Allez les blue

Ich war gestern mit meinem ältesten Sohn AufSchalke bei Deutschland – France.

Feines Spiel was die Franzosen da aufgezogen haben. Bei Rudis Männchen hatte man nur anfangs das Gefühl, das sie mithalten konnten. Doch dann haben die Franzosen vom ersten in den zweiten Gang geschaltet und das Spiel war gelaufen. Schön anzusehen, wie leichtfüssig die Blaumänner sind und was sie technisch drauf haben; allen voran natürlich Zidane. Jederzeit hätte sie noch 2 – 3 Gänge zulegen können. Gut für die Deutschen, das sie das nicht gemacht haben, sonst wäre es noch böser gelaufen. Mit diesem eingespieltem Team sind die Franzosen für mich klarer Favorit auf die EM.

Und Rudis Truppe? Tja, gegen die größeren Nationen können sie halt nicht mithalten. Bleiben dann wohl nur Gegner wie die Fußballriesen aus Island, Schottland etc. um das Selbstbewusstsein aufzubauen.

Noch am Rande notiert: Standing Ovations des Publikums beim 0:3 für die Franzosen. Auch nach dem Spiel noch fetten Applaus für die feine Vorstellung der Blauen.

Guckbefehl: Argentinien – Bolivien

Es ist 1h25, auf PREMIERE fängt gerade Argentinien – Bolivien (WM-Qualifikation) an. Nur soviel:
– strömender Regen, Marke Haustiere-Regen.
– Sturmböen, Marke “Wer hält den Fuss drauf, damit der Ball beim Freistoß nicht wegweht”
– Kommentator Wolff-Christoph Fuss, Marke “bester Kommentator von dem seine Arbeitgeber nicht wissen dass er bester Kommentator ist”

What do you need more?

Dapper-Dan-Preisträger 2003: Holland

Der “Dapper Dan”-Preis 2003 für fleischgewordene Pomade geht an die niederländische Nationalmannschaft.

Man weiß wie klasse man ist, und spielt seinen Stiefel runter. Egal ob man 3:0 führt, oder 0:1 hinten liegt, egal ob Freundschaftsspiel gegen Lokomotive Timbuktu oder Em-Quali-Playoff gegen Schottland.

Selten sieht man eine Mannschaft mit sovielen Spielanteilen wie die Holländer gegen die Schotten, aber mit sowenig Torchance, die zudem meistens aus 20m-Distanzschüssen bestand.

Ich will nicht zu arg sein, denn das was die Schotten in der zweiten Halbzeit zustande gebracht haben, war auch recht erbärmlich. Erstaunlich viel Ego zu glauben, man würde in Holland einen 1:0-Vorsprung nach Hause schaukeln können.

Aber für mich bleibt es ein Faszinosum wie eine derartig spielstarke Mannschaft wie die Oranjes derart lendenlahm spielen kann und sogar aus den Erfahrungen wie dem Ausscheiden gegen Irland in der WM-Quali nach ähnlich beschissenem Auftreten in Irland nichts gelernt hat.

Nächster Halt: Deutschland-Portugal, Frauen-EM-Quali.

Die Quartalsschwätzer sind wieder da. Und sie fressen Katjes.

Die Sendung ist gerade einmal vier Minuten alt und ich liege bereits komatös auf dem Boden, wild schreiend um Wiederbelebung bettelnd.

Super ARD.

Schock eins: Schottland – Niederlande beginnt erst um 16h, dass heißt 30 Minuten elendes Dampfgeplauder der Marke “Scheissendreck” (O-Ton Völler).

Schock zwei: die ARD schleimt sich bei den Frauen ein, indem sie ihre bis dato nie nie gezeigten Reporter-Women aus dem Delling-Trainingslager entsendet und vom Frauen-Länderspiel berichtet läßt. Schleim, Schleim, Schleim. Und jeder der Tussen ist das Wort “Quoten-Frau” auf die Stirn gebrannt.

Wohlgemerkt, nichts gegen reportierenden Frauen im Sport, solange sie keine leiernde Stimme haben und Töpperwien mit Nachnamen heißen (diese Regel gilt auch für Männer). Aber wieso werden die erst jetzt gefunden? Und wieso nur beim Frauen-Fußball? Hat ein Hartmann zum Beispiel Grabbelverbot beim Interview mit Theune-Meyer? Wieso muss man sich als Sportschau-Anchor-Woman eine vom Papier/Teleprompter ablesende SAT.1/PREMIERE-Frau holen?

Schock drei: In Sendeminuten drei und vier wird das Schleichwerbungsverbot von der ARD dermaßen mit Füßen getreten, dass jedes Rundfunkgesetz das Würgen bekommt und ich kurz davor war den sechzig Kilo schweren Fernseher aus dem Zimmer zu schmeißen.

Weib berichtet aus der Kabine der Frauen-Nationalmannschaft. Gleich der erste Kameraschwenk fängt unauffällig das grellrote Katjes-Symbol auf den Trikots ein. Es dauert zwanzig weitere Sekunden bis die Reporteuse die Grenze zur Prostitution überschreitet, sich neben den zirka zwanzig auf den Bänken ausgebreiteten Katjes-Tellern mit Joghurt-Gums hinsetzt und irgendwas von Sieg wegen neuer Nahrung faselt.

Klar, Spitzensportler machen nix anderes als in der halbe Stunde vor dem Spiel drei Packungen Gums reinzuschaufelt.

PREMIERE, nehmt mein Geld! Ich will mehr Fußball von euch! Drei Minuten vor Spielbeginn geht man auf Sendung, und gut ist. Und notfalls starrt man auf den stillen “Wettquoten”-Screen.

Nachtrag: Wilfried Mohren? Wo haben die den denn ausgegraben? Ich dachte der wäre längst, inkl. gerammten Pflock durchs Herz und Knoblauchzehen, ein Relikt der Vergangenheit? Kennt jemand den Aufenthaltsort von Heribert Fassbender? Ist dies eine Saddam-eske Revolte der Sportschau-Altvorderen gegen den von Jungdynamikern wie Beckmann, Antwerpes und Simon besetzten ARD?

Danish Dynamite auf PREMIERE

Auf der Website ist es völlig unauffindbar, man muss schon über einen Programmhinweis stolpern:

Am nächsten Wochenende werden nicht nur die WM-Qualifikationsspiele aus Südamerika übertragen, sondern auch das Freundschaftsspiel England – Dänemark. Sonntag nachmittag, 17h00.

Damit die Aufstellung für das nächste Wochenende:
Sa., 15h30 Schottland – Holland (EM-Playoff) (ARD)
Sa., 18h00 Deutschland – Portugal (Frauen, EM-Quali) (ARD)
Sa., 19h00 Uruguay – Chile (WM-Quali) (PREMIERE)
Sa., 20h30 Deutschland – Frankreiche (Freundschaftsspiel) (ARD)
Sa/So., 1h30 Argentinien – Bolivien (WM-Quali) (PREMIERE)
So., 17h00 England – Dänemark (Freundschaftsspiel) (PREMIERE)
So., 22h00 Peru – Brasilien (WM-Quali) (PREMIERE)

Sonst noch was erwähnenswertes? Nein, das Ulf Kirsten-Abschiedsspiel meine ich nicht.

Für das Wochenende gehe ich schon mal ins Trainingslager…

November-Trikots

Es geht heute durch die Gazetten: die DFB-Mannschaft wird neue Auswärts-Trikots haben, weg vom Grün, hin zu Schwarz.

Was Trikots angeht, bin ich sehr idiologisch: Die Vereinfarben sollen erkennbar sein. Daher habe ich bei Herthas oder Eintrachts gelben Auswärtstrikots immer leichte Würgreize bekommen und 1860s derzeitiges dunkelblau mit Gold ist nicht nur großkotzig, hat darüberhinaus auch null Wiedererkennungswert mit dem eher cyanlastigen Traditionsfarben.

Die schwarze Auswärtstrikots finde ich hingegen gut. Das Grün war für mich nie nachvollziehbar (allenfalls erklärbar weil man lange Zeit nicht wg. Schiedsrichter kein Schwarz nehmen konnte). Und spätestens nach der zweiten Blutgrätsche von Jeremies wird man uns auch “All Black” nennen…

Halloween hätte so schön sein können

So schön hätte Halloween sein können, wenn man als Fernsehanstalt die vernünftige Partie überträgt. Heute nacht 3Uhr: Lambeau Field, Temperaturen knapp über null Grad, peitschender Regen, ausrutschende Spieler, Quarterbacks den der Ball aus der Hand glitscht. So und nicht anders wollen wir Football an Halloween sehen. So und nicht anders bekommt man es im Norden der Staaten geliefert.

Ich lag in meinem Bett und mir wurde beim Betrachten von Favre und McNabb richtig warm ums Herz, trotz lange währendem 0:0.
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Raider-puppet on a string

Die New York Times liefert in der Samstags-Ausgabe Nachschub in Sachen teaminterne Streitigkeiten bei den Oakland Raiders.

Demnach hat Coach Callahan keinen Rückhalt mehr im Team. Konkret wird ihm vorgeworfen dass er ein Sturkopf ist, der zuwenig auf die Spieler hört, zuviele Geldstrafen verhängt und den Gameplan zu konservativ auslegt. Und über allem schwebt das Generalthema: Callahan wird nur als Marionette von Owner Al Davis gesehen.

Die NY Times geht auch auf den Umstand ein, wieso die Rebellion erst diese Saison anfing. Demnach habe Callahan seine “Amtsführung” in der Offseason geändert und würde ein strengeres Regime führen.

Man scheint bei den Raiders Schadensbegrenzung zu versuchen und die erfahrenen Haudegen wie Tim Brown an die Pressefront zu schicken.

Und darüberhinaus den Gameplan der Offense zu vereinfachen.