Jose Maria Jimenez gestorben

Der ehemalige Banesto-Profi Jimenez ist am Samstag an Herzversagen gestorben. Jimenez, 32 Jahre alt, zog sich erst letztes Jahr aus dem Profisport zurück und war eine erfolgreiche “Bergziege”, bester Kletterer der Vuelta 98, 99 und 2001.

Mit schönen Grüßen an alle Reporter von Zeitung und Fernsehen die die Klappe im Fall Deissler nicht halten konnten: Jimenez starb in einer psychatrischen Klinik in Madrid, wo er seit seinem durch Depressionen erzwungenen Rücktritt vom profisport, in Behandlung war.

NFL-Vorschau Woche 14/03

Mit Verlaub: Großkampftag in der NFL. Wer bei den Spielansetzungen auf PREMIERE am heutigen abend nicht ins Sabbern verfällt, der soll doch bitte zu EUROSPORT gehen und Aerobic-Europameisterschaften gucken gehen. Was heute Abend von der NFL übertragen wird, ist vom ganz oberen Regal!

Vier Spiele noch bis zu den Playoffs. Das Rennen um die Plätze läuft auf Hochtouren, aber es gibt hinreichend viele Mannschaften die sich bereits mit der nächsten Saison befassen. Die New York Times hat sich mal näher mit der Trainer-Situation beschäftigt. 14 der 32 Trainer stehen unter Beschuss, kehren vielleicht nächste Saison nicht mehr zurück. Allen voran Jim Fassel (4-8) von den Giants und Dan Reeves (2-10) von den Falcons gelten als sichere Tipps für eine Entlassung. Reeves könnte bereits in der nächsten Woche, gerüchteweise, seinen Rücktritt verkünden.

Kurz zum Stand in der NFL: Eigentlich sollte man heute einen Blick auf alle Spiele im Nordosten der USA werfen, da diese mal wieder von einem schweren Schneesturm überzogen wurden, so dass putzige Bilder zu sehen sein könnten.

NFC

In der NFC scheint die Gruppe der Playoff-Kandidaten einigermaßen in trockenen Tüchern zu sein. Die Wildcards gehen immer noch für .667 weg. Die .500er-Teams Green Bay (Chicago) und New Orleans (vs. Tampa Bay) müssen zuhause auf Divisionssieg spielen und brauchen dazu Niederlagen von Minnesota (gegen Seattle) und Carolina (gegen Atlanta).

Heute fällt im direkten Aufeinandertreffen Philadelphia – Dallas eine Vorentscheidung über den Sieg in der NFC East. Philly nicht nur mit Heimvorteil, sondern auch ein Spiel vorne (9-3 vs. 8-4). Bei einem Sieg könnten die Cowboys nicht mehr auf das direkte Duell als Tier setzen. Sie wären dann “netto” also sogar drei Spiele hinter den Eagles.

AFC

Wesentlich offener ist die Vergabe der sechs Playoff-Plätze in der AFC, wo nicht auszuschließen ist, dass auch für ein 9-7-Team noch ein letzter Wildcard-Platz abfallen wird. So gesehen, sind noch neun der 16 Teams im Rennen.

Buffalo – NY Jets ist ein Ausscheidungsspiel. Beide Teams, 4-7, fliegen bei der nächsten Niederlage mit Garantie aus dem Playoff-Rennen raus. Zumindest für BUFs Coach Williams wäre ein Sieg auch so etwas wie eine arbeitsplatzerhaltende Maßnahme, da die Bills als “Underachiever” gelten, Potential zu Größerem hätten.

Denver – Kansas City. KC (11-1) hat Interesse zu gewinnen, um im Fernduell mit den Patriots, sich etwaigen Heimvorteil im AFC-Finale zu sichern, während Denver (7-5) durch einen Sieg seine Playoff-Ambitionen unterstreichen würde. Wenn es doof kommt, reicht noch nicht mal 10-6 für eine Wildcard.

Vorentscheidend ist das Duell der beiden führenden Mannschaften der AFC North Cincinnati – Baltimore (beide 7-5). Ein Sieg der Bengals wäre auch wieder so ein “2-Spiele-Sieg”, da die Bengals dadurch diverse Tiers gegen Baltimore für sich entscheiden würden.

Nun zu den beiden PREMIERE-Spielen vom Sonntag Abend, Lätzchen umgebunden, bitte lassen Sie Ihren Speichelfluss jetzt freien Lauf:
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Fette Hände, Hohle Köpfe

Schneller K.O.-Sieg für Vitali Klitschko gegen Kirk Johnson. Hat seinen Vorteil, weil man dann die unglaublich dumpfbackigen ZDF-Kommentare (Marco Schreyl, Günther “Fozzy-Bär” Ploog, Rene Hiepen) nicht mehr ertragen muss, die sogar während der Runden lieber das Loblied auf Klitschkos in Amerika singen, als das aktuelle Boxgeschehen zu kommentieren.

Kirk Johnson war ein Witz, Fett wie Speckschwarte, unaustrainiert. Bereits in der ersten Runde lief Johnson nur noch mit offenen Mund umher, japste nach Luft, der KO in der 2ten Runde folgerichtig, während Hiepen noch fabulierte, dass man sich nicht von äusseren Eindruck Johnsons täuschen lassen sollte, er wäre unglaublich schnell.

Es gab noch ein anderes Indiz: völlig ungewohnt für die Klitschkos, hat Vitali in der 2ten Runde Showboxen gemacht, die Fäuste kreisen lassen, als Provokation gegenüber Johnson.

Überhaupt, das ZDF-Reporter-Team. Als Günter-Peter Ploog ging, kam ich gerade zu PREMIERE, erlebte noch seine letzten Spiele (u.a. Rostock – HSV). Um es ganz vorsichtig zu sagen: Wort und Bild waren nicht immer synchron und wurden es im Laufe des Spieles nie.

So ungefähr auch der Ploog beim Boxen, beispielsweise immer noch steif und fest behauptend, Mesi wäre bei Sugar Ray Leonard unter Vertrag (ist er nicht mehr). Ploog spricht mit dem Brustton der Überzeugung von “der” Weltrangliste, die es so dummerweise nicht gibt.

Schreyl entpuppt sich immer mehr als die ZDF-Ausgabe von Delling, Wortspiele um jeden Preis bringen, und sei es es kostet Sinn und Verstand des Zuschauers. Aber interessante Fragen, ob z.B. die Klitschkos bei Universum Box-Promotion bleiben, die nicht immer die glücklichste Hand bei Kampfansetzungen in den USA haben (siehe beide Vorkampf-Absagen am heutigen Abend wg. nicht erteilter New-York-Lizenz), wurden nicht angesprochen. Schreyl fragt lieber den Trainer(!) Sdunek ob wir Werbeauftritte der Brüder in den USA sehen werden.

Die Vorberichte zum Klitschko-Kampf: ein Auftritt der Klitschkos in einer zweitklassigen Late-Night-Show (Kimmel) wird als “Eintritt der Klitschkos in Hollywood” bejubelt (was eher für den Auftritt in “Ocean Eleven” gegolten hätte).

Schwere Hände

In den nächsten Wochen geht es in Sachen Schwergewichts-Boxen rund.

Heute nacht, gegen 4h00 (ZDF, live), tritt Vitali Klitschko (der ältere) gegen Kirk Johnson an. Vitali ist in den USA im Ansehen enorm gestiegen, nachdem er Lennox Lewis im Frühjahr einen recht harten Fight gab, den er, in Führung liegend, nur aufgrund eines Cuts aufgeben musste. Die Scharte der Aufgabe nach einer Schulterverletzung gegen Chris Byrd war damit wettgemacht.

Nun ist vielmehr Kirk Johnson in dieser Position. Eigentlich Top-Herausforderer von Lewis, verlor er gegen den technisch tumben Anti-Boxer John Ruiz. Damit rutschte er in den unabhängigen Rankings auf die Plätze roundabout Zehn herunter, während Vitali derzeit an Platz Zwei geführt wird.

Es wird also ein “echter” Fight werden, beide müssen Hop oder Top gehen, kein laues Rummelplatz-Boxen gegen einen Aufbaugegner.

Ein derartiges Rummelplatz-Boxen ist eher in vierzehn Tagen zu erwarten, wenn Wladimir Klitschko in Kiel gegen den nirgends unter den Top 15 geführten Danell Nicholson kämpft.

Zwei bis drei Faktoren machen die Lage im Schwergewicht derzeit diffus.

So kennt keiner den Status von Lennox Lewis. Es gibt hinreichend viele Analysten die davon sprechen dass Lewis seine Karriere beendet hat, aber ein offizielles Statement gibt es bislang nicht.

Keiner weiß auch was Roy Jones Jr. macht, der John Ruiz eine peinliche Niederlage beibrachte und zuletzt bei den Halbschwergewichtlern seinen Titel verteidigt hat. Angeblich soll Jones auf einen Kampf gegen Tyson aus sein.

Eine weitere große Unbekannte ist Joe Mesi, ein grundehrlicher weißer Boxer, der so etwas wie die “echte” Version von Rocky Balboa verkörpern könnte, und jetzt bereits in den USA ungeheuer populär ist. Er tritt heute nacht Monte Barrett an, auch eher ein Mann der Kategorie Aufbaugegner. Immerhin einer der wenigen Auftritten von Mesi ausserhalb seiner geliebten Heimat in Buffalo.

Mesi könnte viel Wirbel im Top10-Ranking entfachen. Ein Top10-Ranking, das sowieso am nächsten Samstag neu sortiert werden wird, wenn Hasim Rahman (der Mann der einst den “Lucky Punch” gegen Lewis hatte) auf John Ruiz trifft (Sa/So, PREMIERE live).

Warte, Warte nur ein Weilchen, dann kommt der Hamann mit seinen Beinchen

Das heutige Premiere-League-Spiel Newcastle – Liverpool (seit 13h25 auf PREMIERE, live) markiert die Rückkehr von Dieter Hamann auf großer Bühne (er hat schon zwei Spiele bestritten, ehe er am Mittwoch im Pokal pausierte) nach vier Monaten Verletzung und zwei Operationen.

Der Guardian hat am Samstag einen großen Artikel über ihn gebracht.

Diktatur von Format

Egal wer wann wie bei den TV-Rechten zugreift, par ordre de Mufti, die Rosette noch voller Geldscheine steckend, hat die FIFA mit ihren Partnern Phillips Hersteller von 16:9-Technologie) und Netzers Fernsehrechte-Handel Infront beschlossen die Fußball-WM 2006 nur im 16:9-Format auszustrahlen. Der Rest der Bevölkerung bekommt oben und unten cinemascope-like schwarze Streifen. “Soll den Live-Charakter hervorheben”, sagt Philips, die Hoffnung hegen 2-3 Fernseher mehr zu verhökern.

Die zugehörige Pressemeldung findet sich übrigens nicht auf der FIFA, sondern bei Philips.

Honi soit qui mal y pense.

Hat jener FIFA-Sepp-Blatter nicht vor kurzem die G14 wg. Kommerzialisierung zusammengefaltet?

Spieglein, Spieglein an der Wand, wo sind die stärksten im ganzen Land?

Man schaue sich einmal die Tabelle der Midwest-Division an.

DIE SAN ANTONIO SPURS SIND AM TABELLENENDE! Der Midwest-Division! Der Titelverteidiger!

Um das ganze zu relativieren: die Midwest-Division ist derart abartig, dass man mit .500 am Tabellenende liegt. Obwohl man mit .500 immer noch stärker als der Tabellenführer in der Atlantic-Divison (76ers) wäre. Und der Tabellenführer in der Midwest, Dallas, liegt auch nur drei Spiele vor den Spurs (.667).

Mein lieber Scholli: Dallas Mavericks, Denver Nuggets, Utah Jazz (aus welchem Loch sind die denn gekrochen?), Houston Rockets, Minnesota Timberwolves, Memphis Grizzlies, San Antonio Spurs. Was für eine Division!

DSF und Live-LaOla, die zweite

Zweiter Anlauf des DSFs die Internationale-Fußball-Schiene “LaOla” mit Live-Übertragungen in Schwung zu bringen (nach dem man sich anscheinend aus den Übertragungen der Primera Division nach nur einem Spieltag wieder zurückgezogen hat).

Man hat diesmal die FA-Cup-TV-Rechte gekauft und will ab Januar in jeder Runde eine Begegnung Live zeigen, inkl. Finale am 22.Mai.

Gegen die Betonwand

Der seit Jahren währende Niedergang der CART-Serie (“Champ-Cars”) hat sich jetzt enorm beschleunigt. Einer Meldung der BBC zufolge, wurde der Starttermin der Serie um acht Wochen nach hinten, auf Mitte April verschoben, nach dem das Februar-Rennen in St.Petersburgh abgesagt wurde.

Nun ist aber der potentieller Käufer, eine Gesellschaft OWRS, abgesprungen, weil seinen Informationen zufolge, nicht genügend Teams mehr in der Serie mitmachen würden. Hintergrund: 2003 hat die CART-Serie alles Geld verbrannt, was die CART-Serie noch hatte, um TV-Übertragungen in TV-Sender zu lancieren und um die Teams für die Teilnahme zu bezahlen (um die gearantierte Mindestzahl von 18 Fahrzeugen voll zu bekommen). Die OWRS hat hingegen bereits angekündigt die teilnehmenden Teams nicht mehr subventionieren zu wollen. Folge: Massenentlassungen bei den Teams, Wechsel zur IRL, Schliessung der Teams, zahlreiche Fahrer ohne Jobs. Walker Racing, Patrick Racing, American Spirit, alle platt. Einer Umfrage von ESPN zufolge, sind derzeit nur 11 Fahrzeuge für die CART vorgesehen.

Die CART-Serie versuchte in den letzten Monaten, zum inzwischen 47ten Male, ihr Konzept anzupassen. Alle Europa-Rennen wurden aus dem Kalender geschmissen, stattdessen setze man, nach einem erfolgreichen Probelauf in Miami, auf die Verbindung Rennsport mit Entertainment, besondern mit Musikfestivals.

Die CART-Serie steht nun mit recht leeren Händen da und überlegt Konkurs zu melden.

Auch in der IRL rollen die Köpfe und ziehen sich Sponsoren zurück. Vier Teams mussten ihr Engagement zurückfahren.

Angesichts des bevorstehenden Tods der CART-Serie, sollten wir einen Augenblick lang, einer der spektakulärsten Überholmanäver der Motorsport-Geschichte gedenken. Es war vor ungefähr 5-6 Jahren, Alex Zanardi in Laguna Seca, an der “Corkscrew”-Schikane, die an einem Abhang steht. Letzte Runde, Zanardi hinter dem Führenden, rauscht auf die Schikane zu, nimmt die Kerbs als Sprungschanze und nimmt im Fluge die Schikane in direkter Luftlinie um direkt vor dem Führenden sauber auf der Piste zu laden.

Turkish Delight

Man mag einiges an der Begeisterungsfähigkeit der Türken grenzwertig finden, aber dass das Westfalen-Stadion innerhalb von 48Stunden ausverkauft mit 57.000 Deutschtürken und Türkendeutschen plus 3.000 Norditalienern ist, und der Verkehr soweit zusammenbricht, dass das Championsleague-Spiel Galatasaray – Juve eine Viertelstunde später angepfiffen werden muss. Donnerwetter, Respekt, ich ziehe meinen Hut.

Ich glaube ich werde sie bei der EM vermissen.