Parma – VfB Stuttgart 0:0

[22h20] Schlußpfiff 0:0
Da haben zwei Dienstleister eine eher schlechte Leistung dem Kunden gegenüber abgeliefert. Nicht weiter der Rede wert. Punkt und Aus.

[22h10] 83te 0:0
Es war nur ein kurzes Aufflackern, nun haben es sich die 22 possierlichen Spieler gemütlich auf ihrem Spielfeld eingerichtet. Sammer hat den Rückwärtsgang eingewechselt: Hleb und Szabics raus, Heldt und Tiffert rein.

Hleb und Szabics waren zuletzt furchtbar. Egoistisch, immer ein Dribbling zu viel und dadurch häufig das Spiel verschleppt.

Gilardo konnte sich nur einmal, mit einem allerdings wunderschönen Seitfallzieher in Szene setzen, der aber vom Schiedsrichter hanebüchenerweise wg. gefährlichem Spiel abgepfiffen worden ist. Ansonsten kam da nichts mehr gefährliches auf Hildebrand zu, das Spiel blubbert seit 20 Minuten vor sich hin und jede Schilderung meiner Reiseerlebnisse vor 10 Jahren in Parma, Modena, Bologna und Venedig wäre packender.

[21h49] 62te 0:0
Gilardino Wunderstürmer macht sich warm und wird wohl gleich eingewechselt. Taktisch nicht uninteressant.

[21h47] 60te 0:0
Das Spiel hat nun seine beste Phase, beide Mannschaften öffnen, nun bekommt auch Stuttgart Gelegenheit mit schnellen Vorstößen 3 Mann gegen 3 Mann zu spielen.

Umgekehrt kommt nun Parma gefährlicher vor das Tor, zwei gute Chancen in diesen Minuten.

[21h41] 52te 0:0
Stuttgart kommt etwas stärker, dominanter auf, von parma sieht man wenig. Kaum sage ich das, kommt ein langer Diagonalpass, Gerber läßt sich vernaschen und der Stürmer Pisanu drischt drauf, Hildebrand klärt zur Ecke.

[21h17] Halbzeit 0:0
Ein fades torloses Unentschieden. Sorry, aber von einem Bundesliga-Meitserschaftsanwärter erwarte ich zumindest etwas mehr Autorität.

[21h07] 0:0
Ein Langweiler erster Güte. Parma stellt sich hinten rein, wartet auf Konter und bekommt diese Gelegenheiten sogar serviert, weil Stuttgart sehr pomadig spielt, keinerlei Tempowechsel oder Tempoverschärfungen reinbringt und bei ungenauen Pässen den Ball verliert. Die Stuttgarter Dreierkette steht wiederum nicht sattelfest genug, als dass sie die zaghaften italienischen Vorstöße abfangen könnte, weswegen Parma zu mehr Chancen kommt, als eigentlich notwendig wäre.

[20h45]
Das Austria-Spiel ist wg. vereistem Feld vor allem vor eines der Tore, abgesagt worden. Es hat in den Stunden vor dem Spiel Chaos bei den UEFA-Verantwortlichen gegeben. Der Schiedsrichter wollte auf Schnee spielen, der türkische UEFA-Beobachter wollte den Schnee räumen.

Die Entscheidung fiel erst um 20h00. Das Spiel wird möglicherweise morgen nachgeholt werden, wiewohl weitere Schneefälle für die Nacht vorhergesagt wurden.

[20h43] 0:0
Umschalten auf PREMIERE lohnt sich nicht, Austria – Bilbao ist kurzfristig abgesagt worden. Ich kann nicht erkennen warum, denn der Rasen sieht grün aus.

[20h27] 3.000 VfB-Fans und 3.000 Parma-Anhänger im Stadion. Stranzl spielt für Hinkel rechts. Abwehr mit Dreierkette und 3 defensive Mittelfeldspieler. Vorne Cacau und Szabics.

Parma ist nun bestätitigt ohne Torwart Frey, ohne Gilardino, generell eine B-Elf.

[20h21] Wie ich es heute mittag angedeutet habe, Parma nimmt den UEFAcup nicht wirklich wichtig. Wichtige Spieler will man schonen (angeblich ohne Torwart Frey, ohne Stürmer Gilardino), Parma-Fans sind nur ganz, ganz spärlich im Stadion vertreten.

Donezk – Schalke 04 1:1

[20h06] Schlußpfiff 1:1
Donezk am Ende noch einmal mit einer großen Chance, nachdem Schalke für einen Freistoß weit aufgerückt war und beim Konter die Abwehr völlig auseinandergerissen wurde (Kamphuis musste auf links gehen, rechts rannte dafür eine Stürmer frei rum).

Insgesamt ist das ein Unentschieden Marke “Blaues Auge”. Wenn Donezk auch nur im Ansatz effizientere Stürmer gehabt hätte, Schalke wäre heute mit 1:4 vom Platz gefegt worden.

[20h03] 90te 1:1
Schalke ist mit dem Unentschieden zufrieden, spielt auf Zeit.

[20h00] 86te 1:1 Aghahowa
Flanke von links via Jedson auf den zweiten Pfosten, der völlig freistehende Aghahowa kann den Ball aus zwei Metern scharf vors Tor schiessen, der Ball prallt von Rosts Fuß ins Tor.

[19h59] 85te 0:1
Krass, ganz krass was sich Donezk im Strafraum zusammenstümpert. Zwei Mann brechen sich beim Versuch den Ball reinzuschieben fast die Beine.

[19h57] 83te 0:1
Nach längerer Zeit mal wieder eine Meldung von Schalke. Ailton versucht im Strafraum mit Außenrist am Torwart vorbeizuschlenzen. Der kann abwehren und den abprallende Ball kann Ailton seinerseits gen Latte abprallen lassen.

[19h50] 76te 0:1
Bei Donezk geht nun der bullige Vukic raus, zugunsten eines Brasilianers Jadson. Bei Schalke macht sich Asamoah bereit. Altintop geht raus.

Das Spiel ist zwar immer noch Einbahnstraßen-Fußball gen Schalke, hat sich aber etwas beruhigt. Donezk gehen die Ideen aus. Sobald es in den Strafraum geht, ist man harmlos.

[19h31] 58te 0:1
Gute Chance für Kobiashwili, im Gegenzug versucht Donezk einen Konter zu fahren, steht aber im Abseits.

Die Stürmer von Donezk sind eher lau. Aghahowa ist nicht gerade die Ausgeburt an Brecher, der beim Abschluß nicht lange fackelt. Er geht eher zögerlich zum Ball. Brandao wiederum denkt weniger ans Toreschießen, sondern mehr ans Elfmeterschinden. Er scheint weniger das Tor, sondern mehr das gegnerische Bein und den Strafraum zu suchen.

[19h26] 53te 0:1
Spiegelbild der Schlußphase erste Halbzeit: Donezk macht richtig Druck, allerdings sind nicht allzuviele Chancen wirklich herausgespielt. Viel entsteht durch Fehler der Schalker, die dem Druck nicht standhalten oder “versehentlich”, weil ein Pass an freund und Feind vorbei gen Tor geht.

Wieder Riesentat von Rost, als Aghahowa alleine auf Rost zurennt. Nur noch eine Frage der Zeit bis der Ausgleich fällt.

[19h19] Beginn 2te Halbzeit 0:1
Schalke kommt unverändert aus der Kabine, während Donezk nun den ersten “Winter-Brasilianer” einwechselt: Eleano kommt für Duljaj. Der eigentliche Spielmacher Matuzalem ist eher blaß geblieben.

[19h02] Halbzeit 0:1
Aus Schalker Sicht ein unangenehm enges Spiel. Donezk kämpft aufopferungsvoll und hatte hinreichend viele Chancen um sogar in Führung zu gehen. Rangnick wird vermutlich einige warme Worte zum Mittelfeld finden, dass sich zu weit zurückzieht und die Region um die Mittellinie herum kampflos aufgibt.

[19h00] 45te 0:1
Endresultat: Partizan Belgrad – Dnjepropetrovsk 2:2

[18h55] 40te 0:1
Die Großchancen für Donezk mehren sich, bei einer Abwehr wird Rost aus 2 Metern schwer von einem Schuß von Aghahowa niedergestreckt.

Wo Herr Wark von 10.000 Zuschauer labert, werden nun via Ticker 20.000 geschätzt, was dem Ohrenschein nach auch korrekter erscheint.

[18h50] 35te 0:1
Unverändert: Donezk drückt, Schalke zieht sich mit zwei Viererketten vor dem Strafraum zurück und fährt recht gefährliche Konter via Ailton.

[18h32] 17te 0:1
Es bleibt ein recht quirliges Spiel, wobei die Schalker sich spürbar zurückziehen um in der eigenen Hälfte kompakt zu stehen. Donezk hat durch aus zwei Chancen zum Ausgleich gehabt.

[18h22] 0:1, 7te, Ailton
Es geht Hin und Her, bereits Torchancen auf beiden Seiten. Nach steilem Zuspiel von Altintop, läßt Ebbe Sand zur Seite prallen, Ailton macht 2-3 Schritte und drischt das Ding aus steilem Winkel rein.

[18h12] Knapp 10.000 Zuschauer im 25.000 Zuschauer fassenden Stadion von und zu Donezk. Ralf Rangnick hat bereits angekündigt heute eher aus Konter heraus anzugreifen, da Asamoah angeschlagen ist und man ihn schonen wird, sprich: Asamoah wird, wenn überhaupt, erst später eingreifen. Man spielt also 4-4-2.

Donezk wiederum spielt, wenn ich es richtig sehe, ohne einen der brasilianischen Winter-Neueinkäufe. Es bleibt bei dem Spielmacher Matuzalem.

UEFA-Cup, 6 von 32

Für den heutigen UEFAcup-Tag stehen im Fernsehen einige potentiell hochkarätige Begegnungen an. Falls sich sich das Stuttgart-Spiel zum Flop entwickelt (zahnlose Italiener gegen defensive Schwaben) empfehle ich frühes Umschalten auf PREMIERE, da Athletic Bilbao dort möglicherweise ein spektakuläres Match abliefert.

Noch ist es aber nicht sicher ob das Match überhaupt stattfinden kann, denn im Laufe des Tages können 20cm Neuschnee über Wien herabfallen und das Spiel um 24h verschieben lassen. Die Entscheidung soll heute um 16h fallen.

Schachtjor Donezk – Schalke 04

18h15, ZDF, Kommentatoren: René Hiepen/Thomas Wark

Zwei “Kohlenpott-Mannschaften” treten gegeneinander an. Donezk ist keine einfach einzuschätzende Mannschaften, denn die Resultate in der Championsleague waren mau. Ich vermute dass sie eher wegen der fatalen Schwäche von Celtic als aus eigener Stärke noch Gruppendritter geworden sind und sich so für den UEFAcup qualifiziert haben. Sämtliche Punkte resultierten aus einem Heimsieg gegen Celtic und einem Heimsieg gegen “Barca” am letzten, bedeutungslosen Spieltag. Milan gewann durch ein spätes Tor in Donezk mit 1:0.

Die Ambitionen in der Ukraine sind hoch (Arena-Bau, namhafte Trainerverpflichtungen wie Nevio Scala, Bernd Schuster) und der Kader spiegelt dies, wie anderenortes in Osteuropa, wieder: viele internationale Spieler aus “Billiglohn-Ländern” wie Brasilien, Afrika oder andere osteuropäische Länder. Nigerianer, Tschechen, Serben, Polen, eine Multikulti-Truppe. In der Winterpause wurde nochmals nachgelegt und mit Brasiliens Elano und Paraguays Benitez zwei Nationalspieler geholt. Grundsätzlich könnten sie sowie die zwei weiteren brasilianischen Winter-Neuverpflichtung, spielen. Ob sie es tun werden, steht auf einem anderen Blatt.

Das alles hilft nicht über ein grundsätzliches Problem hinweg: bis Mitte März ist Winterpause, Spielpraxis gleich null, allenfalls Trainingslager in Spanien.

Schalke steht zwar im vollen Bundesliga-Saft, trifft aber auf einen Gegner, dessen Aufstellung er allenfalls ansatzweise erraten kann.

Die ukrainischen Brasilianer werden auf jeden Fall für die Impulse sorgen müssen, sei es der bisherige Spielmacher, der torgefährliche Matuzalem (#9), oder die Neuverpflichtung Elano (#36). Beide sind jung und eher untersetzt, es riecht nach einer Aufgabe für Poulsen sich gepflegt auf die Schuhe zu stellen.

Donezks Schwäche ist die Abwehr, dass deuten die Championsleague-Ergebnisse an, wo man ohne Not in Barcelona und Mailand insgesamt 7 Buden bekommen hat.

Mal sehen wie Schalke an das Spiel herangeht. Zeigen sie Respekt, gehen eher gemässigt heran oder lassen sie es krachen, treten mit Ailton, Sand und Asamoah an? Probleme kommen aus der Kreativabteilung, Lincoln fällt für das Spiel verletzt aus, zahlreiche Spieler mit Offensivdrang wie Asamoah und Hanke sind angeschlagen. Auch die Defense dürfte mit dem Ausfall von Bordon geschwächt sein.

Parma – VfB Stuttgart

20h30 , ZDF, Kommentatoren: Rudi Cerne/Bela Rethy

Wie ernst wird der FC Parma das Spiel nehmen, angesichts der Abstiegssorgen in der Serie A (Tabellen-18ter)? Die Malaise ist noch die Nachwirkung des Konkurses des einstigen Hauptsponsors, des Parmalat-Konzerns. Der AC Parma musste seinerseits vors Konkursgericht gehen und sich als FC Parma neu gründen um in der Liga zu verbleiben. Gleichzeitig wurden zahlreiche Spieler, u.a. Adriano, verhökert und nun versucht man mit einer billigen, jungen Truppe über die Runden zu kommen (kaum ein Spieler älter als 25). Sozusagen das Stuttgarter Modell revisited.

Möglicherweise wichtigster Spieler des Teams ist Alberto “Gila” Gilardino (#11), 22 Lenze alt, mit 12 Toren auf Platz 4 der italienischen Torjägerliste (letzte Saison 23 Treffer). Es wird wohl Gilas letzte Saison bei Parma sein, das Köfferchen ist schon für Milan gepackt. Er gilt als kopfballstark aber als nicht sehr physischer Spieler.

Die Qualität des Spiels wird nicht zuletzt von der Frage abhängen wie schaumgebremst Matthias Sammer den VfB Stuttgart aufspielen läßt. Sammer ist eher ein Freund der kontrollierten kontrollierten Kontroll-Offensive. Zwei VfB-Niederlagen in Folge, Ausfall von Kuranyi und Hinkel. Es riecht nach Einsatz der Betonmischmaschine, die bereits in Hamburg benutzt wurde.

Vorne gibt es nach dem Ausfall von Kuranyi die Frage: Cacau und/oder Szabics.

Wenn etwas für eine eher offensivere Aufstellung spricht, dann die Abwehrprobleme vom FC Parma, die hinten die zweitmeisten Treffer der Serie A zugelassen haben. Auch im UEFAcup schummelte man sich eher durch die Gruppe B. Das wiederum könnte vermuten lassen, das Parma sich auch zuhause eher auf Konter verlegt. Und wenn dann auch der VfB mit “Kommen lassen” spielt, kommt am Ende ein freudloses 0:0 raus.

Gegner des Siegers Parma – VfB wird der Sieger aus Panathinaikos – Sevilla sein, am Donnerstag auf EUROSPORT zu sehen (19h).

Austria Wien – Athletic Bilbao

20h45 , PREMIERE

Athletic Bilbao geht als Favorit in die Begegnung. Sieger der Gruppe B gegen Parma, Steaua und Besiktas und in der spanischen Liga schwimmt man nach neun Spielen ohne Niederlage und einem spektakulären 4:4 gegen den Tabellenfünften Betis (nach 0:3-Rückstand!) im Mittelfeld herum. Es ist der zweite 0:3-Rückstand binnen drei Wochen, der noch umgebogen wurde.

Dies, die Tordifferenz in der UEFA-Gruppe und in der Liga zeigen die Stärke der Basken: die Offensive. Dort zeichnete sich zuletzt Mittelfeldspieler Francisco Javier Yeste (#10) als Vorlagengeber und Torschütze aus. Trainer Valverde hat eine sehr breite Auswahl an Spielern und läßt entsprechend stark durchrotieren.

Austria Wien, inzwischen vom Millionaro Stronach mit Zillionen von Managern und Sportdirektoren wie z.B. General Manager Toni Polster ausgestattet, muss erstmal Rost abschütteln, denn die österreichische Liga nimmt erst in 2-3 Wochen ihren Betrieb wieder auf. Austia wird einen Sieg vorlegen müssen, da die Basken in “La Catedral” noch mal eine Klasse stärker.

Alle Mittwochs-Spiele

Partizan Belgrad – Dnjepr Dnjepropetrowsk
Schachtjor Donezk – FC Schalke 04, 18:15
Panathinaikos Athen – FC Sevilla, 19:00
Ajax Amsterdam – AJ Auxerre, 20:00
FC Parma – VfB Stuttgart, 20:30
Austria Wien – Athletic Bilbao, 20:45
FC Valencia – Steaua Bukarest, 21:30
Sporting Lissabon – Feyenoord Rotterdam, 22h15

Nabend!

Ein Arbeitstag geht zu Ende und auch von den Nebenplätzen der Hoyzer-Affäre gibt es Neues zu vermelden.

Der DFB tagte und beschloß eine Neuansetzung von LR Ahlen – Wacker Burghausen, der von Hoyzer im letzten Oktober verschobenen Partie (Handelfmeter, 1:0 für Ahlen). Ahlen sollte sich nicht grämen, sollte doch dass neuerliche Heimspiel neuerliche Einnahmen bescheren.

Gleichzeitig hat das DFB-Sportgericht nun einen weiteren Schiedsrichter, Dominik Marks, wg. “dringendem Tatverdacht” gesperrt. Marks soll ebenfalls Spiele verschoben haben und laut Hoyzer versucht haben mit ihm den inzwischen ebenfalls gesperrten Koop anzuwerben.

Unlängst äußerten Fröhlich und andere Berliner Schiedsrichter ihre Zweifel das Marks in die Sache verstrickt sein könnten. Lutz Fröhlich sagte Anfang Februar dem Tagesspiegel:

Ich weiß, dass Robert und er regelmäßig Kontakt hatten. Aber die Qualität der Kontakte kann ich nicht einschätzen. Ich weiß nur, dass das Umfeld von Dominik Marks dagegen spricht, dass er sich auf eine Manipulation einlassen würde. Er ist frisch verheiratet, hat ein Kind und ist gerade in eine Finanzprüfungsgesellschaft eingestiegen.

Langsam gehen dem DFB die Schiedsrichter aus, ich glaube es sind 22 Erstligaschiedsrichter, denn als nächster riskiert Stefan Trautmann auf Eis gelegt zu werden. Wegen einer völlig anderen Geschichte. Trautmann ist als Verbandsangestellter verbilligt an Adidas-Ware gekommen, die er dann auf eBay verhökert hat. Trautmann sagt “karitativ”, Adidas sagt “gewerblich” und zeigt an.

Laut Netzeitung soll DFB-Justiziar Götz Eilers seit längerem darüber informiert gewesen sein, aber sich nicht gerührt haben. Dieses Eilers’sche Verhaltensmuster kennen wir doch irgendwoher?

Wie gut dass man ab nächstem Wochenende wieder auf die noch frei rumlaufenden Berliner Schiedsrichter wie Fröhlich zurückgreifen will.

Und um den Eintrag mit einer guten Meldung abzuschließen: gegen Marcel Reif wird nicht mehr ermittelt (Netzeitung). Bereits am Wochenende kommentierte Reif wieder für PREMIERE HSV – VfB und im Tagesspiegel, für den Reif schreibt, wird der Hintergrund der Vorwürfe angedeutet. Demnach hat Reif auf Bitten eines Freundes für einen Hauskauf Bargeld von einer Schweizer Bank nach München gefahren. Reif sagt er hätte die Kontakte noch im gleichen Jahr abgebrochen, als ruchbar wurde, dass der Freund im Zusammenhang mit Schmiergeldern stand.

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hat das Verfahren gegen Reif “aus Rechtsgründen” eingestellt. Aus Rechtsgründen ist immer gut.

Nachtrag: Im Mittwochs-Tagesspiegel wird Marcel Reif interviewt.

Nichts ist geblieben, nicht der Vorwurf, ich hätte Geldwäsche betrieben, nicht die Anschuldigung, ich hätte der Steuerhinterziehung Vorschub geleistet, nichts. Ich möchte betonen, dass das Ermittlungsverfahren nicht etwa mangels Beweisen eingestellt wurde, sondern aus Mangel an jeglichem Verdachtsmoment.

Fofftein!

Sie betreten nun den US-Sport-lastigen Bereich.

Abpfiff

Im Laufe des heutigen Dienstag oder morgigen Mittwochs wird mit der offiziellen Absage der diesjährigen NHL-Saison gerechnet. Es wäre die erste “US Major”-Sportart die eine komplette Saison wegen eines Spielerstreiks (bzw. -aussperrung) abblasen muss.

Knackpunkt sind Auseinandersetzungen mit der Spielergewerkschaft über Salary-Cap und Planungssicherheit bezüglich der Spielergehälter.

Völlig offen sind die Konsequenzen die sich aus dem Ausfall einer kompletten Saison ergeben. Ein Horrorszenario prophezeit den Bankrott zahlreicher Franchises und ein neue, von Spielern geführte 6- oder 8-Team-Liga. Ein Neustart wäre vielleicht nicht dass schlechteste, für eine Liga die sich soweit von ihren Wurzeln entfernt hat, wie die NHL.

Ausgeflippt

Minnesotas Coach Flip Saunders wurde letzte Woche von den Timberwolves entlassen. Vor fast genau einem Jahr durfte er noch als bester Coach das All-Star-Team der Western Conference trainieren. Nun stehen die Timberwolves mit einer quasi unveränderten Mannschaft bei einer 25-27-Bilanz.

Die Entlassung ist der Schlußpunkt einer Chronologie des langsamen Zerfalls der zu Beginn der Saison mit fehlgeschlagenen Vertragsverlängerungen von Casseell und Sprewell begann. Beide wollten mehr Geld. Inzwischen ist der Satz von Sprewell legendär geworden: er bräuchte mehr Geld, schließlich habe er eine Familie zu ernähren. Derzeitiges Jahreseinkommen von Sprewell: 14,6 Mio US$.

Neuer Headcoach der T-Wolves ist Kevin McHale, jener Mann der letzte Woche in Funktion des Vice-president for basketball operation Saunders zu feuern hatte und darüber hinaus mit Saunders befreundet ist.

McHale sieht zuviele Flüchtigkeitsfehler und will diese durch intensives Training beseitigen. Allgemein wird aber der Kader der T-Wolves inzwischen als zu alt, zu verletzungsanfällig und zu eindimensional eingeschätzt.

Ganz in Schwarz

Die NFL vermeldet den ersten schwarzen Teambesitzer. Reggie Fowler, Geschäftsmann aus Arizona kauft dem bisherigen Besitzer Red McCombs die Franchise für zirka 600 Mio US$ ab. Combs hat die Vikings 1998 für 246 Mio US$ übernommen.

Der Deal muss noch offiziell von der NFL und den anderen NFL-Besitzern abgesegnet werden.

Fowler gilt in Football-Kreisen als ziemlich unbeschriebenes Blatt, trotz seiner kurzen Zeit als Spieler in der NFL. Auf einer Pressekonferenz gestern legte sich Fowler verbal ziemlich fest mit den Vikings in Minnesota zu bleiben und nicht nach L.A. umziehen zu wollen. Angeblich soll auch das seit Jahren währende Stadionproblem kurz vor der Lösung stehen.

Showman für die Sea Devils und die Galaxy

Die ersten Spieler werden für die diesjährige NFLE-Saison zugeteilt und lt. Abendblatt kommt Eric Crouch zu den Hamburg Sea Devils.

Crouch war zu seinen College-Zeiten in Nebraska ein spektakulärer Quarterback. Nicht unähnlich wie Michael Vick glänzte er vorallem durch seine Läufe. Obwohl er mit der Heisman Trophy als bester Spieler ausgezeichnet wurde, bekam er in der NFL nie wirklich eine Chance. Absehbar, denn Crouch galt mit 1m80 als zu klein und mit einem zu schwachen Wurfarm gesegnet. Versuche ihn für die NFL zum Defensive Back umzuschulen, fruchteten bislang nicht.

Leider wird er in Hamburg wohl als Safety kommen, nicht als QB, wiewohl dass ein grandioser Schachzug gewesen wäre, eine Reminiszenz an die besten Blue-Devils-Zeiten mit Dino Bucciol.

Die Frankfurter Rundschau meldet Akili Smith als potentiellen QB für die Galaxy. Smith wäre ein ziemlicher Brocken für die Galaxy. Smith gehört zu der legendären 99er-Draft von der sich letztendlich nur McNabb, Tory Holt und Edgerrin James durchsetzen konnte, während Smith, Cade McNown und Tim Couch nicht die erhofften Heilsbringer für ihre schachen Franchises in Cincinnatti, Chicago und Cleveland wurden und RB Ricky Williams aus anderen Gründen inzwischen floppte.

In Cincinnatti zu zerbrechen, ist keine Schande, das ist in den letzten Jahren vielen in der wohl am schlechtesten geführten NFL-Franchise passiert. Ich bin mir nicht mehr sicher warum Smith damals Aufsehen erregte, ob es seine läuferische Leistungen war oder der starke Wurfarm.

Moin!

Selten dass in Deutschlands Fußballwelt eine derartige Kakophonie herrscht. Lienen schießt gegen Klinsmann, weil dieser Mertesacker soll, alte Vogts-Witze werden anläßlich seiner anstehenden Benennung zum was-weiß-ich-Chef wieder hervorgekramt, Bayern ist sauer weil Arminia vergessen hat seine Rasenheizung einzuschalten, DFB und Verbraucherverbände geraten ob der WM-Tickets aneinander und nicht zu vergessen Hoyzer, Hoyzer und immer wieder Hoyzer.

Und wo der Hoyzer ist, ist derzeit dass ZDF nicht weit. Zwar hat JB Kerner schon anderenorts geäußert das Hoyzer letzte Woche für seinen Auftritt das Standardhonorar (ich glaube es waren 500,– EUR) bekommen hat, dennoch stellt sich das dumme Gefühl ein, dass öffentlich-rechtlicher Journalismus sich instrumentalisieren läßt. Zumal Hoyzer derzeit überall im ZDF stattfindet, nur an einem Ort nicht: das Sportstudio, formerly known und für immer in unserem Herzen als “Das aktuelle Sportstudio“.

Nun ja, es ist fin de siècle-Stimmung im Sportstudio, Poschmanns letzte Tage als Chef. Ab 1.März wird Thomas Fuhrmann neuer Chef des Sportstudios. Fuhrmann war Chef vom Dienst bei “Frontal 21”, kommt also aus dem Bereich “Aktuelles” und “Politik”. Das erinnert ein bißchen an “Hajo” Friedrichs unter dessen Leitung das Sportstudio seine vielleicht beste Zeit hatte.

“Fin de siècle” im Sportstudio auch weil laut Focus die Moderatoren-Besetzung sich ändern wird. Nach dem Motto “Weniger ist mehr” sollen nur noch drei Moderatoren sich abwechseln, um den Erkennungswert zu erhöhen. Zu JB Kerner und WD Poschmann soll noch eine Frau hinzustoßen.

Oh je, fängt die Diskussion rund um Frauen und Sportstudio wieder an? Die Probleme fangen schon weiter unten an: ich kenne keine gute Sportmoderatorin die es in die “großen” Fernsehprogramme geschafft hätte. Die guten die mir aufgefallen sind, haben es leider nie über das Dritte des WDRs hinaus geschafft.

Monika Lierhaus macht den Eindruck ohne Spickzettel und vorbereitete Texte aufgeschmissen zu sein, Kristin Otto, unsere Doping-Wuchtbrumme, geht sowieso nicht und Anne Will ist leider anderenortes tätig. Die einzige die mir aus den oberen Programmplätzen der Fernbedienung einfällt, die Potential besitzt, ist Jessica Kastrop, seit dem Sommer für PREMIERE tätig.

Aber zurück zu Hoyzer. Für die heutige Süddeutsche hat Hans Leyendecker ein laaaanges Portrait über Robert Hoyzer geschrieben und dabei auch einige neue Details reingepackt.

Was z.B. das neu im Verdacht stehende Spiel Chemnitz – Leipzig interessant macht, ist der Umstand dass Hoyzer hier gar nicht von den kroatischen Brüderpaar zur Manipulation gebeten wurde, sondern, laut SZ-Informationen, von einem Mitarbeiter eines Leiziger Geldhauses. Zudem stand Hoyzers fand in enger Verbindung zu Sachsen Leipzig. Es ist möglicherweise nicht das letzte “neue” Spiel dass im Verdacht steht von Hoyzer manipuliert worden zu sein. Seit gestern abend steht auch das Freundschaftsspiel(!) Hansa Rostock – FC Middlesbrough unter Verdacht.

Ansonsten zeichnet Leyendecker das Bild eines wichtigtuerischen Hoyzers, der es geniesst im Mittelpunkt zu stehen, Hoyzer ein Narziss, der andere mit in den Untergang reißen will.

Premier League

Nachzutragen das Sonntags- und Montagsspiel. Manchester United gewann das Derby gegen City 2:0, wobei ManU nicht so dominant war wie das Ergebnis den Anschein macht. In einer engen Partie profitierte ManU von zwei Schüssen die durch Richard Dunne aus der hochgelobten City-Innenverteidigung ins eigene Tor abgelenkt wurden. Letztendlich gewann die cleverere Mannschaft.

Gestern fackelte Arsenal nicht lange und prügelte Crystal Palace 5:1 aus dem Stadion, mit einem Dreier-Pack in der 32te, 35ten und 39ten Minute. Der heimweggeplagte Reyes startete von Anfang an und traf, Henry schoß sich mit seinem Doppelpack nun endgültig die Januar-Dürre aus dem Leib. Lehmann spielte zwar, zeigte aber neben einigen Paraden auch wieder einen Aussetzer als er einen Rückpass unterm Fuß durchrutschen ließ und mit Mühe noch von der Linie kratzte.

Unterdessen muss sich Arsene Wenger einige warme Worte anhören, weil er gegen den Tabellen-16ten mit einem rein ausländischen Kader antrat, zum ersten Mal in der englischen Fußballgeschichte.

Screensport: unter der Woche

Diese Woche stehen UEFA-Cup-Begegnungen an. Wir sind inzwischen bei den Hinspielen des Achtelfinales angelangt, nur falls jemand aufgrund dieser merkwürdigen zwischenrunde den Überblick verloren hat.

Mi 18h15, Schachtjor Donesk – Schalke 04, ZDF
Mi 20h30 Austria Wien – Atheltic Bilbao, PREMIERE
Mi 20h30 Parma – VfB Stuttgart, ZDF

Do, 18h15 Grazer AK – Middlesbrough, PREMIERE
Do, 19h00 Panathinaikos – Sevilla, EUROSPORT
Do, 20h30 Alemannia Aachen – AZ Alkmaar, ARD

Wobei: wenn Alkmaar ähnlich unattraktiv spielt wie es am Wochenende im DSF gegen PSV Eindhoven zu sehen war, sollte man sich sicherheitshalber was zu lesen bereit halten.

Darüberhinaus gibt es ab dem morgigen Mittwoch die Nordischen Skiweltmeisterschaften aus Oberstdorf. In der ersten Woche überträgt die ARD, in der zweiten Woche das ZDF, jeweils an Vor- und Nachmittagen. Wobei die ARD-Übertragungen auf EinsMuXx gegen Mitternacht zusammengefasst werden.

Ein abschließender Blick auf die Zukunft: PREMIERE hat die ersten Sendetermine für die im April beginnende Baseball-Saison bekanntgegeben. Man scheint anfangs einmal die Woche, jeweils das Sunday Night Game von ESPN zu übernehmen.

Kommentatoren-Check: Marco Hagemann, die Zwote

Mitte November habe ich aus einer Laune heraus einen der neueren PREMIERE-Kommentatoren herausgegriffen und analysiert bzw. beurteilt: “Kommentatoren-Check: Marco Hagemann“. Fazit: Mittelmaß, blaß, wenig Analyse, aber auch keiner der unangenehm durch pretenziöse Kommentierung auffällt. Eher ein straighter Mann.

Da ich gestern abend versäumt habe nach Einschalten des Videorekorders die Sprachoption der dBox zu wechseln, bin ich heute morgen in den Genuß gekommen, Everton – Chelsea in deutsch mit Marco Hagemann zu höre.

Es bleibt dabei, dass der Mann sowohl in Sprache als auch Sprachmelodie eher blaß und unauffällig daher kommt. Keiner der die Leute mitreißen kann. Aber gegenüber meinem Urteil von Mitte Oktober muß ich zumindest meine Einschätzung in Sachen Kompetenz deutlich revidieren.

Er war gut informiert, kannte hinreichend viele kleine Geschichten die sich um Spieler und Mannschaften rankten und analysierte auch veränderte Taktiken. Er sagte korrekt das Abstellen von Bent als Ein-Mann-Sturm nach dem Platzverweis von Beattie voraus, erwähnte die Quasi-Zwei-Mann-Kette der Chelsea-Abwehr. Ich hätte mir zwar noch mehr gewünscht, aber das war schon mehr als ich erwartet habe.

Wenn es eine Schulnote wäre, dann wäre es keine 3, sondern eine 2- oder 2. So gesehen, haben einige aus den im November aufgelaufenen Kommentaren Recht behalten.

Everton – Chelsea 0:1

Der Spitzenreiter der Premier League reiste an die Merseyside zum Tabellenvierten Everton. Chelsea bot letzte Woche mit einem torlosen Unentschieden gegen Man City eine erste Blöße, die ManUs Ferguson versucht hat psychologisch auszuschlachten. Bei einer Niederlage bei Everton und einem Sieg von ManU wäre der Vorsprung auf 6 Punkte geschrumpft, das Titelrennen wäre wieder völlig offen gewesen und psychologisch wäre die Geschichte für Chelsea sehr wackelig geworden.

Das Spielfeld im Goodison Park war ein knöcheltiefer Acker, das Wetter trocken aber sehr windig.

Das Spiel bekam bereits früh, in der achten Minute seinen Charakter aufgestempelt, als Evertons Millionenstürmer Warren Beattie blank Rot zu sehen bekam. Als Chelseas Gallas ihm bei einem Laufduell den Ball ablief, rauschte Beattie von hinten heran um Gallas am Hinterkopf eine Kopfnuß zu geben. Gallas fiel zu Boden und musste mit Riechsalz behandelt werden. Laut Evertons Trainer Moyes eine schauspielerische Glanzleistung von Gallas.

Ohne seinen nominell einzigen Stürmer musste Everton für die verbleibenden 82 Minuten umstellen und einen Gang zurückschalten. Fortan dominierte Chelsea das Spiel, Ballbesitzanteile bei 60, 70%. In aller Ruhe spielte man seine nominelle Überlegenheit aus, ballsicher wurde versucht Schwachstellen auszuloten. Chelsea brachte die beiden Außenverteidiger mit nach vorne, spielte gegen Evertons One-man-Sturm Bent nur mit der Zweierkette Gallas und Terry.

Everton verschanzte sich hinten, ließ Chelsea kommen, ließ sie spielen, griff den ballführenden Spieler selten an. Es war wie eine Partie Malefix, in der Everton sich einfach nur auf das Blockieren und Sperren konzentrierte.

Was Chelsea machte sah cool und klug aus, allenvoran der quirlige Duff. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, wann Chelsea das Tor machen würde. Die Partie war schnell und unterhaltsam, das technische Niveau für die Bodenverhältnisse gut.

Das Tor fiel aber nicht nach 45 Minuten und es fiel nicht nach 60 Minuten. Und nach einer Stunde begann die Partie zu kippen. Der tiefe Boden schien nun auf beiden Zeiten ihre Opfer zu hinterlassen. Beide Mannschaften liessen in der Konzentration nach, machten viele unforced errors. Chelsea verlor die Geduld und verlegte sich zunehmend darauf Spieler mit Steilpässen in der Mitte zu schicken, Ferreira und noch mehr Bridge verschwanden aus dem Chelsea-Spiel. Das Spiel schien nur noch davon abzuhängen, ob irgendein Toffee bei einem der Steilpässe nicht rechtzeitig ein Bein dazwischen bekommt. 3-4 Male musste auch Torwart Martyn mit exzellenten Paraden und guter Antizipation einschreiten.

So stark wie Chelsea nachließ Everton mit Spielintelligenz zu knacken, schien das Spiel auf ein 0:0 hinauszulaufen ehe der ansonsten farblose Gudjohnsen in der 69ten zum entscheidenden Treffer einschenkte. Bei einer scharfen Flanke brachte Gallas seine Fußspitze noch heran, der Ball prallte von der Latte auf die Füße von Gudjohnsen, der aus 2 Metern einschob.

Der Rest war nur noch Evertoner Verzweiflung, die aber in der Tat Chelseas Abwehr noch einige Male zum wackeln brachte. Aber zu spät. Vieles wurde durch unkonzentrierte Zuspiele vergeben, insbesonder Kilbane schien vor Müdigkeit nicht mehr geradeaus laufen zu können und versiebte diverse Freistöße und Ecken, die zu kurz und flach gerieten.

Dies war eine solide Leistung von Chelsea, die sich aber einmal mehr als verletzlich erwiesen haben. Wie Melkus in den Kommentaren schrieb, die Verletzungsprobleme im Angriff, der Fußbruch von Robben, die zahlreichen Zipperlein von Drogba, rauben Chelsea Alternativen im Angriff. Ein lupenreiner Stürmer der in den Strafraum eindringt und abzieht, ist derzeit nicht wirklich dabei. Zwei Tore aus den letzten drei Spielen. Der Türspalt zur meisterschaft ist für ManU zumindest noch einen kleinen Spalt offen.

Anderenortes

Evertons engster Verfolger, Ortsrivale Liverpool, hat in Birmingham recht erbärmlich verloren: 0:2.

In einem Kellerduell gewann Blackburn gegen Norwich 3:0.

In Sachen UEFA-Cup bleibt Bolton ein Punkt hinter Middlesbrough, nachdem man sich am Samstag torlos voneinander trennte.

Drei Siege aus den letzten 11 Spielen, Portsmouth nähert sich auch nach der 1:2-Niederlage gegen Aston Villa beständig den Abstiegsplätzen.

ManU spiel heute beim Lokalrivalen, Arsenal am Montag abend gegen Crystal Palace.

Offfield

Man muss feststellen dass Wenger im Gegensatz zu Chelsea und ManU keine europäischen Spitzenkräfte verpflichtet hat. Bislang konnte man argumentieren, dass man mit José Antonio Reyes einen Superstar in Spe hat, vor zwei Jahren überschlugen sich die Erwartungen an den nun 21jährigen. Aber die 2004/2005-Saison kam und reyes wurde kaum einen Deut häufiger in die Startformation gestellt. Fortschritte gleich null.

Unter der Woche mehrten sich die gerüchte über Abwanderungsgedanken von Reyes. Das Highlight war ein getürktes Interview mit dem vermeidlichen Real-Manager Butragueño, der aber in Wahrheit ein Radiomoderator war. Offenherzig bekannte Reyes dass er sich unwohl fühle und bei Arsenal von “schlechten Menschen” umgeben sei.

Spätestens jetzt lässt sich die Unzufriedenheit von Reyes nicht wegdiskutieren und Wenger kommt nicht umhin zu konstatieren: wenn Reyes weg will und einen neuen Verein vorzeigen kann, würde Reyes gehen können. Mit reyes würde auch Arsenals größte Hoffnung in Sachen Kaderauffrischung weggehen. Übrig würde nur französisches Mittelmaß bleiben.

In Sachen Ashley Cole sagte Wenger lt. Guardian kryptisch, er würde die Wahrheit kennen und bräuchte daher Cole nicht zu fragen.

Nach dem 21ten Spieltag

Gerade wenige Minuten vor Anpfiff von Deutschlands stürmischen Autobahnen nach Hause gekommen, hatte ich während der Samstags-Spiele noch nicht wirklich die Muße.

Worte der Woche

Wollen wir doch mal sehen, ob sie es schaffen die 2-3 Nieten für ein paar Euro richtig zu setzen.
Martin Groß, Einzelspiel Lautern – Rostock. Nein, nicht wie man denken könnte, über die Einkaufspolitik des 1.FC Kaiserslautern, sondern über die wackeligen Überreste des abgerissenen Dachteils.

Widerworte

Ich habe keine Ahnung was Matthias Sammer in die TV-Kameras nach der 1:2-Niederlage beim HSV gesagt hat, aber so wie der Mann an der Seitenlinie immer erregter auf und ab hüpfte und nach Abpfiff wütend auf alles losging was halbwegs wie ein DFB-Offizieller aussah, wird er ganze Reporterscharen nach dem Spiel verspeist haben.

Aber auf ein Wort: Man kann sich ja auch in eine Psychose einreden. Anders ist es nicht zu erklären, warum Sammer bei der Gelb-Roten Karte von Zivkovic zig Meter seinen Arbeitsplatz verließ um auf einen TV-Monitor sich Zeitlupen anzusehen. Wozu? Der Platzverweis ist ausgesprochen, taktische Rückschlüsse konnte man in der Situation nicht ziehen, eigentlich hat Sammer seinen Platz nur verlassen um sich selbst anhand der Bilder in seiner Rage selbst zu bestätigen.

Traurig dass sich Sammer immer wieder von so etwas zerfressen läßt.

Drei gewinnt

Habe ich das richtig gesehen? HSVs Doll hat zur Halbzeit beim Stand von 1:1 die Viererkette aufgelöst, Klingbeil ausgewechselt und mit Mpenza einen weiteren Stürmer gebracht? Als Halbzeit-Aktion ist das erfrischend kühn.

Heimwärts gewinnt

Kein Auswärtssieg, nur ein Unentschieden (0:0, Freiburg – Hannover)

Denkanstoß

Vor irgendeinem der letzten Wolfsburg-Spiele (wars das gegen Werder?) fragte der Hamburger Jeep-Fahrer “Rollo” Fuhrmann/PREMIERE Erik Gerets, ob denn nun allmählich eine Diskussion um seinen Posten beginnen würde. Die Frage hat Gerets korrekterweise ob des frühen Zeitpunktes empört zurückgewiesen.

Aber nun sind sie wieder gepflegt 0:3 unter die Räder gekommen. Abgesehen von Nürnberg und dem Trio auf den Abstiegsplätzen ist niemand schlechter in Sachen eingefangene Tore. Es fehlen die argentinischen Offensivkräfte und hinten fangen sie sich die Buden ein. Und auswärts geht gar nix. Die Auswärtsbilanz seit ihrem vierten Saisonspiel: 0:3, 0:2, 0:4, 1:3, 1:2, 0:1, 0:3. Mit anderen Worten: seit Ende September hat Wolfsburg zwei Auswärtstore erzielt: 2:18 Tore.

Einen Toppmöller machen

Der VfL Bochum ist ein interessanter Fall. Unabhängig ob man den Verein und seinen Trainer mag oder nicht. Aber wie kann es ein Fußballlehrer schaffen, seine Spieler bei so einer Seuchenserie immer wieder, Samstag für Samstag, neu zu motivieren? Ein Fußballtrainer, in diesem Fall Neururer, im letzten Herbst Toppmöller, muß Samstag für Samstag mit ansehen wie wieder die Aufbauarbeit einer Woche zunichte gemacht worden ist. “Täglich grüßt das Murmeltier“.

Was kann ein Trainer noch in seiner Kiste finden, um das Ruder umzureißen, wie kann er das Gesicht vor den spielern wahren, wenn er sich am nächsten Samstag Mittag wieder vor die Spieler hinstellen muss und Stein und Bein schwören muss, dass es diesmal wirklich klappt!

Es komme mir keiner mit “professioneller Einstellung, schließlich bekommen die Trainer/Spieler genügend Geld in den Rachen geschoben”. Rationell sicherlich korrekt, aber es kann mir keiner erzählen, dass er bei seiner Arbeit sein Hirn soweit ausschaltet, dass so eine Serie von Negativerlebnissen nicht Auswirkung zeigt.

Der Fall des Peter Neururers ist noch einen Tick tragischer, da Neururer nicht ganz zu Unrecht lange Zeit glauben konnte, die Chance seines Lebens zu bekommen und sein Neisterstück zu absolvieren. “Täglich grüßt das Murmeltier“. Nun, wie schon so häufig in Neururers Karriere der Absturz und danach vielleicht auch wieder die mehrmonatige Arbeitslosigkeit.

Wenn man versuchsweise sich in solche Trainer in solchen Situationen reindenkt, es tun sich Abgründe auf.

Morgen

Big-Points für Mainz. Von Platz 13 bis 18 hat heute alles verloren, nur Mainz spielt morgen, hat die Chance morgen durch einen Sieg in Leverkusen bis auf Platz 12 hochzusteigen und neun Punkte zwischen sich und Abstieg zu legen. Und so wie die drei Letzten derzeit spielen, ist das kaum aufzuholen.

Der Tabellen-16te hat dieses Jahr 4 Punkte weniger als der 16te des letzten Jahres, 5 Punkte weniger als 02/03. Ich bin bis 97/98 zurückgegangen und habe keinen Tabellen-16ten gefunden, der weniger als 19 Punkte hatte, und kaum einen Tabellenletzten der nur 16 Punkte hatte (Rostock hat derzeit 13).