St.Louis Rams – Carolina Panthers 23:29 OT2

Ich bin erschöpft. Ich bin wahrscheinlich kaputter als die 120 Spieler auf dem Feld. Das Spiel ging an meine Grenzen.

Das Spiel heute war ein P L A Y O F F – C L A S S I C.

Es lief zuerst so, als hätte ich das Drehbuch dazu geschrieben. Die Rams machen aus ihren ersten zwei Drives bis in die Red Zone hinein gerade einmal nur zwei Fieldgoals, die Panthers mit famosen Goalline-Stands, einem glücklichen Touchdown und Führung zur Halbzeit.

Die Verletzung von RB Stephen Davis war ebenso wenig vorhersehbar, wie dass er wirklich nahtlos durch Goings und Foster ersetzt wurde.

Die Panthers hatten die Rams immer besser im Griff. Goings und Foster immer wieder mit First Downs, sogar bei “3rd and long”-Situationen. Carolina baute den Vorsprung auf 11 Punkte aus.

Die Rams bauen zwei schnelle INTs, es ertönen Buh-Rufe, ich erwartete die Auswechslung von Bulger, aber er bleibt. Martz besinnt sich endlich auf Faulk, setzt ihn für Screen-Pässe ein. Die Rams setzen sich wieder vor der Endzone fest, den Panthers gelingt wieder ein Goalline-Stand, aber eine s Pass-Interference-Strafe gibt den Rams vier neue Versuche und im sechsten(!) Anlauf klappt es, Faulk renn in die Endzone, 2pt-Conversion gelingt, die Rams liegen nur noch 20:23 zurück, 2’49 zu spielen.

Onside-Kick von Wilkins, der Ball springt wie irre zurück und ausgerechnet Wilkins himself sichert den Ball. Die Rams ziehen wieder gen Endzone, aber mehr als der Ausgleich für die Overtime springt nicht heraus.

Martz hat für meinen Geschmack zwei Fehler gemacht. Der erste ist der handelsübliche Vorwurf: zuwenig RB Marshall Faulk eingesetzt. Je länger das Spiel dauerte, um so mehr waren die Rams auf ihn angewiesen.

Zweiter Vorwurf: Martz hat zu selten 3, 4, 5-Receiver-Pakete aufgestellt und das Backfield der Panthers ausgetestet.

Auch die Panthers sind fehlerlos gewesen. Immer wieder haben sie sich eine gute Ausgangsposition durch Strafen verbaut, z.B. kurz vor Ende, als das Pass-Interference den Rams vier neue Versuche an der eigenen 1yd-Linie gegeben hat.

Die Overtime bot schließlich das dramatischste an Verlängerung was ich bislang gesehen habe.

Carolina kämpft sich 6 Minuten lang an die Endzone heran, versucht ein FG aus 40yd, trifft, aber bekommt eine “Delay of Game”-Strafe. Aus 45yd fliegt der Ball daneben…

Die Rams bekommen den Ball in guter Position, kommen mit weiten Pässen bis an Carolinas 35. Wilkins hat 53yarder auf dem Fuss, das hat er beim Aufwärmen gezeigt. Es passiert womit niemand gerechnet hat: in der Halle, ohne Wettereinflüße, gerät dem Routinier Wilkins der Kick zu kurz!

Carolina kann seinen Drive nur kurz am Leben halten, Punt.

Die Rams nehmen den Ball, mit langen, 20yd-Pässen schiessen sie sich förmlich der Endzone der Panthers entgegen, Ball an Carolinas 38, Fieldgoal-Position! doch dann wirft Bulger seine dritte INT des Tages!

Carolina nimmt den Ball an der eigenen 35 auf. Delhomme wird gesackt. Ende der ersten Overtime. Zweite Overtime beginnt, Delhomme wirft einen weiten Pass, WR Steve Smith schüttelt zum wiederholten Male mit einer doppelten Körpertäuschung seine Gegenspieler ab, kommt an den Ball und kann straight in die Endzone für einen 69yd-TD durchrennen.

Großes Lob für die Panther. Nie hätte ich erwartet, dass es ihnen gelingt die Rams 57 Minuten lang ohne TD zu halten, nie hätte ich gedacht dass es den Panthers gelingt in der OT zwei Drives der Rams schadlos zu überstehen…

Ich habe die Panther nie gemocht, weil ein Team aus der Retorte. Was sie aber heute gezeigt haben, das war massiv.

Und in St.Louis hat man nun acht Monate Gesprächstoff rund um Martz, Faulk, Warner und Bulger. Diese Niederlage hat die Autorität von Martz bis ins Unendliche angekratzt. Wahrscheinlich wird er in der Offseason ohne Jobverlust überstehen, aber 2004 wird ein Jahr “auf Bewährung”.

Die Carolina Panther sind damit in das NFC-Finale eingezogen, wo sie entweder nach Philadelphia reisen oder die Green Bay Packers empfangen.

Preview Philadelphia Eagles – Green Bay Packers

So, 22h45, FOX-Kommentatoren: Dick Stockton, Daryl Johnston.

Neben dem Patriots-Spiel, wird dies die zweite Partie mit recht unchristlichen Temperaturen sein. Abendspiel, Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Es gibt gute Gründe warum keine der beiden Mannschaften gewinnen kann. Green Bay und QB Brett Favre boten sublime Leistungen, allerdings gegen Gegner die kein Maßstab waren und alles andere als knackige Defenses aufboten. Daher glaube ich dass die Cinderella-Story von Favre am Sonntag ein Ende finden wird.

Aber auf der anderen Seite sind die Eagles mit Verletzten geschlagen. Das Triumphvirat an RBs ist auseinandergesprengt. Der Beste, Bryant Westbrook fällt für den Rest der Saison aus. Nun müssen es RB Buckhalter und der unzufriedene RB Duce Staley es zu zweit reißen.

Noch ärger die Probleme der Eagles im Backfield der Defense. Mit LB Carlos Simmons und CB Troy Vincent werden vielleicht die beiden Schlüsselspieler für die Pass-Verteidigung fehlen.

Just zu einem Moment als “Gunslinger” QB Brett Favre plötzlich anfängt eine tiefe Bombe nach der anderen zu werfen. Dabei entpuppt sich vorallen WR #84 Javon Walker als die Fangsensation.

Und wenn das nicht hilft, trifft einer der besten Laufspieler, RB Ahman Green auf eine der schwächsten Laufabwehr. Also das Rezept für die Packers-Offense: die Defense vertikal auseinanderziehen und dann zerbrechen lassen.

Der Schwackpunkt an diesem Konzept könnte Brett Favre himself sein, der zu INTs und Fumbles neigt. Wenn man schon Probleme in der Deckung hat, werden die Eagles ihr Heil im Pass-Rush suchen. Gelingt es ihnen die extrem gute OffenseLine der Packers (nur 19 Sacks zugelassen) zu durchstoßen, wird Favre Fehler machen.

Die Geschichte mit den Verletzten hört sich für die Eagles nicht gut an, aber das Problem verfolgt sie seit Saisonbeginn, und sie haben sich durch einen Sieg gegen die Packers in Woche 10, am eigenen Schopf aus dem Desaster wieder rausgezogen. Sie sind es also gewohnt, wissen mit dem Problem und den Aufstellungswechseln umzugehen.

Ich bleibe dabei was ich schon die ganze Saison sage: die Packers-Secondary gefällt mir nicht. Wenn die Packers-DB Zonendeckung spielen können, verfügen sie über eine gute Raumaufteilung und pflücken sehr viele Bälle runter. Aber in der Manndeckung, im 1:1-Duell, mag ich die Laufwege von CB #34 Mike McKenzie und CB #31 Al Harris nicht.

Die Packers können versuchen dem Problem mit Pass-Rush aus dem Weg zu gehen. Die OffenseLine der Eagles hat schlechte Pass-Protection, was QB McNabb zu Beginn der Saison fast gekillt hätte. Aber ein lauffreudiger QB gegen die Packers? War da nicht was? Was war da mit Vick, letztes Jahr, Atlanta in Green Bay??? Eben.

Preview Kansas City Chiefs – Indianapolis Colts

So, 19h00, CBS-Kommentatoren: Dick Enberg, Dan Dierdorf, Bonnie Bernstein

Punkte-a-gogo sollten hier angesagt sein, die beiden, in Sachen Punkte, produktivsten Teams treffen aufeinander. Beide Mannschaften verfügen über ein mächtiges Pass-Spiel, beide Mannschaften verfügen über exzellente Running-Backs.

Wenn man aber die Offenses vergleicht, gibt es einige Unterschiede. Die Chiefs und QB Trent Green werfen einen gepflegten Fernpass, Hauptanspielstation ist aber der Mann für die Kurzdistanz, TE #88 Tony Gonzalez. QB Manning macht es nicht ganz so weit, sein Receiver des Vertrauens ist aber WR #88 Marvin Harrison denn er tief anzuspielen pflegt. Letzte Woche hat aber WR #83 Brandon Stockley die Broncos im Alleingang zerlegt.

Unterm Strich haben beide Mannschaften das gleiche explosive Offensiv-Potential. Die Entscheidung wird mit den Defenses fallen! Der Nachteil ist hier klar auf der Seite der Chiefs, die eine der schlechtesten Laufabwehren besitzen. Wenn es den Colts gelingt das Laufspiel zu etablieren, haben sie die Chiefs in der Hand. Sie können die Abwehr kräftemäßig zerreiben, sie haben die Kontrolle über die Spieluhr und sie können die Chiefs wg. Zeitmangel dazu treiben in der Offense schnell eindimensional zu werden, also nur noch auf den Pass zu setzen. Erste Regel daher für die Chiefs: Stoppt den Lauf!

Das ist eines der Spiele, bei denen ich sogar bei einem 30-Punkte-Vorsprung im vierten Viertel nicht ausschalten wollen würde.

Preview New England Patriots – Tennessee Titans

Sa/So, 2h15, CBS-Kommentatoren: Greg Gumbel, Phil Simms, Armen Keteyian

Die Pats mit einem Lauf, 12 Siege in Folge, die Titans mit ihrem Alt-Herren-Team, das angeschlagen ins eiskalte Foxboro kommt. Es ist ein Abendspiel und es ist kalt: 15, 16 Grad minus wird es haben. Dies ist ungewohnt für die Titans und dies wird vorallen ihren 44jährigen Kicker Gary Anderson killen, der eh schon keine große Weite mehr im Bein hat, aber wenn er gegen einen hartgefrorenen Ball treten muss, wird es zu einem akuten Fall von Selbstverstümmelung.

Das Wohl und Wehe der Titans hängt von der körperlichen Verfassung ihrer zwei wichtigsten alten Säcke ab: QB Steve McNair und RB Eddie George. Beide mit Knöchelproblemen, mussten unter der Woche pausieren. Wird es ihre Mobilität einschränken? Im übrigen Kongratulation an George, der letzte Woche in Baltimore sein Comeback feierte, nachdem man ihm ob seiner Saisonleistung schon den Rücktritt nahelegen wollte.

Das was diese Partie so irre macht: man kann sich den letzten Dreck unterm Fingernagel analysieren, aber beide Mannschaften besitzen dieses gewisse “Fluidum des Champions”. Beide Teams können auch bei eigentlicher Unterlegenheit durch mentale Stärke Spiele aus dem Feuer reißen. Daher schwebt über all Analyse noch diese Metaebene des “es kann aber alles auch ganz anders kommen“.

Man beachte wie sehr die Patriots den Titans ihre Offense aufoyktroieren können. Laufspielzüge werden quasi nur zur Tarnung eingesetzt, sind nicht effizient, sollen die gegnerische Defense nur schlachtreif machen für einen Strahl an schnellen, kurzen Pässen die an jeden, wirklich jeden Patriots-Spieler der zwei Hände hat, gestreut werden.

Die Titans müssen versuchen das Laufspiel mit minimalen Aufwand zu stoppen (haben beste Laufabwehr) um dafür das Feld in der mittleren Distanz, bis 15yards, mit Abwehrspielern vollzustellen und so Brady jede Anspielstation für Kurzpässe zu nehmen. Wenn dieses Kurzpass-Spiel nicht klappt, haben die Patriots keine Offense. Problem: die Titans haben die schwächste Pass-Defense. Da MÜSSEN die Titans dran schrauben. Das Pass-Spiel der Pats hat anderen Schmackes als dass der Ravens von letzter Woche.

Was die Titans-Offense angeht: ich habe nicht den blaßesten Schimmer was sie spielen werden. Zu ausgeglichen ist Lauf- und Pass-Spiel, insbesondere wenn man die 165yds Laufyards von letzter Woche berücksichtigt. Die Titans haben also eigentlich alle Optionen offen, wenn QB Steve McNair nicht, wie letzte Woche, versucht mit 3INTs einen Selbstmord anzuzetteln. Und wenn McNair und George fit genug sind.

Preview St.Louis Rams – Carolina Panthers

Sa, 22h30. FOX-Kommentatoren: Dick Stockton, Daryl Johnston.

Die Rams stellen eine derartig spektakuläre Offense-Macht dar, dass man den Carolina Panthers gleich den Strick geben möchte.

Aber, und das ist ein “Aber” mit sehr großem “A”, bei den Rams läuft nur dann alles “funky” und “smooth”, wenn es rollt. Wenn aber anfangs irgendwas in der Maschinerie klemmt, dann wird es ffür die Rams eine Durchbeißerei ohne Ende. Man achte mir daher auf die ersten zwei Drives der Rams. “Crucial”, mit großem “K”.

Es ist DAS Matchup: Der wunde Punkt der Rams ist die OffenseLine. Eat ‘dis: 43 Sacks zugelassen. Die DefenseLine der Panthers kann alleine enorm starken PassRush ausüben. DE #93 Mike Rucker ist führender Sacker der Panthers. Viel Unterstützung der mäßigen Secondary oder den Linebackers wird es nicht geben, da die alle Hände voll zu tun haben werden, die Screen-Optionen und tiefen Pässe abzudecken. Alle Achtung auf WR #81 Tory Holt. Fast 1700yds Passfänge 2003. Enuff said.

Wenn es den Panthern nicht gelingt früh den Keim der Versagensangst in die Hirne der Rams einzupflanzen, wenn sie erstmal zwei TDs hinten liegen, ist das Spiel gegessen. Die Panthers haben die die Offense-Power um gegenzuhalten. Low-Scoring-Game ist die Ansage.

Wenn es zur Halbzeit ein sehr knappes Spiel ist, wird die Waage zugunsten der Panther und ihrem Laufspiel ausschlagen. RB #48 Stephen Davis wird die Rams im Alleingang aufreiben und John Fox wird Mike Martz “outcoachen”.

Preview Divisional Playoffs 03

St.Louis Rams – Carolina Panthers, Sa, 22h30
New England Patriots – Tennessee Titans, Sa/So, 2h15
Kansas City Chiefs – Indianapolis Colts, So, 19h00
Philadelphia Eagles – Green Bay Packers, So, 22h45

Zweite NFL-Playoff-Runde, die “Divisional Playoffs“. Dabei müssen jeweils die beiden Sieger der letztwöchigen Runde, zu den an Platz 1 und Platz 2 der AFC bzw. NFC gesetzten Teams reisen.

Es sind durchweg alles derart hautenge Spiele, dass man nirgendwo wirklich elementar wichtige Körperorgane für den Sieg der einen oder anderen Mannschaft setzen möchte. Ich halte diese Playoffs eigentlich auch für die seit Jahren ausgeglichensten, zumal es letzte Woche auch die schwächsten Mannschaften zerlegt hat.

Heimvorteil spielt eine wesentliche Rolle. In vier Spielen pflegt, rein statistisch gerademal nur eine Auswärtsmannschaft zu siegen. Und man kann sich im Vorfelde einen abfaseln wie man will, Sieg und Niederlage lassen sich meistens auf Fumbles und Interceptions reduzieren. Wer gibt weniger Turnovers ab.

Meine Prognosen für die Spiele:
Letzte Woche lag ich mit drei richtig getippten Siegern nicht schlecht, die Punkteabstände haben sich dann aber doch anders als erwartet gestaltet :-)

Carolina siegt über St.Louis. Irgendwie hält jeder Mike Martz für einen Trottel, der mit seinem Glitzer- und Kunstrasen-Team so schnell wie möglich aus den richtigen Football-Spielen rausgekegelt gehört.

Patriots siegt gegen die Titans. Für die lädierten Titans ist es zu kalt und Rheumadecken sind auf dem Feld noch nicht erlaubt. Wenn sich aber der Trend zur Verpflichtung von Trainern frisch aus dem Altersheim verstärkt, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch das geht.

Indianapolis siegt in Kansas City. High-Scoring-Game, Gunslinger-Festival, aber Routine setzt sich durch. Und Bad Karma. Und Arrowheads hat in Sachen Playoffs verdammt viel bad Karma aus Schottenheimer-Zeiten abzuarbeiten.

Eagles siegen gegen die Packers. Mit Tränen im Knopfloch gilt es sich von dem hollywoodesken Drama rund um Brett Favre zu verabschieden, aber solange Favre nicht noch einige Verwandte mehr opfert, werden die Packers mit dieser Defense verbrannt werden.

Gehen die Spiel so aus, haben wir nächste Woche im AFC-Finale die Patriots gegen die Colts und im NFC-Finale Eagles gegen Carolina.

Nochmal Nachklapp NFL-Wildcards03

Ich schulde noch einen Nachbetrachtung zu den beiden Sonntags-Spielen.

Green Bay Packers – Seattle Seahawks 33:27 (OT)
Es kam letztendlich so, aber es hat gedauert bis es soweit war, und ein Fehler von QB Hasselbeck den ‘Hawks das Genick brach. Bis zur Interception in Overtime haben sie sich wesentlich besser gehalten als gedacht. Und der Spruch von Hasselbeck beim Münzwurf für die Overtime “Wir wollen den Ball und werden gewinnen” ist inzwischen, trotz des Boomerang-Effektes, schon legendär.

Von zwei ansehnlich spielenden Mannschaften hat die etwas glücklichere gewonnen. Die Packers haben mich aber in der Defense nicht in dem Maße überzeugt, dass ich ihnen eine Siegchance in Philadelphia zubillige.

Indianapolis Colts – Denver Broncos 41:10
Hier wurde ein Team zerschreddert. Einfach in den Häcksler und Aus. Und ich muß sagen, ich freue mich. Ich freue mich, dass im Nachhinein die Maßnahme von Shanahan am letzten Spieltag nur mit einem B-Team in Green Bay anzutreten (und so die Playoff-Quali in der NFC North zu verfälschen), sich als Eigentor erwies, dass dem Team den Spielrythmus genommen hat. Zum zweiten Mal das Shanahan auf diese Art und Weise was aufs Maul bekommt.

479 Offensiv Yards für die Colts, QB Manning zum dritten Mal in der Saison mit mindestens fünf geworfenen TD, hier verwendet man im englischen nicht zu unrecht die Vokabel des “torchings“. 86% aller Pässe angebracht, 377yds per Luft überwunden. RB Edgerrin James mit einem Schnitt von 4.6yds pro Lauf. Hatten die Broncos auch nur ansatzweise irgendeine Defense mitgebracht?

Solche Demütigungen in den Playoffs haben die Angewohnheit bis tief in die nächste Saison nachzuwirken. Je nach dem wie gut das Team ist: als Motivation oder als Vorzeichen für den totalen Kollaps. Siehe Oakland.

Ab heute, Samstag abend, 22h30, geht es weiter mit der zweiten Playoff-Runde, den “Divisional Playoffs”. Mehr darüber, hier an dieser Stelle in 1-2 Stunden.

Exil-“Deutsche” in der Premiere-League

Zwei Ex-Bundesliga-Angehörige (und als solche von mir mal kurz als “Deutsche” usurpiert) haben in England Schlagzeilen erhalten.

Jay Jay Okocha, einst bei Frankfurt mit dem Dribbling der Bundesliga-Geschichte bekannt geworden (war das nicht sogar damals gegen Kahn/Karlsruhe??), verdient seine Brötchen, nach Aufenthalten in der Türkei und Frankreich, inzwischen bei den Bolton Wanderes und wurde vom Afrika-Dienst der BBC zum “Spieler des Jahres” gewählt, obwohl er diese Saison noch keinen einzigen Treffer erzielt hat.

Ich will ja nicht unken, und die Wahl der BBC mag ebensowenig repräsentativ sein, wie ich den Überblick über alle afrikanischen Spieler habe. Aber wenn der 30jährige Okocha das Beste ist, was Afrika derzeit anzubieten hat, dann hat der Kontinent ein Problem. Am besten Überprüfung mit eigenem Sachverstand, ab 24ten Januar, mit Afrika-Cup auf EUROSPORT.

Der zwote Herr ist Giovanni Trappatoni, über den nun zunehmend Gerüchte sagen, dass er der kommende Mann bei Tottenham wird. Der Vorsitzende der Spurs äußerst sich jedenfalls ekstatisch über Trappatoni und der Manager von Trappatoni dementiert nicht. An Trappatonis Seite soll der jetzige Nationaltrainer Wales, Mark Hughes (ist das nicht auch ein Ex-Bayer?) gestellt werden, der nach zwei Jahren “Trap” dann das Team übernehmen soll.

Was an Defensiv-Künstler Trappatoni reizvoll sein soll, außer seiner schicken Erscheinung, erschließt sich mir nicht. Sprachprobleme sollte es dank eines Assistenten wie Hughes im Laufe eines Spieles nicht geben…

Mavericks – Pacers 80:92

Dies ersten fünf Minuten der Mavericks waren fabulös, danach ging es nur noch bergab. Übliches Rezept der Pacers unter Coach Carlisle: Defense. Die Räume unterm Korb wurden eng gemacht. Den Mavericks wurde der Weg in die Zone versperrt, man musste ungünstige Wurfpositionen nehmen und in Sachen rebound ging unterm Pacer-Korb gar nichts mehr. 40-12 die Überlegenheit der Pacers bei den Rebounds unterm eigenen Korb, unterm Korb von Dallas dominierte Dallas nur 29-14.

Mit diesem Rezept blieben die Pacers zur Halbzeit auf Tuchfühlung. Nash hatte keinen Lauf und bekam wenig Spielzeit (26Minuten), Walker war ein Totalausfall, trotz 36Spielminuten: 2 von 11 Körben, 0 von 3 Dreiern. Finley dito: 2 von 10, 1 von 3 Dreiern. Finlay und Walker mit zusammen zehn Punkten. Sic.

Bradley machte einige spektakuläre Aktionen (wer hätte das gedacht, dass er der aktive Spieler mit den zweitmeisten Blocks in der NBA ist?) und schlacksige Würfe bar jeder Beschreibung ( 6 von 6, 16 Punkte!) war aber in der Defense bei weitem nicht so effektiv wie er hätte sein können.

Nach der Halbzeit ging es mit den Mavericks endgültig bergab und im vierten Viertel gab es kein Halten mehr. Die Starting Five legten eine Serie von 0 von 21 Würfen hin, Nowitzki, nach guter erster Hälfte, mit zehn Fehlwürfen in Folge, kam erst 90 Sekunden vor Ende des Spiels zu seinen ersten Punkten im 4ten Viertel (gesamt: 7 von 20, 20 Punkte). Schlechte 3er Quote, viele Würfe versiebt (36% übers Spiel gesehen!).

Dass es nicht das totale Desaster gab, lag daran das Dallas immerhin in der Defense etwas anzog und die Pacers den Sack nicht zu machten, sich zuviele Turnovers erlaubten.

Dallas kam nach den ersten fünf Minuten nie in Spielfluß, zeigte sich in der Defense enorm zaghaft, zu weit vom Mann wegstehend, zuviele Jumpshots erlaubend. Die Inkonsistenz die die Mavs derzeit an den Tag legen (mit schöner Regelmäßigkeit wird jedes zweite Spiel verloren), ist ziemlich erschreckend, zumal nicht zu sehen ist, wer den Impuls geben soll, damit aus den Mavs wieder ein ernsthafter Anwärter auf den Titel im Westen wird.

Pacers haben wacker gespielt, ausgeglichen gespielt (Artest: 26 Punkte, 10-24), aber vorne waren sie nicht energisch genug. Gegen Teams die nicht so eine Butter-Abwehr besitzen wie die Mavs, wäre das heute mehr als eng geworden.

A Ward coming

Am Sonntag war im Sugar-Bowl zu sehen, wie ein frisch ausgezeichneter Heismann-Tropy-Gewinner (Jason White) richtig schlecht aussehen kann. Nicht das erste Mal dass der Trophy-Gewinner in der darauffolgenden Bowl verreckt.

Eines der von ABC eingeblendeten Beispiele war Charlie Ward, der sich jedoch dann für eine Karriere im Basketball entschied. Aber viele NBA-Beobachter fragten sich, ob des ausgebliebenen Durchbruches, ob der “NBA-Mitläufer” nicht doch besser als agiler Qb die NFL aufgemischt hätte.

Just in diesen Tagen macht Ward wieder, zumindest ein bißchen, von sich reden. Im Rahmen eines Trades wechselte er von den NY Knicks nach Phoenix, wo er gleich auf die “On Waivers”-Liste gesetzt wurde (wg. hohem Gehalt) und nun bei den San Antonio Spurs gelandet ist.

Es soll viel Interesse an Ward gegeben haben, Ward hat sich aber für die Spurs entschieden, wo er nur das Mindesgehalt beziehen kann (die Spurs sind an der Salary-Cap-Grenze). Ward ist gut mit Spurs-Spielern befreundet und darüber hinaus eng mit einigen freichristlichen Kirchen in San Antonio verbandelt.

Ward scheint als kleiner Aufbauspieler eine gute Ergänzung für die Spurs zu sein, z.B als Backup von Tony Parker.

(Quelle: ESPN)