TV-Sportwochenende 13/14ter

DSF und Eurosport sind schnell abgehakt. Ersteres bietet an diesem Wochenende nun wirklich rein gar nichts außer Konserve und Eurosport bietet weiterhin am Wochenende “Wintersport nonstop” an. Weltcup hier, Weltcup dort… wen es interessiert…

Hier nun meine ausgesuchten Sportempfehlungen:

Kanal 9 auf meiner Fernbedienung

Gladbach – Dortmund, So, 17h30, PREMIERE live
Aufstrebende Gladbacher vs. immer noch wackelige Dortmunder. Eine nicht uninteressante Partie, die aufgrund der offensiven Ausrichtung der Gladbach eigentlich auch gut anzuschauen sein sollte.

Kanal 8

Boxen/Suppermittelgewicht: Sven Ottke – Robin Reid, Sa, 22h10 (live, ARD)
Punktabzüge gibt es, weil die Übertragung von den Jubelpersern bei der ARd stattfindet, die beim Boxen in Sachen hemmungloser Arschkriecherei dem ZDF das Wasser reichen können. Man fragt sich phasenweise ob die ARD oder Sauerland hat Geld zahlen müssen. So devot wie der Dienst am Lizenzgeber hier verrichtet wird, muss Sauerland gezahlt haben.

Ottke ist kein spektakulärer KO-Schläger, aber trotzdem nett anzuschauen (sofern er keine “Condomi”-Werbung auf dem Rücken gepinselt hat). Reid ist kein Fallobst, wird in den verschiedenen Verbänden bei roundabout Platz 10-15 geführt.

Kanal 7

ManU – Man City, Sa, 13h25, PREMIERE live
Manchester-Derby zwischen Ferguson und Kevin Keegan. ManCity 15 Punkte hinter ManU. Das verdeutlicht das Kräfteverhältnis und setzt Keegan langsam der Kritik aus. Im übrigen mag ich den Anelka gerne spielen sehen.

Kanal 6

Boxen/Mittelgewicht: Bernard Hopkins – William Joppy, Sa/So, 3h, PREMIERE live
Bernard Hopkins ist eigentlich ein guter Mann, der mir aber aufgrund seines Images nicht gefällt. tritt mitunter in sehr martialischen Masken und mit dem Namen “Der Hinrichter” auf. Da sowohl Hopkins als auch Joppy an der Eins im Mittelgewicht von verschiedenen Verbänden geführt werden, sollte dies eigentlich ein guter Kampf werden, gebe aber zu dass mir der Name “Joppy” nicht wirklich präsent ist. Dies ist der erste von drei Kämpfen in der PREMIERE-Übertragung.

Kanal 5

Leverkusen – Werder, Sa, 15h30, PREMIERE live
An jedem anderen Spieltag wäre diese Begegnung reif für *das* Sportevent des Wochenendes. Dank den Superhirnen der DFB-Zentrale aber nicht am heutigen Tag. Leverkusen ist in einem kleinen, spielerischen Loch und Werder machte in den letzten Wochen nicht die Anstalten Bayer da wieder rauszuhelfen wollen.

Kanal 4

Boxen/Schwergewicht: Hasim Rahman – John Ruiz, Sa/So, 3h, PREMIERE live
Ich bin mir nicht sicher wie gut dieser Kampf wird, da beide Kämpfer über, gelinde gesagt, *äußerst* limierte boxerische Qualitäten verfügen. Am Ende könnte ein ganz schauriger Kampf rauskommen, z.B. wenn Riuz wieder zu seinem dreckigen Stil mit viel Klammern zurückkehrt.

Aber es geht für beide Fighter um etwas. Nicht um Titel und Gürtel, sondern “nur” um die Karriere. Wer verliert, ist auf Jahre weg von der Vergabe der wirklich lukrativen Kämpfe.

Kanal 3

NFL: St.Louis Rams – Seattle Seahawks, So, 19h00, PREMIERE live
Divisions-Duell bei der beide Kontrahenten versuchen müssen ihre Ausgangsposition in den Playoffs zu verbessern. Die Rams sind zwar schon durch, aber brauchen im Fernduell gegen die Eagles Siege um nötigenfalls Heimrecht bis ins NFC-Finale zu bekommen. Überraschenderweise ist ausgerechnet für die noch nicht qualifizierten Seahawks die Lage etwas entspannter. Sie sind momentan in den Wildcards und haben ein Spiel Vorsprung auf die Packers. Nicht komfortabel, aber das macht diese Partie nicht wirklich kriegsentscheidend. Das Restprogramm gegen Arizona und die 49ers ist etwas entspannter als dass der Packers (SD, OAK, DEN).

Kanal 2

NBA: LA Lakers – Dallas Mavericks, Fr/Sa, 4h30, PREMIERE live
Auch in der NBA machen sie beschissene Spielpläne, weswegen die Begegnung heute nacht, bereits die vorletzte Gelegenheit für die Mavericks ist, ihren Angstgegner in dieser Saison zu besiegen. Noch dazu bei den Lakers, wo die Mavs seit Menschengedenken einen auf den Sack bekommen haben (seit 13 Jahren um präziser zu sein).

Nowitzki, gerade seine Verletzung auskuriert, scheint noch nicht in Top-Form zu sein (war er es überhaupt bereits in dieser Saison). Die Lakers so heimstark wie noch nie, die Mavs mit Problemen und Auswärtsschwäche. Alles andere als ein klarer Sieg für die Lila-gelben wäre eine Überraschung.

und… the winner is…

Bayern – Stuttgart, Sa, 15h30, PREMIERE live
Die Stuttgarter, auch gerade nach der Kuranyi-Verlängerung, mit einem Ego von hier bis zum Mond ausgestattet, während die Bayern als verhärmtes, ängstliches Männchen daherkommen. Vulgo: besser war die Ausgangslage um die Bayern in einem Spitzenspiel zuhause zu schlagen, noch nie.

CL Auslosung Achtefinale03/04

VfB Stuttgart – Chelsea. Cool. Gemäß dem Motto: alles was uns nicht tötet, macht uns härter. Jetzt können die Stuttgarter zeigen ob sie wirklich ernsthaft zu einer europäischen Größe aufgestiegen sind!

FC Porto – ManU
Real San Sebastian – Olympique Lyon
Celta Vigo – Arsenal, Erleichterung für Wenger einen schlagbaren Gegner bekommen zu haben.

Bayern – Real Madrid, erinnert dann doch an das letzte Jahr, als die nicht minder leprösen Bayern sang und klanglos an Real sich die Zähne ausbissen.

Sparta Prag – AC Milan
Dep. La Coruna – Juve
Lok Moskau – AS Monaco

Unterm Strich: bis auf die deutschen Begegnungen hätte man die Begegnungen nicht uninteressanter zulosen können. Allenfalls Dep. La Coruna gegen Juve würde ich noch als 1B-Kracher bezeichnen.

Wortgewalt Neururer

Peter Neururer, seit den Erfolgen mit dem VfL Bochum um 10 – 20cm gewachsen, hat in der neuen ZEIT ein Interview gegeben. Ich habe mich minutenlang vor Lachen auf den Boden gewälzt. Nee, ist gut, Peter, rauch das Kraut weiter…

Auszug gefälligst?
Einen [zu klugen Spieler] hatte ich mal. Ein ganz wunderbarer Typ! Aber er hat sich über seine eigene Situation, über die Situation seines Gegenspielers, über die Sozialstrukturen in seiner Mannschaft so viele Gedanken gemacht, er hat mitten im Spiel alles so bilateral und multilateral behandelt

“multilateral behandelt”, nee, ist klar.

Europa sucht den Champion

Die letzten zwei Tage Championsleague waren, trotz nahezu allenortes spannender Ausgangslage, verblüffend lahm. Und wenn Juves 7:0 gegen Souvlaki Piräus nicht gewesen wäre, hätten wir auch einen Tordurchschnitt gehabt, jenseits von Gut und Böse.

Am gestrigen Mittwoch gab es zwei bemerkenswerte Spiele: die letzte Viertelstunde des Bayern-Spiels. Alle die glauben, dass Bayern den nächsten starken Gegner in der CL überleben werden, heben die Hand… Niemand da?

Aber ein richtig grandioses Spiel gab es in Kiev. Nach der Halbzeit ist Kiev und Inter Mailand aufgefallen, dass nur der Sieger weiterkommt. Und da haben die Jungs richtig Gas gegeben. In der Schlußviertelstunde sah man zweiundzwanzig erwachsene Männer mit Angst in den Augen, getrieben von der Verzweiflung und Panikattacken. Und wenn es geholfen hätte, man hätte auch Witwen geschändet, Nutztiere geopfert oder splitterfasernackt Weihnachtslieder gesungen.

So muss Sport sein. Lebenswichtig.

Deisler depressiv

In der morgigen Ausgabe des Tagesspiegels ist ein sehr langes Interview mit Sebastian Deisler. Eigentlich halte ich nichts von zum Thema “Deisler” irgendetwas in der Öffentlichkeit zu sagen, aber einen Punkt halte ich dann doch für erwähnenswert.

Die im Fernsehen übertragene Pressekonferenz von Uli Hoeneß, mit der die Depression von Deisler publik gemacht wurden, ist mit Deisler abgesprochen gewesen. Deisler bestätigte ebenfalls dass er zu Hoeneß gegangen ist und um Hilfe gebeten hat.

Wenn man das ganze Interview liest, kommen einem gewaltige Zweifel ob Deisler wird jemals wieder über längere Zeit auf europäischen Spitzeniveau wird spielen können.

Dan Reeves gefeuert

Am heutigen Mittwoch wurde unter etwas überraschenden Umständen der Headcoach der Atlanta Falcons Dan Reeves gefeuert. Teambesitzer Arthur Blank teilte Dan Reeves am Morgen mit, sich für 2004 einen neuen Trainer suchen zu wollen. Worauf Reeves ihm sagte, er möge nicht noch drei Wochen warten, sondern ihn sofort feuern.

Gesagt, getun, getan.

Kandidat für die Nachfolgerschaft soll LSU-Coach Nick “ich bin nicht Haim” Saban sein, wenn, ja wenn dem nicht ein just am heutigen Tage geschriebenes NFL-Memorandum entgegenstehen würde, dass den Druck auf die Teams verstärkt, schwarze Headcoaches zu verpflichten.

Von Dennis Green, local guy, schwarz und, siehe Culpepper in Minnesota, gut im Entwickeln von jungen QBs, ist derzeit kaum die Rede, obwohl er unlängst noch das Kandidatenrennen anführte.

Weiterer Faktor der einer schnellen Lösung entgegensteht: den Falcons wird nachgesagt einen neuen General Manager zu suchen. Zu diesem Behufe soll aus Tampa Rich McKay angeheuert werden.

Reeves war nun 25Jahre lang Headcoach und hat die neuntmeisten Siege aller NFL-Trainer. Bekannt wurde er als Headcoach der Denver Broncos in der John Elway-Ära, aber erst als er ging, kam die SuperBowl zu den Broncos und Elway.

Stattdessen, und von da an zweifelte ich an seiner Kompetenz, coachte er die New York Giants in Grund und Boden. Ich habe bislang noch nie eine verwirrendere und schlechtere QB-Politik gesehen, als bei den damaligen Giants, Stichwort Dave Brown, mäßig talentiert, aber von Reeves in schöner Regelmäßigkeit demontiert. Das trieb er zu dem Zeitpunkt auf die Spitze, als er aus Denver seinen Lieblingsschüler Tommy Maddox holte, der aber sehr schnell wegen schwacher Leistungen bei den Fans unten durch war. Jener Maddox der von Cowher und den Steelers vor zwei Jahren als Heilsbringer gefeiert wurde. :-(

Sugar Baby

Ich meinte so etwas am Rande der NFL-Übertragungen gehört zu haben, und finde es nun im PREMIERE-Programm bestätigt: PREMIERE über trägt den SugarBowl aus New Orleans, die offizielle inoffizielle Meisterschaft im College-Football. 4/5.1., 2h00 nachts

Von Weihnachten an, finden quer durch die USA verstreut, zahlreiche Endspiele, sogenannte “Bowls” statt, die sich nach einem komplizierten System aus den Ergebnissen der vorher absolvierten College-Spiele zusammensetzen.

Da man aus “politischen” Gründen keine Liga und keine Playoffs haben will, wird seit 1997 ein Computerverfahren eingesetzt, um aus den regulären Saison-Spielen ein Ranking zu errechnen, die “BCS“. Anhand dieses Rankings bekommt turnusgemäß eines der fünf größen Bowls das inoffizielle Finale zwischen dem erst- und zweitplazierten im Ranking, heuer Oklahoma und “local guy” Louisiana State.

Noch nie hat es aber soviel Ärger gegeben, wie dieses Jahr. Durch zahlreiche Überraschungssiege ist das Computersystem durcheinander gewirbelt worden. Die zahlreichen Umfragen von Journalisten und Trainer (“Polls”) sahen unisono Southern California (USC) (mit ex-Jets-Coach Pete Carroll) als das landesweit beste Team an.

Das BCS betrachtete die nüchternen Ergebnisse, während für Journalisten und Trainer die letztwöchige Niederlage der Oklahoma Sooners im Divisions-Finale gegen Kansas State ausschlaggebend war, die Sooners nur auf Rang drei zu setzen.

Der College-Football stellt den Unterbau der NFL dar, in einem Profisport-System, das, anders als in Deutschland, keine “Zweite Liga” o.ä. kennt. Daher ist College-Sport in den USA um etliche Größenordnungen masiver als hierzulande “Hochschulsport”. Die größten Football-Stadien im Lande stehen nicht für die NFL bereit, sondern für College-Football, z.B. in Michigan oder L.A., wo dann locker mehrfach Spiele mit je 100.000+x Zuschauer ausverkauft sind.

Berger-Wanderung

14h50: Interview von PREMIERE mit Jörg Berger. Sinngemäß: “Sagen Sie, Herr Berger, dass die Trainerbank hier auf dem Aachener Tivoli nun in der Gegengerade ist, ist doch eher praktisch für Sie. Dann haben Sie es nicht weit zu den Tribünen, falls sie wieder hochgeschickt werden

Berger, lacht: “Ja, so kann man aus allem etwas positives ziehen. Das ist in der Tat praktisch. Aber nein, das ist mir nur einmal passiert, dass ich eine Rote Karte bekommen habe, und das wird nie wieder passieren.

16h34: Schiedsrichter Keßler zeigt Jörg Berger nach Schiedsrichterbeleidigung die Rote Karte und bittet ihn Platz auf der Tribüne zu nehmen.

Glückliches Juve

Ein gute Mannschaft zeichnet sich auch dadurch aus, dass sie immer dann ihre Auszeit nimmt, wenn sie es sich leisten kann. Die Gurkenphase die Juventus Turin derzeit durchmacht, zwei Wochen früher, und ich würde kein wertvolles Körperglied ins Feuer legen wollen was z.B. die Championsleague-Qualifikation angeht.

Gestern Spitzenspiel gegen Lazio Rom. Juve gleich mit Spielbeginn so etwas von unten durch: anscheinend haben Torhüter und Spieler die Trikots vertauscht. Während Buffon das normalerweise den Feldspielern vorbehaltene Schwarz-Weiß-gestreifte Leibchen angezogen hatte, traten die anderen Spieler in [setzen Sie hier homophobes Vokabular Ihrer Wahl ein] rosa Trikots an! Rosa mit irgendeiner eingewebten Struktur.

Juve hat grottenschlecht gespielt, die 0:2-Niederlage war logisch. Was mich verblüfft hat: da hat ja gar nix gestimmt. Sobald Nedved von Links nach Innen lief, rücke niemand auf Links nach. Nicht ein einziger Spieler. juves Spiel fand meistens rechts von der Mitte statt. Das war Standfußball, Antizipation null vorhanden.

Was für ein Glück dass Juve uneinholbar in der Championsleague schon “durch” ist.