Fernsehen bis morgen

Nur auf die Schnelle, damit TV-Junkies nichts verpassen:

NBA Dallas Mavericks – Indiana Pacers, Fr/Sa 2h00

Dallas, wie man so schön sagt, ‘struggelt’ weiter, 5-5 aus den letzten Spielen, während die Pacers inzwischen die Macht im Osten sind, fette fünfeinhalb Spiele vor den Nets und eine Serie von sechs Siegen in Folge. Wenn ich dazu komme, vielleicht später mehr zu dem Spiel.

Premiere League Arsenal – Middlesborough, Sa. 16h00

Sollte eine lösbare Aufgabe für Arsenal sein. Boro mit anständiger, aber nicht überragender Auswärtsbilanz. Bekommt wenig Tore rein, macht aber auch wenig Tore.

Bei Arsenal ist Jens Lehmann wieder im Gespräch, da die FA ein Verfahren wegen der Vorfälle in Southhampton eingeleitet hat, als Lehmann sich für Fouls von Phillips durch einen Wurf des Balles in den Rücken von Phillips nach Schlußpfiff rächte, knappe 50cm vor den Augen des Referees.

Am Sonntag gibt es dann noch um 17h ManU gegen Newcastle, Eins gegen Sechs.

Serie A AC Parma – Inter Milan, Sa. 20h30

Sofern kein Gerichtsvollzieher diese Partie verhindern wird, stellt es das Bemühen von Parma dar, Anschluß an die Championsleague-Plätze und Inter zu finden, während Inter versucht Anschluß an den Spitzenreiter AS Roma zu finden. So richtig gerne verlieren möchte da keiner.

Coaches, wer hat noch nicht, wer will noch einen?

Wieder einige Neuigkeiten in Sachen NFL-Coaches.

Die Arizona Cardinals haben Dennis Green verpflichtet. Der dicke Schwarze brachte einst die Minnesota Vikings mit schöner Regelmäßigkeit in die Playoffs, WR Randy Moss und QB Daunte Culpepper gelten als seine Entdeckungen.

Mich hat es schon erstaunt. Wieso tut sich ein gemachter Mann wie Dennis Green so etwas an: in die Football-Pampa abzuwandern, zu einem Club wo es nicht viel geld und nicht viel Begeisterung gibt, das vor sich dahin zu vegitieren scheint und darauf wartet bei nächstbester gelegenheit nach L.A. umzuziehen.

Aber vielleicht ist dass die Challenge für Green: aus wenig viel machen. Bereits bei den Vikings hat Green gezeigt dass er eine gute Nase für Talente hatte und darüber hinaus auch sehr gut mit jungen und schwierigen Leuten umgehen konnte, auch wenn letzteres ihm in Minnesota den Kopf gekostet hat, als einige Spieler außerhalb des Spielfeldes zu viel Radau machten, namentlich Randy Moss.

Die Atlanta Falcons haben als Nachfolger für Dan Reeves, den Defensive Coordinator der 49ers verpflichtet, Jim Mora, Sohn von Jim Mora (grauhaarige Coach-Eminenz bei den Saints und Colts). Eigentlich schienen die Falcons auf eine große Lösung mit dem nicht ganz billigen LSU-College-Coach Nick Saban aus zu sein. Aber dem ereilte gestern dann eine überraschende Absage.

Möglicherweise setzte sich die Ansicht durch, dass man nur irgendwas für die Defense braucht, um den Rest ‘vorne’ würde sich Michael Vick kümmern…

Ex-Raiders-Coach Jim Callahan ist bei den Nebraska Cornhuskers als Coach untergekommen. Ich bezweifle dass damit das Kapitel ‘Oakland’ vorrüber ist. Es werden immer noch Details ausgeplaudert, wie z.B. das Spieler nur mit Mühe davon abgehalten werden konnten, Callahan in der Kabine zu vermöbeln.

Auffällig bei den ganzen Neubesetzungen der Trainerposten: es gibt dieses Jahr ungewöhnlich wenig Neulinge. Das fehlgeschlagene Experiment ‘Spurrier’ läßt viele Teams vor einem College-Coach zurückschrecken. Einzig Nick Saban ist noch im Gespräch, z.B. in Chicago.

Es gibt auch recht wenig Assistenten die die Karriereleiter raufrutschen. Bis auf Jim Mora Fehlanzeige. Stattdessen tauchen Coughlin, Green und gar Gibbs wieder aus der Versenkung auf.

Sugar Bowl 03

LSU Tigers – Oklahoma Soomers 21:14

Die Tigers gewannen das semi-offizielle Finale der Computer-Rangliste BCS und damit gibt es erstmals seit Einführung der Computer-Rangliste wieder einen zweigeteilten Meister: LSU und USC.

Die Sugar Bowl blieb unter meinen Erwartungen, da beide mit ihren starken Defense die gegnerische Offense außer Tritt brachten. Beide QBs enttäuschten eher, wobei besonders der just mit der Heisman-Trophy ausgezeichnete Jason White von den Sooners, nicht wirklich karrierefördernden Football zeigte.

Auch die von mir erwarteten Blitze der LSU Tigers kamen nicht so massiv wie ich es mir vorgestellt hatte. Statt mit einem All-Out-Blitz nach dem anderen auf White loszugehen, agierte man vorsichtiger und vermied es das Backfield zu entblößen. Was aber das Defensive Backfield und die Linebackers der Tigers bei der Mann- und Zonendeckung zeigte, das war allerfeinstes.

Ein weiterer Mann hat mich beeindruckt: Tigers Runningback Justin Vincent, der eine Leichtfüßigkeit zeigte, die ich seit meinem All-Time-Lieblingsspieler Barry Sanders (Detroit Lions) nicht mehr gesehen habe.

Afrika-Cup auf EUROSPORT

Der diesjährige “Africa Nations Cup“, diesmal in Tunesien, wird von Ende Januar bis Mitte Februar auf EUROSPORT gezeigt. Leider zeigt sich die deutsche Version der EUROSPORT-Website nicht ganz so auskunftsfreudig wie die englische. Den Sendeplan findet man dort als Grafik hinterlegt.

Im Prinzip werden zwei Spiele täglich übertragen: 14h00 und 18h00 oder 19h00.

Es gibt im Cup eine ‘Killergruppe’: Gruppe D mit Marokko, Nigeria, Südafrika und Benin. Erste drei Mannschaften dürfen durchaus zum Favoritenkreis gezählt werden. Aus dieser Gruppe zeigt EUROSPORT:
Di, 27.1. 14h00 Nigeria – Marokko
Sa, 31.1. 14h00 Nigeria – Südafrika
Sa, 31.1. 18h00 Marokko – Benin
Mi, 4.2., 18h00 Marokko – Südafrika
Mi/Do, 0h00 Nigeria – Benin (75minütige Aufzeichnung)

Das Finale dann am 14.Februar, Samstag, um 15h00.

Der Afrika-Cup ist leider in den letzten Jahren etwas fade geworden, da die Spitzenteams “europäischer”, vulgo taktischer und mit angezogener Handbremse spielen. Das unbeschwerte Spiel vergangener Tage, à la Roger Milla und Konsorten, ist den Winnie Schäfers und Henri Michels dieser Welt zum Opfer gefallen. Merkwürdig, dass selbst das schlechte Abschneiden bei den letzten Weltmeisterschaften (wo nur Senegal, trotz inakzeptabler Spielweise, “erfolgreich” war) nicht zu einer Rückbesinnung auf alte afrikanische Tugenden führt.

Jetzt Premier League

Fast völlig übersehen: Jetzt direkt gibt es auf PREMIERE SPORT 1 Chelsea London – FC Liverpool. Wird ‘ne heisse Kiste, da beide gewinnen müssen. Chelsea um an Arsenal und ManU dran zu bleiben und Pool um den 4. Tabellenplatz (Champions-League-Quali) nicht aus dem Augen zu verlieren. Auch wäre es gut für ihren Trainer Gerard Houllier, der wieder mal kurz vor dem Rauswurf steht. Die Ansprüche sind dort halt etwas höher angesiedelt.

Nach Fassel kommt Coughlin

Die New York Giants melden die Verpflichtung von Tom Coughlin als Nachfolger von Jim Fassel als Giants-Headcoach.

Coughlin wurde nach der letzten Saison bei den Jacksonville Jaguars entlassen, die er seit Gründung der Franchise (95?) betreute. Anders als die zeitgleich gegründeten Carolina Panthers unter Don Capers, setzte er damals auf junge, hungrige Spieler und hielt sich damit länger oben, als die Panthers die nach dem ersten Einzug in die Playoffs schnell abstürzten.

Coughlin geniesst den Ruf ein eisenharter Coach zu sein, der wie kein zweiter auf Disziplin achtet. In Florida hat ihm das Genick gebrochen, dass er im Laufe der Jahre das Team immer strengeren Verhaltensregeln unterwarf, auch abseits des Footballfeldes oder Trainingsgelände, Strafen jenseits aller Verhältnismäßigkeit ausprach, und der Unwillen im Team immer größer und die Motivation immer geringer wurde.

Man darf gespannt sein, wie sich der spröde Coughlin in der Hauptstadt und dem Medienzentrum New York hält.

Sensation: Joe Gibbs kehrt zu den Redskins zurück!

Wie die Washington Post in diesen Minuten über den Ticker ausgibt, planen die Redskins die Rückkehr vom legendären Coach Joe Gibbs ! ! !

Es wurde gestern, lt. Insider-Infos der Post, bereits ein Vorvertrag abgeschlossen und die offizielle Erklärung soll im Laufe des heutigen Tages folgen.

(Bericht und Kommentar der Washington Post)

Joe Gibbs ist eine Football-Legende, trainierte die Redskins 12 Jahre lang und brachte sie vier Mal in die SuperBowl und holte drei Mal den Titel. nach dem letzten Titel, 1992, nahm er eine nun 11 Jahre währende Auszeit, in der er u.a. ein erfolgreiches Rennteam in der populären NASCAR-Serie aufbaute (u.a. mit Bobby Labonte und Tony Stewart).

Der 63jährige Gibbs würde sich damit in die Reihe der alten Haudegen einfügen, die in diesen Jahren wieder an die Seitenlinie zurückkehren: Dick Vermeil, 67Jahre (inkl. 14jährige Auszeit), Bill Parcells 62 Jahre.

Gibbs aoll angeblich schon dabei sein, einen Trainerstab zusammenzustellen, u.a. mit dem gerade bei den Bills entlassenen Greg Williams als Def.Coord.

Der Kick am Mittag

Häh. Eine Gedanke geht durch Deutschland und schlägt Wellen. Bundesliga-Spiele am Samstag mittag? Nur damit die Schlitzis teurere Fernsehrechte kaufen? (iehe z.B. Sport1-Meldung)

Hoh! Sage ich, erstmal langsam mit den Pferden. Zum einen kam dieser Gedanke von Werner Hackmann, der aus mir immer noch nicht nachvollziehbaren Gründen irgendwann als Liga-Präsident gewählt worden ist und dessen Visionen in der Regel bis zur nächsten Zigarettenpackung reichen. Mit anderen Worten: ob Hackmann etwas sagt, oder in China fällt Samstag mittags (deutscher Zeit) ein Sack Reis um, ist wurscht.

Auch deutet die Frequenz mit der derzeit die Liga solche Pläne wie Liga-PayTV, Freitagsspiele, Mittagsspiele abfeuert, auf strategische Planung mit der Präzision einer Schrotflinte hin: einfach mal Brainstormen und nach draussen Posaunen, irgendwas brauchbares wird schon dabei sein.

Mit anderen Worten: der Vorschlag ist so wie er dargebracht wurde, für Ablage P wie Papierkorb bestimmt.

Ich finde den Vorschlag trotzdem interessant.

Die Notwendigkeit einen solchen recht unorthodoxen Vorschlag anzubringen (die Engländer haben meines Wissens die Mittags-Spiele anfangs nicht wegen ballverliebte Chinesen gemacht, sondern um den Hools weniger Zeit zu geben zwischen Aufstehen und KickOff sich die Hucke vollzusaufen), deutet aber an wie sehr die Bundesliga wegen der finanziellen Situation die Pupe geht. Und ich frage mich, wer da neben dem BVB noch Dreck am Stecken hat. Schalke wäre m.E. ein weiterer heißer Kandidat. HSV? Hertha?

Der Mittagszeit-Vorschlag zeigt aber auf einen anderen wunden Punkt der Bundesliga: die suboptimale internationale Vermarktung der Bundesliga. Selbst in den Hochphasen eine Lizarazu gab es im französischen Fernsehen kaum Bundesliga-Spiele zu sehen, während man morgens, mittags und abends mit Ausschnitten von den heroischen Taten der Zidane, Desaillys, Trezeguets, Petits, Pires, Henrys oder Vieras aus Italien, Spanien oder England zugeschüttet wurde.

Nun ist aber ein Viera und der alltägliche italienische Kick nicht unbedingt einem Lizarazu oder dem durchschnittlichen Bayern-Spiel überlegen.

Man versuche Ausschnitte aus der Bundesliga in den Sportnachrichten von CNN, EUROSPORT oder BBC World zu sehen. Fehlanzeige, nada, nix. Maximal Standbilder. Man schaue sich die Sendeplände der US-Sportsender oder des internationalen ESPN-Kanals an. Bundesliga findet im Vergleich z.B. zum sehr offensiv auftretenden englischen Kick, nur zu Bruchteilen statt.

Angesichts der Gier die kommerzielle Fernsehsender auf Fußball haben, gibt es für mich nur einen Schluß: die Bundesliga hat jahrelang bei der Vermarktung gepennt, z.B. den Schub aus dem WM-Sieg 1990 nicht genutzt.

Kann es einem nicht egal sein, ob am deutschen Fußballwesen nun die Welt genest? Gegenfrage: Wieviele deutsche Spieler spielen im Ausland? Wieviele hochklassige deutsche Spieler? Wenn ich mir angucke was da sonst so an Spielern kreucht und fleucht, kann mir keiner erzählen dass es nur am Geld oder der Qualität liegt. Es ist auch eine Frage der Außendarstellung. Im Wettbewerb mit englischen Profis, sieht ein deutscher Profi im europäischen Ausland keine Schnitte, und wenn sein Verein in der zweiten UEFAcup-Runde rausfliegt, findet er erstmal ein dreiviertel Jahr im Fernsehen gar nicht mehr statt.

Die Qualität des deutschen Fußballs steht und fällt zwar nicht mit der Außendarstellung, aber es ist ein unterstützendes Element. Man muß ja schon Gott danken, dass sich die Liga ein gemeinsames Logo ausgedacht hat. Auch wenn es stark voin den US-Sportarten-Logos abgekupfert ist, so ist es immer noch besser als der schwarz-rot-goldene Strudel.

Mittagsfußball ist ein Vorschlag der derzeit weit über das Ziel hinausschießt, nicht zuletzt weil die Engländer diesen Markt inzwischen schon besetzt haben. Aber der von Uli Hoeneß vorgebrachte Vorschlag den LigaCup zu einer im Ausland ausgetragenen Veranstaltung zu machen, halte ich für eine Idee mit Augenmaß, etwas mit überschaubaren Aufwand, um einen Fuß in den asiatischen oder US-amerikanischen Markt zu bekommen. Auch hier: Vorbilder gibt es genug, Supercup-Spiel (war es Italien oder England?) die in den USA ausgetragen wurden (New York?).

Auch wenn nun Hoeneß dabei wieder das Kotzen kriegt: auch längere Tourneen der deutschen Nationalmannschaft wären eine solche Marketingmaßnahme, die indirekt Interesse und damit Geld in Bundesligataschen wandern lassen würde.

Nachschlag für den BVB

Freddie Röckenhaus und die SZ geben in Sachen Finanznot beim BVB noch ein Nachschlag.

Auf einer vor Weihnachten eilends einberufene Aufsichtsratssitzung des BVBs soll es gekracht haben. Die Zahlen sehen, lt. Insiderinformationen von Hr. Röckenhaus, nicht gut aus.

Einerseits nimmt der BVB bis Saisonende, je nach Bundesliga-Platzierung, noch max. 25 Mio EUR ein (Zuschauereinnahmen + TV-Gelder), anderseits stehen dem enorme Fixkosten gegenüber: 27mio EUR Gehälter, Stadionpacht 8mio EUR, Tilgung + Zinsen von Krediten 3,8mio EUR, Verwaltung 5mio EUR, Provision SportFive 1,4mio EUR

Röckenhaus’ Rechnung nach sollen bis zum Saisonende 20-25mio EUR fehlen.

So ungerne der Aufsichtsrat derzeit die inzwischen berühmte Schächter-Anleihe aufnehmen würde, kurzfristig könnte das vielleicht die einzige Überlebenschance für Borussia sein, so Röckenhaus. Dafür halst man sich 32-34mio EUR jährliche Rückzahlungen auf.

Laut Röckenhaus würde inzwischen auch die Spieler anfangen Terz zu machen, da bei einigen versprochene Sonderzahlungen noch nicht geflossen seien. Dies erhöht die Wechselbereitschaft, was dem Club aber gelegen kommt, da er den Kader kaum noch finanzieren kann und die Transfergelder gebrauchen könnte.

Röckenhaus scheint vor Weihnachten, den Reaktionen und lahmen Dementis von Meier und Niebaum nach zu urteilen, in ein Wespennest gestochen zu haben. Mir dünkt außerdem dass der Mann mit internen Infos aus dem Aufsichtsrat gefütter wird, weil da jemand Front gegen Niebaum und Meier machen will. Immer wieder tritt derzeit der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Winfried Materna in den Vordergrund.

SZ-Artikel/Dienstag-Ausgabe: Fieberhafte Suche nach Geldquellen
Kicker-Artikel, Thomas Hennecke: Der BVB am Tropf