heute in den ersten 20 Minuten zu Gast bei “Maischberger”/n-tv und wurde zu der Situation beim BVB interviewt. Es war eher eine “tour d’horizon” als das wirklich Neues oder eine spektakuläre Meinung vertreten wurde.

In den letzten Minuten versuchte Maischberger Marcel Reif auch zu dem vor kurzem angestrengten und inzwischen wieder eingestellten Verfahren zu befragen, aber Reif verweigerte jede Auskunft, da es nach Einstellung des Verfahrens wieder eine Privatsache sei und er nicht das Spiel der Boulevardpresse spielen will. Zwar habe er eine Idee wer ihn angeschwärzt haben könnte, aber es sei nur eine nicht-beweisbare Vermutung und seine Mutter habe ihm gelehrt dann besser die Klappe zu halten.

17h00

Der Tagesspiegel meldet vorab ein Interview mit dem DFL-Chef Werner Hackmann wonach dieser finanzielle Hilfe für den BVB andeutet. Für solche Fälle gäbe es schließlich einen “Solidaritätsfond”.

Na bitte, die DFL fängt eine Lex BVB vorzubereiten…

15h01

In der Sendung “Maischberger” wird Sandra Maischberger heute um 17h10 auf n-tv mit Marcel Reif über Borussia Dortmund sprechen (wann sind die Wiederholungstermine?). Um 19h30 dann eine weitere Sondersendung auf n-tv.

14h55

Die Live-Übertragung auf n-tv ist nun vorüber.

Im Kern ging es darum Gläubiger vom Sanierungskonzept zu überzeugen. Die “große” Neuigkeit der Konferenz, ist dass das KON:TER-Konzept fallengelassen wurde, dass im Kern den kurzfristigen Rückkauf der Stadionfonds mit Hilfe langfrister Kredite vorsah. Mit dem quasi zurückgekauften Stadion hätte man keine Miete mehr zahlen müssen und über 50 Mio EUR wären von einem Sperrkonto losgeeist worden.

Das KON:TER-Konzept hat man aber im Dezember aufgegeben, weil offensichtlich niemand dem BVB die entsprechenden Kredite geben wollte. Stattdessen arbeitete man seit Mitte Dezember, ohne das etwas durchsickerte, an einem alternativen Konzept das mit Stundungen und Moratorien arbeitet und den BVB “nur” langsam aus den zahlreichen Verpflichtungen entlässt. Zug um Zug will man alles tilgen.

14h48

Die Großinvestoren wie Florian Homm seien heute morgen informiert worden. Meier hat mit ihm telefonisch gesprochen aber nicht über irgendwelche Bedingungen gesprochen.

14h46

Die Pressekonferenz ist nicht als “Offenbarungseid” zu verstehen. Man kann eigentlich nicht erfolgreich arbeiten, wenn man wie der BVB gezwungen ist, permanent Zahlen herauszugeben und sich permanent öffentlich Rede und Antwort zu stellen, sagt Meier, zumal es im Geschäft viele nicht berechenbare Risiken gegeben hätte.

Es ist kein Offenbarungseid, schließlich würde das Unternehmen “2009 durch die Tür kommen”.

Meier will die drei Gläubiger nicht nennen, aber Molsiris scheint eine der drei zu sein.

14h39

Die Pressekonferenz ist Lt. Meier nicht als Druckmittel gedacht, sondern “eherner Grundsatz eines Kaufmanns”. Es soll nicht um Reduktion gehen, sondern um eine andere “Zeitschiene” plus Verzinsung. Meier gibt zu in der Vergangenheit nicht so transparent gemacht zu haben. Er habe in letzter Zeit öffentliche Unterstützung vermisst, obwohl er ehrlich handeln wollte.

Spieler wurden nicht verkauft, weil die Erlöse zu schwach gewesen wären.

14h36

Borussia braucht Gelder um die Saison 2005/2006 zu “überleben”, aber es sieht gut aus, dass man diese Gelder bekommt.

Ein Journalist stellt nun die Frage um die Pressekonferenz dazu dient Druck auf Gläubiger auszuüben.

14h32

Nun spricht Herr Rölfs. Seit dem 23.12. wurde am Konzept mit Michael Meier gearbeitet. Es wurde bereits mit diversen Gläubigern geredet (und überraschenderweise ist nichts durchgesickert!). Es wurde versucht alles an Risiken zu berücksichtigen, aber es hängt derzeit noch alles von drei Gläubigern ab.

Dies ist, betont Herr Rölfs, die allerletzte Chance des BVBs. Borussia Dortmund hat keinen großen Investor oder so in der Hinterhand. Es ist die allerletzte Chance.

14h29

Laut Meier sind es zwar nur drei Schuldner die das Konzept noch nicht abgesegnet haben, aber “von diesen Drei hängt alles ab”, sagt Meier. Er bittet explizit um “positive Begleitung”.

14h24

Von Mitte 06 bis Mitte 09 will man 28 Mio Schulden aus dem Cashflow (kumuliert) abbauen. 5,4 Mio neue Gelder müssen für Investitionen aufgenommen werden, z.B. für Reperaturen etc.

Sämtliche Schulden sollen bis Mitte 09 aus der Liquidität der Borussia bezahlt werden können.

Der BVB plant mit 24 Mio Spielergehälter, was Borussias Ambitionen entspricht.

14h21

05/06 sind noch Investitionen zu tätigen, z.B. für den Ausbau des Stadions als WM-Stadion oder den Ausbau des Trainingsgelände. Bislang ist es dem BVB nicht gelungen die Finanzinstitute zu einer Bewilligung der Investitionen zu überzeugen.

Von Mitte 06 bis Mitte 09 soll es 37 Mio Cashflow geben und damit dann die Verbindlichkeiten sukzessive abgebaut werden.

Das Konzept ist sportlich konservativ gehalten, da keinerlei Transfererlöse und internationale Wettbewerbe berücksichtigt worden sind (“Abseitspotentials“).

14h19

Bis 2006 hält Meier die Situation für extrem diffizil und existenzgefährdend, Jahresfehlbeträge von 17 Mio werden auflaufen. Von 2006 an will man dauerhaft Gewinne und positive Cashflows erzielen.

14h14

Was die Markenrechte angeht, möchte man diese teilweise zurückführen um so nicht zuviele Lizenzgebühren zu zahlen. Bzgl. der “Kündigungsoption”: man hat sich mit dem Gerling-Konzern geeinigt, dass auf diese Option verzichtet wird.

Die diversen Moratorien werden wohl mit 4% Zinsen belegt. Darüberhinaus werden weitere Sparmaßnahmen durchgeführt. Daher die Entlassungen in der Geschäftsstelle.

Der BVB will sich verpflichten aus den zukünftigen Überschüsses sämtliche Schulden zu zahlen, allerdings nicht “auf der ambitionierten Zeitachse wie ursprünglich angedacht” (O-Ton Meier). Die Gläubiger sollen nicht verzichten, sondern nur verzögert bezahlt werden, zudem mit 4%iger Verzinsung.

Wenn alle Gläubiger zustimmen, wird der BVB sanierungsfähig und -würdig. Entsprechend wäre der BVB dann Bundesliga-lizenzfähig. Das Sanierungskonzept hat die entsprechenden Bedingungen der DFL berücksichtigt.

14h10

Meier schmeißt mit Zahlen um sich, die man nicht mehr aufschreiben kann.

Das Konzept von RölfsPartner sieht 8Mio Mietstundungen bzgl. des Stadions vor plus eine ca. 40%ige Rückübertragung des Stadionfonds gegen die Mittel die der BVB aus dem Fonds bekommen hätte (ca. 40 Mio).

Ab 2009/2010 möchte man die restlichen Fondsanteile zurückholen.

(Man verzeihe wenn ich hier nicht alles korrekt aufschreibe, aber Meier spricht pure Börsensprache und angesichts der komplexen Strukturen ist es nicht wirklich nachzuvollziehen).

14h07

Meier bestätigt dass zum Sommer dieses Jahres 79% des Aktienkapitals aufgebraucht sein werden, zudem sind weitere Zahlungen bis zum Sommer fällig und die Zahlungsmittel reichen nicht mehr aus um die Zahlungen zu begleichen.

Als Investitionen für die WM2006 sind mit Ausgaben von 4 Mio zu rechnen.

14h04

Die Pressekonferenz soll einen Status des BVBs darstellen und die Pläne der nächsten 5 Jahre aufzeigen.

11 Mio Mindereinnahmen sind den nicht vorhandenen europäischen Auftritten und dem Ausbleiben der TV-Gelder aus diesen Europacup-Auftritten geschuldet, plus Ausgaben durch Umstrukturierungsmaßnahmen. Für 04/05 rechnet man mit einem Fehlbetrag von 68 Mio, nicht zuletzt eines “Markenrisikos“.

“Markenrisiko” meint die Verpfändung der Marke “Goool.de” und “BVB”.

14h01

Meier bezeichnet es als “außergewöhnlich” dass der BVB eine derart ausführliche Ad-Hoc-Meldung abgibt (hint! hint!). Mit Rölfs & Co. arbeitet man seit Dezember zusammen, was man bewusst nicht öffentlich machen wollte. Die Rückabwicklung des Stadions wie im Metrum-Konzept konnte nicht verwirklicht werden, daher wurde das KON:TER-Papier fallengelassen.

Man hat auch die Pläne aufgeben via Rückkauf des Stadionfonds die 52 Mio Bargeld freizuschaufeln. Stattdessen nimmt man den alternativen Weg von RölfsPartner und die Ad-Hoc-Meldung soll eine neue Transparenz einleiten.

14h00

Die Pressekonferenz startet, mit Michael Meier, H.J Watzke und Hr. Rölfs, also ohne Rauball.

13h09

Die Zielrichtung von dem was auf der Pressekonferenz um 14h erwartet werden kann, scheint klar zu sein, wenn man zwischen den Zeilen alles an Meldungen und Statements liest. Der BVB wird um 14h weniger seinen bevorstehenden Bankrott verkünden, sondern die dramatisch und laut herausposaunte schlimme Lage nutzen, um ein Sanierungskonzept vorzustellen und mit Hilfe der Medienpräsenz möglicherweise Druck auf die Gläubiger auszuüben, damit sie diesem Konzept zustimmen.

Das Konzept sieht Stundungen und Moratorien bis 2007 vor, wie ich finde recht lange Zeiträume, was die Verhandlungen mit Gläubigern nicht vereinfacht.

Recht leise ist es um Investoren geworden, die der BVB doch in letzter Zeit laut vorgestellt hat, sei es “Flo” Homm durch Niebaum, oder den türkischen Tausendsassa Saran. Hier scheint das Potential erschöpft zu sein.

Das Sanierungskonzept kommt übrigens interressanterweise von RölfsPartner. Hatten das NiebaumMeier nicht ihrerseits bereits ein pfannenfertiges Sanierungskonzept KON:TER von Metrum?

13h02

Vor und im Westfalenstadion haben sich diverse Journalisten zusammengetroffen, u.a. um die übliche Konferenz von B. v. Marweijk zu verfolgen. n-tv hat nicht die Nerven diese unspektakuläre PK zu übertragen.

Aus Berlin wird Peer Steinbrück, NRW-Ministerpräsident hinzugeschaltet, der um Ruhe und Gelassenheit bittet, auch hinsichlich der Bürgschaft des Landes NRW.

12h40

Die 14h-Pressekonferenz wird live auf n-tv übertragen.

Laut Deutschlandfunk haben sich Watzke und Rauball im Laufe der letzten Tage in die komplizierten Strukturen des BVBs eingelesen und nun die Notbremse gezogen. 80% des Börsenkapitals seien verbrannt, Geld muss in das Stadion investiert werden um es WM-reif zu machen.

Wie war das gestern mit dem FC Parma, der sich nach dem Konkurs von Parmalat aus dem AC Parma gehäutet hat? Wäre so etwas ein Modell für den BVB?

9h06

Rally hat es eben in einem Kommentar kurz erwähnt und nun schlägt es auch als “Breaking News” bei N-TV und im WDR ein:

Borussia Dortmund spricht in einer Pflichtmitteilung von heute morgen von “existenzbedrohenden Ertrags- und Finanzsituation“. In der 2ten Jahreshälfte 2004 hat man nochmals einen Verlust von 27 Mio EUR eingefahren. N-TV fährt fort:

Ohne Sanierungsmaßnahmen sei per 30. Juni 2005 ein Gesamtfehlbetrag von 68,8 Millionen Euro zu erwarten, so dass unter Berücksichtigung kumulierter Verluste aus Vorjahren rund 79 Prozent des eingezahlten Kapitals der Aktionäre durch Verluste aufgezehrt seien, teilte der Verein mit.

Der BVB hat nicht mehr genügend Geld um bis zum Ende der Saison aus eigener Kraft zu “überleben”, da dann versch. Verpflichtungen z.B. für das Stadion notwendig wäre, sowie weitere “bis Jahresmitte notwendiger Investitionen“.

Auch in mittelfristiger Perspektive sehen die Zahlen rot aus. Nach dem derzeitigen Stand schreibt man bis Mitte 2006 rote Zahlen und würde erst dann langsam ins Schwarze übergehen, aber eine “Bedienung der Finanzschulden” wäre nicht möglich.

Die nun veröffentlichte Pflichtmitteilung wirft ein anderes Licht auf die gestrige Meldung, wonach der Finanzmakler Stephen Schächter (Schechter?) sämtliche Kontakte zum BVB abgebrochen hat.

Die Pflichtmitteilung ist in Gänze im Schwatzgelb-Forum abgelegt und legt anscheinend ein Sanierungskonzept vor. Aber das Problem des BVBs ist der Strick den sie sich in Form des Westfalenstadions um den Hals gelegt haben. Sie kriegen den Rückkauf des Stadionfonds nicht gebacken (aus der Pflichtmitteilung):

– kurzfristig darzustellende cash flows zur Bedienung teilweise bereits fälliger Verpflichtungen und zur Abdeckung notwendiger Investitionen im Zeitraum vom 01.01. bis 30.06.2005 in Höhe von EUR 29,7 Mio., die derzeit nicht zur Verfügung stehen, da keine Investoren für die Gesamtrückabwicklung der Stadionfonds-Konzeption gewonnen werden konnten.

Die Option WestLB fällt angesichts des derzeitigen Wahlkampfes aus, Stephen Schechter hat gestern alle Gespräche mit dem BVB endgültig abgebrochen und hat vielleicht den BVB gezwungen die Pflichtmitteilung herauszugeben.

Der Stadionfond scheint aber nicht die einzige Front zu sein (aus der Pflichtmitteilung, Hervorhebung von mir):

Deren überwiegende Mehrheit [der Finanzgläubiger] hat die Zustimmung bereits zugesagt. Mit lediglich drei Finanzgläubigern werden gegenwärtig noch weiterführende Verhandlungen geführt.

Die Zeit läuft gegen den BVB, denn in 4 Wochen müssen die Lizenzunterlagen bei der DFL abgegeben werden. Im Gegensatz zum panisch klingenden WDR 2 kann ich mir aber derzeit nicht vorstellen, dass die DFL den BVB durchrauschen läßt.

Money League

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hat passend zum BVB-Debakel, eine Liste der umsatzstärksten Fußballvereine der Welt erstellt. Mit “Umsatz” sind Einnahmen aus Stadion, Sponsoring, TV-Verträge, Merchandising u.ä. gemeint, nicht aber Einnahmen aus Spielertransfers.

ManU führt mit deutlichem Vorsprung die Liste vor Real und dem AC Milan an. Größter Aufsteiger ist, wen wunderts, Chelsea, springt von Platz 10 auf 4, dahinter ist Juve. Hinter den Top 5 tut sich ein großer Spalt bis zum 6ten Arsenal auf. Barca macht dank eines TV-Exklusivvertrages ebenfalls einen großen Sprung, von 13 auf 7.

In der Tendenz sind hat sich kein italienischer Verein verbessern können und beide Bundesligisten, Bayern und Schalke, sind um 4 bzw. 3 Plätze gefallen. 15 der 20 Vereine kommen aus England, Spanien oder Italien. Mich erstaunt immer wieder die gute Position der beiden Glasgower Clubs die zuhause mehr oder weniger eine Micky-Maus-Liga haben und europäisch nicht wirklich durch konstant stramme Leistungen auffallen, ebenso wie Marseille, deren letzter Titel nun auch schon Äonen her ist (und in Sachen Mentalität sowieso eher Italiener als Franzosen sind). Und Manchester City? Aston Villa? Wow.

Die britische Dominanz (10 der 20 Teams) erklärt sich aus recht breiten Einnahmefeldern, während Spanier und Italiener sehr stark von TV-Verträgen abhängen. Unschlagbar sind die Briten in Sachen Stadioneinnahmen.

Deloitte sieht eine noch stärkere Dominanz der englischen Clubs kommen, wenn Arsenal in sein neues Stadion umzieht (15.000 “executive seats“!) und Chelseas aktuelle Zahlen dürften noch besser als die Zahlen aus 03/04 sein. Die Blauen könnten erstmals ManUs acht Jahre währende Spitzenposition gefährden. Bei ManU steht wiederum eine Vergrößerung der Stadionkapazität auf 76.000 an.

Für die nächsten Jahre wird zudem der Eintritt von noch mehr Franzosen erwartet, als Folge des 1,8 Mil.-TV-Deals.

Den Einfluß der Championsleague auf den generierten Umsatz taxiert Deloitte auf 10-20%. Als Gefahr wähnt Deloite eine Sättigung der Fans durch zu große Verbreitung von Logos und anderem Merchandisingmaterial. Daher loten die Vereine immer stärker außereuropäische Märkte aus.

Nicht ein einziger außereuropäischer Verein konnte sich in die Top 20 platzieren.

Die Umsatz-Top 20

(in Millionen Euro)
1 (1) – Manchester United 259.0
2 (4) – Real Madrid 236.0
3 (3) – AC Mailand 222.3
4 (10) – Chelsea London 217.0 (75Mio EUR mehr als im Vorjahr)
5 (2) – Juventus Turin 215.0
6 (7) – Arsenal London 173.6
7 (13) – C.F. Barcelona 169.2
8 (6) – Inter Mailand 166.5
9 (5) – Bayern München 166.3
10 (8) – F.C. Liverpool 139.5
11 (9) – Newcastle United 136.6
12 (11) – AS Rom 108.8
13 (18) – Celtic Glasgow 104.2
14 (16) – Tottenham Hotspur 100.1
15 (15) – SS Lazio Rom 99.4
16 (n/a) – Manchester City 93.5
17 (14) – Schalke 04 91.4
18 (n/a) – Olympique Marseille 88.0
19 (n/a) – Glasgow Rangers 86.2
20 (n/a) – Aston Villa 84.4

Links:
BBC, Guardian, deutsche Pressemitteilung.

Moin!

Habe ich mich inzwischen zu sehr auf Matthias Sammer eingeschossen, oder zeigt er sich in Stuttgart inzwischen von seiner destruktiven taktischen Seite – lieber zehnmal zu wenig wagen als einmal zu viel – wie in der Schlußphase beim BVB? Aber das gestrige Spiel fand ich angesichts des Aussetzens von sieben Stammspieler des FC Parma erschreckend und kontraproduktiv.

Häufig wird argumentiert “am Ende zählt nur der Erfolg” – siehe dazu auch das erschreckend kaltherzige Interview von Dick Advocaat im Tagesspiegel. Nun ist aber der Erfolg für die allermeisten Vereine nur ein flüchtiger Gast der ebenso schnell wieder geht, wie er kommt. Was dann diese Vereine von den anderen Vereinen unterscheidet, sind z.B. Fans, Stimmung, äußeres Erscheinungsbild, Attraktivität der Spielweise. Siehe dazu in Extremis der FC St.Pauli der derzeit vom finanziellen Totalschaden zu finanziellen Totalschaden spielt – gerade drohen wieder 600.000 bis 1 Mio EUR Steuernachzahlungen und dadurch ein Konkurs – aber die Bude ist so voll, bei diesem Zuschauerschnitt bekommen nahezu sämtliche Zweitligisten feuchte Augen.

So kamen dann am letzten Montagabend 5.700 Fans zu einem Abschiedsspiel für Holger Stanislawski zusammen. “Stani vs. Truller” und alle sind sie gekommen (zumindest lt. Plakat): André Trulsen, Klasnic, Bajramovic, Reinke, Kocian, Blank, Wehlmann, Thomforde, Wehlage, Duve, Pröpper, Dammann, “Übersteiger” Ottens, Zander, Dinzey, Schlindwein, Driller, Marin, Thomas Meggle, Willi Reimann, Helmut Schulte, Walter Frosch etc… Sogar ein Nico Patschinki ließ es sich nicht nehmen von Trier mit dem Auto raufzufahren. Am Ende siegte Team Truller gegen Team Stani 11:7.

Aufs Rad geschwungen

Die Aufregung um die Frage ob Lance Armstrong bei der Tour de France startet oder nicht, wirkte künstlich hochgeputscht, schließlich hat sich sein Team durch einen Vertrag mit Sponsor “Discovery” vertraglich verpflichtet mit Armstrong die Tour zu machen. Gestern gab es nun die offizielle Erklärung dessen was zu erwarten war: Armstrong startet.

Auf Eis gelegt

Wie erwartet wurde gestern die diesjährige NHL-Saison abgesagt. Es wurde bis zum gestrigen Morgen noch fleißig verhandelt, angeblich waren NHL-Teambesitzer und die Spielergewerkschaft teilweise nur noch wenige Millionen voneinander entfernt. Es ist die erste US-Profiliga die wg. Arbeitsauseinandersetzung komplett auf Eis gelegt wurde. Der Stanley-Cup fiel zuletzt 1919 wg. einer Grippeepidemie aus.

Aufs Abschiebegleis geschoben

Nicht überraschend haben in den letzten Tagen zwei namhafte Quarterbacks in der NFL ihre Entlassungspapier bekommen: Drew Bledsoe hat kein Platz in Buffalo mehr, Youngster Losman soll nun soweit sein und das Team führen können. Und der in Cleveland nicht wirklich geliebte Jeff Garcia (Ex-49ers) muss auch gehen.

Bei den St.Louis Rams wurde entschieden Marshall Faulk nur noch als Backup-RB einzusetzen, womit sich eine weitere Karriere dem Ende entgegenneigt.

Auf Kollisionskurs

Das Spektakel in der Formel 1 geht weiter. Nachdem in den letzten Wochen die Ecclestone-Fraktion wie ein Sieger aussah, nachdem man Ferrari überreden konnte das Concorde-Agreement zu unterzeichnen, haben gestern seine Gegner rund um Teams der GPWC (Mercedes, BMW, Renault) einen überraschenden Erfolg feiern können.

Gestern stellte man den anderen Teams die geplante Konkurrenzserie vor, und man war begeistert. Bis auf Ferrari sollen sich alle neun F1-Teams positiv geäußert haben, teilweise mit dem Versprechen für mehr Gerechtigkeit und billigere Motoren geködert. Noch besser: inzwischen ist es rechtlich umstritten ob die Bezeichnung “Formel 1” wirklich durch Ecclestone geschützt ist oder ob es nur die komplette Wortmarke (“F1 World Championship” oder so ähnlich) betrifft und daher eine Serie wie z.B. “F1 Series” von Ecclestone verboten werden könnte.

Damit ist die Pattsituation gravierender als ich es erwartet hatte und das Gebalze um die Teams fängt nun an. So soll Sauber angeblich mit BMW-Motoren und damit der GPWC liebäugeln, während Ferrari Avance gegenüber Jordan-Midland macht um sie zum Camp Ecclestone zu bringen.

Für die kleinen, unabhängigen Teams ist die Situation ideal, denn nun können sie pokern und “ihren” Preis aushandeln.

Auf der anderen Seite gefährdet die Pattsituation den gesamten Sport, da natürlich Verhandlungen bzgl. Fernsehrechte oder Expansionen kaum geführt werden können, solange niemand weiß wie es ab 2008 um die F1 bestellt ist.

Links: Guardian, BBC, F1Total.