Hans Mahr und die menschliche Größe

RTL-Informationsdirektor Hans Mahr, der bekanntlich mit einer lispelnden RTL-Mittagsjournal-Moderatorin liiert ist, in einem Interview zur Formkrise der Skispringer Hannawald und Schmitt:

Hannawald und Schmitt sind weiter Helden. Vielleicht haben sie dieses Jahr das Problem, dass sie Frauen gefunden haben.
(aus Netzeitung)

Tja, nicht jeder kann sich Frischfleisch von der Bestezungcouch holen.

Ansonsten zeigt sich der “Mahr-Hansi” (Intimfeind H.Schmidt) zufrieden mit der Vierschanzen-Tournier. Er ist so zufrieden, dass er nur noch klitzekleine Kleinigkeiten auf dem Zettel hat: Einführung eines Nachtspringens in Innsbruck, inkl. Baus von Scheinwerfer, Verlegung der Termine unter der Woche auf das Wochenende und Pflicht zur Teilnahme an der Qualifikation. Sonst nix. Fans mit Lila Eutern auf dem Kopf springen ja jetzt schon rum.

Preview Sugar Bowl: LSU Tigers – Oklahoma Sooners

Bei all den NFL-Playoffs, sollte man nicht das „Finale“ im College-Football übersehen, welches von PREMIERE ab 2h übertragen wird.

Wenn es nur einmal im Jahr in Deutschland College-Football zu sehen gibt, dann sollte man es sich ansehen. Das Flair ist völlig anders. Jugendlicher, begeisterter. Die Stadien gefüllt, die Zuschauer, meistens 200%-loyal hinter ihrem Team stehende Kommilitonen, veranstalten Spektakel, an jeder Ecke irgendeine Marching-Band die „ihr“ Team anfeuern.

Spielerisch gibt es mehr außergewöhnliche Spielzüge und wesentlich höhere Risikobereitschaft zu sehen.

Im Kurzabriß worum es geht: College-Football ist der Unterbau der NFL, wer hier sich gut präsentiert, hat einen Job in der NFL. Es gibt Zillionen von College-Mannschaften die regional in Ligen unterschiedlicher Güte organisiert sind, aber Spiele kreuz und quer durch die Ligen absolvieren. Um dieses Durcheinander zu organisieren, gab es Abstimmungen von Coaches und Reportern um in Rankings zu erstellen. Anhand der Rankings und Liga-Zugehörigkeiten werden am Saisonende zig “Bowls&”, also “Endspiele” veranstaltet. Anhand der Bowl-Ergebnisse und der Rankings wurden dann am Ende der Saison ein College-Meister gekürt.

Die zunehmende Kommerzialisierung des “Hochschul-Sports” hat es mit sich gebracht, dass man ein umstrittenes Computersystem (“BCS“) eingeführt hat, zur Bestimmung des Rankings und zur Besetzung eines Bowls mit dem Treffen der Nummer 1 gegen die Nummer 2 des Rankings, dieses Jahr eben der Sugar-Bowl.

Dieses BCS-System ist aber umstrittener denn je, da es bestimmte Teams benachteiligt und bestimmte Spielverläufe unberücksichtigt läßt. Folge: dieses Jahr darf sich USC als moralischer Sieger fühlen, wird im AP/Ranking bereits als College-Meister geführt, während BCS und das USA-Today/ESPN-Ranking den Gewinner des heutigen Sugar-Bowls zum Meister küren werden.

Das Spiel. Oklahoma verbaselte seine als sicher geglaubte Spitzenposition durch eine derbe 7:35-Klatsche am letzten Spieltag. LSU hat einen Lauf, legte recht dominante Siege vor und besitzt Heimvorteil.

Erwartet wird ein Low-Scoring-Game von zwei der besten College-Defense. Aber, college-typisch, beide Offenses besitzen Big-Play-Qualitäten. Die Sooners besitzen mit QB White den aktuellen Heisman-Trophy-Winner, also besten College-Spieler. Ein sehr fehlerloser, sicherer QB. Aber mit LSU kommt jetzt ein anderes Kaliber, eine komplizierte, bei jeder Gelegenheit blitzende Defense, der einen QB häufig ratlos hinterläßt, aus welcher Ecke des Spielfeldes denn nun dieser Blitz bei ihm eingeschlagen hat.

Vorschau Wildcards03: Indianapolis Colts – Denver Broncos

So, 22h30, CBS-Kommentatoren: Greg Gumbel, Phil Simms, Armen Keteyian

Wenn man so will, ist es ein Treffen der Loser. Die Colts haben seit Urzeiten kein Playoff-spiel gewonnen (1995) und in Indianapolis gar noch nie. Coach Tony Dungy steht zudem, ebenso wie Colts-QB Peyton Manning im Ruf die entscheidenden Spiele nicht gewinnen zu können, was Dungy letztendlich den Buccs-Job kostete und Manning wiederum bei den Colts-Fans immer in Kritik stehen lässt. Denver-Coach Shanahan hat wiederum seit Rücktritt von QB Elway selber noch nie ein Playoff-Spiel gewonnen.

Diese Saison haben die Colts es wirklich in der Hand diesen Ruf zu ändern. Nicht nur dass man sehr gut aufgelegt wirkte und eine recht stramme Offense produzierte. In meinen Augen noch wichtiger, der irre Monday-Night-Sieg in Tampa Bay, als man durch ein furioses 28:7 im letzten Viertel sich noch in die OT rettete und dann durch ein FG 38:35 gewann. Eine solche Wende ist atypisch für die eher phlegmatisch daher kommenden Dungy und die Colts.

Die Denver Broncos haben sich mehr in die Playoffs geschlichen, im Windschatten des Spektakels den die Chiefs veranstaltet haben. Leise und unauffällig legten sie zuletzt eine Serie von 5-1 Siegen hin (das unbedeutende Spiel in GB ausgeklammert), verbesserten sich vorallen in der Abwehr. Aber sie profitierten, ähnlich wie Dallas, von einem laschen Spielplan.

Der Reiz der Partie liegt darin, dass das Aufeinandertreffen vor zwei Wochen fortgesetzt wird. Damals haben die Colts in Indianapolis das Laufspiel der Broncos trotz eines verletzten RB Clinton Portis überhaupt nicht unter Kontrolle bekommen. Unterm Strich blieben 227yds durch RB Griffin, RB Anderson und QB Plummer. Man kontrollierte die Uhr, war 45 von 60 Minuten im Ballbesitz. Und RB Clinton Portis, dieses Jahr fast 1600yds erlaufend, kehrt in die Startformation zurück.

Und der Reiz der Partie liegt darin, dass beide Coaches „kopflastig“ sind (es dürfen wieder Wetten angenommen werden inwieweit die Kommentatoren erwähnen werden, dass Shanahan der Coach ist, der die ersten 15Spielzüge am besten im Voraus scripten kann) und ich nicht die Bohne Ahnung habe, was für Konsequenzen beide Coaches aus der Partie vor zwei Wochen ziehen werden.

Okay, Laufspiel der Broncos stoppen, selber eines etablieren, das ist banal. Nur wie wird Shanahan reagieren? Wird er verstärkt auf den manchmal unstet wirkenden QB Plummer setzen, der sich hinter einen starken OL wähnen kann? Oder wird er die volle Pracht seines Laufspieles setzen, die mit Plummer, Portis, Griffin und Anderson gleich vier Spieler hat, die jederzeit ein First-Down machen können? Das Laufspiel ist vielleicht wirklich der Schlüssel, denn die zwar schnelle, aber körperlich kleine Colts-Defense kann durch stetes Laufspiel erschöpft werden.

Umgekehrt die Colts. Sie haben gleich ein ganzes Arsenal an Pass-Empfänger: Harrison, Pollard, Wayne, Walters und James. Aber bei brenzligen Situationen reduziert sich das Pass-Spiel schnell auf ein berechenbares „Manning passt auf Harrison“.

Was wird gewinnen: die ausgewogenere Offense der Colts, oder die stärkere Defense der Broncos? Werden die Broncos bei einem Hiscoring-Game über 24 Punkte noch mithalten können?

Es ist ein total offenes Spiel. Mein Tipp, aus dem Bauch heraus und wegen meiner Sympathien für Dungy: Indy mit sechs Punkten vorne.

Vorschau Wildcards03: Green Bay Packers – Seattle Seahawks

So, 19h, FOX-Kommentatoren: Joe Buck, Troy Aikman, Cris Collinsworth, Pam Oliver

Hallo, Hollywood, welches Drehbuch hätten Sie gerne? Das vom Coach der an einstiger Wirkungsstätte zurückkehrt, wo er ein Provinzteam zur alter Größe führte und in den Superbowl führte? Oder die QB-Legende, dessen Vater, Entdecker un Trainer kurz vor dem letzten Saisonspiel verstarb, und der nun seinen vermutlich vorletzten Anlauf nimmt um noch einmal den SuperBowl zu holen? Nehmen wir doch beide.

Klassischer Ort um im Januar in die Playoffs zu gehen: Green Bay, das Provinzstädtchen nördlich von Chicago. Jedem Football-Freund geht das Herz auf, wenn er das liest: zu erwartende Temperaturen: minus zehn Grad, Schneefälle für den heutigen Tag vorausgesagt. Freunde, so und nicht anders muss Football sein!

Zum Spiel selber. Es ist die große Wiederkehr. Seahawks-Coach Holmgren kehrt an den Ort seiner größten Erfolge zurück und Seahawks-QB Matt Hasselbeck war einst unter Favre Ersatz-QB. Holmgren wiederum tradete den in Seattle zum Fumbler abgestempelten Ahman Green zu den Packers.

Anders als die gestrigen Spiele, werden wir es mit einer von der Offense geprägten Partie zu tun haben, den beide Defense-Formationen zählen zu den mäßigeren, die Pass-Abwehr gar zu den schlechtesten der Liga. Es steht also zu erwarten dass heute ein gepflegter Ball durch die Luft geworfen wird, zumal beide QBs, Hasselbeck und Favre in den letzten Wochen ansteigende Form bewiesen. Favre wurde zum Offense-Spieler des Dezembers ernannt, sicherlich nicht nur aus einem „Trändendrüsen-Bonus“ heraus.

Überhaupt: beide Mannschaften sind ähnlich gepolt. Man hat ein gutes bis exzellentes Laufspiel (Ahman Green/GB und Shaun Alexander/SEA), aber auch zwei QBs die jederzeit unglaubliche Pässe anbringen können um dann im nächsten Moment zu viel zu wollen, in Triple-Deckung werfen und den Ball heruntergepflückt bekommen. Daher meine Prognose: Turnovers werden die Partie entscheiden. Wenn Favre wieder einen dieser Tage hat, in den er sich selbst immer tiefer in den Schlamassel zieht und ein Feuerwerk an Interceptions wirft, gibt es nichts auf dieser Welt was eine Niederlage der Packers aufhalten könnte.

Die Seahawks-Defense ist aggressiver als die der Packers, arbeitet mit mehr Blitzen. Aber umgekehrt ist Favre sehr gut dadrauf eingestellt (19 Sacks). Ist äußerst agil und hat viele Anspielstationen um mit Screens über oder um die Blitzer herum zu passen.

Der Packers-Pass-Rush ist recht zahnlos, aber die Offenseline der Seahawks ist ungleich schwächer, Hasselbeck hat 42 Sacks dieses Jahr eingefangen.

Mein Augenmerk richtet sich daher auf das Spiel der QBs. Wie passen sie, wie werden sie mit dem Pass-Rush fertig, was für eine Protection bekommen sie von der OL zur Verfügung, als wie fangsicher erweisen sich die Passempfänger, insbesondere angesichts des kalten Wetters (klamme Finger, harter Ball).

Der Pass-Rush der Seahawks ist recht ausgewogen, die der Packers konzentriert sich auf DE #94 Kabeer Gbaja-Biamila der ein Drittel aller Packers-Sacks verantwortet.

Mein Tipp: Packers 14 Punkte-Sieg.

Arthur Grigorian unterliegt Freitas

Wiewohl ein Kämpfer aus dem Universum-Boxstall und dochaus hochrangig, scheint sich keine Fernsehanstalt, weder der Universum-Haussender ZDF, noch die Bastion für US-Boxen PREMIERE, erbarmt zu haben, den Kampf zu übertragen (entgegen der Angabe der SZ, scheint PREMIERE den Kampf nicht übertragen zu haben, zumindest keine Spur im EPG oder PREMIERE-Website). Zur Verteidung der Fernsehanstalten muss gesagt werden, und das hat die SZ übersehen, dass der Kampf nicht von Universum promotet wurde, sondern von der eher kleinen Banner Promotions, die abgesehen von Freitas keinen absoluten Spitzenboxer haben.

Grigorian, 36 Jahre, ist seit 1996 WBO-Weltmeister im Leichtgewicht gewesen und flog für seinen quasi letzten Fight zum KO-Monster Acelino Freitas (35 Kämpfe, 31 KOs).

Grigorian, in neutralen Ranglisten immerhin an Nummer vier geführt, hatte keine Chance. Er unterlag deutlichst nach Punkten (115-108, 116-107, 116-107, also gewann max. 4 von 12 Runden) und ging viermal zu Boden (wobei drei “Niederschläge” umstritten waren: Ausrutscher, Schubser etc…)

Vorschau Wildcards03: Carolina Panthers – Dallas Cowboys

Sa/So, 2h00, ABC-Kommentatoren: Al Michaels, John Madden, Lisa Guerrero

Die schnellste Methode eine Franchise wieder nach oben zu bringen, ist das Basteln einer Defense. Genau dieser Mittel bedient sich seit 2 Jahren Panthers-Coach John Fox und seit dieser Saison Coach-Legende Bill Parcells. Insbesondere vom letzteren hätte niemand erwartet, dass er die darniederliegenden Dallas-Franchise binnen einer Saison wieder in die Playoffs bringt.

Und Parcells hat das Rezept in Reinkultur umgesetzt: die Cowboys besitzen die statistisch beste Defense aber nur eine mittelmässige Offense. Allerdings darf die Statistik durchaus in Frage gestellt werden, profitierten doch die Cowboys von einem sehr leichten Spielplan. Die einzigen Playoff-Kandidaten die man schlagen konnte, waren die Eagles in Woche 5 und just die Panther in Woche 11 (24:20).

In dieser Partie profitierten die Cowboys von einer soliden Offense (QB Carter warf, selten genug, 254yds und machte 2TDs und nur eine INT) und der Rest war In-Schach-Halten von Panther-RB Stephen Davis (59yds/26 Versuche) und Unter-Druck-setzen von Panthers-QB Jake Delhomme (nur 37% Completion-rate). Ansonsten haben sich beide Mannschaften in dieser Partie nahezu vollständig neutralisiert.

Das ist vermutlich ein Fingerzeig für die zu erwartende Partie, von der ich fürchte, dass sie recht langweilig werden wird. Beide Offenses sind zu schwach
um die Defenses wirklich testen zu können. Es gibt auf dem ganzen Feld nur einen Mann, den man als Offensiv-Waffe bezeichnen kann: Panthers-RB Stephen Davis. 1444yds erlief er in der Saison und ihm allein ist zu verdanken, dass man die Panther-Offense noch als mittelmäßig bezeichnen kann.

Seine leistung wird auch vom Paßspiel Delhommes abhängen. Wirft Delhomme nicht erfolgreich, können es sich die Cowboys leisten ihre beiden Safeties (Williams, Woodson) für den Pass-Rush oder als Run-Stopper einzusetzen.

Alles andere Offensive auf beiden Seiten, wird heute nach dem Motto spielen: “Nur keinen Bolzen bauen”. Panthers-QB Delhomme fumblet gern und viel, Cowboys-QB Carter wirft mehr Interceptions als TDs und leidet an einer schwächelnden Offense-Line die fast 40 Sacks zugelassen hat und “sacken”, das können sie die Panther (#93 DE Mike Rucker), deren Schlüsselspieler in der Abwehr (Rucker und Terry Cousin) allerdings mit Knieproblemen ins Spiel gehen.

Es ist die ausgeglichensten Partie, bei der ich das Spielermaterial der Panthers für besser halte, aber an das Karnickel glaube, welches Parcells pünktlich zum Spiel aus dem Hut zaubern wird.

Dallas drei Punkte vor.

Vorschau Wildcards03: Baltimore Ravens – Tennessee Titans

Sa, 22h30, ABC-Kommentatoren: Mike Patrick, Joe Theismann, Paul Maguire, Suzy Kolber (das ESPN Sunday-Night-Team)

Ich erwarte ein Low-Scoring-Game zweier knallharte Defenses, dass vorallen in einem Abtausch von Punts und Field-Goals bestehen wird. Die Sorte von Spiel in der der kleinste Fehler, oder das kleinste Manöver der Special-Teams enorme Auswirkung haben kann, in der um jeden Yard Feldposition gekämpft wird.

Die Statistiken, meine Damen und Herren:
Tennessee: Exzellentes Pass-Spiel (5te in der NFL) trifft auf exzellente Pass-Abwehr (4te)
Baltimore: Bestes NFL-Laufspiel trifft auf beste NFL-Laufabwehr. Schlechtestes Pass-Spiel der NFL trifft auf sehr schlechte Pass-Abwehr.

Die Schlüsselfiguren der Partie sind schnell ausgemacht. Die Defense der Baltimore Ravens steht und fällt mit ihrem “Anführer” LB Ray Lewis, gerade erst zum NFL-Defense-Spieler des Jahres gekürt. Lewis steht im wahrsten Sinne des Wortes in zentraler Position, ist agil und stämmig genug um sowohl gegen das Lauf-Spiel und Pass-Spiel zu spielen.

Ich bin gespannt wie die Ravens gegen Titans-QB Steve McNair spielen werden. McNair ist ein sehr lauffreudiger QB der z.B. 4 TDs schon selber erlaufen hat. Defenses reagieren auf solche Spieler manchmal indem sie einen “Falcon” abstellen, einen Linebacker auf einer Art Manndeckung stellen. McNair unter besonderen Druck zu stellen, harten Hits auszusetzen, macht Sinn. McNair ist zwar gerade zum Co-MVP des Jahres erwählt worden, aber schleppt permanent eine Reihe von Zipperlein mit sich herum. Zudem ist er fumblefreudig, 12 Stück in diesem Jahr. Aber er steht hinter einer guten Offen-Line die wenig Sacks zulässt.

Auf das Laufspiel werden die Titans sich kaum verlassen können. RB Eddie George dient noch zur Entlastung, aber mit einem Laufschnitt von 3.3yds pro Spielzug, kann George von alleine keine Drives am Leben erhalten. Das sieht man bereits an der Auswahl der Spielzüge, die sehr pass-lastig ist (bei 1st Downs: 3:1-Verhältnis) Es wird umso mehr auf die Pässe von McNair ankommen, der in dieser Saison ein QB-Rating von famosen 100.4 hat.

Die Offense der Ravens besteht aus einem Mann: RB Jamal Lewis, der diese Saison die zweitmeisten Yards der NFL-Geschichte erlief. Für den Rest der Offense gilt es nur: Fehler vermeiden.

Baltimore wird versuchen jeden müden Punkt, und sei es aus Fieldgoals, mitzunehmen und, ähnlich wie einst beim SuperBowl-Gewinn 2000, sich mit seiner Defense schmarotzenderweise von den Fehlern des Gegner zu bedienen. Die Aufgabe Nr. 1 für die Titans, ist das stoppen von RB Lewis. Hier obliegt es der Defenseline die Ausbrüche nach außen zu vermeiden.

Mein Tipp: Titans gewinnen mit 6 Punkten.

Wildcard-Playoff 2003 Vorschau

An diesem Wochenende steht die erste Playoff-Runde der NFL an, die sog. Wildcard-Playoffs.

Playoff-Prozedere, in Schnellfassung für Nicht-Eingeweihte: Die NFL besteht aus historischen Gründen aus zwei Ligen (AFC, NFC) mit je 16 Mannschaften. Diese “Conferences” bestreiten zwar im Laufe der Saison auch sog. “Interconference-Spiele” gegeneinander, aber ab den Playoffs laufen diese Ligen getrennt voneinander, ehe der AFC-Meister und der NFC-Meister in der SuperBowl den Meister der Meister unter sich ausmachen.

Für die Playoffs qualifizieren sich je 6 Mannschaften: die 4 Divisions-Meister und die 2 bestplazierten Mannschaften (“Wildcards“) dahinter. Es wird gemäß der Anzahl der Siege eine Setzliste erstellt, auf den ersten 4 Plätzen die Champions und auf den Plätzen 5 und 6 die Wildcard-Teams.

Die Playoff-Paarungen ergeben sich aus der Setzliste. In der ersten Runde (“Wildcard-Playoffs“) haben Platz 1 und 2 spielfrei. Platz 3 und 4 haben Heimvorteil und treten gegen Platz 6 bzw. 5 an. Ein Spiel, notfalls mit Verlängerung bis zum Abwinken, entscheidet. In Runde zwei (“Divisional Playoffs“) bekommt Platz eins den schwächsten Gegner und Platz zwei den anderen Gegner zugewiesen.

Spiele

Baltimore Ravens (AFC-4) – Tennessee Titans (AFC-5)
Carolina Panthers (NFC-3) – Dallas Cowboys (NFC-6)
Green Bay Packers (NFC-4) – Seattle Seahawks (NFC-5)
Indianapolis Colts (AFC-3) – Denver Broncos (AFC-6)

Spielfrei: New England (AFC-1), Kansas City (AFC-2) — Philadelphia (NFC-1), St.Louis (NFC-2)

Vorschau

Es ist angerichtet für spannende Playoffs, denn abgesehen von der Partie in Green Bay, geht keine der Mannschaften wirklich als Favorit in die Spiele, wie auch die Wettquoten zeigen. Auffällig ist die eher defensive Ausrichtung der meisten Teams, bei dem allenfalls den Colts nachgesagt werden kann, dass diese vorne ein Fass aufmachen könnten.

Und noch etwas ist auffällig: es sind diesmal viele unerfahrene Teams dabei, mit mitunter blutjungen QBs, bzw. QBs ohne Playoff-Erfahrung. In der Wildcard-Runde z.B. Kyle Boller/BAL, Jake Delhomme/CAR, Quincy Carter/DAL, Matt Hasselbeck/SEA und Jake Plummer/DEN. Und fast jedes Team verfügt über ein Ausnahme-Laufspiel. Jamal Lewis/BAL, Eddie George + Steve McNair/TEN, Stephen Davis/CAR, Ahman Green/GB, Shaun Alexander/SEA, Edgerrin James/IND, Clinton Portis/DEN

Es ist daher zu erwarten dass die meisten Teams eher konserativ anfangen werden (Läufe, kurze Pässe), die Etablierung des Laufspiels und “Turnovers” spielentscheidend sein werden.

Meine Favoriten sind die Titans, Cowboys und Packers aufgrund ihrer größeren Erfahrung insbesondere des Trainerstabes. Und schließlich die Indianapolis Colts weil sie über die AFC-Offense mit dem kräftigsten Strahl verfügt.

Mehr zu den einzelnen Spielen im Laufe des Wochenende, vermutlich auch mit mehreren Updates während der Spiele.

Die ersten 04er-Tage im TV

Auch wenn es Detlef schon teilweise abgefrühstückt hat: weil in den nächsten Tage diverse Live-Übertragungen außerhalb der normalen Sendezeiten anstehen, hier ein Überblick auf die Highlights, wobei ich mir einmal mehr die diversen Weltcups der Wintersportarten geschenkt habe, ich mich aber nicht entblödete Hallenfußball mit reinzunehmen. Aber auch nur um die Liste nicht so PREMIERE-lastig zu machen.

Die Highlights in Worten: Glasgow-Derby am Samstag, FA-Cup am Samstag und Sonntag, NHL zur besten Sendezeit heute abend, NBA zur besten Sendezeit am Samstag, NFL-Playoffs am Wochenende, College-Football-“Finale” in der Nacht von Sonntag auf Montag.

Donnerstag, 1.Januar

NHL Nashville – Pittsburgh (Do, 21h05, PREMIERE)
WM-Finale 1974 Deutschland – Niederlande (Do/Fr, 2h00 – 3h45, WDR)

Samstag, 3.Januar

FA-Cup Watford – Chelsea (Sa, 13h25 – 15h20, DSF)
Schottland Celtic – Rangers (Sa, 13h25 – 15h20, PREMIERE)
Hallenfußball-Turnier Nürnberg (Sa, 15h20-20h15, DSF)
NBA San Antonio – Philadelphia (Sa, 19h30, PREMIERE)
NFL-Wildcard-Playoffs Baltimore Ravens – Tennessee Titans (Sa, 22h30, PREMIERE)
NHL Detroit – Anaheim (Sa/So, 1h35, PREMIERE)
NFL-Wildcard-Playoffs Carolina Panthers – Dallas Cowboys (Sa/So, 2h00, PREMIERE)

Sonntag, 4.Januar

FA-Cup Aston Villa – ManU (So, 13h25 – 15h20, DSF)
Hallenfußball-Turnier Bielefeld (So, 15h20-20h15, DSF)
NFL-Wildcard-Playoffs Green Bay Packers – Seattle Seahawks (So, 19h00, PREMIERE)
NFL-Wildcard-Playoffs Indianapolis Colts – Denver Broncos (So, 22h30, PREMIERE)
College-Football Sugar-Bowl LSU Tigers – Oklahoma Sooners (So/Mo, 2h00, PREMIERE)

Montag, 5.Januar

Hallenfußball-Turnier Oldenburg (Mo, 17h15-22h45, DSF)

Dienstag, 6.Januar

Serie A AS Roma – Milan (Di, 20h25, PREMIERE)
NBA Minnesota – LA Lakers (Di/Mi, 2h00, PREMIERE)

Mittwoch, 7.Januar

Premiere-League Chelsea – Liverpool (Mi, 20h55, PREMIERE)
NHL Minnesota – Chicago (Mi/Do, 2h05, PREMIERE)

Ultimate Fighting

Mit Sylvester hat PREMIERE eine neue Kampfsportart ins Programm aufgenommen: Ultimate Fighting, jener Sport der vor Jahren in den hiesigen Medien für Furore gesorgt hat, weil “alles” erlaubt war.

Zwar ist nicht wirklich alles erlaubt, aber hinreichend vieles um zu sagen, das “fast” alles erlaubt ist. Und im Gegensatz zum Wrestling ist es ernst gemeint.

Ist so etwas noch Sport? PREMIERE scheint sich nicht sicher zu sein und hat als Kommentatoren Tobias Drews vom Boxen und ein “Christian Koop” abgestellt, der von seiner aufgeregten Tonalität eher beim Wrestling beheimatet zu sein scheint.

Tobias Drews ist der derzeit beste Box-Kommentator, aber sich leider für nichts zu schade, inklusive Promi-Boxen auf RTL. Wahrscheinlich hat Drews in den USA hinreichend viel UFC-Veranstaltungen gesehen, finden sie doch dort in den renomierten Box-Arenen wie dem “Mandelay Bay” oder MGM von Las Vegas statt. Aber an seiner ganzen Kommentierung merkt man, dass er nicht wirklich in dieser Sportart zu Hause ist. Mehr als Platitüden und Allgemeinplätze der Güteklasse “Jetzt schlägt seine Stunde” kommen nicht heraus.

Ist so etwas noch Sport? Ich weiß es nicht. Aber ich habe ein tiefes Unbehagen und werde es mir wahrscheinlich nicht weiter ansehen.

Ist es nicht die konsequente Weiterführung von Boxen?

Ja, aber irgendwo hat alles seine Grenzen und so kann man “Krieg” auch nicht als “konsequente Weiterführung einer Schlägerei” verargumentieren.

Das Ziel beim Boxen, und das wird vielfach unterschlagen, ist nicht der K.O.-Schlag, sondern der Sieg, der meistens nicht per K.O. sondern Punkturteil geschieht. Das Ziel ist es Treffer zu setzen. Die Limitierung des Kampfes auf Fausteinsatz, zudem mit Handschuhen und eingeschränkt erlaubtem Trefferbereich, schaffen die Rahmenbedingungen aus denen Box ein Sport mit Athletik, Technik und Taktik wird.

Zwar gibt es auch beim Ultimate Fighting den Sieg durch Kampfrichter-Urteil. Aber die Aufhebung nahezu sämtlicher Beschränkungen lassen meistens nur ein Ende zu: K.O. oder die Aufgabe. Ist eine Disziplin in der es ausschließlich darum geht seinem Gegner Schmerzen oder körperliche Schäden zuzufügen noch Sport?

Seit heute weiß ich: Nein.