Englischer Spreu und Weizen

Boxing Day in der englischen PREMIERE-League ohne wirklichem Spitzenspiel und doch waren es Ergebnisse die für den rest der Saison wegweisend gewesen sein können.

Allen voran der überaschende Stolperer von Chelsea in Charlton. Letztere galten als nicht heimstark, hauen aber die Bolschewiken mit 4:2 vom Platz. Und mit was für einer Leichtigkeit. Das hat deutlich gemacht was Chelsea zum Titel fehlt: der Killerinstinkt auch mit halber Kraft ein Spiel zwar häßlich aber doch ungefährdet 1:0 nach Hause zu schaukeln.

Da Arsenal und ManU allesamt gewonnen haben, muss Chelsea erst einmal zu sehen wie sie die drei Punkte Abstand nun wieder aufholen.

Apropos ManU. Dem kleinen Ronaldo habe ich dann doch Unrecht getan, als ich ihm keinen linken Fuß attestiert habe. Grundsätzlich habe ich immer noch Recht :-). Es war gestern wieder eines jener Spiele bei der Ferguson, warum auch immer, Ronaldo wieder als linken Flankenläufer eingesetzt hat. Immerhin, er kann mit links inzwischen passen und flanken. Diese Flanken mit links kommen noch sehr lasch, aber gegen Everton reichte eine solche, dann durch Freund und Feind segelnde Flanke aus, um ins Tor gelenkt zu werden.

Dennoch: Ronaldo bleibt für mich genauso ein begeisternder Fummler wie “One-trick-pony”: Übersteiger bis zum Abwinken und immer nach rechts ausbrechend, da er keinen linken Schlappen hat. Daher werte ich den Einsatz von Ronaldo auf der linken Seite auch immer als Notsignal von Ferguson: er hat halt dann keinen besseren für die Seite, was nicht für den Kader von ManU spricht!

Und die Situation vor der Auswärtspartie in Middlesbrough (PREMIERE, live, So. 17h00) hat sich eher verschlechtert, denn während der Partie gegen Everton humpelte so einiges an Defensive verletzt raus. O’Shea und Silvestre sind angeschlagen und fehlen möglicherweise. Entweder er zieht Gary Neville von der Seitenlinie nach innen oder baut auf den rekonvalenszenten Wes Brown der seit seiner Verletzung gerade mal zwei Einsätze im B-Kader mitgemacht hat.

Ansonsten stellt sich die Lage in der Tabelle nach dem “Boxing Day” so dar, dass alle Teams oben gewonnen haben, alle Teams unten verloren haben. Gab es vor Weihnachten zwischen Platz vier und Platz vierzehn eine Spanne von sechs Punkten, kommt man mit sechs Punkten nur noch bis Platz zehn.

Fulham konnte sich durch einen Sieg gegen Southampton, eine Partie die am ehesten das Prädikat Spitzenspiel verdient hätte, auf Platz vier etwas absetzen.

Southampton hat Gelegenheit auf Wiedergutmachung. Am Montag empfängt eine der stärksten Heim-Abwehr Arsenal (PREMIERE, Mo., 20h55). Potentieller Stolperstein für Arsenal, die an dem Wochenende die schwerste Aufgabe der Top3 haben.

Durch das direkte Duell zwischen Liverpool und Bolton und dem Sieg der “Reds”, konnte Liverpool zwischen sich (Platz 9) und Bolton (PLatz 10) drei Punkte bringen.

Detroit Beton gegen New Jersey Backstein

Detroit Pistons – New Jersey Nets war über weite Strecken eine recht grausam anzusehende Veranstaltung, mit einer Shooting Pct. von unter 35% bei den Nets und unter 30% bei den Pistons in der ersten Halbzeit. Gesamte erzielte Punktzahl im 2ten Viertel: 27 Punkte. Dank einer etwas besseren zweite Hälfte kamen beide Teams aufs Spiel gesehen noch auf 37 bzw. 38%.

Es war noch nicht mal ein Defense-Feuerwerk was da gezeigt wurde, sondern einfach schlechte Offense. Bei beiden kam kein Spielfluß auf, in der Offense wurde zu häufig das one-to-one gesucht und Zillionen von Bälle lugten bereits in den Korb rein, bevor sie nochmal vom Ring wegsprangen.

Die 27 Punkte die Detroit in der ersten Hälfte erzielten, waren Negativrekord des Vereins. Wenn aus irgendeinem Grund nicht auf einmal eine ganze Reihe von Dreiern ihr Ziel gefunden hätten, wären die Pistons nie vom zeitweiligen 14Punkte runtergekommen.

Es blieb die ganze Zeit eine schwache Partie. Bei Detroit gilt es allenfalls den Willen herauszustreichen trotz Unterlegenheit in allen Belangen, den Sieg zu wollen. Nur diesem Willen wegen, war es noch bis wenige Sekunden vor Schluß ein Drei-Punkte-Spiel.

Es war immer wieder zu merken: wenn die Nets Gas geben, war für Detroit kein Land in Sicht. “Gas geben” hieß: wenn Kidd die Offense aufzog, und wirklich mit Kurzpässen gespielt wurden, und die Abwehr bewegt und auseinander gezerrt wurde. Diese kurzen Funken Esprits haben den Nets gereicht trotz ansonsten indiskutabler Leistung mit 89:79 in Detroit zu gewinnen. Und Dusel. Die Pistons, bzw. Billups vergaben in den letzten zehn Sekunden zwei offene Dreier.

In der NBA legen die San Antonio Spurs derzeit eine Serie hin: zwölf Siege in Folge, damit liegen sie im Westen nur noch ein Spiel hinter den Lakers.

Im Osten sind die Miami Heat “on the run”. 7-3 in den letzten Spielen, Playoff-Plätze in Schlagweite. In aktueller Form machen die Nets mit einer 8-2-Serie den Indiana Pacers (5-5) die dominante Stellung streitig. Die Nets haben aber noch 5 Spiele gegenüber den Pacers aufzuholen um denen den Spitzenplatz in der Eastern Conference streitig zu machen. Nächste Woche das Aufeinandertreffen der beiden Spitzenteams.

Die nächsten Spiele: Indiana Pacers – New Jersey Nets in einer einstündigen Zusammenfassung im DSF: Di, 17h30
Dallas Mavericks – Milwaukee Bucks, Di/Mi 2h30 auf PREMIERE

Christmas in da NBA

Weihnachten in der NBA. Heute nacht auf PREMIERE Pistons – Nets und gestern nacht Sacramento – Dallas.

Es hatte zuerst den Anschein als hätte sich das nächtliche Aufbleiben nicht gelohnt, denn Sacramento lag zur Halbzeit 16 Punkte vorne (60:44) und was Dallas da zusammenspielte, das ging ja überhaupt nicht. Vorne war es noch einigermassen erträglich, mit einer Shooting Pct. von irgendwo bei 45%. Aber die Defense ließ die Kings vorne treiben was sie wollten, teilweise mehr als 60% ihrer Würfe verwandelnd und massenweise Dreier versenkend.

Da sitzt man also irgendwann um halb zwei vor dem Fernseher und fragt sich, ob man nun nicht noch besser zu Bett gehen sollte. Die Hoffnung zumindest auf ein spannendes Spiel war nicht sehr groß, denn die “Großen Drei” der Mavs, Nowitzki, Finlay und Nash, alle drei körperlich angeschlagen. Wären nicht Walker und der immer stärker spielende Jamison gewesen, man hätte in der Arco-Arena gleich die Lichter ausmachen können.

Was für einen Budenzauber Nelson in der Halbzeit veranstaltete, ist mir nicht bekannt. Aber bereits Mitte des dritten Viertels war bereits all der Kings-Vorsprung aufgezehrt. Die Kings kamen wie Penner aus der Kabine geschlürft, brachten keinen Korb mehr unter, während die Mavs nun auf einmal jeden Dreier traumwandlerisch versenkten und innerhalb von 3-4 Spielminuten den Rückstand auf etwas Einstelligem reduzierten (19:4-Lauf der Mavs in den ersten fünf Minuten).

Dallas schaukelte die Partie überraschend ruhig nach Hause, die Gegenwehr von Sacramento war gering. Eine merkwürdige Partie das, denn es gab kein “Kickstart”-Ereignis an dem man nun festmachen könnte “Dallas hat die Aufholjagd begonnen”. Auch blieb der ganz große Mavericks-Wirbel aus, bei der aus einer schnellen Transition heraus nach nur fünf Sekunden abgelaufener Playclock bereits der Wurf abgefeuert wird.

Umgekehrt, befeuert vom Publikum, hatten die Kings immer wieder einige Körbe und Aktionen der Güteklasse “Ohoh, jetzt können die Kings das Spiel wieder zu ihren Gunsten kippen”. Aber, völlig untypisch für die Mavs, es kratzte sie nicht, sie spielten ihren Stiefel runter. Nicht zu unterschätzen: das Fehlen von Stojakovic, der von der NBA wg. Schiedsrichter-Rempelns kurzfristig gesperrt wurde.

Stellvertretend für Dallas, die exzellente Leistung von Nowitzki: 31 Punkte, 14 rebounds, 10 von 10 Freiwürfen, 5 Assists, 3 Steals, 3 Blocks. Beachtlich: obwohl immer noch massiv an Knöchelproblemen laborierend, war er 47 der 48 Spielminuten auf dem Feld. Stellvertretend auch weil es nicht spektakulär war.

Die Mavs des Jahres 2003/2004 scheinen “alt” geworden zu sein, da wird nicht mit der flammenden Fackel versucht den Gegner niederzubrennen. Die Verletzungen scheinen Zurückhaltung und Effizienz aufzuerlegen.

Detroit Pistons – New Jersey Nets

Der Führende der Atlantic Division gegen den Dritten der Central Division. Kurioserweise haben aber die Pistons mit .571/16-12 den besseren Record als die Nets (.519/14-13).

Die Nets haben einen Lauf (7-3 in den letzten Spielen, Pistons: 4-6).

Die Pistons galten als eher defense-orientiertes Team, dem der letzte Schritt zu einem Championship-Team fehlte, weswegen die Clubführung Coach Rick Carlisle rausschmiß und den großen Namen Larry Brown verpflichtete, der das Team nun endgültig zu Ruhm und Reichtum bringen sollte. Unter der Hand wurden allerdings auch einige Spieler verkauft, so dass Brown einige Offensiv-Waffen abhanden gekommen ist. Man erzielt wenig Punkte und von der 3Punkte-Linie wirft man nur Backsteine.

Unterm Strich ist man noch abhängiger von der Defense rund um Ben Wallace geworden. Und das eigene Publikum wird ob wegen all der durch die Entlassung versprochener Erfolge die nun ausbleiben, unruhig.

Unruhe, dein zweiter Name ist “Nets“. Man hat im Osten nicht mehr die einstige Dominanz, aber liegt noch in Front. Trotzdem scheint man den Zwang zu verspüren sich bei jeder Gelegenheit selbst in den Fuß zu schiessen.

Die Verletzungen in der Vorbereitung haben einen etwas rostigen Start der Nets bedingt, Darüberhinaus geben Spieler wie Kidd und Martin sich durch öffentliche Statements über Spieler und Trainer jede erdenkliche Mühe als Kotzbrocken zu outen. da wird dann sogar der eigene Coach massiv angegriffen. Irgendwie rauft man sich zusammen, legt eine Serie hin, und steht nun wieder oben.

Alles drin bei den Nets. Niemand würde es wundern, wenn man von heute auf morgen Kidd feuern würde. Noch weniger würde es wundern wenn man Coach Byron Scott opfern würde.

Boxing Day 2003 in England

Schöne Tradition in England: zu Weihnachten wird Fußball gespielt. So sehr ein Ferguson mittlerweile für eine Winterpause im Januar eintritt, die Weihnachtsspiele möchte er behalten. Der Stimmung und der erhöhten Einnahmen wegen. Hallo Uli Hoeneß, Hallo Mister Straub? Do you hear me?

Zwei Spiele werden heute auf PREMIERE ab 13h30 hintereinander gezeigt:

Charlton – Chelsea

Chelsea muss als erste Mannschaft aus dem Spitzentrio (ManU, Arsenal) in Vorleistung treten und bei den Charlton Athletics antreten, die zu jener gehobenen Mittelfeld-Gruppe gehört, die vom Platz 4 bis Platz 14 reicht und gerade einmal sechs Punkte auseinander liegt.

Beim Tabellen-Siebten anzutreten, hört sich nicht nach einem Selbstgänger an, aber der letzte Liga-Sieg von Charlton liegt sechs Wochen zurück! Seitdem, jeweils fifty-fifty, nur Unentschieden und Niederlagen. Und die Atheltics gelten als alles andere als heimstark. Man hat zuhause sogar eine negative Torbilanz!

Die bunte Truppe aus Chelsea hat zuletzt national einen mäßigen Monat Dezember gehabt. Der Sieg gegen Fulham war aber deutlicher als es das eine Tor ahnen lässt.

Gut für Chelsea: Jimmy Hasselbaink wird nach Sperre wieder zurückkehren, Veron und Petit bleiben weiterhin verletzt. Aus deutscher Sicht: der blutjunge #29 Robert Huth (19Jahre) wird wohl heute seinen siebten Spieleinsatz von Beginn sehen.

Manchester United – Everton

Zu ManU gibt es nicht sehr viel mehr zu sagen, die Mannschaft dürfte hinreichend bekannt sein.

Roy Keane wird heute wegen Oberschenkel-Problemen ausetzen müssen. Da Everton keine Mannschaft allerhöchsten Kalibers ist, wird Ferguson mit Sicherheit heute wieder munter durchrotieren lassen. So ganz auf die leichte Schulter kann man das Spiel aber nicht nehmen: Arsenal und Chelsea sidn nur einen Punkt dahinter und haben heute nicht unbedingt als “Stolpersteine” zu klassifizierende Aufgaben vor sich. Da keiner aus dem Top-Trio in dieser Saison punktemäßig eine größere Schwächeperiode offenbarte, kann jeder Punkteverlust in der Endabrechnung sehr schmerzhaft werden.

Player to watch: Ronaldo, der Fummler der seinen linken Fuß nur hat, um nicht umzukippen.

Everton gehört auch diesem breiten Mittelfeld-Sud an, der heute irgendwo an 12 stehen kann, und nach einem Sieg plötzlich auf Fünf klettert. Diese Enge hat aber auch einen Nachteil: nach unten ist nicht sehr viel Platz, die Abstiegszone dräut nur drei Punkte unterhalb von Everton. So richtig gerne verlieren mag man da nicht. Everton hat einen kleinen Lauf mit sieben von neun möglichen Punkten in den letzten drei Partien der Premiere-League.

Player to watch: der junge Superstar #18 Wayne Rooney, der mit seinen 18 Jahren auch in der Nationalmannschaft für Furore gesorgt hat. Der hat sich für meinen Geschmack in den letzten 12 Monaten mächtig Muskeln antrainiert und sieht inzwischen wie ein Parade-Hool aus.

Die nächsten Premiere-League-Spiele auf PREMIERE kommen am Sonntag und Montag.

Football-Weapons of choice

Die NY Times bringt heute einen, zumindest mich, verblüffenden Artikel, wonach immer mehr NFL-Spieler im Besitz von Waffen sind. Groben Schätzungen zufolge besitzen 50 – 90% aller NFL-Spieler Waffen. Ex-Football-Spieler sprechen von der Omnipräsenz von Waffen: in den Spielerkabinen, im Trainingscamp, in den Autos der Spieler, auf den Flügen, in den Stadien.

Zwar werden nach 9-11 z.B. die Fans am Stadioneingang nach Waffen kontrolliert, auf Nachfrage stellt sich aber heraus das die Spieler nur selten auf Waffen untersucht werden, der teambus zum Beispiel unkontrolliert durchgewinkt wird. Und wir reden hier nicht von einem 16-Mann-Kader wie wir ihn vom Fußball kennen, sondern von mehr als 60 Menschen pro Team!

Michael Strahan, DE/LB bei den Giants, bestätigt den Eindruck das mehr Waffen im Umfeld auftauchen und argumentiert: “I am much more worried about aggressive people than I have ever been. Because of our salaries and the exposure we receive, fans feel like they have a right to physically challenge you.

Michael Huyghue, einer Spieler-Agent, sieht in den Waffen ein Status-Symbol für den jungen Athleten, dass an die gleichen Macho-Instinkte appelliert wie schnelle Sportwagen oder Goldketten.

Mitunter, sagt Huyghue, könne er aber die Ängste der Spieler auch nachvollziehen: “People don’t realize how many aggressive fans there are. There are a lot of people out there who want to make a name for themselves by taking on a football player. In my opinion, those types of confrontations have increased in number and intensity.

Umgekehrt gibt es auch NFL-Spieler die als öffentlich bekannte Waffengegner auf der Schwarzen Liste der Waffen-Lobby NRA stehen: Doug Flutie, Vinny Testaverde und Keyshawn Johnson (was man bei seinem Ego nicht unbedingt vermutet hätte).

Greg Anthony, ehemaliger NBA-Pointguard, sieht ähnliche Entwicklungen auch in der NBA. Würde er den Anteil der waffentragenden in den 90ern auf unter 5% schätzen, so hat sich seiner Schätzung nach die Zahl inzwischen verdreifacht.

Unabhängig Wissenschaftler sind über diese Zahlen nicht erstaunt. Nach deren Schätzungen sind in 40% aller US-Haushalte Waffen und dass der Anteil beim sehr männlich dominierten Football höher wäre, sei normal.

Das Problem bei den Football-Spielern ist aber die höhere Belastung durch Stress und Emotionen. Was für gruppendynamische Prozesse in einer Horde von 60+x adrenalin-geschwängerten NFL-Profis abgehen können, mag ich mir nicht vorstellen wollen.

Michael Strahan erzählt von einem Vorfall in den 90ers, als in der Giants-Kabine ein Spieler ausrastete und damit drohte aus seinem Auto eine Waffe zu holen um den Mitspieler zu erschiessen. Nur mit Mühe konnten mehrere Mitspieler den Mann von seinem Tun abhalten.

Es gibt zwar eine offizielle NFL-Regelung zum Thema Waffen, allerdings wird diese nicht besonders stark befolgt.

Das Waffenthema gerät derzeit verstärkt in den Medien, da in den letzten Monaten es hinreichend viele Vorfälle mit NFL-Spielern und Waffen gegegen hat. Die ganze Bandbreite durch: vom Drohen mit Waffen bis hin zum unerlaubten Führen einer Waffe weil alkoholisiert am Steuer (McNair).

Fred Lane, RB der Carolina Panthers, wurde im Februar 2000 verhaftet, weil er illegal ein Gewehr bei sich im Auto führte. Einige Monate später wurde Lane von seiner Ehefrau mit diesem Gewehr erschossen.

Letztendlich spiegelt die Einstellung der NFL-Spieler zu Waffen nur die US-Gesellschaft wieder. Zahlreiche NFL-Spieler wissen von tödlichen Gewalttaten in ihrem Umfeld zu berichten, oder waren selber betroffen.

Gertrude Ederle

In der aktuellen Ausgabe des “The Economist” ist ein Nachruf auf die Ende November verstorbene Gertrude Ederle verfasst. Gertrude Ederle, nicht bekannt? Sollte sich ändern. Daher erlaube ich mir die Unverschämtheit und biete von dem englischen Artikel der im Internet im Bezahl-Archiv bei “The Economist” versauert, eine grobe Übersetzung an.

Wer das Original lesen will, kann noch knappe zehn Tage zum Zeitschriftenhändler seines Vertrauens laufen, und dort “The Economist” kaufen. Was eh schwerstens zu empfehlen ist, denn aas ist die Zeitschrift, die der SPIEGEL mal irgendwann werden wollte…

An dem Morgen des 6ten August im Jahre 1926, als Gertrude Ederle ihren Versuch den Ärmelkanal zu durchschwimmen, begann, erschien eine Londoner Tageszeitung mit einem Kommentar auf der Titelseite, dass der gescheiterte Versuch im vorigen Jahr die athletische Unterlegenheit von Frauen zeigte und sportliche Wettkämpfe mit Frauen vergeudete Zeit wären.

Vater Ederle wusste besser was Menschen beiderlei Geschlechtes antreibt und bot seiner Tochter im Falle des Gelingens einen roten Sportwagen.
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One of the best

Die Belastung die Green Bays QB Brett Favre in den letzten Tagen durchmachte, war außergewöhnlich. Nach dem Tod seines Vaters am Wochenende, beschloß er trotzdem im “Monday-Night-Game” in Oakland bei den Raiders anzutreten, um die Packers durch einen zwingend notwendigen Sieg in dem Playoff-Rennen zu halten.

Die Entscheidung von Favre trotz der Umstände anzutreten, hinterläßt natürlich einen “haut-gout”, insbesondere weil es auch noch ein so exponiertes Spiel gewesen ist.

Aber als jemand der vor zwei Jahren selber seine Mutter verloren hat, sage ich mir, dass es jeder nach seiner Façon halten soll. Und wenn es Momente des Anrechts auf indivvidueller Entscheidung gibt, dann ist es so eine Geschichte.

Was dann im Monday-Night-Game folgte, entspricht den allertiefsten Hollywood-Klischees. Brett Favre haute eine Leistung hin, die nicht mehr von dieser Welt war. Seine ersten neun Pässe waren complete. Bis dato hatte er bereits zwei Touchdowns geworfen. In der ersten Halbzeit warf er 309yds (oder so) und 4TDs und sprengt damit das rechnerische Maximum der QB-Rating-Formel von 158,3.

Was er warf, ward lange nicht mehr gesehen. Nicht nur die Selbstgänger wie Screen-Pässe, sondern auch die ganz tiefen Dinger. Und mit der Zeit schienen die Würfe an Selbstvertrauen zuzunehmen.

Favre warf immer häufiger 40yd-Pässe mitten in Doppel- oder Tripledeckung rein. Egal was er warf, seine Receiver pflückten jeden Ball runter, während das Backfield der Raiders, insbesondere CB Ray Buchanan griff nur in die Luft.

Selten, ganz selten dass eine Secondary derart zerlegt wird, wie es gestern abend geschah.

Ja, es ist angesichts der Umstände pathetisch. So ganz kann aber auch mich nicht diesem Pathos entziehen.

Nach Spieltag 16 in der NFL

Der vorletzte Spieltag der regulären NFL-Saison ist fast komplett absolviert — es steht nur noch das Monday-Night-Game der Packers vs. Oakland aus — Zeit verschiedene Dinge zusammenzutragen.

Ohne himmlischen Beistand: die Saints

Das vermutlich atemberaubendste des Wochenende spielte sich in Florida ab, in Jacksonville wo die Jaguars auf die New Orleans Saints trafen. Ein “Hop-oder-Top”-Spiel für die Saints, die einen Sieg brauchten, um ihre Chancen auf die Playoffs zu wahren.

Was sich im 4ten Viertel abspielte, wird wohl in die NFL-Geschichtsbücher eingehen.

Ab Mitte zweiten Viertels gingen die Jaguars in Führung. Kurz vor Spielende lagen die Saints 13:20 zurück. Jacksonville bekommt 5:33 den Ball an der eigenen 16yd-Linie, doch man bekommt den Ball nicht weg. Ein Lauf wird früh gestoppt, ein abgewehrter Pass, eine Strafe und schließlich ein Sack. Jacksonville muss punten.

Es wird ein sehr, sehr kurzer Punt, die Sainst bekommen den Ball an der 28yd-Linie der Jags, 4:05 noch zu spielen. Passversuch abgewehrt. 18yd-Pass erfolgreich, man ist an der Jaguar-10yd. Zwei Laufspielversuche, ohne Erfolg. Man braucht den Touchdown um in die Verlängerung zu kommen. 3rd Down: Pass, erfolglos, 4th Down: Pass, wieder erfolglos, Jacksonville bekomm den Ball an der eigenen 9yd-Line, 2:11 noch zu spielen.

Jacksonville versucht auf Zeit zu spielen, ein Laufspielversuch nach dem anderen. Zudem eine Strafe gegen die Saints, doch den Saints gelingt es den Drive der Jags an der 40yd-Line der Jags zu stoppen. Jacksonville muss punten. Ein weiter Punt, nur vier Yd von den Saints retourniert. Die Saints nehmen den Ball an der eigenen 25 auf, 11 Sekunden noch zu spielen!

Erster Pass von Aaron Brooks incomplete. Noch sechs Sekunden zu spielen. Es kann nur noch diesen einen Spielzug geben. Man stellt sich in der Shotgun-Formation auf, der QB 4-5 Meter hinter der Offenseline. Der “All Go Special”-Spielzug wird angesagt, mit drei WRs links und Stallworth als einzige Anspielstation rechts aufgestellt. Brooks wirft, weeeeiiiittt, sehr weit, 42 Yards auf Stallworth rechts, an Jags 33yd-Line, der tänzelt 1-2 Tackling aus, bricht dann plötzlich nach links aus, wirft den Pass zurück zu Michael Lewis, der wieder nach rechts renn, versucht rechtzeitig die Seitenlnie zu erreichen um die Zeit zu stoppen, doch an der 26yd-Linie erreichen ihn seine Verfolger. Lewis pitcht zu McAllister, der mit dem Ball fünf Yards nach vorne rennt, zur gegnerischen 21yd-Linie. Er wird von Abwehrspielern umringt, wird getackelt. Im Fallen wirft er einen Rückpass in den Lauf von Pathon. Pathon wird begleitet von QB Brooks, der den Weg gegen Jahs Hugh Douglas blockt und Pathon rennt in die Endzone TOUCHDOWN, 19:20 bei ausgelaufener Spielzeit. Der Jubel grenzenlos!

Und dann versiebt Routinier-Kicker John Carney den Extrapunkt!

Die Saints fangen sich eine Niederlage ein und fliegen aus den Playoffs raus.

Die entsprechenden Aufnahmen heute abend auf CNN oder am Wochenende auf NFL Blast sollte man sich nicht entgehen lassen!

Coaching Staff

Kurioser Schritt von Jim Fassel, der unter der Woche den Teambesitzer um vorzeitige Ankündigung seiner Entlassung bat.

Es war kein Geheimnis dass man bei den Giants sich nach Alternativen zu Fassel umsah. Statt mit der Ankündigung bis nach der Saison zu warten, sollte die bekanntgemachte Entlassung nach dem Willen Fassels bei den Spielern Motivation durch Schuldkomplexe aufbauen. Mit mäßigem Erfolg, man verlor in Dallas 3:19.

Nachfolger soll Tom Coughlin werden, einst gefürchteter Disziplin-Diktator bei den Panthers.

Diverse Coaches sind am wackeln. Neben den üblichen Verdächtigen auch Big-Names wie Miamis Dave Wannstedt, Seattles Mike Holmgren oder als Hoffnungsträger gehandelte wie Clevelands Butch Davis.

Als quasi gefeuert gilt Oaklands Callahan. Darüberhinaus wackelt auch die Position von general Manager Matt Millen nachdem jener verbal gegen seinen Ex-Spieler Morton ausfällig wurde.

Dann gibt es Namen die nicht genannt werden, wo aber eine Ablösung nicht wirklich jemanden verwundern würde: San Diegos Marty Schottenheimer und 49ers Ericksson als Beispiele genannt.

Umgekehrt wird bei einigen quasi schon gefällten Kandidaten doch eine Rückkehr nicht ausgeschlossen: Chicagos Dick Jauron oder Washingtons Steve Spurrier.

Das große Geschachere wird erst während der Playoffs stattfinden, wenn mit jedem ausgeschiedenen Team auch die Assistants der Teams für die Konkurrenz “ansprechbar” werden.

Raus

Einige Teams wurden, mehr oder weniger überraschend, aus den Playoffs getreten.

Die überraschende Niederlage der Buccs, zuhause gegen Atlanta (28:30), mit dem wieder genesenen Michael Vick ist umso prickelnder, weil erst Tage vorher der General Manager der Buccs zu den Falcons wechselte. Kein Geheimnis dass er sich nicht mit Coach Gruden verstand. Der Titelverteidiger ist damit OUT.

Der heftig ausgefallene Sieg der Minnesota Vikings gegen die Kansas City Cheifs hat wohl alle überrascht. Nicht nur dass derzeit eigentlich die AFC für stärker als die NFC eingeschätzt wird, die Chiefs kamen auch mit dem besten Record der Liga in die Halle.

Besorgniserregend ist die Abwehrarbeit gewesen. Hier waren die Spieler nicht nur Mann für Mann schwächer, hier wurde man auch klar ge-outcoacht. Wie man knapp vor der eigenen Endzone auf Blitze setzen kann und sich so im Backfield auf ein 1:1-Duell gegen Randy Moss verlassen kann, erschließt sich mir nicht.

Sensationellerweise konnten aber die Indianapolis Colts die Niederlage nicht nutzen. Sie verloren sensationell gegen die Broncos. Und das hat Folgen: Miami ist damit OUT und Denver ist DRIN!

Zusammenfassend:

OUT!

– Miami OUT (wg. IND-Niederlage und DEN-Quali)
– Tampa Bay OUT (Niederlage)
– New Orleans OUT (Niederlage)

IN!

– Tennessee IN (Sieg gg HOU)
– Denver IN (Sieg gg IND)
– Dallas IN (Sieg gg. NYG)
– Carolina IN

Stand der Dinge

– New England: hat Platz 1 oder 2 der Setzliste sicher (wg. Niederlage IND), kann aus eigener Kraft Erster werden.

– Baltimore/Cincinnatti: BAL balgt sich im Fernduell gegen CIN um Platz vier der Setzliste. Hat sein Schicksal selbst in der Hand.

– Indianapolis/Tennessee: Beide qualifiziert, kämpfen um Divisionssieg (Platz 3 der Setzliste) oder landen sonst auf Platz 5/6. Indianapolis reicht ein Sieg.

– Kansas City Chiefs: hat Platz 1 oder 2 sicher (wg. Niederlage IND), je nachdem wie NE spielt.
– Denver: Je nach Fernduell mit IND/TEN wird es Platz 5 oder 6

– Phildalphia/Dallas: Die Eagles können mit einem Sieg aus eigener Kraft Platz 2 erreichen, bei STL-Niederlage gar Platz 1. Verlieren Sie, kann DAL evtl. an ihnen vorbeiziehen und es bleibt nur Platz 5.

– Minnesota/Green Bay: komplexeste Situation. Nur ein Divisionssieg garantiert Einzug in die Playoffs, alles andere ist von Umständen abhängig. Da Minnesota in etlichen Tiern vor Green Bay liegt, müssen die Packers heute gegen Oakland gewinnen.

– Carolina: Kann aus eigener Kraft Nummer 3 in der NFC werden, bleibt sonst an Nummer 4

– St.Louis: hat einen der beiden NFC-Top-Spots (Sieg gg. CIN). Kann aus eigener Kraft Nummer 1 werden.
– Seattle: kann es nicht mehr aus eigener Kraft schaffen

Favre soll heute spielen

Green Bay QB Brett Favre wird heute nacht (3h deutscher Zeit) im Monday Night Game gegen die Oakland Raiders antreten, trotz erster anderslautender Aussagen gestern.

Gestern verstarb Favres Vater als er während einer Autofahrt ein Herzinfarkt erlitt und dabei von der Straße abkam. Favres Vater galt als Entdecker der Football-Fähigkeiten seines Sohns, betreute ihn drei Jahre lang als High-School-Coach.

Die Partie heute abend und damit der Druck auf Favre ist nicht ohne. Nach dem Sieg der Minnesota Vikings, müssen die Packers heute gewinnen um im Rennen rund um den Divisions-Titel zu bleiben.

… und Schalke riecht auch schon ganz streng

Nicht nur die Borussen treiben ihr Seiltänzchen mit den Finanzen, auch die Schalker reiten da derzeit auf einer ganz scharfen Klinge.

Diese Erkenntnis verdanke ich dem Schwatzgelb-Forum, wo es derzeit hoch her geht, und wo ein “Jens” auf einen am Freitag erschienenen Artikel der FAZ gelinkt hat: “Dem Fußballfan bleibt die wahre Finanzlage verborgen” von Henning Peitsmeier.

Die Schalker haben, ähnlich den Borussen, für 2002 einen Trick angewandt, um ihre Bilanzen aufzuhübschen. Die Bilanz trägt zwar das Testat von Ernst & Young, die Wirtschaftsprüfer weisen aber in ihrem öffentlichen Bericht auf einen nicht-öffentlichen, unter Verschluß gehaltenen Anhang hin.

Ohne jeden Trick, so spekuliert die FAZ, hätte Schalke im Jahr 2002 mit einem Verlust von 3 Mio EUR abgeschnitten. Die FAZ mutmaßt weiter, dass der größte Kostenblock, “Personalaufwendungen” in Höhe von 43,5 Mio EUR durch Transfers und Ablösesummen eher steigen werden, ohne dass dem nun besonders viele Einnahmen in lukrativen Europacup-Wettbewerben dem gegenüberstehen.

Und Schalke hat das scharfe Schwert der Anleihe schon benützt…

Der Kurs der Borussia-Aktie gab bis heute mittag um 10% nach. Auf der Website der Borussia bislang kein Wort zu den Zeitungsartikeln, nur “Verwunderung” das der KICKER Torhüter Weidenfeller in seiner Rangliste “vergessen” hat…

[NACHTRAG]: Soeben wurde bekannt dass Borussia Dortmund um 14h eine Pressekonferenz gibt.