Screensport: UEFAcup

Schalke 04 – Schachtjor Donezk

18h00, ARD live, Steffen Simon, Hinspiel 1:1

Im Prinzip sollte Schalke 04 die sicherste Nummer im UEFAcup auf ein Weiterkommen sein, aber das 1:1 von Donesz hat die Güteklasse “gefährliches Ergebnis“. Donesz, um kein Deut eingespielter als vor der ersten Winterpausenunterbrechung letzte Woche, hat hinreichend viele gute Individualisten um auswärts 1-2 Törchen zu schießen. Sie müssen sie nur machen, denn in Sachen Ausbeute und Torgefährlichkeit waren die Ukrainer letzte Woche Fälle für die Besserungsanstalt.

Theoretisch kann Schalke mit dem Besten antreten, was der Kader hergibt, allenfalls Rechtsverteidiger Kamphuis ist fraglich. Schalkes großer Fehler letzte Woche, war die kampflose Aufgabe des Mittelfeldes.

Zu Donezk kann das von letzter Woche gesagte, wiederholt werden. Wieviele Brasilianer werden spielen? Obacht vor Spielmacher Matuzalem (#9). Wie offensiv wird Donezk spielen, denn eines ist klar: für ein Weiterkommen müssen sie minimum ein Tor machen.

AZ Alkmaar – Alemannia Aachen

18h30, DSF live, Thomas Herrmann, Hinspiel 0:0

Wacker gekämpft, freundliches Schulterklopfen allerorten, aber die Cinderella-Story riskiert heute gegen souveräne Holländer zu Ende zu gehen. Es würde zu den Aachener passen, wenn sie mit wehenden Fahnen und frohen Liedern auf den Lippen in den Untergang gehen, also mit “Heimtaktik” antreten und versuchen auf den Flügeln alles niederzubrennen, was sich ihnen in den Weg stellt. Toitoitoi, ein Weiterkommen sei ihnen gegönnt.

Alkmaar evtl. ohne Kapitän Landzaat. Bei Aachen ist Plaßhenrich fraglich.

Austria Wien – Athletic Bilbao

19h30, PREMIERE live

Wieder etwas dazugelernt: im Baskenland heißt es immer noch Athletic und nicht Athletico.

Kuriose Geschichte: das Hinspiel sollte letzte Woche stattfinden, fiel aber wg. den Platzverhältnissen aus. Dabei schieben die Wiener die Schuld auf UEFA-Offizielle, die sich nicht darauf einigen konnten wann der Schnee zu räumen sei und Bilbao wiederum schiebt ihn auf die Wiener, die noch bis zum späten Nachmittag den Schnee auf den Rasen gelassen hatten.

Bilbao ist stinksauer, nicht zuletzt weil aufgrund der kurzfristigen Absage (eine Dreiviertelstunde vor Anpfiff) alle Fans aus Spanien angereist gekommen sind und unverrichteter Dinge abreisen mussten.

Nun, wo alle ihr Rückspiel bestreiten, findet das Hinspiel statt. Das Rückspiel findet am Sonntag statt, wobei ich derzeit unterschiedliche Informationen über die Anstoßzeit habe (18h oder 20h45) und am gestrigen abend auch keine übertragende TV-Anstalt ausmachen konnte.

Ich verweise auch hier auf meinen Text von letzter Woche. Bilbao, obwohl es eine Mannschaft “nur” mit baskischen Spielern ist, soll derzeit in Spanien dass Prallste an Offensive sein, was Spanien zu bieten hat.

VfB Stuttgart-AC Parma

20h30, ZDF live, Bela Rethy, Hinspiel 0:0

Nach der – Achtung, ich muß das Wort wieder verwenden – anämischen Leistung von Stuttgart in Parma, gehört das Spiel eigentlich aus dem Fernsehprogramm rausboykottiert. Wobei ich auch die Einstellung von Parma (“Spiel ist wurscht, für uns zählt nur der Nicht-Abstieg“) finster fand.

Man darf gespannt sein, ob Parma es vielleicht doch auf ein Weiterkommen anlegt. Irgendwie müssen sie dazu ein Tor schießen. Meßlatte wie ernst Parma das Spiel nimmt, wird der Einsatz von Alberto Gilardino (#11) sein.

Der VfB mit Sorgen in der Defensive. Meira und Babbel sollen angeschlagen spielen, Meißner, Zivkovic und Delpierre fehlen.

A|nä|mie*, (gr.-nlat.; “Blutarmut”) die; -, …ien: (Med.) a)Verminderung des Hämoglobins u. der roten Blutkörperchen im Blut; b) akuter Blutmangel nach plötzlichem schweren Blutverlust. a|nä|misch: die Anämie (a, b) betreffend

AJ Auxerre – Ajax

20h45, EUROSPORT live, Hinspiel 0:1

Letzte Woche wurde ich mehr oder minder von EUROSPORT verarscht, als die für Donnerstag angekündigte Übertragung 1/ bereits am Mittwoch stattfand und 2/ nicht übertragen wurde. Stattdessen gab es Futsal (Hallenfußball), was wirklich von viel Hybris zeugt, damit gegen “echten” Fußball in den diversen europäischen Programmen anstinken zu wollen. Normalerweise pflegt man bei solchen Anläßen immer Eiskunstlauf, Hallen-Kegeln oder die World Series of Extreme Doppelkopf aus dem Konservenschrank zu holen.

Trainer von AJ Auxerre ist, unglaublicherweise, immer noch Guy Roux. Ich weiß gar nicht wie lange der nun schon AJ Auxerre trainiert, ich tippe auf knapp 30 Jahre, abgesehen von einer Unterbrechung von 1 Jahr oder so. Als sein damaliger Nachfolger floppte, konnte er nicht länger dem Elend zusehen und wurde wieder Trainer.

Auxerre ist die “Hauptstadt” des Départment Yvonne, die Franzosen die mit dem Autokennzeichen “89” herumfahren. Das alles liegt im Burgund, zirka zwei Autostunden südöstlich von Paris, wo Wein angebaut wird und auch der mittlerweile verblichene Ex-Präsident Mitterand stammt (und meine Großeltern wohnen).

Guy Roux ist die französische Kopie von Otto Rehhagel, auch in Sachen “bodenständiger Intellekt”, mit meist sehr erdiger Argumentation. Die Satire-Sendung “Les Guignols de l’info” zeichnet das Bild eines supergeizigen, konservativen Provinzlings, der es aber immer wieder versteht mit minimalen Mitteln einen Provinzclub in europäische Pokalwettbewerbe zu hieven.

FC Middlesbrough – Grazer AK

21h00, PREMIERE live, Hinspiel 2:2

Die Grazer sprühen vor Zwangsoptimismus nach einem sehr lebhaften 2:2 im Hinspiel gegen einen Premier League-isten der zu Hause im Kampf um Championsleague-Plätze steht.

Der Beinahe-VfB-Stuttgart-Trainer Walter “Schoki” Schachner baut dabei vorallem auf Standardsituationen wie Freistöße, die der Grazer AK recht gut gegen Middlesbrough versenken konnte.

Championsleague

[22h23] 0:3, das schmerzt. Ich hätte den Werderaner mitunter schmerzfreien Werderaner ein besseres Schicksal gegönnt. Jetzt müssen sie in Lyon schon einen Rehhagel wie einst gegen Anderlecht aus den Hut zaubern.

Ein ganz, ganz fragwürdiger Platzverweis von Drogba bringt die Wende im Spiel Barca – Chelsea, die zwar schon das ganze Spiel lang angriffen, erst erst spät anfingen wirklich gute Chancen zu generieren. Und nach Auswechselungen von Rijkaard ging es ganz schnell. Insbesondere beim zweiten Treffer sah die Chelsea-Abwehr schlecht aus.

Roy Carroll sollte sich in Manchester nun endgültig um einen Vertrag gebracht haben. Einen Schuß nach vorne abprallen lassen, Crespo dankt. Aber auch mit der Einwechselung von van Nistelrooy zeigt sich ManU nur um Spurenelemente drückender. Erst als nach dem Führungstreffer von Milan, sich eben jene zurückziehen, übernimmt ManU die Initiative. Eine sehr enttäuschende Partie von ManU, die zu Hause erst viel zu spät die Kontrolle übernahmen.

[21h17] Das einzige von den drei Championsleague-Spielen die ich mir ansehe (Proto – Inter mal außen vor gelassen) und dass wirklich überraschend verläuft, ist ManU – AC Milan.

Von wegen “Betonmischmaschine”. Milan ist drückend überlegen, hat weiß-der-Geier wieviel an Spielanteilen, kommt aber nicht wirklich gefährlich in den Strafraum. ManU fährt im eigenen Haus Konter. Die paar Konter die sie fahren, sind gefährlicher als das was der AC in der ersten halben Stunde an zählbaren Chancen produziert.

Der Rückstand von Bremen war ein zu erwartendes Szenario: Bremen stürmt und wird ausgekontert. Bremen rennt weiter an und riskiert natürlich weitere, dann tödliche Konter. Erinnert mich an ein fatales UEFAcup-Spiel vor Jahren: HSV gegen Monaco. Monaco mit zwei pfeilschnellen Außenstürmer, hat den HSV in beiden Spielen so bitterböse ausgekontert. Wenn mich nicht alles täuscht, war einer dieser Spieler ein junger Bursche namens Thierry Henry.

Viel Vorwürfe kann man Werder derzeit nicht machen, außer dass sie zuviele Chancen versieben.

Beim zappen quer durch Europa und englischen, französischen, italienischen und deutschen Kommentar fällt auf, dass Reif der mit Abstand schweigsamste Kommentator ist, während alle anderen mit minimum zwei Mannen in der Kabine aufwartet (die Franzosen heute und die Engländer gestern haben per Funk auch noch einen Dritten phasenweise dazugeschaltet). Und eines muß man den “Ausländern” lassen: Da kommt schon mehr Stimmung rüber, als bei einem einsamen Reif, der alle Dreiviertel Minute mal zum Wort anhebt.

Der Tag der Tage -2-

In der Nachbetrachtung ist Bayern – Arsenal ein merkwürdiges Spiel gewesen. Bayern hat 3:1 gewonnen, hätte ebenso gut 4:0 gewinnen können und damit sollte sich alle Diskussion erübrigt haben, Magath hat Recht gehabt. Punkt.

Und doch habe ich das Gefühl das sich die Bayern aufgrund ihrer zu defensiven Aufstellung eine gute Chance haben entgehen lassen, eines dieser “Jahrhundertspiele” zu liefern und Arsenal moralisch den Todesstoß zu versetzen. Die Begründung ein Scholl würde zu zentral spielen und damit in einem kompakten, harten Mittelfeld Arsenals verpuffen, kann ich angesichts der Agilität von Scholl, der häufig über die Seiten kommt, nicht nachvollziehen, zumal die Alternative Zé Roberto in den Vorwochen nun nicht der Bringer war.

Aber die Diskussion wirkt, wie geschrieben, irgendwo auch überflüssig. Ein 3:1 gegen Arsenal ist schwer debattierfähig.

Bring on the games.

Werder Bremen – Olympique Lyon

Nach der Gesundung von Klasnic und Klose hat Trainer Schaaf heuer vermutlich wieder die pralle Auswahl im Stürmerroulette.

Olympique Lyons Vorstellung am letzten Wochenende, ein Last-Minute-Ausgleich zum 1:1 gegen AS Monaco, wird von den deutschen Medien stark geredet. In Frankreich waren die moralischen Sieger eindeutig die Monegassen, die die Partie in Lyon auch dominierten. Aus Sicht von Lyon kommt erschwerend die Verletzungen vom Innenverteidiger Caçapa und Außenmann Réveillère hinzu, die gegen offensivstarke Bremer nicht hätte ungünstiger getimet sein können.

Werder hat das Motto ausgegeben “Zu Hause muss die Null stehen”, was sich aus der Auswärtsstärke und Heimschwäche von Olympique erklären mag. Lyon wird vermutlich kompakt stehen und via schnelle Konter kommen. Vorsicht bei Freistößen: Juninho gehört am ruhenden Ball zum Besten was gibt.

Zur Lektüre empfohlen: ein Interview in der Berliner Zeitung und eines in der FR mit Valérien Ismael.

Vorr. Aufstellung Werder:
Reinke
Stalteri, Ismaël, Pasanen, Magnin
Ernst
Jensen, Borowski
Micoud
Klose, Klasnic/Valdez

Vorr. Aufstellung Lyon:
Coupet
Diatta, Cris, Essien, Abidal
Govou, Diarra, Juninho, Clément, Malouda
Wiltord

Manchester United – AC Milan

Der Herr gibt es, der Herr nimmt es. In diesem Falle gibt er den einen die Wiederaufstehung von Ruud van Nistelrooy, seit November an der Achillessehne verletzt und im Falle der anderen nimmt er ihnen Europas Fußballer des Jahres Schevtschenko.

Sicher ist es nicht, ob Nistelrooy von beginn an spielen wird, da macht Ferguson noch ein Geheimnis draus, aber die Stimmung ist deutlich gehoben. Anders bei Milan, wo man mit Schevtschenko fast die gesamte Offensive des AC Milans rausgerissen hat. Mal sehen inwieweit dieses Milan zur One-Man-Show von Kaka reduziert.

Im Guardian beschreibt Richard Williams die ewigen Kämpfe von Trainer Ancelotti, der sein “Weihnachtsbaum”-System 4-3-2-1 durchsetzen wird, aber permanent von Berlusconi und seinen Vassallen zurückgepfiffen wird, die auf ein 4-3-1-2 drängen.

ManU wird vermutlich voll auf die Karte “Heimspiel” setzen und versuchen massiv Tore vorzulegen. Die Frage wird sein inwieweit die “erfahrene” (vulgo: alte) Abwehr des ACs der sehr agilen Offensive ManUs, Stichwort Ronaldo, Giggs und Rooney, gewachsen sein wird. Und da wäre Jaap Stam, heute möglicherweise als ungewohnter rechter Verteidiger, der da noch ein Sträußchen mit seinem ehemaligen Trainer Ferguson auszufechten hat.

Um sich zu vergegenwärtigen was das für ein Abwehrbollwerk von AC Milan ist: in den 12 Auswärtsspielen in der Serie A haben sie sage und schreibe 4 Gegentore zugelassen.

Vorr. Aufstellung ManU:
Carroll
G. Neville, Ferdinand, Silvestre, Heinze
Keane
Cristiano Ronaldo, Scholes, Giggs
Rooney, Van Nistelrooy/Fortune

Vorr. Aufstellung Milan:
Dida
Stam, Nesta, Maldini, Kaladze
Pirlo
Gattuso, Seedorf
Kaka, Rui Costa/Serginho
Crespo (evtl. plus Tomasson)

FC Barcelona – Chelsea

Es ist vermutlich das putzigste Duell des Achtelfinales. Heißblütiger Sturm gegen eiskalte Abwehr. Oder auch Rijkaard vs. “The Ego” Mourinho. Letzteres wird von Ronald Reng in der Berliner Zeitung wunderbar thematisiert: “Vorstadtbuddha ohne Heiligtum“. Sehr lesenswert.

Mit Vergnügen arbeitet der Niederländer Rijkaard beim 16-maligen spanischen Meister FC Barcelona an dem Eindruck, er nehme sich selbst nicht so wichtig – weil: ein Trainer sei gar nicht so wichtig: “Eine einzelne Person ist niemals für den Erfolg eines Fußballteams verantwortlich – auch ich nicht.”

In einer Zeit, in der der Posten des Trainers eine Überhöhung wie noch nie erfährt, ist das ein geradezu schockierendes Bekenntnis. 2004 war das Jahr, als das System die Stars ersetzte, die Strategie der Trainer machte aus kleinen Teams große Sieger: Champions-League-Gewinner der FC Porto, Europameister Griechenland. Ein Trainer, entdeckte man, braucht keine Ausnahmefußballer mehr – er ist selber Star; ein Feldherr, der dank seiner systematischen Taktik aus einer ordentlichen Elf eine besondere macht […]

Also kam Rijkaard, gibt statt des großen Strategen nur den netten Helfer seines Teams, und formte in Barcelona die spektakulärste Mannschaft dieser Saison […]

In diesem Verein, Tummelfeld für Wichtigtuer, schuf Rijkaard, der Vorstadtbuddha mit endloser Gelassenheit, ein nie gesehenes konstruktives Klima. Dieses Team platzt fast vor Kreativität – Ronaldinho, Deco, Xavi, wo hört man auf zu lobpreisen? Solch eine Elf benötigt keinen Trainer, der taktische Wunder schafft. Sie braucht einen, der ihre Klasse nicht im System erstickt.

(Wobei einige Passagen aus dem Reng Artikel verblüffende Übereinstimmungen mit einem Guardian-Artikel von Donald McRae haben, Stichwort: Rijkaard Tackling gegen Ronaldinho.)

Das Trainerduell ist putzig, weil Mourinho, der ja seine Karriere als Assistent bei Barcelona begann (siehe Portrait Independent), anfangs der Woche in den Medien Rijkaard attackiert hat.

Frank Rijkaard’s history as a player cannot be compared with my history. His history is fantastic and my history is zero. My history as a manager cannot be compared with Frank Rijkaard’s history. He has zero trophies and I have a lot of them. […]

I don’t have to be jealous about Barcelona because they have 100 years of history and have won the European Cup once. I have been managing for five years and I have the same amount of Champions League trophies to my name.

Für Chelsea hat es teils positive, teils negative Meldungen von der Verletzungsfront gegeben: Drogba und Gallas können spielen, Linksaußen Damien Duff ist out. Insbesondere Gallas ist nicht unwichtig, denn nach der Verletzung von Wayne Bridge sind Außenverteidiger Mangelware bei Chelsea. So ist denn derzeit auch völlig offen, auf welchen Seiten Gallas und Paulo Ferreira spielen werden, möglicherweise kommt Glen Johnson von der Bank hinzu.

Weitere Lektüre: ein Portrait des FC Barcelona als Gegenentwurf in Spaniens Fußballentwurf von Boudewijn Zenden, der sowohl für Barca als auch Chelsea gespiel hat. Im Guardian: “People’s club versus person’s club doesn’t tell full story

Vorr. Aufstellung Barca:
Victor Valdes
Belletti, Puyol, Marquez, Van Bronckhorst
Albertini
Deco, Xavi
Giuly, Eto’o, Ronaldinho

Vorr. Aufstellung Chelsea:
Cech
Gallas, Ricardo Carvalho, Terry, Paulo Ferreira
Tiago, Makelele, Lampard, Cole
Gudjohnsen, Drogba

Porto – Inter

Vorr. Aufstellung Porto:
Vitor Baia
Seitaridis, Pedro Emanuel, Ricardo Costa, Nuno Valente
Bosingwa, Costinha, Raul Meireles, Maniche
Quaresma, McCarthy

Vorr. Aufstellung Inter:
ToldoGallas
J. Zanetti, Cordoba, Materazzi/Mihajlovic, Favalli
Veron, C. Zanetti, Cambiasso, Stankovic
Adriano, Martins/Vieri

Championsleague

Wenn man so will, war das ein Spieltag der alle Klischees erfüllte: Arsenal spielte mit ihren berüchtigten Europa-Hemmungen einstiger Jahre. Zwar hatten sie dann und wann die Oberhand in der Partie, aber es sprang kaum was zwingendes heraus und es fehlte das Feuer.

Leverkusen zeigte sich in seiner Auswärts-Schwäche vergangener Jahre, liessen sich größtenteils von Liverpool den Schneid abkaufen, wirkten anämisch.

Real wiederum in seiner bekannten Heimform vergangener Jahre: ein Offensivfeuerwerk abgebrannt, dass die Bude wackelt, aber am Ende des Tages nur ein Törchen.

Die Spiele sind alle mehr oder weniger offen. Arsenals 1:3-Gegentreffer hat die Tür für Arsenal noch zwei Fuß breit offen gelassen. 2:0 zuhause? Ist machbar.

Ein 1-Tore-Vorsprung nach Turin mitzunehmen, dass ist für die nicht gerade als Abwehrschergen bekannten Madrilenen noch ein mächtiges Stück Arbeit.

Und Bayers 1:3 in Liverpool? Uneinholbar? Wir blicken auf Leverkusens diesjährigen Championsleague-Heimspiel-Ergebnisse: 3:0, 3:1, 3:0. Na? Erkennen wir ein Schema…?

Leistung des Tages kam von Liverpool. So wenig spielerisches Potential und doch so viel draus gemacht. Das war mächtig und das war beeindruckend.

[22h34] Der Todesstoß gegen Leverkusen? 3:0 durch wunderbaren, unhaltbaren Freistoß von Hamann.

[22h31] Deppentor gegen Bayern, 3:1. Der Ball wird schlecht geklärt, geht an den theoretisch im Abseits stehenden Viera der alleine im Fünf-Meter-Raum steht. Abseits, logisch, aufgehoben, Viera bringt das Ding nur an den Innenpfosten, der Ball prallt in Zeitlupe zurück in die Mitte, Touré haut das Ding ins Netz. Kahn und zwei weitere Bayern-Abwehrspieler sahen schlecht aus, weil sie nicht zum zurückspringen Ball gingen.

[22h26] Leverkusen versaut sich die Schlußphase durch viele Abspielfehler im Spielaufbau, mit der Folge dass die Reds bereits in Leverkusens Hälfte schnelle Gegenangriffe fahren können.

[22h22] In Madrid macht Real viel Druck. Nach dem tausch Ronaldo gegen Owen ein Innenpfostenschuß für die Königlich-Weißen.

[22h18] Liverpools Kewell geht, Le Tallec kommt, ein junger Franzose, der sich mit dem Club vor Saisonbeginn überworfen hat und an St.Etienne ausgeliehen wurde. Letzten Monat kam er zurück, hat in den letzten zwei Spielen der Reserve-Elf getroffen und bekommt nun seinen ersten Einsatz unter Benitez.

Um Kewell hat es in den letzten Tagen viel Wirbel gegeben. Kewell ist gerade von einer längeren Verletzung genesen. Benitez hat ihn heute ausdrücklich gegen den Willen des Beraters von Kewell und irgendeiner australischen Fußballgröße (Nationaltrainer?) eingesetzt, die sich Kewell noch nicht genesen sehen, sondern eine weitere Operation fordern. Sie fürchten um die Karriere von Kewell.

[22h16] Freier fällt der Ball vor die Füsse und er drischt das Ding drauf, Dudek wehrt zur Ecke ab. Die Ecke wird lang und weit ausgeführt, Schneider nimmt das Ding volley und wieder Dudek der abwehrt.

Die Partie ist wesentlich, wesentlich unterhaltsamer als ich es erwartet hatte.

[22h12] Butt mit Glanzparade, kann einen Schuß vom alleine auf ihn zu stürmenden Baros ablenken.

Das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als Bayer ein, zwei Brikett mehr ins Feuer wirft und nun spielerisch die Partie dominiert. Liverpool lebt ausschließlich vom Einsatz. Nach der Chance von Baros, kann Butt beim darauffolgenden Eckball einen Nachschuß auf der Linie abwehren.

[22h10] Bayers Augenthaler reagiert und bringt Donovan und Franca rein. Ponte und Voronin raus.

[22h06] Bayern 3:0. Klasse rausgespielt von Bayern, die Arsenal-Abwehr völlig auseinandergenommen. Aktion über links, bis zur Grundlinie, Flanke nach innen, zwei Bayern kreuzen beim eindringen in den Strafraum ihre Laufwege, Salihamidzic schenkt völlig freistehend ein. Lehmann steht ungünstig, arg dicht am kurzen Pfosten, kann die Flanke nur noch mit den Fingerspitzen berühren.

[22h02] Bayer zeigt dass es sich nicht völlig abschlachten lassen will. Voronin freistehend vor dem Tor, lupft drüberhinweg, wird aber gleichzeitig grenzwertig abgegrätscht.

[21h59] Bayern 2:0 Um noch mal auf meine Preview zu verweisen: 1tens: Schwächen bei Standards, 2tens: Campbell fehlt = Schwächen bei Kopfbällen. Q.E.D. Pizzaro mit Köpper, freistehend gegen Touré.

Scholl ist für Zé Roberto gekommen.

[21h57] Leverkusen wird derbe an die Wand genagelt. Nicht so sehr in Form von Torchancen oder Druck, aber Liverpool ist bis in die letzten Haarspitzen vollgepumpt mit Adrenalin, Einsatz, Physis und Willen, während bei Leverkusen die letzten 20% zu fehlen scheinen. Hier und da Ungenauigkeiten, Schlampigkeiten, fehlende Entschlossenheit den Ball zu halten etc… Das addiert sich derzeit zu einer Bayer-Harmlosigkeit.

[21h53] Sehr gute Bayern-Chance nach einem schön reingeschlagenen Ball von Zé Roberto, Makaay schummelt sich an zwei Verteidiger vorbei um den Ball volley aufs Tor zu bringen, Lehmann rettet.

Bayern kann sich etwas befreien, aber sie sind für meinen Geschmack zuwenig auf einen zweiten oder dritten Treffer aus. Immerhin hat man noch ein Rückspiel in London zu bestreiten…

[21h50] Bayern macht dort weiter wo sie aufgehört haben: passiv, hinten eingeschnürt, Ballverluste tief in der eigenen Hälfte, man bettelt um ein Gegentor.

[21h43] PREMIERE, wie vollgedrogt muss man sein, in der Halbzeitpause den “Kaiser” nach der Situation von Deisler zu fragen, statt die Tore aus Madrid und/oder Eindhoven zu zeigen? Ist Deisler speziell in der Halbzeit von irgendeinem aktuellen Belang? Und jetzt schwafeln sie von der Allianz-Arena??!

[21h39] Je mehr Moderatorentraining Boris Becker macht, desto kotzbrockiger kommt er rüber, obwohl man bereits den vormaligen Zustand für nicht steigerungsfähig hielt.

[21h32] Die Partie in Madrid wird recht hochmotorig geführt, wobei Juve sich auch nicht versteckt, aber Real deutlich dominiert.

[21h27] Bayern kommt hinten nicht raus, bei Ballbesitz wird kaum noch aufgerückt. Makaay und Pizarro sind Alleinunterhalter.

[21h24] Leverkusen sieht ganz schwer nach Hühnerhaufen aus. Sie bekommen den Ball mit Leichtigkeit im Mittelfeld abgenöpft. Die Reds spielen sich in einen Rausch.

[21h21] Liverpool – Bayer 2:0. Freistoß-Tor von halb rechts, Riise. Der Ball kommt halbhoch durch die Mauer durch, keine Chance für Butt noch ins kurze Eck zu hechten.

Real ist auch in Führung gegangen.

[21h16] Im Football würde ich sagen: wem es gelingt, dem gegner sein Spiel aufzuzwingen, der gewinnt auch. Gemessen daran müsste Bayern als Sieger vom Feld gehen. Die Bayern stehen sehr kompakt hinten. In der Folge gelingt es Arsenal nicht Tempo aufzuziehen oder ihre Stärken über außen einzusetzen. So gesehen zahlt sich die defensive Anfangsaufstellung von Bayern aus.

Die Bayern müssen aufpassen sich nicht einschnüren zu lassen. Im Spiel nach vorne sind Frings und Zé Roberto derzeit eher schwach.

[21h02] Wie Arsenal und Monaco, liegt nun auch Leverkusen 0:1 auswärts zurück. Aber beim immer wieder reinzappen sind durchaus Chancen für Bayer zu sehen, u.a. eben durch einen Fernschuß von Berbatov.

[20h55] Kommentar der englischen Kommentatoren beim Bayern-Spiel: “Und wenn Kahn nur noch eine Kugel im Lauf hätte, er würde sie für Lehmann aufbewahren und umgekehrt genauso.

[20h50] Liverpool versucht sich an dem merkwürdigsten Eckstoß-Trick seit Menschengedenken, der prompt von den Schiris abgepfiffen wird: Ein Spieler tickt den Eckball kurz an und geht dann weg, Baros geht ihm entgegen, ganz so als wäre der Eckstoß nichts ausgeführt und der andere soll ihm machen. Tatsächlich ist er angetickt gewesen und Baros versucht in den Rücken der völlig unaufmerksamen Leverkusener zu flanken. Aber das ist den Schiedsrichter ein Tick zu dreist.

[20h48] Liverpool macht mächtig Druck in den ersten Minuten.

[20h41] PREMIERE, ihr Spacken. Real – Juve mit keinem Wort zu würdigen und stattdessen gleich zwei rührselige Stücke über das Nichtthema “Kahn/Lehmann zu bringen”

[20h32] Sämtliche Äußerungen von Magath auf PREMIERE riechen für mich sehr defensiv, fast schon versteckend.

[20h31] Liverpool: rechtes Mittelfeld: Luis Garcia statt Smicer. Leverkusen wie erwartet.

[20h26] Zeit für die Aufstellungen according des Guardians und KICKERs:
Bayern: kein Scholl! Stattdessen Demichelis und Ze Roberto. Das riecht defensiv.

Arsenal: Cole kann nicht spielen, stattdessen Clichy. Im Mittelfeld Edu.

[17h45] Frohe Nachrichten für den morgigen Auftritt von Chelsea in Barcelona: Gallas und Drogba sind fit, hingegen wird Damien Duff ausfallen.

[13h38] Eurosport Frankreich hat Juves Trainer Fabio Capello interviewt. In Auszügen einiges aus dem Interview:

Wir haben in der Vorrunde einige schwere Spiele bestritten, die meisten 1:0 gewonnen. Am schwierigsten war aber die Partie in München. Die Bayern zeigten dass sie eine sehr starke Mannschaft sind und ich glaube dass sie weit kommen werden […]

Man kann nicht auf ein 1:0 spielen. All diese 1:0-Siege sind eher Zufall. Ja, wir haben eine gewisse Mentalität und achten sehr auf die Defensive […] Wir haben nichtsdestotrotz eine Mannschaft die immer straight auf das Tor zu geht und ich bin zufrieden so wie es ist, denn ich bevorzuge Dosiertes statt Trunkenheit […]

Im Vergleich zum Vorjahr haben wir zwei neue Innenverteidiger, Thuram der vorher zentral vor der Abwehr stand und Cannavaro. Vom letzten Jahr ist nur Zambrotta geblieben. Das war meine Hauptbaustelle, aber die wichtigsten Fortschritte haben wir im Mittelfeld gemacht […] Cannavaro ist ein sehr aufmerksamer Spieler, sehr konzentriert. Er sichert die Mannschaft ab […]

Mir wäre es lieber gewesen auf Real vor Amtsantritt von Luxemburgo zu stoßen.

1860, nein, Schalke ist das nächste Dortmund!

Schien es am Wochenende kurzfristig so zu sein, dass 1860 in die Fußstapfen den Finanzhasardeurs Borussia Dortmund treten könnte, gibt es nun wieder Kunde aus Schalke, unserem Langzeitverdächtigen.

Die Parallelen zwischen Schalke und BVB liegen auf der Hand, Stichwort Spielerkäufe, Stadion, Schechter-Anleihe, schwer durchschaubares Geflecht aus Tochter-Unternehmen. Bereits im letzten Sommer kochte das hoch, ich verweise auf Entsprechendes bei aas, doch abgesehen von zwischenzeitlichen Kabelleien zwischen Assauer und Aufsichtsratsmitglied Tönnies kam da nix mehr, Rangnick und dem Erfolg sei dank.

Fussball24 berichtet nun über eine Vorabmeldung des morgen erscheinenden FOCUS-MONEY.

FOCUS-MONEY schätzt die Situation als noch bedrohlicher als bei Dortmund ein. Für 2004 muss Schalke bei einem Umsatz von 94 Mio EUR 17 Mio EUR Verlust melden. FOCUS-MONEY will dabei vom Clubmanagement Einblick in die Bilanzen 2003 und 2004 bekommen haben.

Der Schuldenstand soll noch höher als beim BVB sein: 110 Mio EUR. Ein Professor von einem Institut für Wirtschaftsprüfung sieht ausufernde Schulden und Bilanztricks am Werk. Die Eigenkapital-Situation von -1,9 Mio für 2003 soll lt. FOCUS-MONEY “verheerend” sein. Der Professor, lt. Fussball24.de:

Auch beim Revier-Nachbarn und derzeitigen Tabellen-Zweiten finden sich nach Ansicht des Wirtschaftsexperten “ausufernde Schulden und Bilanztricksereien”. Die Bilanz wäre “noch desaströser, würde Schalke nicht jedes Jahr tief in Schminkschatulle greifen”, kritisierte Küting: “Schalke wäre ohne die – aus Konzernsicht – ständigen Luftbuchungen finanziell längst an die Wand gefahren. Der Club ist bilanziell überschuldet.” […]

Als Beispiel für fragwürdige Bilanztricks nennen Experten u.a. die bekannte Transaktion mit dem alten Parkstadion. Der Stadt Gelsenkirchen kaufte Schalke das marode Stadion 2003 für den symbolischen Preis von 1 Euro ab. In der Bilanz wurde es dann mit einem Wert von 15,6 Millionen Euro als “außerordentlicher Ertrag” auf der Habenseite verbucht, weil der Wert des Parkstadion-Geländes in zwei Gutachten auf diesen Betrag geschätzt wurde. So sei laut Küting der für 2003 ausgewiese Verlust von 19 auf 4,1 Millionen Euro geschrumpft: “Dieser Buchgewinn ist aus Konzernsicht undenkbar.”

Erstmals ist auch von einem neuen Schalke-Konstrukt die Rede: eine Rechtevwertungs GmbH in die drei Tochtergesellschaften (Catering, Ticket/Security und Museum) eingegliedert wurden.

Der Club verteidigt sich gemäß dem Rhetorik-Handbuch von Niebaum/Meier: man wäre keine Hasardeure, würde nur alle bilanziellen Möglichkeiten ausnutzen (Finanzvorstand Schnusenberg) und das Risiko wäre vertretbar (Assauer). Bereits für 2005 rechnet Schnusenberg mit Besserung. Der Umsatz soll auf über 100 Mio hüpfen, der Break-Even erreicht werden und bis dato wurden alle Zins- und Tilgungszahlungen brav geleistet.

An dieser Stelle darf man sich übrigens fragen, warum Schalek ausgerechnet einem Wirtschaftsmagazin Einblick in die Bilanzen gibt. Schalke muss als nicht -börsennotiertes Unternehmen die Bilanzen eigentlich nicht offen legen. Ist es nur ein Schritt der Beruhigung im Zuge des BVB-Trubels, oder hat man etwas anderes im Sinne?

Der Tag der Tage -1-

Es kommt durchaus vor, dass man in der einen oder anderen Championsleague-Runde ein namhaftes Duell hochjazzt. Was aber der Zufallsgenerator für das Achtelfinale an Ansetzungen fabrizierte, läßt einem jedwede Superlative flöten gehen.

Wie erbärmlich sind da doch ein Teil der deutschen Medien, denen nicht sehr viel mehr einfällt als den FC Bayern und das vermeidliche “Titanenduell” Kahn vs. Lehmann. Hier trennen sich Fußballfans von Kleingeistern.

Auf zu dem ersten Teil einer großartigen Runde. Weitere Updates, wenn nötig, im Laufe des Tages in einem anderen Eintrag.

Bayern München – Arsenal

Kommentatoren: Tom Bartels/PREMIERE, Würg Wontorra/SAT.1

Das Spiel ragt für meinen Geschmack aus dem heutigen Spieltag heraus, da es hier nicht nur um das Gekicke von namhaften Profis geht, sondern sogar ein taktischer Leckerbissen rausspringen kann.

Wenger prägte Arsenal wie selten ein Trainer eine Mannschaft. Das schnelle Kurzpaßspiel, die Flügelläufe, “Wenger Ball“. Dabei wurde mitunter vergessen, dass Arsenal auch eine grandiose Abwehr hatte. Die Betonung liegt auf dem Wort hatte. Während man im Angriff immer noch jeden Gegner in Schutt und Asche legen kann (Premiership: 63 geschossene Tore, 13 mehr als der zweitbeste) ist die Abwehr so schwach wie bei keinem anderen in Englands Top Five. Man hat doppelt soviele Tore wie ManU und viermal so viele Tore wie Chelsea bekommen (31 vs. 16 vs. 8).

Diese Arsenal-Abwehr hat auch heute abend eine Schwachsstelle. Mit Campbell fehlt ein Innenverteidiger und das “Hirn”, was Arsenals Schwäche bei Standards noch frappierender machen könnte. Gefragt sind also kopfballstarke Bayern und genau das könnte den Verlust von Ballack, der vermutlich nicht wird spielen können, doch schmerzhaft machen.

Frische Innenverteidigung, das könnte auch ein Fall für einen Fummler sein, der in die Nahtstellen der Raumverteidigung eindringt und damit eher für einen Guerrero als einen Pizarro.

Beide Mannschaften könnten in Sachen Angriff nicht gegensätzlicher sein. Bayern kommt eher über die Mitte und sucht den Abschluß aus der Distanz, während Arsenal ein klassisches Außenstürmer-System besitzt, über die Flügel kommt und versucht in den Strafraum einzudringen.

Auch wenn Arsenals Offensive immer noch zu großen Taten in der Lage ist, erscheint sie mir launischer als in den letzten Jahren. Lauren und Ljungberg fackeln auf der rechten Seite nur kurzzeitig ein Feuerwerk ab. Gefährlicher ist die linke Seite mit den Vorstößen von Cole und dem quirligen Pires.

Bayern muss man leider attestieren, dass sie in der Defensive flügellahm sind. So sehr flügellahm, dass man Lizarazu zurückholte, weil das Experiment Rau scheiterte und man seinen Frieden mit dem vormals für stagnierend gehaltenen Talent Sagnol schloß, weil Görlitz als entwicklungsfähige Alternative verletzungsbedingt ausfällt.

Man darf gespannt sein welche Rolle Frings und Salihamidzic spielen werden. Wird einer der beiden mit Defensivaufgaben auf den rechten Flügel gestellt um der Achse Cole – Pires – Henry Einhalt zu gebieten?

Es wäre für das Offensivspiel der Bayern von Nachteil, wenn Frings zu sehr mit Defensiv-Aufgaben beschäftigt wäre. Mit Frings und Scholl hat man zwei Spieler die jenseits der Mitte spielen und daher in den Rücken der offensiven Arsenal-Flügel stoßen könnten. Ein gut aufgelegter Schweinsteiger könnte einen nicht immer gut aufgelegten Verteidiger Cole in Kalamitäten bringen.

Bayern:
Vorr. Aufstellung: Kahn
Sagnol, Lucio, R. Kovac, Lizarazu
Frings, Hargreaves/DeMichelis, Scholl, Salihamidzic
Makaay, Pizarro

Ausfälle: Michael Ballack/Mittelfeldzentrale (Oberschenkel, Einsatz unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich), Santa Cruz (verletzt)

Arsenal:
Vorr. Aufstellung: Lehmann
Lauren, Cygan, Touré, Ashley Cole (Magen, fraglich, einziger Engländer)/Clichy
Viera
Ljungberg, Fabregas/Edu/Flamini, Pires
Henry, Reyes

Ausfälle: Campbell/Innenverteidiger (Knöchel), Bergkamp/Stürmer und Vorlagengeber (Flugangst), Hoyte/Rechtsaußen (Knöchel)

Schiedsrichter: Kim Nielsen

Kein Wort meinerseits zum “Torwartduell”. Es hibt aber heute in der Berliner Zeitung eine amüsante Abhandlung zum Duell Kahn – Lehmann und deutsche Torhüter im allgemeinen, die sich schon dadurch auszeichnet, dass sie Mladen Pralija ausgräbt, der Albtraum jedes HSV-Fans (“Bei seinem ersten Spiel, einem nullsechs in München, soll der fahrige Fänger nach Überlieferungen neutraler Augenzeugen an zirka sieben Gegentoren schuld gewesen sein“). Christof Kneer, Andreas Lesch: “Der elfte Mann

Man muss noch mal an diese alten Zeiten erinnern, jetzt, da sich mit Oliver Kahn und Jens Lehmann zwei Stein-Nachfahren ums deutsche Tor balgen. Es ist eine scheußlich langweilige Debatte, nicht nur, weil das Champions-League-Duell zwischen Kahns FC Bayern und Lehmanns FC Arsenal nicht entscheiden wird, wer 2006 das Tor bewacht. Diese Debatte braucht auch deshalb keiner, weil sie aus einer deutschen Binnensicht heraus geführt wird, so, als starre die Welt gebannt auf den Ausgang des Duells.

In Wahrheit ist es längst nicht mehr so, dass in diesem Zweikampf gleichzeitig der Titel des weltbesten Torhüters verhandelt wird. “Bei uns war das damals vielleicht noch so”, sagt Uli Stein, der 1986 dem Rivalen Toni Schumacher unterlag. “Damals galt die Faustregel: Der deutsche Nationalkeeper ist der beste der Welt. Und der zweitbeste Keeper der Welt ist sein Ersatzmann.” Es war die Zeit, als es für Bundesligatorhüter von Nachteil war, Deutscher zu sein. “Es konnten halt nur drei zum Kader der Nationalelf gehören”, sagt Stein, “dabei wären die anderen in 90 Prozent aller Nationalteams Stammkeeper gewesen.”

FC Liverpool – Bayer Leverkusen

Kommentator: Fritz von TuT

Im Englischen gibt es den Ausdruck “feeling blue“. Auch wenn beide Teams eher das Rot als Jersey-Farbe bevorzugen, dürfte dass die Stimmung in beiden Lagern treffen. Leverkusen bezeichnet sich als “geschockt” nach dem neuerlichen Kreuzbandriß von Nowotny, wobei angesichts Nowotnys letzen Leistungen der sportliche Verlust seines Ausfalls hinterfragt werden darf.

In Liverpool sah man in den letzten Wochen alle ambitionierten Träume davon schwimmen. Nach einem kleinen Zwischenhoch zur Jahreswende, bei der man hoffen konnte, das Benitez die Wende geschafft hätte, ist ihnen durch mitunter kreuzlahme Vorstellungen alles weggebrochen. Wenn am Ende des Tages der Carling Cup und/oder ein Championsleague-Platz herausspringen, ist man mit einem blauen Auge davongekommen. “Feeling blue”.

Man hat das Gefühl das Liverpool derzeit ein fragiles Gebilde ist. Nimm ihnen Gerrard, der aufgrund einer Gelbsperre nicht dabei ist, und das Herz, der Máximo Lider, ist ihnen herausgerissen. Dazu die schwere Verletzung von Xabi Alonso, neben Gerrard der einzige Mann der Liverpool mit spielerischen Momenten versorgen kann. Zudem ist fast alles was Tore schießen kann, verletzt. Am Ende bleibt nur noch eine Hülle von Championsleague-Teilnehmer, die spielerisch harmlos ist.

Bayer äusserte Respekt vor der Anfield Road und auch die Reds setzen auf den Faktor Heimvorteil. Viel geblieben ist aber unter Benitez derzeit nicht. In den letzten neun Wochen gab es von ‘Pool nur zwei Heimsiege mit mehr als einem Tor. Dies ist eben die Konsequenz von spielerischer Armut einerseits und mangelnder Torgefährlichkeit andererseits. Nimmt man die vorraussichtliche Aufstellung, so haben alle dortigen Spieler in der Saison bislang 20 Tore geschossen. Baros davon mehr als die Hälfte (11) und Riise auch nochmal 6 Tore. Nimmt man beide weg, bleiben nur noch drei Tore übrig.

Damit ist das Profil für die Bayer-Abwehr vorgegeben: Riise ist ein linker Flügelflitzer, Baros ein unangenehm vielseitiger Stürmer, der sowohl aus der Halbdistanz abziehen kann oder in den Strafraum eindringt oder den Strafraumwühler gibt. Gesucht wird ein zweiter Stürmer. Entweder kommt nach längerer Verletzungspause der Australier Kewell (1 Tor) rein oder Smicer (0 Tore) rückt aus dem Mittelfeld nach vorne.

Die Abwehr ist Bayers Baustelle Nr. 1, denn nach dem Ausfall von Nowotny und Roque Junior muss umformiert werden. Juan darf nach seiner Nürnberg-Pause wieder einrücken, der junge Callsen-Bracker muss als Nowotny-Ersatz drinbleiben. Bernd Schneider wird möglicherweise als Rechtsverteidiger verbraten, was nicht wirklich auf hemmungslose Offensive von Seiten der Pillendreher schließen läßt. Zudem: Riise gegen Bernd Schneider, Vorteil Liverpool.

Das haben sie aber auch nicht nötig, denn mit Voronin, Ponte, Berbatov und Freier lassen sich schnelle Gegenstöße fabrizieren.

Die Probleme fangen für Bayer dann an, wenn Liverpool versucht mit zwei defensiven Spielen irgendwie ein 0:0 und 1:0 herauszuwürgen. Bayer hat nicht das Format um eine kompakt stehende Mannschaft auszuhebeln.

Für mich riecht das nach einer Partie die heute maximal ein Tor sehen wird.

Liverpool:
Vorr. Aufstellung: Dudek
Finnan, Carragher, Hyypiä, Traore/Warnock
Smicer, Biscan, Hamann, Riise
Kewell, Baros

Ausfälle: Gerrard/Mittelfeld-Antreiber (Gelb), Morrientes/Stürmer (nicht spielberechtigt), Pellegrino (nicht spielberechtigt), Xabi Alonso/Mittelfeld-Antreiber (verletzt), Neil Mellor/junger, simpel gestrickter Stürmer (fraglich), Cissé/Stürmer (verletzt), Sinama-Pongolle/Stürmer (verletzt)

Leverkusen:
Vorr. Aufstellung: Butt
B. Schneider, Callsen-Bracker, Juan, Placente
Ramelow
Freier, Ponte, Krzynowek
Voronin, Berbatov

Ausfälle: Nowotny/Abwehrchef (Kreuzbandriß), Roque Junior (verletzt)

Schiedsrichter: Vassaras (GRC)

Real Madrid – Juventus

Real hatte eigentlich eine versaute Saison, aber seit der Inthronisierung des brasilianischen Trainers Luxemburgo läuft es wieder und man hat sich bis auf 7 Punkte an den Spitzenreiter Barca heranrobben können, trotz Heimniederlage am letzten Wochenende (erste unter Luxemburgo, spielten ohne Zidane, Rondaldo und Raul) gegen Athletico Bilbao, die ich in der letzten Woche schon erwähnte…

Konträrer könnte es bei Juve nicht laufen. Dort hat man die Tabellenspitze nach einer Serie von eher lauen Spielen abgeben müssen. Ein Sieg aus den letzten vier Spielen.

Bei den Ausfällen die Juve verkraften muss, wird Capello vermutlich mit noch größerer Betonmischmaschine als gewohnt angereist kommen. Darf Gravesen eigentlich für Real spielen? Ich denke ja. Bin gespannt auf seinen Auftritt. Aus England hört man, das Gravesen mit seinen defensiven Aufgaben unglücklich ist.

Real
Vorr. Aufstellung: Casillas
Michel Salgado, Ivan Helguera, Samuel, Roberto Carlos
Beckham, Gravesen, Figo, Zidane
Raul, Ronaldo.

Ausfälle: Salgado/Rechtsaußen (fraglich)

Juve:
Vorr. Aufstellung: Buffon
Zebina, Thuram, Cannavaro, Zambrotta
Camoranesi, Blasi, Emerson, Nedved (sehr fraglich!)
Ibrahimovic, Del Piero.

Ausfälle: Trezeguet/Stürmer (Grippe), Montero/Verteidiger (verletzt)

PSV Eindhoven – AS Monaco

Beide Mannschaften haben derzeit eher gute Phasen in den einheimischen Ligen und sind zudem fast völlig von Verletzungen verschont. Eindhoven könnte evtl. auf Mark Van Bommel verzichten müssen, während bei Monaco Chevanton fehlen wird.

Es ist ein Rematch der vergangenen Saison. das Rückspiel gewann Monaco 2:1 in Eindhoven und wird im Rückblick von Trainer Deschamps als Schlüsselmoment der Saison gesehen, der Abend an dem aus Spielern “Männer” wurden. Beide Mannschaften ist gemein, dass sie im Vergleich zur letzten Saison heftig umformiert wurden, aber seit 3-4 Monaten sich sehr viel eingespielter zeigen.

Eindhoven:
Vorr. Aufstellung: Gomes
Ooijer, Alex, Bouma, Young-Pyo
Van Bommel, Vogel, Cocu, Ji-Sung
Vennegoor of Hesselink, Farfan

Monaco:
Vorr. Aufstellung: Roma
Maicon, Rodriguez, Givet, Evra
Plasil, Bernardi, Zikos, Kallon
Adebayor, Saviola.

Moin!

Bleu-Blanc-Rouge

Nach der Tschech. Republik, Belgien und Deutschland, ist Frankreich das nächste Land das vor einem heftigeren Skandal in Sachen Ligafußball steht. Ich habe mir gerade das Dossier der Tageszeitung Libération heruntergeladen und mehr gibt es, wenn ich schaffe heute irgendwann den Kram durchzulesen. Erstmal muss der “Teaser” im heutigen Tagesspiegel reichen.

Black and White

Es klingt wie nach einem Drehbuch einer US-amerikanischen TV-Serie aus dem Hause David E. Kelley oder Michael Crichton geschnitzt. Wie so häufig in den USA, sind auch im US-Sport die Schwarzen eher selten an den Schaltstellen von Organisationen zu finden. Afroamerikaner als Quarterbacks, Referees oder Headcoach stellt inzwischen in der NFL nicht mehr das Problem dar.

Eine letzte Bastion könnte nun fallen: ein schwarzer Besitzer. Reggie Fowler schickt sich an, als zweiter Schwarzer in einer US-Profisportart, eine Franchise zu übernehmen. Er ist sich mit dem Besitzer der Minnesota Vikings Red McCombs bereits handelseinig, nur die NFL und die anderen Besitzer müssen noch zustimmen.

Und genau dort tauchen nun Schwierigkeiten und berechtigte Zweifel an Fowlers Seriösität auf und damit das “O.J. Simpson“-Dilemma. Übersieht man die dunklen Flecke in Fowlers Biographie und Bilanzen oder setzt man sich dem “Rassismus-Vorwurf” aus, in dem man Fowler aus dem Deal kickt? Ausgerechnet nach einer Saison in der dank “Nipplegate” und “Towelgate” die Rassenfrage längst wieder auf den Tisch gepackt wurde.

ESPN fasst Vorwürfe zusammen, die die Lokalzeitung aus Minneapolis-St.Paul zusammengetragen hat [1], [2].

  • Fowler und seine Geschäfte wurden im Laufe der letzten Jahre mehr als drei Dutzend Mal verklagt.
  • Sein Firmenbesitz in Phoenix ist heftig beliehen, mitunter ein Vielfaches vom Grundstückswert
  • Seine Scheidungsakten sind unter Verschluß
  • Er weigert sich seine Bilanzen offen zu legen
  • Bei seinen ersten medialen Auftritten nach Bekanntwerden des Deals, wurde eine Bio verteilt, die haarscharf an Betrug grenzt.
  • Einer seiner Geschäftspartner ist wegen eines Betruges in Zusammenhang mit College-Basketball vorbestraft

Noch nie hat ein potentieller NFL-Franchise-Eigentümer weniger besessen (zirka 750 Mio US$), als Fowler. Bekannte beschreiben aber Fowler als Sturkopf mit Steherqualitäten, ein “Overachiever“, also jemand der mehr vollbringt, als man ihm zutraut.

Blau, Grün und Schwarz

Im Laufe der nächsten Stunden werden vermutlich nach und nach die Verletztenmeldungen für den anstehenden Monster-Championsleague-Spieltag eintrudeln.

Am bösesten hat es den AC Milan erwischt. Der konnte zwar Juve die Tabellenspitze in Italien abjagen, aber Andrej Schewtschenko zog sich einen Jochbeinbruch zu, der operativ behandelt werden musste und fehlt damit vier bis acht Wochen und damit auch im Championsleague-Spiel gegen ManU.

Chelsea wird längerer Zeit auf Wayne Bridge verzichten müssen, den linken Abwehrmann. Gebrochener Knöcheln bedeutet vermutlich Aus für den Rest der Saison (Chelsea vs. Barcelona). Schmerzlich, die Alternativen Chelseas auf dieser Position stammen eher aus der Abteilung “jung und unerfahren”. Fraglich für das Spiel gegen Barcelona sind zudem Gallas und Duff, also Schwächungen in Defensive und Offensive.

Das ist der Preis den es zu bezahlen gilt, wenn man den Kader verschlankt, so wie es Mourinho vor der Saison getan hat.

Grün

Die Ergebnisse vom FA-Cup.

Chelsea unterlag durch einem Kluivert-Tor in Newcastle. ManU kam smooth in Everton durch, 2:0. Es kam aufgrund des Hypes um Ex-Everton-Mann Rooney zu Ausschreitungen. Arsenal und Tottenham müssen in ein Rematch gehen, nach dem sie nur 1:1 gegen Nottingham und Sheffield spielten.

Blackburn schaffte in Burnley auch nur ein 0:0, Southampton nur 2:2 gegen Brentford, Bolton gewann 1:0 in Fulham und Charlton unterlag 1:2 gegen Leicester.

Zwoundzwanzig vom Sonntag

[19h22] VfB – Hertha 1:0, Endstand
Das war von beiden Seiten kein prall geführtes Spiel. Auf Seiten des VfBs ist eigentlich nur in dem Zeitraum zwischen 15ter und 30ter Minute eine Verbesserung gegenüber Parma zu erkennen gewesen.

Ich frage mich inwieweit eine Mannschaft das Selbstvertrauen gewinnen soll, wenn bei einem dürftigen 1:0-Vorsprung taktisch nach einer Stunde der Mörtel angemischt wird. Das war in der Schlußviertelstunde geradezu destruktiv, was man gespielt hat.

Hertha ist keine Mannschaft die ich häufig beobachte. Im Vierteljahres-Rythmus heißt es, dass die Mannschaft an der Kante zum Meitserschaftskampf steht, ich schaue sie mir an und prompt liefert sie eine lendenlahme Partie ab, in der sie irgendwie verliert.

Hertha hat heuer erst zu spät aufgedreht und selbst dann waren die Mitteln eher limitiert. Die vorher von Reif in Zeitung und TV hochgelobte Abwehr rund um Kovac zeigte sich in eher mäßiger Form, ließ sich häufig von ihren Gegenspielern versetzen.

Das sowohl Hertha als auch Stuttgart ernsthaft einen Schuß frei auf den dritten Championsleague-Platz haben, finde ich angesichts des derzeitigen Auftritts beider, eher scary.

[18h40] VfB – Hertha 1:0, 53te
Das Spiel ist weiterhin keine Schönheit. Es gibt viele kleine Fouls, so daß kein Spielfluß aufkommen will. Zudem ist das Spiel ohne Ball recht mau, besonders bei den Berlinern. Derjenige der den Ball hat, ist das ärmste Schwein auf dem Platz, keiner seiner 9 Feldspielerkollegen müht sich in einen irgendwie gearteten leeren Raum zu laufen.

Gerade hat Hertha eine gute Chance (55te) als Kovacs Kopfball von Stranzl von der Linie gekratzt wird. Der VfB mit frappanten Schwächen bei Standards die per hohen Ball ausgeführt werden.

[18h22] VfB – Hertha 1:0, Halbzeit
Nach dem Führungstreffer der Stuttgarter wurde das Spiel schwächer, weil Hertha quasi zusammenklappte und kaum etwas zustandebrachte. Marcelinho mühte sich zwar redlich, aber entweder hatte er keine Anspielstationen oder seine Mitspieler konnten die Bälle nicht verwerten, weil sie z.B. stur nur die naheliegenste Anspielstation wählten. Bis auf Marcelinho versuchte sich keiner an Flankenwechsel. Bastürk ist momentan ein Ausfall.

Die Hertha-Abwehr weist sich immer stärker anfällig, geht nicht aggressiv genug an die Gegner ran, insbesondere auf dem rechten Flügel Marx und Schröder.

[18h00] VfB – Hertha 1:0, 29te
In der Viertelstunde nach dem Tor drehte sich das Spiel um, kam Hertha seinerseits kaum aus der eigenen Hälfte raus. Erst jetzt werden wieder gelegentliche Angriffe gestartet. Das Tor hat das gesamte Spiel gekippt.

[17h44] VfB – Hertha 1:0, 10te, Cacau, 25m-Schuß
Aus dem noch weniger als Nichts fällt die Führung für den VfB. Cacau nimmt den Ball an der linken Seitenlinie an, versetzt einen Herthaner, zieht nach innen um aus 25m abzuziehen. Fiedler steht zwar gut, aber der Ball passt direkt unter die Latte.

Natürlich fangen damit wieder die Debatten um die Körpergröße von Fiedler an, 1m80. Es gab eigentlich keinen Grund diesen Ball nicht zu halten: der Schuß war lange in der Luft, Fiedler die Sicht eigentlich nicht versperrt, Fiedler war gut auf der Linie postiert. Trotzdem gefällt mir diese Größendiskussion nicht, weil sie quasi alle Torwärter unter 1m85 zu Idioten abstempelt. Was habe ich früher den Gerhard Heinze vom MSV Duisburg gemocht (weiß jemand wie groß der war? 1m74?)!

Das Tor stellt das Spiel auf den Kopf, da Stuttgart sehr passiv die Herthaner kommen ließ, eher wie bei einem Auswärtsspiel auf- und eingestellt war. Sammer läßt wieder mit Viererkette spielen, statt Dreierkette wie zuletzt gegen den HSV und in Parma.

Fofftein!

Für spektakuläre Trainerabgänge sorgte in den letzten 12Monaten der Franzose Jacques Santini. Erst verkündete er vor der EM, dass er nach dem Turnier als französischer Nationaltrainer Schluß machen würde und dann hielt es ihn diesen Herbst bei Tottenham gerade einmal 5 Monate bevor er aus “familiären Gründen” den Stecker zog.

Im Falle der Nationalmannschaft wurde über Unzufriedenheit mit dem Verband spekuliert und im Falle Tottenhams kam der aufgrund seiner defensiven und erfolglosen Taktik nur leidlich gelittene Franzose, nur einer Entlassung zuvor.

In einerm Interview mit einer französischen Sonntagszeitschrift packt Santini nun aus (zu lesen u.a. im GUARDIAN). Schuld an seinen Abgängen hatten viele, im grunde genommen die gesamte Welt, die Santini nicht mit genügend Rückhalt ausstatteten.

Vor und während der EM hatten weder Verband noch Spieler Vertrauen in ihm, weswegen er vor der EM seinen Abgang ankündigte, im Wissen, sein Vertrag wäre eh nicht verlängert worden. Im Laufe der EM fiel die Mannschaft auseinander bis hin zum Ausscheiden der Franzosen im Viertelfinale gegen Griechenland. Dort spuckte Trezeguet Santini bei seiner Auswechslung an. Santini zuckte mit den Schultern: während der Verband im Vorfeld Pires mit einer hohen Strafe belegte, weil er im Training einmal ein Shirt trug, dass nicht vom offiziellen Ausrüster stammte, wurde Trezeguet nicht bestraft.

Tottenham verließ er nicht aus familliären Gründen oder “weil sich die Frau scheiden ließ oder der Sohn Drogenprobleme hatte”, sondern weil die Strukturen nicht stimmte, vermutlich eine Andeutung auf das konkurrierende Verhältnis zu Jol und Arnesen.

Enthüllung Zwo

Kann sich noch jemand an die Formel-1-Saison 2001 erinnern, als Eddie Jordan ausgerechnet vor dem heimrennen in Hockenheim Heinz-Harald Frenzen ohne Angabe von Gründen entließ?

Am Wochenende gab der nun aus der F1 grosso modo ausgeschiedene Eddie Jordan ein Interview mit einer irischen Sonntagszeitschrift in der er zum ersten Mal über die “wahren” Gründe redet (f1total.com). Honda soll ihm die Pistole auf die Brust gesetzt haben: entweder bekommt Sato ein Cockpit oder die Motoren würden abgezogen werden.

So richtig die volle Erklärung kann das nicht sein, den Sato kam erst 2002, also in der nächsten Saison, zum Zuge, Frentzen wurde durch Zonta bzw. Alesi ersetzt. Zudem hätte Sato auch Trulli ersetzen können, der für 2002 zu Renault wechselte. Jordan entblödete sich auch nicht im Laufe des Jahres 2001 nicht nur nichts zum Thema zu sagen, sondern auch Zeug das mit den Lobpreisungen von heute nichts zu tun hat.

Schicksal

Richtig übel geht das Schicksal mit Jens Nowottny/Bayer um. Vor der WM 2002 Kreuzbandriß. Genesung, im ersten Bundesligaspiel: Kreuzbandriß Zwo. 17 Monate nach dem ersten Kreuzbandriß beginnt er wieder für Bayer zu spielen. Nun gibt es nach dem gestrigen Spiel in Nürnberg wieder Knieprobleme. Eine erste Kernspintomographie konnte den Verdacht auf einen neuerlichen Kreuzbandriß nicht ausräumen, es wäre in Nowottnys Karriere bereits der vierte Riß (1991 der allererste).

Celtic – Rangers 0:2

[15h19] Endstand 0:2
Zweite 0:2-Niederlage für die Celtics. In Sachen Meisterschaft ist damit noch nichts entschieden, nimmt man das eine Spiel Rückstand von Celtic hinzu, stehen beide Teams nun virtuell ex aequo.

Aber ausschlaggebener könnte die Psyche sein, das Selbstvertrauen dass die Rangers aus beiden Siegen schöpfen können, nicht zuletzt dem ersten Sieg im Celtic Park seit 5 Jahren.

[15h15] 0:2, 88te
Die Celtic-Fans nehmen die dräuende Niederlage nicht gut auf. Als Ricksen beim Ausführen einer Ecke den Rangers-Fans im anderen Eck applaudiert, wird er von einem kleinen Gegenstand, Münze oder so, getroffen, nicht unähnlich dem Vorkommnis vom gestrigen FA-Cup-Spiel Everton – ManU (ManU gewann 2:0).

Später vermeidet Waterreus nochmal eine gute Chance von Celtic. Klos wird es nach seiner Verletzung schwer haben, gegen so einen guten Mann zu bestehen, auch wenn er zwischenzeitlich in Glasgow recht populär geworden ist.

[15h10] 0:2, 82te, Novo 16m-Heber
Noch ein aberwitziger Abwehrfehler führt wohl zu der Entscheidung. Ein langer, unpräziser Schlag aus der Rangers-Hälfte fliegt gen Celtic-Strafraumgrenze. Drei Celtic-Abwehrspieler und der Torwart wissen nicht so ganz wie sie drauf reagieren sollen, einer der Celtic-Spieler rennt drauf zu, im Schlepptau kommt Rangers Novo mit, der Celtic-Spieler stolpert, Novo bekommt den Ball an der Strafraumgrenze auf den Schlappen und erwischt den zwischenzeitlich halb herausgelaufenen Torwart Douglas mit einem Lupfer.

“2:0” spielt nicht wirklich das Kräfteverhältnis wieder. Zirka 55% Ballbesitz für Celtic. Wenn man das Spiel typisieren will: auf der einen Seite hat Celtic diverse sehr gute Chancen nicht gegen einen grandiosen Waterreus verwandeln können, umgekehrt hatten die Rangers nur wenige Chancen, wurden aber von Abwehrpatzern unterstützt.

[14h59] 0:1, 71te Vignal 25m-Schuß
Während das Spiel nun wieder hin- und herwogt, fiel der Treffer aus heiterem Himmel durch einen 25m-Schuß von Vignal, nach Ablage Ricksen, den Celtics-Tormann Douglas von seinen Armen ins Tor prallen läßt.

[14h57] 0:0, 69te
Die erste Viertelstunde haben die Rangers die Celtics völlig eingeschnürt, ein Powerplay auf das Tor der grün geringelten, allerdings ohne eine Ansammlung von wirklich fetten Chancen.

Seit der 60ten ist die Partie wieder offener, denn Celtic gelang es den Ball besser zu halten und hatten ihrerseits einige Chancen die von Waterreus pariert wurden. Eine Tätlichkeit eines Celtic-Spielers im Rangers-Strafraum wurde nicht geahndet.

[14h17] 0:0 Halbzeit
In den letzen 2-3 Minuten war es wiederum Celtic die Drang nach vorne entwickelten. Ein völlig offenes, aber nur mäßig unterhaltsames Spiel, die gefährlicheren Chancen für Celtic.

[14h12]0:0, 41te
In der Schlußphase der ersten Halbzeit wächst die Domianz der Blauen, ohne dass die Rangers aber wirklich ernsthafteTorchancen hätten. Celtic kann sich kaum befreien, alles was aus dem Strafraum rauskommt, wird früh in der Rangers-Hälfte abgefangen.

[13h57] 0:0, 25te
Nächste Celtic-Chance sensationell vom herunterschnellenden Waterreus vereitelt, als Hartson angespielt wird und aus 6m direkt abziehen will.

Das Spiel hat noch keinen “Flow“, keine Mannschaft die sich irgendwo und irgendwie durchsetzen kann. Stattdessen steht man sich im Mittelfeld gepflegt auf den Füssen, kann Abspiele nur unplatziert servieren. Folge: viele Ballverluste.

[13h47] 0:0, 15te
Celtic mit einer sehr großen Chance als die Rangers auf Abseits spekulierten und Neuzugang Bellamy alleine auf Klos-Ersatz Waterreus zurannte aber nicht an ihm vorbeischlenzen konnte.

Celtic wirkte bei den Standards am überzeugendsten, bei denen man deutlich die Anspannung der Rangers-Abwehr spürt. Aber soweit haben sie alles gut rausgeköpft, Celtic teilweise zu unpräzise bei den Freistößen und Eckbällen.

[13h36] 0:0, 4te
Auch auf Seiten der grün geringelten Celtics gab man sich unschottisch generös auf dem Transfermarkt. Aus England kam Stürmer Bellamy, aus Liverpool der geschasste Abwehrmann Henchoz.

[13h33] Die Vorherrschaft der Celtics schien zu Beginn dieser Saison zugunsten der Rangers wieder zurückzukippen, siehe auch das Derby von Ende November, das die Rangers recht problemlos 2:0 gewannen.

Celtic konnte zwar punktemäßig aufschliessen und hat aufgrund des Spiels weniger, die besseren Karten, aber die Rangers schlugen im Januar recht ambitioniert auf den Transfermarkt zu, gaben 12Mio EUR aus.

[13h19] Gleich steigt das zillionste Derby zwischen den zweit Glasgower-Mannschaften, diesmal als Heimspiel für Celtic im Celtic Park. Wer ahnen will, was besonderem an diesem “Old Firm”-Derby ist, der lese sich den entsprechenden Kommentar von Armin hier auf aas durch.

In Sachen schottische Meisterschaften ist die Sache durchaus eng. Celtic und Rangers sind punktgleich, 15 Punkte Vorsprung vor dem Rest der Liga, wobei die Celtics noch ein Spiel mehr zu absolvieren haben. Wenn ich mich richtig entsinne, sind noch 13 oder 14 Spieltage zu absolvieren.