Nun auch Callahan

Am Mittwoch wurde Raiders-Coach Bill Callahan offziell entlassen. Die Verzögerung geschah mit Rücksicht auf Callahans Sohn, der am Dienstag Abend noch ein Spiel in einer College-Bowl zu absolvieren hatte.

Unterdessen sind nun einige Leute aufgetreten, die Callahan nicht als Alleinschuldigen ausgemacht haben, u.a. QB Rich Gannon.

Trotzdem verhehlte auch Gannon nicht seine kritische Einschätzung z.B. von OffCoord. Marc Trestman.

Nicht uninteressant, denn dass ist nun das zweite Team bei dem Trestman wegen der Auswahl seiner Spielzüge unter Beschuß kommt (davor bei den 49ers).

An anderer Front, falls ich es nicht irgendwo schon geschrieben habe, hat Mike Tyce Rückendeckung von Vikings-Owner McCombs bekommen und darf noch ein Jahr bleiben.

Aber mit Sicherheit wird Tyces Leistung kritisch beäugt werden, denn der Mann hat sich in seiner Trainer-Karriere schon einige “Fumbles” geleistet. Angefangen von mangelhaftem Playclock- und Two-Minute-Drill-Management in der ersten Saison, über den Riesenbock bei der Draft, als man einen Pick verlor weil man ihn nicht rechtzeitig nach New York durchtelefonierte und nun vergeigt man einen 6-0-Start u.a. durch Niederlagen gegen Arizona, San Diego, Oakland und Chicago.

Spurrier: Und er geht doch

Nun ist es offiziell was seit Sonntag gemunkelt wird: Steve Spurrier, Headcoach der Washington Redskins hat den Brocken hingeschmissen und ist zurückgetreten.

All die blutigen Details gibt es in einem exzellenten, detaillierten Artikel von Les Pasquarelli bei ESPN.

Kurzfassung: der amibitionierte College-Coach Spurrier ist bei der Implementierung seiner Vorstellung von Offense im Profibereich gescheitert, hat mit seinem jungen Assistentenstab das Team nicht im Griff gehabt (Disziplin) und wusste am Ende der Saison nicht mehr weiter.

Dies alles wirkt aber wie ein kleiner Fliegenfurz zu dem Drama was sich in Oakland abzuzeichnen pflegt. Laut ESPN hat am Montag der altgediente WR-Kämpe Tim Brown noch mal richtig ein paar Scheitel nachgelegt und verbal Headcoach Bill Callahan schlichtweg atomisiert.

Wenn das alles stimmt was Tim Brown erzählt, und Herr Brown hielt Herrn Callahan noch bis weit in die Saison hinein nach außen hin die Stange, dann dürfte Bill Callahan bis an sein Lebensende kein Football-Coach mehr werden. Demnach hätte er seit Saisonbeginn auf nichts anderen hingearbeitet als seiner Entlassung zu Saisonende. Mit schöner Regelmäßigkeit hat er die eigenen Mannschaft auseinandergenommen, inkl. Halbzeitansprache der Güteklasse “Wie? Ihr habt immer noch keinen Ball verloren?

Britannien im Januar

Bevor es vergessen wird; schon mal eine kleine Vorschau auf das kommende Wochenende: Das DSF übertragt 2 Spiele des traditionsreichen englischen FA-Cups live: Am Samstag, 03.01., 13:25 Uhr FC Watford – FC Chelsea und am Sonntag, 04.01.03, 13:25 Uhr Aston Villa – Manchester United. All die Primera-Devision-Geschädigten hoffen auf gültige Verträge des DSFs mit der FA.

Das Spiel am Samstag beisst sich leider mit dem “Old Firm Derby” zwischen den Celtic Glasgow und den Glasgow Rangers, welches ebenfalls ab 13:25 Uhr auf Premiere Sport 1 live gezeigt wird. Da hilft dann wohl nur der Videorekorder oder die Wiederholungen.

Weitere Live-Spiele aus England auf Premiere in den nächsten Wochen:
07.01.04, 20:55 Uhr, Chelsea FC – FC Liverpool
10.01.04, 15:55 Uhr, Arsenal London – FC Middlesbrough
11.01.04, 17:00 Uhr, Manchester United – Newcastle United
17.01.04, 15:55 Uhr, Tottenham Hotspur – FC Liverpool

McLaren-Überraschung im Detail

Die BBC meldet heute wenig überraschendes: Den Platz für den 2005 zum McLaren-Team Juan Pablo Montoya muss David Coulthard räumen. Im Falle von Raikkönen wird McLaren eine Option ziehen, die den Vertrag um ein Jahr verlängert.

Die eigentliche Überraschung liegt in der Information dass Montoya den McLaren-Vertrag schon im Juli 2003 unterschrieben hat. Erste Gerüchte sind seinerzeit erst im Herbst aufgekommen.

Basketball-Artestik

Heute nacht (Di/Mi) um 2h30 (PREMIERE) Dallas Mavericks – Milwaukee Bucks.

Die Mavs haben nach ihrem Sieg in Sacramento noch einen knappen Sieg gegen Memphis (104:98) draufgelegt und können nun in eigener Halle gegen die Milwaukee Bucks daraus eine Serie machen. Ein Fragezeichen immer noch hinter Shawn Bradley, der nach einer Verletzungspause von sieben Spielen heute abend vielleicht wieder spielen wird. Najera wird hingegen definitiv ausfallen.

Die Bucks sind nicht zu unterschätzen, auch wenn sie mit .500 im Mittelfeld der Eastern Conference herumplätschern. Vor der Niederlage gegen San Antonio hat man immerhin drei Heimsiege in Folge gegen New Jersey, Detroit und Indiana hingelegt. Aber ähnliches Problem wie bei den Mavs: auswärts spielt man eine Größenordnung schwächer (10-4 vs. 5-11).

Schlüsselspieler der Bucks: TJ Ford führt die Rookie-Statistik in Assists an, ist sehr quick, ein Wirbler Marke Steve Nash, hat aber noch an seiner Wurfquote (34%) zu arbeiten.

Michael Redd macht Punkte ohne Ende (derzeit 21 pro Spiel), dahinter fällt es aber dann mit der Punkteausbeute stark ab. Und dann gibt es noch einen alten bekannten: Toni Kukoc

Beide Teams arbeiten mit vielen Assists, wenig Turnovers und sind keine sehr physische Mannschaften. Milwaukee fehlen ansonsten die statistischen Ausreißer nach oben, aber auch nach unten, vulgo: eine sehr ausgeglichene Mannschaft.

Nächste NBA-Übertragung auf PREMIERE: am Samstag um 19h30(!) Spurs – 76ers

Und: nein, ich habe nicht bereits von der sylversterlichen Frucht-Bowle genascht. Der Titel ist ein Wortspiel das auf Ron Artest von den Indiana Pacers Bezug nimmt.

Die Pacers haben ja unter Präsident Larry Bird Coach Isiah Thomas entlassen und dafür den just freigewordenen Defense-Spezialisten Rick Carlisle geholt. Ein Mann der Disziplin mit großem “D” schreibt. Was Artest nicht schmeckt. Artest muckt nun verschiedlich auf, wehrt sich gegen die vom Coach in einer Zwangsjacke von aufgezeichneten Spielzügen gesteckte Offense.

Beide sind im Laufe der letzten Tagen desöfteren aneinandergerasselt, worauf hin Artest sich “Verletzungsauszeiten” nahm. Artest büßte mit Bankdrückerei, woraufhin er ankündigte am Montags-Spiel gegen die Grizzlies wg. “Rückenproblemen” nicht teilnehmen zu können.

Es gab dann ein “Männergespräch” zwischen Artest, Carlisle, Bird und CEO Walsh. Und, oh Wunder, Artest erschien und wurde kurz vor Ende des ersten Viertels auch eingesetzt.

Man wird sehen ob es sich nur um ein “isolated incident” oder tickende Zeitbombe handelt…

Weißer Thriller

Es ist putzig mit anzusehen, was passiert wenn über einer betulichen Sportart, die nördlich der Donau allenfalls im Rahmen von Neujahrs-Wiederbelebungsversuchen bekannt wurde, die Privatfernsehen-Horde und anfängt mit Geldscheinen um sich zu werfen.

Spätestens als der Mahr-Hansi verlauten ließ, man würde den Charakter des Skispringens nicht ändern wollen, hätten beim DSV alle Alarmsirenen schrillen müssen.

Jetzt, nach 4-5 Jahren RTL, hat selbst die Langweiler-Sportart “Skispringen” alle Attribute von “richtigen” kommerziellen Sportarten wie Boxen, Formel 1 oder Fußball. Siebzigtausend Kameras, aus jeder Körperöffnung quillende Werbung, jedes Jahr einen neuen Modus der den Thrill erhöhen soll, Trainer die nach einem ersten mäßigen Resultat sofort ins Kreuzfeuer selbst arrivierter Magazine und Zeitungen geraten und schließlich jedes Jahr einen neuen Star der nach den Prinzipien des Durchlauferhitzers in höchsten Höhen gehypt wird, eher er nach sechs Monaten ausgespuckt und ausgekaut sich wieder auf dem Boden wiederfindet. Nach Schmidt und Hannawald, nun also “Uhri” wie der ARD-Radioreporter bereits schleimerisch-anbiedernd in die Ätherwellen einwarf.

In nur vier Jahren hat also RTL eine ganze Sportart umgekrempelt. What’s next? Hallenhalma?

Ab jetzt: Playoffs

Die Setzliste der Playoffs wurde am Sonntag doch noch massikv durcheinander gewirbelt.

Dallas rutschte nach der Niederlage gegen New Orleans runter auf Platz 6. Die St.Louis Rams mussten nach der peinlichen Niederlage in Detroit die Eagles vorbei lassen, die nun das NFC-feld auf Platz 1 anführen.

Eine Aufholjagd mit 17 Punkten im 4ten Viertel zum 20:17 in Houston, beließ die Indianapolis Colts doch noch auf ihrem 3ten Platz. Tennessee musste also mit dem besten Wildcard-Platz vorlieb nehmen.

Die Cincinnati Bengals verloren bereits vor dem Sunday Night Game der Ravens gegen die Steelers, durch eine Heimniederlage gegen die Browns jegliche Chance auf Playoffs.

Den Klops des Tages leisteten sich aber die Minnesota Vikings die beim schwächsten Team der Liga vier Sekunden vor Schluß sich einen 28yd-TD-Pass einfingen. Da zeitgleich Green Bay und ein dicht am Wasser gebauter Favre ihre Partie gegen die Ersatzmannschaft der Broncos gewannen, gewannen die Packers die Division und Platz 4, und die Vikings Spott und Häme.

Ein letztes Wort zu den Denver Broncos für die es gestern um nichts ging. Coach Shanahan ließ massenweise Ersatzleute auflaufen und betrieb damit gegenüber den Vikings Wettbewerbsverzerrung. Ich bin gespannt wie die Geschichte nächste Woche ausgeht, denn ich entsinne mich dass Shanahan vor Jahren dies schon einmal gemacht hat, um dann mit einem “kalten Team” in der ersten Playoff-Runde sang- und klanglos zuhause rauszufliegen (war das gegen Jacksonville?). Diese von Shanahan mutwillig herbeigeführte “Rythmus-Unterbrechung” des Teams wurde damals viel diskutiert.

Playoff-Ranking

AFC
1/New England Patriots
2/Kansas City Chiefs
3/Indianapolis Colts
4/Baltimore Ravens
5/Tennessee Titans
6/Denver Broncos

NFC
1/Philadelphia Eagles
2/St.Louis Rams
3/Carolina Panthers
4/Green Bay Packers
5/Seattle Seahawks
6/Dallas Cowboys

Wildcard-Playoffs

Samstag
Baltimore – Tennessee, 22h30
Carolina – Dallas, 2h
Sonntag
Green Bay – Seattle, 19h
Indianapolis – Denver, 22h30

Bis auf das Spiel das die Rückkehr von Mike Holmgren an alter Wirkungsstätte sieht, sind das alles sehr enge Partien.

Ich tippe auf Tennessee, Dallas, Green Bay und Indianapolis. Meine Favoriten für die SuperBowl: New England vs. Philadelphia.

Mehr im Laufe der Woche.

3:3:3

Der Scharfrichter wartete gleich hinter der Ecke. Die Mannschaftskabine dünstet noch Männerschweiß und Testeron aus, da sind die Entlassungspapiere schon ausgehändigt. Wie erwartet. Na ja, fast.

Neben den bereits im Vorfelde entlassenen oder angekündigten Entlassungen von “Nussknacker” Dan Reeves/Atlanta und Jim “Beamter” Fassel/New York Giants, sind heute drei erwartete Namen geflogen.

Dave “Wer, bitte?” McGinnis/Arizona konnte der Sensationssieg gegen Minnesota und alle Solidaritätsbekundungen aus Green Bay nicht helfen. In letzter Zeit fällt verstärkt der Name vom Ex-Vikings Dennis Green als Nachfolger, der davor länger in Atlanta im Gespräch war (oder ist?). Mich würde ein Engagement von Green in Phoenix überraschen, denn der Teameigner der Cards ist nicht dafür bekannt mit Geldmitteln ein Team aufbauen zu wollen.

Greg Williams/Buffalo war bereits vor der peinlichen Niederlage bei New England im Kreuzfeuer, nicht zuletzt weil das Spielermaterial eigentlich als minimum playoff-reif gilt. Immer wieder krusiert zur Zeit der Name von Patriots OffCoord. Charlie Weis auf Bewerbungsunterlagen. In Buffalo, Stichwort Ex-Pats Drew Bledsoe, würde der Mann sogar richtig Sinn machen.

Die Entlassung vom “Mr. Thin man” Dick Jauron/Chicago galt hingegen als nicht so sicher. Bei den Bears findet vereinsintern eine Art “Bürgerkrieg” statt, zwischen Teilen der Besitzerschaft und des Managements. Der Frontenverlauf war unklar, fest stand nur, dass der General Manager Jauron gerne weg haben wollte. Machtkampf gewonnen.

Überraschend auch wer nicht gefeuert wurde. Marty Schottenheimer/San Diego bekam bereits vor einigen Tagen die Absolution. Die Teambesitzer der Chargers, die Spanos, gelten als Geizkragen der Liga, die sich lieber fünf Draft-Picks in der 7ten Runde holen, als einen teuren Mann in der ersten. Sie hatten wohl wenig Bock eine Abfindung für einen golfspielenden Coach zu zahlen. Dann schon lieber den Coach fürs Geld trainieren lassen.

“Kaltschnäuzigkeit” beweist Wayne Huizenga, Besitzer der Miami Dolphins, der entgegen des massiven Fan-Willens, “Schnäuzerkeit himself” Dave Wannstedt nicht nur nicht zu Fischfutter verarbeitet hat, sondern zudem mit einer Verlängerung von 2Jahren ausgestattet hat. Ihm wird aber nun ein “General Manager” für Personalentscheidungen zur Seite gestellt, also das Seattle/Holmgren-Modell.

Quasi sekündlich wird mit der Entlassung von Bill Callahan/Oakland gerechnet. Vom Superbowl-Teilnehmer zum zweitschlechtesten Team der Liga in nur 11 Monaten. Die internen Reibereien sind nicht nur Legende, sondern haben im Vorfeld zum letzten Spiel in San Diego ein neues Highlight bekommen, als Callahan 90 Minuten vor Kickoff aus disziplinarischen Gründen CB Charles Woodson und RB Charlie Garner vom Spiel suspendierte. Beide fehlten bei einem Teammeeting am Samstag Abend, sind “zufällig” gleichzeitig Wortführer des teaminternen Widerstandes gegen Callahan.

Nach dem Aussprechen der Suspendierung ist es zur einer offenen Revolte in der Teamkabine gekommen, die gesamte Secondary drohte das Stadion verlassen zu wollen.

Selbst ein intelligenter, besonnener und erfahrene Spieler wie WR Tim Brown sprach nach dem Spiel gegenüber einer Zeitung, dass etliche Mannschaftsteile persönliche Aversionen gegen Callahan aufgebaut hätten, die eine weitere Zusammenarbeit verunmöglichen würden. Soviel Koks kann Al Davis sich nicht reinpfeiffen um nicht darauf zu reagieren.

Der gestrige Spieltag dürfte den Kopf von Butch Davis/Cleveland aus der Schlinge gerettet haben, so denn er überhaupt da drin war. Die Browns zeigten in einer Partie in der es für sie um nichts ging, eine, nach amerikanischen Maßstäben, ehrwürdige Leistung.

Ganz genau das Gegenteil boten die Minnesota Vikings. In einem Spiel in dem es um alles für sie ging, nämlich um die Playoff-Teilnahme — ein Sieg hätte gereicht –, haben sie sich vom schwächsten Team der Liga vier Sekunden vor Schluß schlagen lassen. Nach einem 6-0-Start in die Saison, sind die Vikings aus den Playoffs draussen.

In Minneapolis/St.Paul sprechen die Kolumnisten schon davon dass dies Coach Mike Tyce den Job kosten könnte. Ich selber halte aber den Teambesitzer für zu besonnen um so “kurzschlüssig” zu reagieren.

Richtig rotieren wird das Trainerkarussell erst im Laufe des Januars, wenn nach Saisonende die College-Coaches und die ausgeschiedenenen NFL-Playoff-Coaches angesprochen werden können.

Last Exit before Playoff-2

Rückblick auf Samstag

New England Patriots – Buffalo Bills 31:0 Was für ein Schlachtfest! Zu einem Zeitpunkt gegen Ende des ersten Viertels hin, hatten die Bills in sechs Versuchen noch keinen einzigen Pass erfolgreich anbringen können, Brady und die Pats aber schon sechs verschiedene Receiver angespielt.

Wie Dan Dierdorf mit hektischen Flecken im Gesicht sagte: hier hat ein Team, die Bills, gegen seinen Coach, Greg Williams, gespielt. Das war eine “Feel-Good”-Partie, die den Patriots die beste Saison-Bilanz der Vereins-Historie (14-2) einbrachte. Eine Bilanz die sich u.a. auch aus einer schwachen AFC East erklärt, bei der alle anderen drei Mannschaften stark unter ihren Erwartungen geblieben sind.

Playoffs
– Patriots mit Freilos in der ersten Runde (Wildcard-Playoffs)
– Patriots an Platz eins der Setzliste = Heimrecht in Runde 2 und Runde 3

San Francisco 49ers – Seattle Seahawks 17:24
Die Seahawks haben im letzten Spiel der regulären Saison ihren Bann gebrochen und konnten endlich auswärts gewinnen. Es war ein unrythmisches Spiel. Statt Dominanz zeigten beiden Mannschaften lichte und düstere Momente.

Die Entscheidung im Spiel zugunsten der Seahawks fiel, als es Headcoach Holmgren gelang den 49ers-Defense Coordinator Jim Mora aufs Glatteis zu führen. Letzterer beschloß aufgrund der Spielzugauswahl der Seahawks zu “pokern” und bot Defense-Formationen auf, die sehr viel stärker auf zu erwartende Spielzüge ausgerichtet waren: Die Seahawks-Offense hatte bis dahin alle Hände voll zu tun, die 49ers von ihrem QB Hasselbeck zu halten. Hasselbeck agierte daher in seiner Pocket sehr agil bzw. wich sehr häufig nach rechts aus.

Im 4ten Viertel nun, spekulierte Mora und die 49ers-Defense mit dieser “Rechts-Lastigkeit”, um just dann von Holmgren mit Läufen über links ganz, ganz böse ausgekontert zu werden. Ein ums andere mal war zu sehen wie die gesamte 49ers-Defense-Line sich nach rechts hinbewegte und die Seahawks mit RB Shaun Alexander und 2-3 Vorblocker zig Yards zurücklegte.

Noch ein Wort zu Hasselbeck: die Pässe die er angebracht hat, waren mitunter fantastisch. Seine Bälle haben eine etwas merkwürdige Flugkurve, überdurchschnitlich von Kraft geprägt. Gleichzeitig kenne ich keinen QB der so traumwandlerisch kleinste Lücken in 40Yds Entfernung trifft. Ich mag mir gar nicht ausdenken zu was der Mann erst imstande ist, wenn er eine wirklich starke OL bekommt… Manchmal überreizt er allerdings sein Glück. Bei der letzten Interception erkannte er völlig richtig den angekündigten Blitz, gab ein Audible, aber anstatt den sicheren Screen auf den freien Mann in der Feldmitte zu werfen, spielt er den riskanten langen Pass in Doppeldeckung rein.

Zu den 49ers. Garcia merkte man deutlich das Fehlen von Terell Owens an. Bei Garcia wechselte Licht und Schatten. Bezeichnend sein letzter Pass: den freistehenden Mann in 10 Meter Entfernung zu kurz angespielt, der Ball plumpst nacht fünf Meter zu Boden…

Selten hört man US-Analysten Trainer so hart und konkret angehen wie gestern FOX-Analyst Daryl Johnston 49ers-Headcoach Dennis Erickson. Es sei nicht verständlich warum man über hervoragende Laufspieler mit Hearst und Beasley verfügt, aber ersterer ohne Beasley als Vorblocker auskommen muss und letzterer, als guter Passfänger, Garcia nicht häufiger als Screen-Option beigestellt wird.

Playoff:
– Seattle braucht zur Teilnahme: Niederlage Minnesota oder Niederlage Green Bay oder Niederlage Dallas

Philadelphia Eagles – Washington Redskins 31:7
Souveränder Sieg der Eagles. Zusammenbruch der Redskins-Defense “kröhnte” ihre schlechte Leistung über die ganze Saison. Offensichtlich wurde der Weggang von Marv Lewis (Headcoach Bengals) nicht verkraftet. DE Bruce Smith absolvierte gestern sein letztes Spiel, geht nach 19 Saisons in Rente.

Unterdessen sind wieder Spekulationen um Spurriers Zukunft entfacht. Ein überraschender Rücktritt als Kurzschlußreaktion will in Washington momentan keiner ausschliessen. Als nahezu beschlossene Sache gilt der Austausch des DefenseCoordinator und Offense-Line-Coach.

Playoff:
– Philly hat Freilos in der ersten Runde
– Philly ist an Platz 2 der Setzliste = Heimvorteil in Runde 2
– Niederlage St.Louis Rams würde Philly Platz 1 der Setzliste bringen = Heimvorteil in Runde 2 und 3.

Cincinnati Bengals – Cleveland Browns

PREMIERE, So, 19h. CBS: Gus Johnson, Brent Jones
Die Bengals haben es nicht mehr in der Hand, ob diese Saison den kröhnenden, Cinderella-liken Abschluß in Form von Playoff-Teilnahme findet. Zwar müssen die Bengals auf jeden Fall gegen die Browns gewinnen, aber sie brauchen zusätzlich eine Heim-Niederlage der Baltimore Ravens gegen die Steelers, eine Partie die erst heute nacht stattfindet.

Der Defensiv-Guru, Headcoach Marv Lewis, hat mehr getan, als einfach nur eine starke Abwehr gebaut. Die eigentliche Stärke scheint kurioserweise in der Offense zu liegen. Er hat die Mätzchen von Star-RB Corey Dillon benützt um das Laufspiel auf mehreren Schultern zu verteilen, und siehe da, dank RB Rudi Johnson war man auf Dillon nicht mehr angewiesen und wird ihn wohl zum Saisonende verhökern.

QB Jon Kitna ist wieder der ruhende Pol geworden, der ihn einst bei den Barcelona Dragons so attraktiv machte. Kein spektakulärer QB, sehr konserativ, aber eben auch keiner der sich selbst ins Knie schiesst. Zur Belohnung gibt es immerhin ein fettes QB-Rating von fast 90.

Das Pass-Spiel der Bengals ist berechenbar, da auf zwei Receiver ausgerichtet: der fabulöse WR Chad Johnson für die langen Dinger und WR Peter Warrick für kurze Pässe.

Die Schwäche der Bengals, man höre und staune, weil es im Widerspruch zum Ruf von Marv Lewis steht, ist ausgerechnet die Defense. In der gesamten NFL haben nur vier Teams mehr Punkte zugelassen als die Bengals. Es gab keine sensationelle Klatschen, man fängt sich wirklich mit schöner Regelmäßigkeit 20-30 Punkte ein. Das führt dazu, dass die Bengals kein einziges Spiel gewonnen haben, in dem sie nicht mindestens 21 Punkte in der Offense gemacht haben.

Damit ist die Ansage für die Cleveland Browns ganz klar: das Spiel in den unteren Punktezahlen halten.

Die Browns erleben eine enttäuschende Saison. Die Schlußphase des letzten Jahres ließ alle glauben mit Butch Davis hätte man endlich einen Coach der Zug in die Organisation bringen würde, und mit QB Kelly Holcomb jemanden der die ganze Liga einem Pass-Bombardement überziehen kann. Tatsächlich kam aber 2003 der Kollaps. Das Runningback-Problem blieb, bei den QBs waren Holcomb und der teure Couch weiterhin inkonsistent und keiner der beiden bot sich wirklich als Mann der Zukunft an. Und die Defense machte sich lächerlich als sie Ravens-RB Jamal Lewis 297Yds laufen ließ.

Wenn die Browns so etwas wie Stärke auszeichnet, dann ist es der Bereich der Pass-Defense. Wie das aber gegen die ausgewogene Offense der Bengals reichen soll, ist mir ein Rätsel.

Playoffs:
Es gibt ein Duell mit Divisions-Rivalen Baltimore Ravens um den letzten Playoff-Platz, Platz 4 der Setzliste. Die Ravens liegen in der Vorderhand, daher braucht es zur Playoff-Teilnahme der Bengals:
– Sieg gegen Cleveland UND Niederlage Baltimore gegen Pittsburgh

Sollte Cincinnati in die Playoffs reinkommen, empfängt man am nächsten Wochenende Tennessee oder Indianapolis.

Green Bay Packers – Denver Broncos

PREMIERE, So, 22h15 CBS: Greg Gumbel, Phil Simms

Von vielen Kommentatoren wird zum Spiel der Woche hochstilisiert. Unverständlich, da es für Denver um nichts mehr geht und Shanahan bereits angekündigt hat viele angeschlagene Spieler zu schonen. Es macht so keinen Sinn sich im Vorfelde irgendwelche Gedanken über Strategien und Taktiken zu machen. Also gleich ab zum Playoff-Szenario:

Playoffs: Denver
Denver liegt unverrückbar auf Platz 6 der Setzliste, also Auswärtsspiel am nächsten Wochenende. Gegner wird Indianapolis oder Tennessee sein.

Playoffs: Green Bay
Es prügeln sich drei Mannschaften (Minnesota, Green Bay, Seattle) um die letzten zwei Plätze der Setzliste, wobei, und das macht die Rechnung komplexer, drei Plätze der Setzliste durch diese drei Mannschaften und Dallas durcheinander gewirbelt werden können.

Das Szenario:
Minnesota und Green Bay kämpfen um Sieg der Division und damit Platz 4 der Setzliste. Minnesota führt und kann durch eigenen Sieg (zeitgleich in Arizona) das Ding in trockene Tücher bringen. Sonst braucht man eine Niederlage der Packers.

Verlieren Minnesota UND Green Bay gewinnt, ist Minnesota aus den Playoffs raus!

Green Bay braucht de-facto einen eigenen Sieg UND (eine Niederlage der Vikes oder Sieg von Dallas (in New Orleans, 19h)). Je nachdem wie Dallas und Minnesota spielen, springt dann Platz 4, 5 oder 6 der Setzliste raus.

Seattle braucht eine Niederlage von Green Bay, Minnesota oder Dallas um Platz 5 oder 6 der Setzliste zu bekommen.

Alles klar?

Last Exit before Playoff

Letzter Durchgang in der NFL vor Beginn der Playoff. Leider gibt es kein direktes ShootOut von zwei Playoff-Teilnehmern, aber die Entzerrung der Spiele auf zwei Tage (drei Spiele finden am Samstag statt) sorgt auch dafür dass man auf PREMIERE vier Spiele mit Auswirkungen auf die Playoffs serviert bekommt und dabei nicht den Rechenschieber in die Hand nehmen muss.

Möglicherweise werden die Playoffs erst am frühen Montag morgen in trockenen Tüchern sein, wenn das Sunday Night Game Baltimore – Pittsburgh entschieden ist. Nicht nur dass es für die Steelers eine ganz besondere Freude wäre, nach einer höllisch miesen Saison zumindest Erzfeind Ravens die Playoff-Supper zu versalzen. Ungewöhnlich genug, kann der Ausgang dieser Begegnung der AFC North Auswirkung auf das Playoff-Szenario der NFC haben. Minnesota, Green Bay, Dallas und Seattle sind sich so dicht auf die Fersen, dass evtl. die Entscheidung erst über den fünften “Tier”, also das fünfte Entscheidungskriterium fällt. Und dieses beinhaltet “Stärke der gespielten Gegner”. Je nach dem wie BAL und PIT spielen, entwickelt sich die “Gegner-Spielstärke” von Seattle und Dallas und entscheidet darüber ob Seattle oder Green Bay (!) in die Playoffs reinkommen.

Komplex, was?

Wie gut das wir das einzelnd aufdröseln können und uns heute erst mal nur zwei Partien vornehmen müssen…

New England Patriots – Buffalo Bills

PREMIERE 19h30, CBS: Dick Enberg, Dan Dierdorf, Bonnie Bernstein
Theoretisch eine klare Sache für die Patriots gegen die darniederliegenden Bills, deren Offense rund um Drew Bledsoe in den letzten Wochen implodiert ist und die ausschließlich von der Defense leben. Coach Greg Williams gilt quasi als entlassen.

Aber es ist ein Divisions-Duell, d.h. es hat seine “eigenen Gesetze”. Die Patriots haben in der Saison einen Lauf von 11 Siegen gehabt, nach einer ersten, fürchterlichen Niederlage an Spieltag 1: 0:31 in… Buffalo. “Mein ist die Rache”.

Hinzu kommen Techtelmechtel auf seinen der Spieler. Pats Coach Bill Belichick setzte vor der Saison alles auf eine Karte und schmiß den beliebten Safety Lawyer Milloy raus, der schnell von den Bills genommen wurde. Nicht zu vergessen Bledsoe, mit dem vor Jahren unter Parcells der Aufstieg der siechenden New England-Franchise begann. Eine herzliche Rückkehr wird es vermutlich nicht werden.

Die äußeren Bedingungen sollten keine Rolle spielen. Da Buffalo unter normalen Umständen keine Offense gebacken kriegt (dritschlechtestes Team in der NFL) wird das Hauptaugenmerk des Spiels auf Turnovers liegen. Wer fumbelt häufiger, wer wirft mehr Interceptions, wer gibt dem Gegner die bessere Feldposition.

Man sollte auch einen Blick auf die Pats-Defense werfen. Denn die Favoriten in der AFC neben New England, sind Kansas und Indianapolis, zwei Teams die gewaltige Offense-Feuerkraft entwickeln können.

Playoffs
– New England ist drin
– New England hat Freilos in erster Runde
– Bestes Team in AFC = Heimvorteil in Playoffs: Sieg NE oder Niederlage KC

San Francisco 49ers – Seattle Seahawks

PREMIERE, 23h15 FOX: Dick Stockton, Daryl Johnston, Tony Siragusa
(Hey, Dick Stockton kommentiert ja doch noch Football?! Wie kann es sein, dass man das Nummer-Zwei-Team von FOX erst nach 17 Spieltagen hört? Soviel zur Spielauswahl der NFL in dieser Saison…)

Auch hier: völlig vergeigte Saison der 49ers, die nächstes Jahr, nicht zuletzt aus Budget-Gründen, ein anderes Gesicht haben wird. Ironie des ganzen: Das letzte Gefecht was die 49ers anno 2003 geben, geht gegen den Rivalen aus Seattle, der um seine letzten Playoff-Hoffnungen kämpft. Ex-Seattle Coach Ericksson/49ers wird dabei mit seinem Nachfolger Mike Holmgren konfrontiert, der wiederum als bester Adept der 49ers-Walsh-West-Coast-Offense galt und immer wieder als 49ers-Coach im Gespräch war.

Die Voraussetzungen könnten für die Seahawks nicht ungünstiger sein: man ist auswärtsschwach (1-6), man hat einen angeschlagenen QB Hasselbeck und trifft auf einen Gegner der im Dezember im Schnitt fast vierzig Punkte pro Partie erzielt!

Die Offense der Seahawks ist zwar gut und ausgewogen, aber ein High-Scoring-Game werden die Seahawks nicht mitmachen können. Nur einmal in dieser Saison erzielt man mehr als 38 Punkte. Und verlor trotzdem.

Da 49ers-Star-Receiver Terell Owen verletzt ausfällt, werden die 49ers um so stärker auf ihr gutes Laufspiel um Barlow und Hearst sowie den nicht un-agilen QB Garcia setzen.

Der defensive Gameplan der 49ers könnte so aussehen: QB Hasselbeck ist angeschlagen, die OL lässt viele Sacks zu und Hasselbeck ist jemand der eher den etwas weiteren Pass sucht. Also: mit guter Deckung im Backfield die Anspielstationen wegnehmen und mit Passrush ihn unter Druck setzen.

Playoffs
Im Prinzip balgen sich Seattle, Minnesota und Green Bay um die letzten zwei verbliebenen Plätze. Dabei hat Seattle die schlechteste Ausgangsposition, weil sie neben einem Sieg auch die Niederlage eines Mitbewerbers brauchen.
– Playoff-Teilnahme: 1. Sieg, 2. Niederlage GB oder MIN oder DAL

Sollte man über eine Niederlage von Dallas reinkommen wollen, muss erst der Spielausgang des Sunday-Night-Games BAL-PIT abgewartet werden.

Washington Redskins – Philadelphia Eagles

Leider nicht auf PREMIERE zu sehen, das Divisions-Duell das wirklich die Bezeichnung “Lokalderby” verdient (beide Städte liegen ca. 50km auseinander). Für Washington geht es um nix mehr. Es war eine enttäuschende Saison, aber wider Erwarten scheinen einige Weichen für die Zukunft gestellt worden zu sein. Der von vielen vorausgesehene Rausschmiß von Coach Spurrier wird nicht geschehen und Spurrier scheint derzeit Willens zu sein zurück zu kehren.

Auch LB LaVar Arrington, der mit seinem Weggang drohte, wurde mit einem sehr fetten Vertrag das Maul gestopft. Wer hat denn da von Weggang geredet?

Philly hat seinen Playoff-Platz sicher. Nun gilt es nur noch zu sehen ob man vor Dallas bleiben kann, und sich dadurch eine spielfreie erste Runde sichert, oder ob man noch die Rams überholen kann und dadurch Heimvorteil in den Playoffs sichern kann.
– Philadelphia in den Playoffs.
– Freilos in 1ter Runde: Sieg PHI oder Niederlage DAL
– Heimvorteil in Playoffs: Sieg PHI und Niederlage STL